{"id":266,"date":"2008-10-06T11:19:53","date_gmt":"2008-10-06T09:19:53","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=266"},"modified":"2008-10-06T11:19:53","modified_gmt":"2008-10-06T09:19:53","slug":"wochenendrecherchen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=266","title":{"rendered":"Wochenendrecherchen"},"content":{"rendered":"<p>Da Alfred am Samstag nach St. P\u00f6lten zu seiner F\u00fcnfunddrei\u00dfigj\u00e4hrigen-Matura-Feier gefahren ist, habe ich bei der \u00d61 Berichterstattung zu der langen Nacht der Museen meine Geburtstagsfestausschreibung gemacht und  Sonntag Vormittag die neuen Ohrenschmaustexte durchgesehen.<br \/>\nDanach Otto Lambauers &#8220;Wau 9&#8221; gelesen, der mich durch seine akribische Berichterstattung der Manuskripte 177  verwirrte.<br \/>\nDenn da hat er Andrea Stift, die sowohl in diesem Heft, als auch in der Kolik-Nummer, die er in der Vorwoche besprach, einen Text hatte, lobend erw\u00e4hnt und ich wei\u00df ja, da\u00df ihm die 1976 geborene Steirerin beindruckt, hat er mich doch vor circa einem Jahr im Literaturhaus oder war es woanders auf diesen Namen angesprochen.<br \/>\nDa bin ich durch die vielen Namens\u00e4hnlichkeiten, der meist in den Siebzigerjahren geborenen  Nachwuchsautorinen durcheinandergekommen, so da\u00df ich nicht gleich antwortete, weil ich augenblicklich nicht wu\u00dfte, wer ist jetzt gemeint?<br \/>\nAlso  Gelegenheit  Ordnung in die vielf\u00e4ltige \u00f6sterreichische Literaturlandschaft zu bringen.<br \/>\nDa gibt es also Andrea Stift, die seit einem Jahr GAV-Mitglied ist, in<br \/>\nGraz lebt und, wie ich herausgefunden habe, am 24. Oktober um 19 Uhr in der alten Schnmiede zum Auftakt der Generalversammlung bei der von Ruth Asp\u00f6ck moderierten Veranstaltung der 2007 aufgenommenen Mitglieder liest.<br \/>\nDa werde ich zwar wahrscheinlich im Literaturhaus sein, denn da gibt es ein Fest f\u00fcr Heinz Lunzer zu seiner Pensionierung, bei dem Friedrich Achleitner und Friederike Mayr\u00f6cker lesen, ich habe aber herausgefunden, da\u00df Andrea Stift, deren zweites Buch k\u00fcrzlich erschienen ist, eine auffallend \u00fcbersichtliche Homepage hat und auch einen Blog namens &#8220;Knautschzone&#8221;, betreibt in dem ich mich hineingelesen habe und da gibt es viel Interessantes \u00fcber den Literaturbetrieb zu erfahren.<br \/>\nSo schreibt sie zum Beispiel \u00fcber ihr &#8220;Rom-Stipendium&#8221; und zeigt Fotos von der nicht besonders \u00e4sthetischen Unterkunft und das hat auch Peter Paul Wiplinger in der Autorensolidarit\u00e4t 1\/08 unter dem Titel &#8220;Sch\u00f6ner Wohnen&#8221; ausf\u00fchrlich getan. Das Bundesministerium hat ihn in der Folgenummer dann auch geantwortet.<br \/>\nDamit ich mich bei den Andrea und Lindas in Zukunft besser auskenne, habe ich gleich weiterrecherchiert.<br \/>\nDa gibt es noch Andrea Winkler, 1972 in Ober\u00f6sterreich geboren, die ich im Gegensatz zu Andrea Stift schon lesen geh\u00f6rt habe. Zweimal sogar, bei der jungen Literatur im Fr\u00fchling im Literaturhaus, die dort von  Thomas Ballhausen (der auch am 24. 10. liest) veranstaltet wurde und dann bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; um acht Uhr fr\u00fch.<br \/>\nDa bin ich zwar gerade vom Fr\u00fchst\u00fcck mit Otto zur\u00fcckgekommen, aber ihr Buch &#8220;Hanna und ich&#8221; wird ja sehr gelobt.<br \/>\nDie dritte Andrea ist Andrea Grill, 1975 in Bad Ischl geboren, die in Bologna lebt und voriges Jahr beim Bachmann-Wettlesen mitmachen durfte und am 7. Oktober im Literaturhaus bei den albanischen Tagen ihr Buch &#8220;Tr\u00e4nenlachen&#8221; (Otto M\u00fcller) vorstellt.<br \/>\nUm die Verwirrung noch zu steigern gibt es noch  Linda Stift, deren zweiter Roman &#8220;Stierhunger&#8221;, mich, als ich ihm einmal Freitag Mittag in \u00d61 bei den dortigen Verlagsbeipielen h\u00f6rte, sehr beeindruckte, w\u00e4hrend ich zu &#8220;Kingpeng&#8221;, des Themas und der Sprache wegen, ein wenig Distanz versp\u00fcrte.<br \/>\nUnd dann viel \u00e4lter, Evelyn Grill, die ich von allen Frauen am besten kenne. Hat sie doch Elfriede Haslehner in den Siebzigerjahren f\u00fcr den Wiener Frauenverlag entdeckt. Ihr erster Roman wurde in der sozialistischen Frauenzeitung &#8220;Die Frau&#8221; abgedruckt, die meine Mutter abonniert hatte. Sp\u00e4ter ist sie nach Deutschland gezogen und literarisch ber\u00fchmt geworden. Ich sehe sie manchmal bei den GAV-Veranstaltungen, einmal waren wir zusammen in Vorarberg und voriges Jahr haben wir uns  beim Empfang der Buchwoche im Wiener Rathaus getroffen.  Elfriede Haslehner hat mir ihr Buch &#8220;Ins Ohr&#8221; geschenkt, das ich noch lesen mu\u00df.<br \/>\nDa bin ich von der jungen und der \u00e4lteren \u00f6sterreichischen Frauenliteratur nahtlos in mein Badezimmer und zum eigenen Leseverhalten gekommen. Denn da hat sich an diesem Wochenende auch viel getan.<br \/>\nIch habe n\u00e4mlich sowohl Angel Wagensteins &#8220;Pentateuch&#8221; als auch Soma Morgensterns &#8220;Der Tod ist ein Flop&#8221; ausgelesen und das ist  ein rasanter Themenwechsel.<br \/>\nVon den jungen Frauen mit der starken Sprache zu den traumatisierten alten M\u00e4nner, die das vorige Jahrhundert in allen seinen Scheu\u00dflichkeiten erleben mu\u00dften und das auf zwei verschiedene Arten verarbeitet haben.<br \/>\nSo hat Angel Wagenstein einen Schelmenroman daraus gemacht, w\u00e4hrend sich Soma Morgenstern in surrealistischer  Weise mit dem Tod besch\u00e4ftigt und w\u00e4hrend er ihm den Schrecken zu nehmen versucht, verstarb, so da\u00df der Roman Fragment geblieben ist.<br \/>\nAlso ein sehr intensives Wochenende und jetzt werde ich mich wieder dem zeitgen\u00f6ssischeren  widmen.<br \/>\nHabe ich in meinem Badezimmer ja noch Anna Kim, Andreas Maier, Birgit Vanderbeke und vieles mehr liegen.<br \/>\nMit dem Lesen von Anna Kims &#8220;Die Bilderspur&#8221; habe ich auch schon begonnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da Alfred am Samstag nach St. P\u00f6lten zu seiner F\u00fcnfunddrei\u00dfigj\u00e4hrigen-Matura-Feier gefahren ist, habe ich bei der \u00d61 Berichterstattung zu der langen Nacht der Museen meine Geburtstagsfestausschreibung gemacht und Sonntag Vormittag die neuen Ohrenschmaustexte durchgesehen. 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