{"id":2662,"date":"2010-01-21T22:49:57","date_gmt":"2010-01-21T21:49:57","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2662"},"modified":"2010-01-21T22:49:57","modified_gmt":"2010-01-21T21:49:57","slug":"ludwig-laher-lesung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2662","title":{"rendered":"Ludwig Laher in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur"},"content":{"rendered":"<p>Heute war ich bei der Lesung von Ludwig Lahers neuen Roman <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/04\/einleben\/\">&#8220;Einleben&#8221;<\/a> und bin, was den Blogeintrag betrifft, ein wenig ratlos, wie ich sie besprechen soll? Das Buch vielleicht nicht so genau, falls ich es doch zum Rezensieren bekomme.<br \/>\nAlso mit Ludwig Laher beginnen, den 1955 geborenen ober\u00f6sterreichischen Schriftsteller, den ich schon lange kenne. Wahrscheinlich habe ich ihn bei den Generalversammlungen der IG Autoren kennengelernt, aber auch die der GAV w\u00e4ren m\u00f6glich, engagiert er sich ja in beiden Bereichen und nimmt immer wieder an Sitzungen und Tagungen teil, \u00fcber die er bei den Versammlungen berichtet.<br \/>\nEr war einmal Lehrer, ab 1998 freier Schriftsteller, habe ich mir aufgeschrieben. Er hat auch den kulturpolitischen Arbeitskreis in Salzburg organisiert und sehr viele B\u00fccher geschrieben. Eines \u00fcber &#8220;Mozarts Sohn&#8221;, da kann ich mich an eine Lesung in der alten Schmiede erinnern. Bei &#8220;Herzfleischentartung&#8221;,  geht es um ein SS Arbeitserziehhungslager in St. Pantaleon, das ist der Ort, wo auch Ludwig Laher wohnt.<br \/>\n&#8220;Und nehmen was kommt&#8221;, ist die Geschichte einer ostslowakischen Romafamilie, da war ich 2007, bei der Lesung in der alten Schmiede, ich habe gerade &#8220;Und trotzdem&#8221; geschrieben und da ist meine Helga,  die Donau hinunter durch die Slowakei geradelt und jetzt &#8220;Einleben&#8221;, die Geschichte eines Kindes mit Down Syndrom und seiner Mutter Johanna.<br \/>\nIch kann mich noch an etwas anderes erinnern, n\u00e4mlich, da\u00df Ludwig Laher im Herbst bei dem Konstantin Kaiser Symposium in der alte Schmiede vorgetragen hat und mir in der Pause erz\u00e4hlte, da\u00df er fr\u00fcher weg mu\u00df, weil er aus &#8220;Einleben&#8221;, bei der  \u00f6sterreichischen Down Syndrom Tagung liest und als ich da nachgegooglet habe, war es nicht weit zu den B\u00fcchern von Menschen mit Down Syndrom, zu Michaela K\u00f6nig und dem Ohrenschmaus&#8230;.<br \/>\nDie Gesellschaft f\u00fcr Literatur war nicht besonders gut besucht, gestern hat Ludwig Laher gemeint, h\u00e4tte er in Garsten achtzig Zuh\u00f6rer gehabt, aber Wien ist anders.<br \/>\nEvelyn Holloway war aber da, Norbert Leser und noch einige andere Interessierte und Manfred M\u00fcller hat sehr sch\u00f6n eingeleitet und von einer Trilogie gesprochen, in der es um Menschen geht, die es im Leben nicht sehr leicht haben.<br \/>\n&#8220;Einleben&#8221; ist  der zweite Teil, &#8220;Nehmen was kommt&#8221;, der erste, am dritten scheint Ludwig Laher gerade zu arbeiten, das Thema wurde nicht verraten.<br \/>\nManfred M\u00fcller hat von einer gr\u00fcndlichen Recherchearbeit gesprochen und von der Kunst Ludwig Lahers mit der er das Journalistische mit dem Literarischen zu verbinden wei\u00df und immer sehr brisante Themen  aufgreift. Und das &#8220;Einleben&#8221; mit Down Syndrom ist ja ein brisantes Thema, wird es bald keine Menschen mehr damit geben, kommen ja 90% der Betroffenen nicht mehr auf die Welt, weil wir eine so gute Diagnostik haben und H\u00f6chstgerichtsurteile, nach denen der Mensch als Schadensfall beurteilt wird und die \u00c4rzte, wenn sie nicht genug beraten haben, zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden, so da\u00df man sich, wie Ludwig Laher beschreibt, schon sehr verstecken mu\u00df, um den Ultraschall und anderen Untersuchungsmethoden zu entkommen. So h\u00e4tte das Buch  auch &#8220;Kopf im Nacken&#8221; hei\u00dfen sollen, aber dann war ihm das &#8220;Einleben&#8221; zwischen Mutter und Tochter doch wichtiger.<br \/>\nManfred M\u00fcller hat nach der Recherchearbeit gefragt und Ludwig Laher erz\u00e4hlte, da\u00df er in seiner weiteren Umgebung zwei Familien mit Down-Kindern kennt, die hat er besucht und sich Geschichten \u00fcber sie erz\u00e4hlen lassen. Sp\u00e4ter ist er auch in  Selbsthilfegruppen gegangen und hat den Fr\u00fchf\u00f6rderinnen bei ihrer Arbeit zugeschaut.<br \/>\nSo besteht das Buch aus sehr vielen Geschichten, die er erlebte oder erz\u00e4hlt bekommen hat. Es springt im Stil von den Erlebnissen Steffis zu Johannas Schwangerschaft zur\u00fcck und erz\u00e4hlt auch von jenem Arzt, der dem Down Syndrom seinen  Namen gab.<br \/>\nEine behutsame Mutter Kind Beziehung wird beschrieben, bei der man  viel \u00fcber das Down Syndrom, das einmal Mongoloidismus gehei\u00dfen hat und das Leben dieser Kinder erf\u00e4hrt.<br \/>\nIn der Diskussion kam die Frage, wieweit das Buch anders geworden w\u00e4re, wenn es ein Betroffener geschrieben h\u00e4tte. So hat Anna  Waltraud Mitgutsch in der &#8220;Ausgrenzung&#8221;, einen Roman \u00fcber ihren autistischen Sohn geschrieben. Eine Frage, die interessant, aber nicht sehr leicht zu beantwortet ist und mir sind nach den sch\u00f6nen Schilderungen der tierliebenden Steffi, die die Hunde im Lieblingscafe ihrer Mutter mit Keksen f\u00fcttert, aber auch die Traurigkeit der Oma erkennt, die einmal in der Woche ihren Enkel aus dem Kindergarten holt, einige eigene Erlebnisse mit Down Kindern eingefallen. Es sind meist sehr starke Bilder, die im Ged\u00e4chtnis bleiben, weil wir ja in einer Welt der Ausgrenzung und der Abschottung leben und normalerweise nicht viel mit Menschen mit Down Syndrom in Ber\u00fchrung kommen, so da\u00df wir solche B\u00fccher brauchen, was irgendwie sehr schade ist.<br \/>\nMal sehen, ob ich  Gelegenheit bekomme, das Buch ausf\u00fchrlicher zu besprechen. Es lohnt sich sicher es zu lesen und so bleibe ich  neugierig, will ich ja auch, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin,  \u00fcber dieses Thema schreiben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute war ich bei der Lesung von Ludwig Lahers neuen Roman &#8220;Einleben&#8221; und bin, was den Blogeintrag betrifft, ein wenig ratlos, wie ich sie besprechen soll? Das Buch vielleicht nicht so genau, falls ich es doch zum Rezensieren bekomme. 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