{"id":2573,"date":"2010-01-09T00:24:38","date_gmt":"2010-01-08T23:24:38","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2573"},"modified":"2010-01-09T00:24:38","modified_gmt":"2010-01-08T23:24:38","slug":"buchbesprechung-und-todesfall","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2573","title":{"rendered":"Buchbesprechung und Todesfall"},"content":{"rendered":"<p>Von Trude Kloiber mit der ich in die Schule gegangen bin und die gegen\u00fcber wohnt Evelyn Schlags, 2006 erschienener Roman &#8220;Architektur einer Liebe&#8221;, zum Geburtstag bekommen. Ich war vor ein paar Jahren auch bei der Lesung in der alten Schmiede und es ist, wie in der Beschreibung steht, die Geschichte einer Liebe in Zeiten des globalisierten Kulturbetriebs.<br \/>\nJedenfalls ist Toria Monti, die ber\u00fchmte f\u00fcnfzigj\u00e4hrige Architektin, eine sehr besch\u00e4ftigte Frau, Italienerin, deren Familie lange in \u00c4gypten lebte, jetzt wohnt sie in Paris, reist aber st\u00e4ndig in der Welt herum, um zu ihren Ausschreibungen, Auftr\u00e4gen, Vortr\u00e4gen zu kommen und so kommt sie auch nach St. Petersburg, denn da will sie sich an der Ausschreibung des Neubaus des Mariinskij-Theaters beteiligen und begleitet die Architekturstudentin Natascha, der sie ein Stipendium verschaffte, zu ihrer Mutter, um dann allein in die Erimitage zu gehen und dort mit einem interessanten Fremden Blicke zu tauschen.<br \/>\nDer ist ein nicht so bekannter Wiener Archtekt namens Wolf Lewinter, der mit seinem Neffen ein kleines Architekturb\u00fcro betreibt und seinen zehnj\u00e4hrigen altklugen Sohn Christoph betreut mit dessen Mutter  Franziska er nicht verheiratet ist. Es gibt eine Freundin namens Ilse und eine Mutter, w\u00e4hrend Toria Kontakt zu ihrer Mail\u00e4nder Familie h\u00e4lt, z.B. ihren Bruder Filippo, der Arzt ist, anruft, wenn sie beim Joggen im Jardin de Luxenbourg ein halbes Tagpfauenauge verschluckt und von ihm wissen will, ob Schmetterlinge giftig sind?<br \/>\nToria hat ebenfalls einen Liebhaber,  leidet an Panikattacken und  trifft Wolf in Philadelphia wieder, weil der dort an einem Kongre\u00df f\u00fcr regionale Architekten teilnimmt, den sie er\u00f6ffnen soll und die globalisierte Liebe beginnt.<br \/>\nDas Buch ist in zehn Kapiteln geschrieben, abwechselnd ist eines Toria, eines Wolf gewidmet und das Lesen ist ein bi\u00dfchen anstrengend, denn es passiert sehr viel im Leben dieser beiden, die schon viel erlebt und viel zu tun haben.<br \/>\nWolf ist mit Christoph besch\u00e4ftigt und besucht mit seiner Mutter und Franziska, die Weihnachtsschulauff\u00fchrung, w\u00e4hrend Toria mit ihrer Mutter in Mailand den Christbaum schm\u00fcckt und dabei erf\u00e4hrt, da\u00df sie gar nicht die Tochter des italienischen Arztes ist, der in Alexandria eine Praxis hatte, sondern eines Klavierlehrers, Sohn russischer Emigranten aus St. Petersburg, weil die Mutter nach der Geburt des Bruders eine Depression erlitt, f\u00fcr die die \u00c4rzte damals noch kein Verst\u00e4ndnis hatten, so reist Toria, die die Ausschreibung doch nicht gewonnen hat, mit ihren Bruder nach Alexandria, um ihres Vaters Grab zu suchen, auf den Spuren einer \u00e4gyptischen Feministin namens Dora Shafiq ist sie auch&#8230;<br \/>\nSehr verwirrend und sehr theorielastig, das Entstehen einer gro\u00dfen Wochenendliebe zweier schon erfahrener Menschen. Evelyn Schlag scheint daf\u00fcr viel recherchiert zu haben, steht in der Danksagung doch etwas von einem Reisestipendium nach St. Petersburg und nach Alexandria. Es ist der vierte oder f\u00fcnfte Roman, der 1952 in Waidhofen an der Ybbs Geborenen.  Ich interessiere mich f\u00fcr sie, seit ich das 1984 erschienene &#8220;Beim H\u00fcter des Schattens&#8221;, gelesen habe.<br \/>\n&#8220;Die g\u00f6ttliche Ordnung der Begierde&#8221;, wof\u00fcr sie 1998, den Otto Stoessl Preis bekam, habe ich auch gelesen. Sonst gibt es noch einige Gedichtb\u00e4nde und damit wechsle ich zum zweiten Thema dieses Artikels, der gar nicht vorgesehen war, hat mir Alfred doch, als ich noch mit dem Lesen besch\u00e4ftigt war, erz\u00e4hlt, da\u00df am Freitag Vormittag Eugenie Kain nach einer zweij\u00e4hrigen Krebserkrankung in Linz gestorben ist, was sehr betroffen macht, weil ich die 1960 geborene Tochter des ober\u00f6sterreichischen Dichters Franz Kain schon lange kannte. Hat sie doch, wie ich, immer beim Volksstimmefest gelesen, war auch in der GAV und ist mit dem bei Otto M\u00fcller erschienenen Erz\u00e4hlband &#8220;Schneckenk\u00f6nig&#8221; ziemlich ber\u00fchmt geworden.<br \/>\nDa  war ich auch bei der Lesung in der alten Schmiede und habe <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/17\/erzahlmuster-i-und-ii\/\">hier<\/a>  dar\u00fcber geschrieben und bei diesem Joseph Roth Projekt h\u00e4tte sie  auch mitmachen sollen. Ich habe sie bei der Lesung am Volksstimmefest wahrscheinlich das letzte Mal gesehen, da ich mich nicht mehr erinnern kann, ob sie im Oktober bei der GAV-GV war.<br \/>\nIhr am Volksstimmefest gelesener Text &#8220;Randschriften&#8221; in dem es um den Polizeieinsatz beim letzten Linzer Maiaufmarsch geht, ist in der Anthologie &#8220;Wir retten ein System enthalten&#8221;, die am Donnerstag 14. 1. 19.30 im reading!!!room in der Anzengrubergasse 19\/1 vorgestellt werden wird. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Trude Kloiber mit der ich in die Schule gegangen bin und die gegen\u00fcber wohnt Evelyn Schlags, 2006 erschienener Roman &#8220;Architektur einer Liebe&#8221;, zum Geburtstag bekommen. 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