{"id":2640,"date":"2010-01-19T23:01:40","date_gmt":"2010-01-19T22:01:40","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2640"},"modified":"2010-01-19T23:01:40","modified_gmt":"2010-01-19T22:01:40","slug":"medien-krieg-kunst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2640","title":{"rendered":"Medien-Krieg-Kunst"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Wir sind wieder vor dem Fernseher gesessen&#8221;, w\u00e4hrend der Irakkrieg lief&#8230;.<br \/>\n&#8220;Berichterstattung \u00fcber Krieg war immer ein wichtiges Mittel zur Verbreitung von Information aber auch der Propaganda und der Manipulation&#8221;, deshalb veranstaltete das Elfriede Jelinek- Forschungszentrum am 19. und  20. J\u00e4nner ein zweit\u00e4giges Symposium im Rahmen der Reihe &#8220;Totalitarismus-Fundamentalismus-Kapitalismus.&#8221;<br \/>\nDer erste Abend fand im ORF Kulturcafe mit einem Gespr\u00e4ch zu Elfriede Jelineks feministischer Medienkritik in &#8220;Bambiland&#8221; und &#8220;Babel&#8221; mit Katharina Pewny und Eva Kreisky statt.<br \/>\nVorher wurde ein Interview mit Christoph Schlingensief gezeigt, in dem er bezweifelte, ob es eine feministische Medienkritik geben k\u00f6nne.<br \/>\nDazu kann ich nicht viel sagen, denn ich habe weder &#8220;Bambiland&#8221; noch &#8220;Babel&#8221; gesehen, da ich kaum ins Theater gehe, sondern eher eine Jelinek Romanleserin bin.<br \/>\nAber im Jahr 2003, als der Krieg im Irak ausgebrochen ist, bin ich im Rahmen des \u00d61 Quiz zweimal mit dem Zug  erster Klasse nach Graz gefahren und in der Zeitschrift &#8220;News&#8221;, die ich dabei bekam, waren, wie ich mich erinnere, Ausschnitte aus &#8220;Bambiland&#8221; enthalten.<br \/>\nIch habe bei der Diskussion also nicht viel mitbekommen, nur die Frage, ob es notwendig und wichtig ist, bei der \u00dcbersch\u00fcttung vom Kriegsbildmaterial den Fenseher abzuschalten?<br \/>\nEine Frage, die ich auch nicht beantworten kann, da ich keine Fernseherin bin und dachte, das Abdrehen ist es auch nicht, man m\u00fc\u00dfte Gewalt und Krieg verhindern, aber wie geht das, bitte sch\u00f6n?<br \/>\nDann kam, wie er sich selbst bezeichnete, der Opa der Medienwelt, n\u00e4mlich Bazon Brock, Professor der neuronalen \u00c4sthetik, hielt einen Vortrag \u00fcber &#8220;Bilderkriege&#8221; und ich verstand wieder nichts. Soviel ich mich auch bem\u00fchte, blieb nicht mehr h\u00e4ngen, als, da\u00df der Konsument selber schuld ist, wieviel er sieht und nicht der Pornofilmer, sondern der Pornoseher bestraft werden mu\u00df. Dann habe ich noch etwas von &#8220;wildgewordenen Zicken&#8221; aufgeschrieben und die Hypothese, da\u00df der Feminismus in den F\u00fcnfzigerjahren entstanden ist, weil die M\u00e4nner im Krieg geblieben sind und etwas von der Zwangsmusikberieselung der Flugzeugben\u00fctzer und Restaurantbesucher. Da hab ich wieder Gl\u00fcck, weil ich seit nine elfen nicht mehr fliege und in den Restaurants, die ich besuche, wird man nicht sehr berieselt.<br \/>\nWas hat das aber mit der Jelinek zu tun?, dachte ich in der Pause ratlos, in der ich mich mit einer Feministin unterhielt und sie fragte, ob sie das verstanden h\u00e4tte und dem Gespr\u00e4ch zwischen Helga K\u00f6cher und Eva Brenner lauschte.<br \/>\nDann ging es weiter mit der Diskussion \u00fcber &#8220;Die Rolle der Medien im Irakkrieg&#8221; zwischen Bazon Brock, Katharina N\u00f6tzold vom Arab Media Centre und Friedrich Orter vom ORF, den ich als Nichtfernseherin auch nicht kannte, hier fiel mir wieder Bazon Brocks Zynismus unangenehm auf. Denn es stimmt ja nicht, da\u00df alle Amerikaner bl\u00f6d und alle \u00d6sterreicher Analphabeten sind. Das klingt vielleicht lustig, zeigt aber h\u00f6chstens Hilflosigkeit und ist auch manipulativ zu verstehen.<br \/>\nSo sch\u00fcttelte auch eine Frau den Kopf und sagte &#8220;So ein Schei\u00df!&#8221; und eine andere erkundigte sich, ob diese Art von Rhetorik nicht mi\u00dfverstanden werden k\u00f6nnte?<br \/>\nEs gab aber keinen Tumult im Publikum, obwohl durchaus redegewandte Feministinnen anwesend waren. Ich dachte mir, ich  sags dem Herrn pers\u00f6nlich, da\u00df mir sein Zynismus nicht gef\u00e4llt, worauf er antwortete, ich solle seine B\u00fccher lesen.<br \/>\nTu ich wahrscheinlich nicht, ich habe aber nachgegooglet und verstehe jetzt ein bi\u00dfchen besser, denn J\u00fcrgen Johannes Hermann Brock hat das Aktions-teaching erfunden, ein Konzept das k\u00fcnstlerische Programmatiken und Agitprop vereint, um sie f\u00fcr die Rezipientenschulung nutzbar zu machen und bei Wikipedia gibt es ein Zitat von ihm, das auf einen Berliner Hinterhof ausgestellt ist.<br \/>\n&#8220;Der Tod mu\u00df abgeschafft werde, diese Schweinerei mu\u00df aufh\u00f6ren, wer ein Wort des Trostes spricht, ist ein Verr\u00e4ter!&#8221;<br \/>\nAber Kriege lassen sich auch mit Agitprop nicht verhindern, wie ich mit Christoph Kepplinger diskutierte, den ich, wie Pia Janke fragte, warum sie einen so wortgewaltigen Agitator, aber viel leisere Feministinnenstimmen eingeladen haben, ob das im Sinn von Elfriede Jelinek ist?<br \/>\nDie Diskussion war aber schon interessant, die Dame, die den Kopf sch\u00fcttelte, hat sich n\u00e4mlich zu Wort gemeldet und von jubelnden Irakern gesprochen, als die Amerikaner ihre Inszenierung  ab- und Saddam Hussein aus dem Loch zogen, worauf eine andere von der W\u00fcrde des Menschen sprach, die man auch Saddam Hussein und Nicolai Ceausescu zugestehen sollte und da haben mich die Hinrichtungen auch gest\u00f6rt.<br \/>\nIch habe also viel gelernt, auch wenn die Hilflosigkeit bleibt, bei  Bazon Brock vielleicht, in dem er sich in Agiprop und Zynismus rettet, bei mir, in dem ich zwar nur \u00d61 h\u00f6re, aber auch nicht viel gegen die Kriege der Welt ausrichten kann und morgen geht es weiter &#8220;Gegen die babylonische Bilderflut mit literarischden Projektionen vom Irakkrieg&#8221;.<br \/>\nIch habe mich aber, da es morgen die Bibliothek der ungelesenen B\u00fccher mit einer Lesung von Ilse Kilic und Fritz Widhalm gibt,  entschlossen dort hinzugehen und werde davon berichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wir sind wieder vor dem Fernseher gesessen&#8221;, w\u00e4hrend der Irakkrieg lief&#8230;. &#8220;Berichterstattung \u00fcber Krieg war immer ein wichtiges Mittel zur Verbreitung von Information aber auch der Propaganda und der Manipulation&#8221;, deshalb veranstaltete das Elfriede Jelinek- Forschungszentrum am 19. und 20. &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2640\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-2640","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2640"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2640\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}