{"id":2706,"date":"2010-01-28T22:58:10","date_gmt":"2010-01-28T21:58:10","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2706"},"modified":"2010-01-28T22:58:10","modified_gmt":"2010-01-28T21:58:10","slug":"vom-open-house-zu-walter-grond","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2706","title":{"rendered":"Vom Open House zu Walter Grond"},"content":{"rendered":"<p>Als ich vorige Woche von der Bibliothek der ungelesenen B\u00fccher nach Hause gekommen bin, habe ich vom Tag der offenen T\u00fcr an der Hochschule f\u00fcr angewandte Kunst gelesen. In der Sendung &#8220;Schon geh\u00f6rt&#8221; wird auch immer darauf hingewiesen, ich war aber noch nie dort, weil ich mir  meine Zeit einteilen mu\u00df. Aber diesmal  schaute ich nach, ob es etwas zum Studium der Sprachkunst gab und fand im Internet den Hinweis, da\u00df um 15 Uhr Robert Schindel den Lehrgang vorstellt und anschlie\u00dfend die Studierenden ihre im Semester entstandenen Texte lesen.<br \/>\nBei der Macht.Geld.Literatur? Diskussion habe ich ja meinen Unmut ge\u00e4u\u00dfert, da\u00df von den 345 Bewerbern nur 16, heute habe ich geh\u00f6rt, es w\u00e4ren 347 gewesen, aufgenommen wurden, worauf ich mit Marietta B\u00f6ning ins Gespr\u00e4ch kam, die an der Stabsstelle f\u00fcr Pressearbeit t\u00e4tig ist. Sie hat gemeint, da\u00df wir uns treffen k\u00f6nnten und so habe ich sie  angerufen und sie  im Hauptgeb\u00e4ude auch gleich gefunden. Sie war nur im Stre\u00df, weil sie die Studenten herumf\u00fchren mu\u00dfte, die dann aber in der Vorlesung \u00fcber Design h\u00e4ngen blieben. Es gab einen Infotisch mit Gl\u00fcckskeksen und jede Menge Material und viele junge Leute,  die sich f\u00fcr das, was an der Hochschule passiert, interessierten. Ich war mit Marietta B\u00f6ning  bei der Demonstration  einiger Diplomarbeiten und da ging es nicht nur, um visuelle Poesie sondern auch darum, durch k\u00fcnstlerische Filme, die Leute vom unn\u00f6tigen Stromverbrauch abzuhalten und die Stiegl Braukunst-Edition 2009 &#8220;Born to the wild&#8221; gab es auch am Infotisch.<br \/>\nUm drei ging ich  zur Vorderen Zollamtsstra\u00dfe und wurde dabei von einer jungen Frau im schwarzen Kleid \u00fcberholt, die sich als die Studierende Rhea Kromarova entpuppte, die sp\u00e4ter ihre Texte las. Oben sah ich gleich Gustav Ernst und Robert Schindel und erz\u00e4hlte ersterem, da\u00df ich seine &#8220;Helden der Kunst&#8221; im Literaturgefl\u00fcster besprochen habe und diskutierte mit ihm, wen ich dabei erkennen h\u00e4tte sollen. Er hat mir das neue Kolik geschenkt, Texte der Studierenden sind  noch nicht drinnen. Es lasen Jan Braun, Elisabeth Mundt und Rhea Kromarova, drei andere waren noch im Publikum, die einzige mir bisher bekannte, Sandra Gugic, habe ich nicht gesehen. Robert Schindel stellte den Lehrgang und die Lehrer vor, Doron Rabinovici wird im n\u00e4chsten Semester neu dabei sein,  Lydia Mischkulnig, ist neben Ferdinand Schmatz und Sabine Scholl ebenfalls dabei und erz\u00e4hlte, da\u00df der Lehrgang nach dem Leipziger Vorbild geplant wurde. Die Studenten sollen in allen Stilen schreiben lernen und dadurch ihre eigene St\u00e4rken  finden.<br \/>\nDie vorgelesenen Texte waren  Beispiele, so hat Rhea Kromarova  ihre \u00dcbung:  Angst zu beschreiben ohne das Wort zu erw\u00e4hnen &#8220;Durch d\u00fcnne Luft&#8221; gelesen.<br \/>\nJan Braun las drei drei kurze Texte und Elisabeth Mundt die &#8220;Verschwundene&#8221;, die bei Robert Schindel entstanden ist.<br \/>\nNachher gab es eine Diskussion die mit der Frage begann, ob dadurch eine Wiener Schule entsteht? Was Robert Schindel energisch bestritt, eine junge Frau fragte, wie die Studenten zufrieden sind und da sagte eine der Studierenden, da\u00df sie in dem einen Semester mehr gelernt hat, als vorher bei drei Jahre Theaterwissenschaft, weil es nat\u00fcrlich toll ist, da\u00df sich sechs bekannte Schriftsteller um sechzen Studenten k\u00fcmmern, auch wenn man, wie Robert Schindel erw\u00e4hnte,  keine Garantie auf den Nobelpreis hat und die Bewerber bei der zweiten Aufnahmephase, wo von den dreihundert vierzig ausgew\u00e4hlt werden, nicht nur vor Ort einen Text schreiben, sondern auch  nach  ihrer Stabilit\u00e4t ausgesucht werden, denn nur Senisiblit\u00e4t ist es auch nicht. Ob ein solcher Lehrgang wirklich Sinn macht, bin ich mir nicht ganz sicher und nat\u00fcrlich sollten das alle k\u00f6nnen, die das wollen. Man kann sich aber jedes Jahr bewerben, bis zu f\u00fcnfunddrei\u00dfigmal. Altersbegrenzung gibt es keine, die Frage nach der \u00dcberqualifierung, die sich im Herbst ergeben hat, wurde nicht besprochen und es wird wieder \u00f6ffentliche Lesungen und auch Publikationen geben.<br \/>\nDanach hat hat es gepasst in die alte Schmiede zu der Reihe &#8220;Zeit-Spiegel &#8211; europ\u00e4ische Boheme und die Aufl\u00f6sung kollektiver Identit\u00e4t&#8221; zu gehen, wo Walter Grond seinen Roman &#8220;Der gelbe Divan&#8221; vorgestellt hat, denn Walter Grond hat sich auch mit den neuen Formen des Erz\u00e4hlens auseinandergesetzt und das Read me Portal mitbegr\u00fcndet. Ich kenne ihn von einigen Diskussionen und so habe ich mich daf\u00fcr entschieden, obwohl in der Szene Margareten Edith Kneifls Margareten-Krimi vorgestellt wurde.<br \/>\n&#8220;Der gelbe Divan&#8221;, der von Andreas Puff-Trojan eingeleitet wurde, ist ein sehr kompliziertes Werk. F\u00fcnf Jahre hat der Autor daran gearbeitet und es ist, wie er erw\u00e4hnte, ein Roman in dem er die Zeit in der wir leben, beschreiben wollte. So geht es, sowohl um das Konsumieren, als auch um Globalisierung, den Orient und den Okzident, die franz\u00f6sische Revolution, den Kaptialismus und die Kriegsf\u00fchrung, an Hand des Journalisten Paul Clement, der mit seinen Kindern Kleopatra und Rafael lebt und im gelben Divan sitzt, w\u00e4hrend sie seine Ex-Frau Bele, von der er sp\u00e4ter ein drittes Kind bekommt, in die Schule bringt, um den Bericht von der Orientreise Gustav Flaubert von 1849-1851 zu studieren, w\u00e4hrend der Schriftsteller Johann Selbstmord begangen hat&#8230;<br \/>\nDas sind nur einige Themen des monomentalen Werkes, sowohl der Autor, als auch Andreas Puff-Trojan boten noch unz\u00e4hlige Aspekte dazu an, obwohl Walter Grond immer wieder zwischendurch  betonte, es ist gar nicht so kompliziert.<br \/>\nZwei der vielen Fragen w\u00e4ren, was passiert, wenn das Volk, die Demokratie und  der Leser die Literatur abschaffen will?<br \/>\nLetzteres  wird sich wohl von selber kl\u00e4ren, so waren beispielsweise  nur wenige Leute in der alten Schmiede. Kurt Neumann deutete in der Einleitung an, da\u00df die Rezensenten in unserer schnelllebigen Zeit von dem komplexen Werk \u00fcberfordert waren, so da\u00df ich f\u00fcrchten w\u00fcrde, da\u00df sich nicht viele Leser, die Zeit nehmen, dem komplexen Zeitroman auf die Spur zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich vorige Woche von der Bibliothek der ungelesenen B\u00fccher nach Hause gekommen bin, habe ich vom Tag der offenen T\u00fcr an der Hochschule f\u00fcr angewandte Kunst gelesen. 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