{"id":2638,"date":"2010-01-18T00:03:32","date_gmt":"2010-01-17T23:03:32","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2638"},"modified":"2010-01-18T00:03:32","modified_gmt":"2010-01-17T23:03:32","slug":"geschichten-aus-dem-kurnbergwald","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2638","title":{"rendered":"Geschichten aus dem K\u00fcrnbergwald"},"content":{"rendered":"<p>Der Debutroman &#8220;geschichten aus dem k\u00fcrnbergwald, gek\u00fcrzt&#8221;, des 1985 in Linz geborenen Christoph Eric Hack, zeichnet laut der Enzyklop\u00e4die PlusPedia, eine b\u00f6swillige Satire der Jugend im fr\u00fchen einundzwanzigsten Jahrhundert. Hacks immer wiederkehrende Motive sind sexuelle Ausschweifungen, Gewaltexzesse und soziale Verrohung, was laut Hack, die drei S\u00e4ulen der Gesellschaft sind.<br \/>\nDas macht neugierig und so habe ich dieses Buch aus dem Resistenz Weihnachtspackerl als erstes gelesen. Es sind zwei Geschichten, die erste hei\u00dft &#8220;Die Besuche des alten Doktors&#8221;, die zweite &#8220;Im Namen des Vaters&#8221;.<br \/>\nGek\u00fcrzt habe ich irgendwo gelesen, hat der Verleger das umfassendere Werk. Vorher gibt es noch in einem Prolog Begriffserkl\u00e4rungen aus denen man erf\u00e4hrt, da\u00df der &#8220;K\u00fcrnberger Wald&#8221; ein Naherholungsgebiet westlich von Linz ist und Leonding, in dem die Geschichten spielen, eine Stadt im ober\u00f6sterreichischen Zentralraum. Dann gibts noch Erkl\u00e4rungen zu Orgie, Swinger ect und verschiedene Hinweise, das Leondinger Menschen, wie alle anderen sind,  man das Buch nicht essen soll und es f\u00fcr Kinder nicht geeignet ist&#8230;<br \/>\nDann geht es los mit der Geschichte von der Hausfrau mit den drei T\u00f6chtern Jessica, Marie und Nicole, die sich ihre hundert bis hundertf\u00fcnfzig Euro am Tag durch Herrenbesuche verdient und das Spermahandtuch extra w\u00e4scht. Zu der kommt der alte Gyn\u00e4kologe mit dem vielen Geld, der fett und einsam ist und macht mit ihr und ihren T\u00f6chtern einen Deal. Er will sie zuerst f\u00fcr Geld untersuchen, sp\u00e4ter verspricht er dem M\u00e4dchen eine Menge Geld, das am l\u00e4ngsten Jungfrau bleibt, dann wird die Mutter ermordet, der Doktor adoptiert die T\u00f6chter als Enkelkinder, sie vertreiben sich ihre Zeit mit den oben zitierten Gewaltexzessen und beschlie\u00dfen den Doktor tot zu v\u00f6geln, um sein Geld zu erben, nur leider hat er dieses in F\u00fcnfhunderterscheinen von der Bank behoben und einem gewissen Kevin geschenkt, den er vorher mit der Mutter ficken lie\u00df.<br \/>\nErz\u00e4hlt wird das offenbar von Martin H., der im zweiten Teil, im Monat Dezember an seinen Vater Briefe schreibt. T\u00e4glich einen und man erf\u00e4hrt viel dabei, n\u00e4mlich, da\u00df Martin, der in Leonding nach einigen Ans\u00e4tzen maturierte, nach Graz studieren geht, es dort nur ein paar Wochen aush\u00e4lt, so da\u00df er nach Leonding zur\u00fcck und in die Wohnung der sch\u00f6nen Vanessa kehrt, mit der Gruppensex betreibt und Swingerclubs besucht. Den Vater scheint er nie gekannt zu haben, mit der Mutter gibt es die \u00fcblichen Abl\u00f6sungsschwierigkeiten oder mehr. Denn die Mutter erf\u00e4hrt man in den Briefen ist eine Hexe, vor der er den Vater retten mu\u00df, so da\u00df er sie in der Weihnachtsnacht, als sie ihn verf\u00fchren will, mit einem Messer \u00fcberf\u00e4llt, ihr den Kopf abschneidet und ihn in Vanessas Wohnung tr\u00e4gt. Sp\u00e4ter erf\u00e4hrt man noch, da\u00df auch der Vater schon gestorben ist und sich sein Kopf eingemauert in der neuen Garage des Nachbarn Hildebrandt befindet.<br \/>\nMartin H. zieht sich mit seinem Laptop in den K\u00fcrnbergwald zur\u00fcck, schreibt dem Vater noch, da\u00df er auch die Geschichte von dem alten Doktor erfunden hat und h\u00e4ngt sich, wie man im Anhang erf\u00e4hrt, an einem Baum auf. Vanessa geb\u00e4rt im September darauf ein Kind, der Junkie Kevin ist schon im M\u00e4rz eine Stiege hinuntergefallen und im Dezember des n\u00e4chsten Jahres trifft ein Komet die Erde, schl\u00e4gt am Leondinger Hauptplatz ein und den B\u00fcrgermeister auf den Kopf, was, wie wir schon vom Prolog wissen, wie alles andere nat\u00fcrlich frei erfunden ist.<br \/>\nDas gek\u00fcrzte Buch enth\u00e4lt viele Satz- und Rechtschreibfehler, ist also nicht sehr gut lektoriert und trotzdem irgendwie interessant, wenn man \u00fcber die vielen Gewalt- und V\u00f6gelszenen hinwegliest, denn die N\u00f6te einer Jugend, die in einer Sozialsiedlung aufw\u00e4chst, ist trotz aller \u00dcbertreibung nicht so schlecht beschrieben und die Geschichte von dem jungen Mann, der seiner Mutter in einer Psychose den Kopf abgeschnitten hat, hat es auch gegeben. Da\u00df alte \u00c4rzte trotz ihrem vielen Geld am Ende ihres Lebens einsam sind, kann ich mir vorstellen und auch, da\u00df Hausfrauen sich ihr Geld durch Sex verdienen,  gesoffen und gedealt wird auch und  Gewaltorgien kommen leider ebenfalls immer wieder vor&#8230;<br \/>\nSo wei\u00df ich nicht recht, was ich zu dem Buch sagen soll. Vielleicht, da\u00df es gut gewesen w\u00e4re, es noch mehr zu k\u00fcrzen, weil die Leute, die einen Porno lesen wollen, sich vielleicht nicht so sehr f\u00fcr die sozialkritische Beschreibung einer ober\u00f6sterreichischen Kleinstadt interessieren und umgekehrt.<br \/>\nInteressant ist auch die Biografie des jungen Autors. Er ist der Sohn eines Ringers, der 1986 bei einer Wandertour ums Leben gekommen ist. Nach dem Tod der Eltern steht bei PlusPedia, ist er bei den Gro\u00dfeltern in Leonding aufgewachsen, hat 2005 maturiert und studiert Geschichte an der Grazer Karl-Franzens-Universit\u00e4t.<br \/>\nDerzeit soll er an einem Gedichtband arbeiten, der ihn an den Rand des Wahnsinns und  dar\u00fcber hinaustreibt, mehr war \u00fcber den Autor nicht zu erfahren, im Buch gibts ja keine biografischen Angaben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Debutroman &#8220;geschichten aus dem k\u00fcrnbergwald, gek\u00fcrzt&#8221;, des 1985 in Linz geborenen Christoph Eric Hack, zeichnet laut der Enzyklop\u00e4die PlusPedia, eine b\u00f6swillige Satire der Jugend im fr\u00fchen einundzwanzigsten Jahrhundert. 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