{"id":2295,"date":"2009-12-03T00:14:12","date_gmt":"2009-12-02T23:14:12","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2295"},"modified":"2009-12-03T00:14:12","modified_gmt":"2009-12-02T23:14:12","slug":"die-funfziger-jahre","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2295","title":{"rendered":"Die F\u00fcnfzigerjahre"},"content":{"rendered":"<p>Vom Ohrenschmaus in die F\u00fcnzigerjahre. Gibt es da ja im Museum auf Abruf in der Felderstra\u00dfe derzeit eine Ausstellung &#8220;Die F\u00fcnzigerjahre: Kunst und Kunstverst\u00e4ndnis in Wien&#8221; mit einem literarischen Begleitprogramm, das hei\u00dft vier Veranstaltungen zur Literatur.<br \/>\nZwei davon, n\u00e4mlich Michael Rohrwassers &#8220;Die \u00f6sterreichische Literatur und der kalte Krieg&#8221;, sowie Andreas Okupenko liest &#8220;Texte aus den F\u00fcnfzigerjahren&#8221; habe ich vers\u00e4umt, aber &#8220;Die andere Erz\u00e4hltradition. Auseinandersetzung mit Krieg und Faschismus in der Literatur der F\u00fcnfzigerjahre&#8221; und das Podiumsgespr\u00e4ch mit Alexandra Millner, Daniela Strigl, Friedrich Achleitner und Franz Schuh mit der Moderation von Klaus Kastberger, in zwei Wochen habe ich mir vorgemerkt.<br \/>\nAm Mittwoch also die &#8220;Andere Erz\u00e4hltradition&#8221; eine Reihe von  bisher  unbekannten Texten der F\u00fcnfzigerjahre zum Thema &#8220;Auseinandersetzung mit Krieg und Faschismus&#8221; und &#8220;Tr\u00fcmmerliteratur&#8221;, wie es Evelyne Polt-Heinzl nannte, die die Texte zusammengestellt hat.<br \/>\nAlexander Strobele, ein Schauspieler, der wie ich 1953 geboren ist, hat statt Cornelius Obonya, der im Programm stand, gelesen und es war sehr interessant.<br \/>\nWar ich in diesem &#8220;Museum auf Abruf&#8221; ja noch nie, sondern vor Jahren in einem, das n\u00e4her dem Karlsplatz angesiedelt war und da habe ich eimal eine Ilse Aichinger Lesung vers\u00e4umt, weil ich, schlampig wie ich manchmal bin, es falsch aufgeschrieben hatte und ein anderes Mal kam ich nicht hinein und bin mit Elfriede Gerstl in die Kettenbr\u00fcckengasse gegangen, bzw. habe ich ihr geholfen, Schuhe dorthin zu tragen, weil sie damals in einem Haus in der N\u00e4he der Apotheke eine Wohnung mit einem Kleiderlager hatte, das sie mir zeigte.<br \/>\nZwei unverge\u00dfliche Gelegenheiten, die nicht wiederkommen und dieses Museum auf Abruf, vis a vis dem Rathaus, ist viel gr\u00f6\u00dfer, es beherbergt auch die Artothek und die erste Person, auf die ich gesto\u00dfen bin, war Alexandra Millner.<br \/>\nIch bin ein bi\u00dfchen in den Ausstellungsr\u00e4umen herumspaziert und habe mir die Bilder der F\u00fcnfzigerjahre angeschaut. Es gab einen dicken Katalog und ein paar Stammbesucher. Die wei\u00dfhaarige Dame, die, glaube ich, mit den Vornamen Elisabeth hei\u00dft und den pensionierten Lehrer, der mir einmal ein Buch abgekauft hat. Sehr wenige Besucher eigentlich f\u00fcr eine so tolle Veranstaltung. Da sieht man wieder das Gef\u00e4lle der literarischen Veranstaltungen Wiens.<br \/>\nEvelyne Polt-Heinzl hat ihre Veranstaltung zweigeteilt und f\u00fcr beide Teile bisher eher unbekannte Werke ausgesucht und erw\u00e4hnt, da\u00df es viel mehr als die Wiener Gruppe, n\u00e4mlich ein paar realistische Autoren gab, die kurz nach dem Krieg B\u00fccher schrieben, die Anfang der Sechzigerjahre verlegt wurden und inzwischen vergriffen sind.<br \/>\nEin bi\u00dfchen was wei\u00df ich davon, die Namen Jeannie Ebner und Martina Wied sind mir bekannt und Jeannie Ebner hatte beispielsweise eine sehr sch\u00f6ne Veranstaltung in der Berggasse mit Monika Bargmann im Juni und da waren noch viel weniger Leute.<br \/>\nHans Flesch-Brunningen, Felix Hubalek, Herta Staub und Rudolf Kalmar waren mir aber nicht bekannt, das hei\u00dft Herta Staub ist das nicht das Pseudonym der Adrienne Thomas?<br \/>\nUnd da habe ich auch eine ganz pers\u00f6nliche Erinnerungsgeschichte mit dem Buch &#8220;Reisen Sie ab Mademoiselle&#8221;, das ich mir einmal bei einem Flohmarkt in der Sch\u00f6nbrunner Stra\u00dfe aus einer Kiste zog, die Zuzaks um biografische Daten bat, Google gab es damals offenbar  f\u00fcr mich  noch nicht und sp\u00e4ter darauf gekommen bin, ich hab es schon sehr lang in Harland stehen.<br \/>\nIm zweiten Teil, den der Tr\u00fcmmerliteratur nannte Evelyn Polt-Heinzl Oskar Jan Tauschinski mit seinem Roman &#8220;Talmi&#8221;, der 1963 erschien, in dem er sich auf Alma Johanna K\u00f6nig bezieht. Von Alma Johanna K\u00f6nig habe ich ein Buch vom Flohmarkt des Richard Jurst gekauft und auch den Artikel in der Anthologie von Evelyne Polt-Heinzl &#8220;Zeitlos&#8221; gelesen und Oskar Jan Tauschinsky kenne ich von dem Marie Curie Roman &#8220;Wer ist diese Frau?&#8221;, den mir die Kinderfeunde zu Weihnachten schenkten. Es gab dann noch Hannelore Valencak, deren &#8220;Fenster zum Sommer&#8221; in den Siebzigerjahren im Radio war und jetzt wieder aufgelegt wurde, Robert Neumanns &#8220;Die Kinder von Wien&#8221;, das ich in den fr\u00fchen Achzigerjahren gelesen habe, Hertha Pauli, Jeannie Ebner und Hertha Kr\u00e4ftner, alles mir bekannte Autorinnen und wieder Herta Staub, deren von Evelye Polt-Heinzl erw\u00e4hnten Lebenslauf und die zitierten Gedichte sich allerdings nicht mit der Biografie von Adrienne Thomas deckten.<br \/>\nDie Lesung war aber sehr interessant, nachher gabs Wein, der auf einem Servierwagen im Vorraum ausgeschenkt wurde. Zehn, zw\u00f6lf Stammbesucher standen herum und es gab eine interessante Diskussion.<br \/>\nIch fragte Evelyne Polt-Heinzl und Alexandra Millner nach dem Pseudonym von Adrienne Thomas und erwischte beide auf dem falschen Bein. Zum Gl\u00fcck gibts aber inzwischen Google und so wei\u00df ich jetzt, es ist Hertha Strauch und Adrienne Thomas ist wahrscheinlich auch eine interessante Autorin der F\u00fcnfzigerjahre.<br \/>\nF\u00fcr mich jedenfalls, wenn auch Evelyne Polt-Heinzl meinte, da\u00df sie nichts Neues aufzuweisen h\u00e4tte.<br \/>\nWieder viel gelernt \u00fcber die F\u00fcnfzigerjahre und den Literaturbetrieb. Ein paar interessante Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, zugeh\u00f6rt, Wein getrunken,  einige Zeitschriften mitgenommen.<br \/>\nJetzt freue ich mich schon auf die Diskussionsveranstaltung in zwei Wochen und finde es sehr schade, da\u00df nur so wenig Leute den Weg in das Museum auf Abruf fanden, es gibt aber sehr viele Veranstaltungen, das wei\u00df ich schon und man kann nicht \u00fcberall sein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Ohrenschmaus in die F\u00fcnzigerjahre. Gibt es da ja im Museum auf Abruf in der Felderstra\u00dfe derzeit eine Ausstellung &#8220;Die F\u00fcnzigerjahre: Kunst und Kunstverst\u00e4ndnis in Wien&#8221; mit einem literarischen Begleitprogramm, das hei\u00dft vier Veranstaltungen zur Literatur. 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