{"id":270,"date":"2008-10-07T11:13:52","date_gmt":"2008-10-07T09:13:52","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=270"},"modified":"2008-10-07T11:13:52","modified_gmt":"2008-10-07T09:13:52","slug":"anna-kim","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=270","title":{"rendered":"Anna Kim"},"content":{"rendered":"<p>Von der 1977 in S\u00fcdkorea geborenen, in Wien lebenden Autorin, habe ich das erste Mal bei einer Generalversammlung der IG Autoren im Literaturhaus geh\u00f6rt, als ich Barbara Neuwirth fragte, wer heuer das Wiener Autorenstudium bekommen hat?<br \/>\nEine tolle junge Autorin hat sie geantwortet und ich habe gedacht, wow, zuerst habe ich immer geh\u00f6rt, ich w\u00e4re f\u00fcr ein Stipendium zu jung, jetzt bin ich zu alt und die Zwischenzeit, wo ich welche bekomme, offensichtlich vers\u00e4umt.<br \/>\nInzwischen bewerbe ich mich auch f\u00fcr die Staatsstipendien nicht mehr und habe von Anna Kim  schon einiges geh\u00f6rt und gesehen und gestern nach einigen Stunden  Radiosonaten-Korrektur, das geht jetzt wieder gut, ihr erstes Buch &#8220;Die Bilderspur&#8221;, 2004, bei Droschl erschienen, gelesen.<br \/>\nBekommen habe ich es bei einem der B\u00fcchert\u00fcrme von Literatur im M\u00e4rz und es lange nicht gelesen, wahrscheinlich weil der Droschl-Verlag f\u00fcr mich unbewu\u00dft immer noch den schwer lesbaren experimentellen Touch hat, was nicht mehr stimmt und besonders auch bei dem zweiten Buch &#8220;Die gefrorene Zeit&#8221;, was ja das erste war, was ich h\u00f6rte, als ich vor zwei Wochen zu &#8220;Rund um die Burg gegangen&#8221; bin, nicht zutrifft.<br \/>\nDenn da geht es sehr konkret um den Balkankrieg und das Leben einer Fluchthelferin beim roten Kreuz und die sehr konkreten Fragen, die die Ich-Erz\u00e4hlerin Nora an den Ehemann, der seine verschwundene Frau sucht, richtet, haben mich in der Freitagnacht vor zwei Wochen im Lesezelt auch sehr beeindruckt.<br \/>\nGestern habe ich &#8220;Die Bilderspur&#8221;, das erste Buch der Autorin gelesen, die, wie schon erw\u00e4hnt, 2004 ein Autorenstipendium der Stadt Wien bekommen und 2005 beim Bachmannpreis gelesen hat. Diesen Text &#8220;Das Archiv&#8221; kenne ich  auch, denn ich verfolge seit einigen Jahren das Bachmannwettlesen ja genau.<br \/>\nEs war also eine nicht mehr unbekannte Autorin mit der ich mich gestern einige Stunden besch\u00e4ftigt habe und &#8220;Die Bilderspur&#8221; ist auch sehr beeindruckend, auch wenn konkret nicht  viel passiert.<br \/>\nNicole Katja Streitler nennt das Buch in ihrer Rezension vom 25. 10. 2004 ein beachtliches Sprachkunstwerk und im Klappentext liest man von Fremdsein in Kultur und Sprache und das Suchen nach einer Heimat, was ja auch in der Autorinnenbiografie zu finden ist.<br \/>\nEs geht also in den drei Teilen, des sehr d\u00fcnnen Buchs, es hat nur 86 Seiten,  sehen-finden-verlieren, um eine Tochter und einen Vater und eine wirklich sehr poetische Sprache in vielen Bildern.<br \/>\nIhre H\u00e4nde hei\u00dfen Greifzu, steht da beispielsweise an mehrern Stellen, die Tochter  sucht nach  Bilder in der Galerie Gr\u00fcn drei Stra\u00dfen weiter, erz\u00e4hlt inzwischen Bildgeschichten und wird mit der Krankheit des Vaters konfrontiert, den sie im Knochenkost\u00fcm erlebt, rollstuhlspazieren schiebt und auch immer wieder \u00fcber die schmerzlich schw\u00e4rzlich verf\u00e4rbten R\u00e4nder seines Dekubitus stolpert.<br \/>\nSehr poetisch sprachlich sch\u00f6n gef\u00e4rbte Stunden gestern abend in meinem Badezimmer also, wenn ich auch, was ich nicht verhehlen will, das realistische Erz\u00e4hlen bevorzuge.<br \/>\nAber dahin ist Anna Kim, wie  an ihrem neuen Buch zu merken ist, inzwischen auch gekommen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der 1977 in S\u00fcdkorea geborenen, in Wien lebenden Autorin, habe ich das erste Mal bei einer Generalversammlung der IG Autoren im Literaturhaus geh\u00f6rt, als ich Barbara Neuwirth fragte, wer heuer das Wiener Autorenstudium bekommen hat? 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