{"id":2676,"date":"2010-01-24T02:04:56","date_gmt":"2010-01-24T01:04:56","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2676"},"modified":"2010-01-24T02:04:56","modified_gmt":"2010-01-24T01:04:56","slug":"katzenfasching","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2676","title":{"rendered":"Katzenfasching"},"content":{"rendered":"<p>Rolf Schwendter ist nicht nur dreifacher Doktor, sondern auch ein gro\u00dfer Katzenfan und so hat ihm Susanne Schneider den 2. Wiener Katzenfasching im Gasthaus Sittl ausgerichtet und mich, obwohl ich nicht so eine besondere Katzenliebhaberin bin, eingeladen mitzumachen. Da habe ich im November einen Text mit einer Gegenfigur zum Kater Murr, n\u00e4mlich der K\u00e4tzin Murana, der Audi Max Unikatze geschrieben, der zwar nicht unbedingt zum Fasching passt. Aber ein Faschingstyp bin ich ebenfalls nicht, obwohl ich mich schon an Jahreszeitenrituale halten, einer Verhaltenstherapeutin sind Strukturen wichtig, aber B\u00e4lle habe ich kaum besucht und das Verkleiden liegt mir nicht so sehr.<\/p>\n<div id=\"attachment_2678\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/20100123-234112.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2678\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/20100123-234112.jpg?w=300\" alt=\"Katzenfaschingsgilde\" title=\"Katzenfaschingsgilde\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-2678\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2678\" class=\"wp-caption-text\">Katzenfaschingsgilde<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2681\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/20100123-202447.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2681\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/20100123-202447.jpg?w=168\" alt=\"El Awadallah\" title=\"El Awadallah\" width=\"168\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-2681\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2681\" class=\"wp-caption-text\">El Awadallah<\/p><\/div>\n<p>Ich wurde aber von Ruth Asp\u00f6ck vorgewarnt, die im vorigen Jahr mit Ilise Kilics Katzencomics mitgemacht hat, das erwartet werden k\u00f6nnte, da\u00df man sich verkleidet und die Veranstaltung, wie eine Faschingsgilde angelegt ist. Davon habe ich zwar auch nicht so viel Ahnung. Es stand aber im Programm, da\u00df die Veranstaltung mit einer kr\u00e4ftigen Miau Begr\u00fc\u00dfung durch das Publikum beginnt und dann die Katzenfaschingsgilde, bestehend aus seiner Hoheit K\u00f6nig Rolf I von Katzenstein und Katereck, dem Prinzenpaar Christa von und zu Samtpfoten Krallenberg, dem Prinzen Manfred von Katzburg usw, ein wenig seltsam vielleicht bei Leuten, die man sonst auf dem Volksstimmefest sieht, vorgestellt wird. Das h\u00e4tte mich auch interessiert, bin aber, weil  zu Fu\u00df gegangen, zu sp\u00e4t gekommen, so sa\u00df die Gilde schon an ihrer Tafel, Manuel Girisch trug gerade &#8220;Die Katze in der unbekannten Klassik&#8221; vor und an dem Tisch, wo ich einen Platz bekam, sa\u00dfen drei als Katzen geschminkte Damen und das Programm ging von neunzehn bis vierundzwanzig Uhr quer durch die gesamte Katzenliteratur.<br \/>\nBeim Lesetheater werden ja eher fremde Texte gelesen, aber einige eigene kommen immer wieder vor, es gab auch einige Gesangs- und Performanceeinlagen und statt Applaus ein kr\u00e4ftiges Miau, das mich anfangs irritierte.<\/p>\n<div id=\"attachment_2680\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/20100123-201607.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2680\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/20100123-201607.jpg?w=300\" alt=\"Eva Jancak\" title=\"Eva Jancak\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-2680\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2680\" class=\"wp-caption-text\">Eva Jancak<\/p><\/div>\n<p>Ich habe aber Dichterfaschingserfahrung, denn den gab es eine Zeitlang in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur. Da h\u00e4tte man sich auch verkleiden sollen und vielleicht lustige Texte lesen, da aber alle lesen konnten, die wollten, man bekam kein Honorar, aber ein Buffet, haben sich die Leute gemeldet, die sonst nicht lesen d\u00fcrfen und einfach ihre Texte vorgetragen und da las ich am Anfang, die Opernballszene aus &#8220;Zwischen H\u00fctteldorf und Heiligenstadt&#8221; und beim zweiten Mal ein St\u00fcck aus dem &#8220;Wiener Stadtroman&#8221;, also auch nicht so besonders lustige Texte.<\/p>\n<div id=\"attachment_2679\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/20100123-210137.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2679\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/20100123-210137.jpg?w=300\" alt=\"Die Sir\u00e4nen\" title=\"Die Sir\u00e4nen\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-2679\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2679\" class=\"wp-caption-text\">Die Sir\u00e4nen<\/p><\/div>\n<p>Jetzt gibt es den Dichterfasching nicht mehr und beim zweiten Wiener Katzenfasching gab es eigentlich alles.<br \/>\nTucholsky, Rosa Luxenburg, Robert Gernhardt, Katzenstories, Sextips und Aphorismen. El Awadalle las ihre &#8220;U-Bahn Dialoge&#8221;, Susanne Schneider &#8220;Barbarinas blaue Stunden&#8221;, wo eine Katze mit dem Kater Trotzky auf Abwege geht, am n\u00e4chsten Morgen aber reuig zur\u00fcckkommt und auf den Brieftr\u00e4ger wartet, um wieder in das Haus zu kommen und Rolf Schwendter schlo\u00df um Mitternacht mit einem seiner politischen Ges\u00e4nge, wo ebenfalls die Uni-Besetzung und das andere Aktuelle erw\u00e4hnt wurde, dazwischen war  immer Zeit f\u00fcr ein Miau, das als Refrain eingebaut war.<br \/>\nVor der Pause setzte sich ein Betrunkener neben mich und bemerkte, nach einer Weile, da\u00df ihm soviele Katzen auf die Nerven gingen. Dann wollte er selber mitmachen, was bei den anderen Aggressionen erweckte, er wurde unterbrochen und ausgemaut, lie\u00df sich aber nicht abhalten, sondern mokierte sich, als Charles Baudelaire  vorgetragen wurde, da\u00df er die &#8220;Blumen des B\u00f6sen&#8221; kenne, das Vorgetragene aber Unsinn sei, denn Baudelaire sei nie im Leben mit einer Katze, sondern mit einer Schildkr\u00f6te durch Paris gegangen.<br \/>\nEs war also lustig, nachdenklich und interessant. Christa Mitaroff hat auf der Gitarre  &#8220;Paulinchen war allein zu Haue&#8221; aus dem Struwelpeter vorgetragen. Christa Kern war so kunstvoll als Katze geschminkt, da\u00df ich sie fast nicht erkannt h\u00e4tte und Rolf Schwendter mit einer Krone auf dem Kopf zu sehen, war f\u00fcr mich ein ungewohnter Anblick, sein Text war aber sehr politisch. Die Sozialkritik war auf jeden Fall da und  Humor ist sicher ein wichtiges Element bei der Problembew\u00e4ltigung, auch wenn ich nicht sehr lustig bin.<br \/>\nEs scheint auch viele Katzenliebhaber zu geben und daher genauso viele Katzengeschichten, die sich vielleicht doch nicht so gut verkaufen lassen und so haben sich bei meinen B\u00fccherstapeln aus den diversen B\u00fcchert\u00fcrmen oder zur freien Entnahmeschachteln einige Katzenb\u00fccher angesammelt, zum Beispiel das &#8220;Katzenschnurren&#8221; aus dem Residenzverlag oder auch Elke Heidenreichs &#8220;Nero Corleone, das ich letztes Jahr gelesen und besprochen habe.<br \/>\nSonst ist noch zu sagen, da\u00df Regina Alfery mir einen jungen Mann vorstellte, der mir seine Texte \u00fcbergab,  was f\u00fcr mich auch eine interessante Erfahrung ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rolf Schwendter ist nicht nur dreifacher Doktor, sondern auch ein gro\u00dfer Katzenfan und so hat ihm Susanne Schneider den 2. 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