{"id":2674,"date":"2010-01-23T01:47:34","date_gmt":"2010-01-23T00:47:34","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2674"},"modified":"2010-01-23T01:47:34","modified_gmt":"2010-01-23T00:47:34","slug":"tristanakkord","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2674","title":{"rendered":"Tristanakkord"},"content":{"rendered":"<p>In dem 2000 erschienenen Roman von Hans-Ulrich Treichel, geht es wie in der Beschreibung des Suhrkamp Taschenbuchs steht, um Musik und darum, wie ein junger Mann in die F\u00e4nge eines Komponisten ger\u00e4t. Der junge Mann ist der im Emsland aufgewachsene Germanist Georg Zimmer, der sein Studium gerade mit der Note &#8220;gut&#8221; beendete, sein Zeugnis beim Sozialamt vorlegte, das daraufhin ohne Z\u00f6gern f\u00fcr seine Miete, einschlie\u00dflich Strom und Heizung, sowie Krankenversicherung aufkommt. Georg schreibt einen Band Gedichte, die in einem Kleinverlag erscheinen und einen Antrag auf ein Stipendium f\u00fcr eine Dissertation mit dem Titel &#8220;Das Vergessen in der Literatur&#8221;.<br \/>\nNoch bevor er damit beginnen kann, \u00fcbernimmt er von einem Freund den Auftrag, den Komponisten Bergmann, der \u00e4hnlich ber\u00fchmt, wie Brahms oder Beethoven ist, bei der Bearbeitung seiner Lebenserinnerungen zu helfen und begibt sich nach Schottland, wo der mit seinem Chauffeur Bruno in einem Sommerhaus auf einer Insel wohnt. Der Komponist erweist sich als Trinker, der mit den H\u00e4nden durch die Luft rudert, um an seinem Werk &#8220;Pyriphlegethon&#8221; zu komponieren und hat einen Widersacher, n\u00e4mlich den Komponisten Nerlinger, den er als Genie bezeichnet, was eine Beleidigung ist.<br \/>\nGeorg hat keine Schwierigkeiten bei der \u00dcberarbeitung der Memoiren, wohl aber bei seinen Schottlandgedichten, die fallen ihm erst in Berlin ein und als er sie Bergmann schickt, bestellt ihn der nach New York, wo sein Werk im Lincoln Center aufgef\u00fchrt werden soll, weil er Georgs Anmerkungen \u00fcberarbeiten will.<br \/>\nWas nun folgt ist eine Farce auf den New York Besuch, des Ghostwriters, der als Kind \u00fcbergewichtig war und ebenfalls ein ber\u00fchmter Musiker werden wollte. Er erlebt New York  aus dem Touristenguide, der Taxifahrer betr\u00fcgt ihn, im Hotel trifft er auf einen verr\u00fcckten Studienkollegen, ins Rockefeller Center la\u00dfen ihn die Securityguides nicht hinein und das World Trade Center steht noch auf seinen Platz. Er joggt durch den Central Park und rempelt den Ghettoh\u00e4uptling an, um den Komponisten in seiner Plaza Suite zu treffen, der bereits am n\u00e4chsten Werk komponiert und eine wundersch\u00f6ne Studentin namens Mary hat, die ihm beim \u00dcberarbeiten seiner Kompositionen hilft, einen Sekret\u00e4r, der eine Doktorarbeit \u00fcber ihn schreibt und sein Gilet nicht findet, so da\u00df er deshalb nach Sizilien zu seiner Haush\u00e4lterin telefoniert. Er nimmt Georg zu einer Talk Show und zu seiner Urauff\u00fchrung mit, um ihn nachdem er bei der Premierenfeier zwei Flaschen Rotwein getrunken hat, wegen seiner Emsfelder Strickkrawatte l\u00e4cherlich zu machen. So fliegt Georg nach Kreuzberg zur\u00fcck und beginnt an seiner Dissertation zu schreiben, mit der er aber auch nicht weiterkommt, so wie es ihm vorher nicht gelungen ist, den Tristanakkord zu finden, um damit einer Studienkollegin zu imponieren.<br \/>\nDa kommt ein Brief Bergmanns gerade richtig, der ihn nach Sizilien bestellt, um sich f\u00fcr sein neues Werk eine  Hymne schreiben zu lassen, die nicht nur sch\u00f6n und bet\u00f6rend sein, sondern auch ein bestimmtes Versma\u00df mit elegischen Distichen haben soll. Georg nimmt an, obwohl er von elegischen Distichen keine Ahnung hat und schreibt im Stil von Georg Heym, was Bergmann aber als solches erkennt.  So starrt Georg in die Dunkelheit, in der sich die sch\u00f6ne Mary nur mit einem Handtuch bekeidet in den Pool begibt und als er verzweifelt nach oben blickt, sieht er den Komponisten in seinem Turmzimmer stehen und dann ert\u00f6nt der Tristanakkord.<br \/>\nBei Wikipedia wird die Romanform genau analysiert und angemerkt, da\u00df diese Satire \u00fcber Schein und Sein des Kunstbetriebs, des 1952 geborenen Hans-Ulrich Treichel, der sich mit einer Arbeit \u00fcber Wolfgang Koeppen habilitierte und seit 1995 am Leipziger Literatur Institut lehrt, wie die Rezensenten meinen, nicht so gut, wie der vorige, gelungen ist.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem 2000 erschienenen Roman von Hans-Ulrich Treichel, geht es wie in der Beschreibung des Suhrkamp Taschenbuchs steht, um Musik und darum, wie ein junger Mann in die F\u00e4nge eines Komponisten ger\u00e4t. 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