{"id":2740,"date":"2010-02-02T23:31:35","date_gmt":"2010-02-02T22:31:35","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2740"},"modified":"2010-02-02T23:31:35","modified_gmt":"2010-02-02T22:31:35","slug":"manner-in-schwierigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2740","title":{"rendered":"M\u00e4nner in Schwierigkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df zwar nicht, ob das auf Kurt Neumann zutrifft, aber der war gestern in den Tonspuren in \u00d61. Wiederholung gibts am Donnerstag um 16 Uhr nach dem neuen Sendeschema:<br \/>\n &#8220;Der Literaturmacher Dr. Kurt Neumann, Literaturvermittler, Arzt, Kritiker, Dichter, der seit 1977 das Literaturprogramm der alten Schmiede formt&#8230;.&#8221;<br \/>\nAm 25. war die Vorpremiere im &#8220;Zauberberg&#8221; des Klangtheaters im Radiokulturhaus. Da hie\u00df das Feature zwar &#8220;Die Wonnen der W\u00f6rter&#8221;, wird aber dasselbe sein, obwohl ich auch das nicht so genau wei\u00df. Denn am 25. war ich  beim VocalgeSt\u00f6ber, aber gestern hab ich das Portrait geh\u00f6rt und einen Einblick in die alte Schmiede von einer  anderen Seite bekommen, denn da sind die gro\u00dfen Literaten Robert Menasse, Robert Schindel, Franz Schuh, Friederike Mayr\u00f6cker, Barbara Frischmuth, Michael K\u00f6hlmeier ect zu Wort gekommen und haben ihre Lobeshymnen auf Kurt Neumann und die alte Schmiede angestimmt. Die Assistentin Petra Me\u00dfner, die ja, was auch interessant ist, ihre erste Einf\u00fchrung bei den Textvorstellungen von Eugenie Kains &#8220;Schneckenk\u00f6nig&#8221; machte, erz\u00e4hlte von Kurt Neumanns gro\u00dfen Rucksack mit den vielen B\u00fcchern, die er in die alte Schmiede schleppt, bzw. kommt er mit den Fahrrad dorthin gefahren und trinkt zum Fr\u00fchst\u00fcck Tee mit Mannerschnitten. Gelobt wurde auch, ich glaube von Robert Menasse, da\u00df man in der alten Schmiede lesen kann, auch wenn das Buch noch nicht erschienen ist.<br \/>\nDas stimmt und so hatte ich meine erste Lesung im sogenannten Literatureck und  sp\u00e4ter in den Textvorstellungen, 1987, 1988, 1989 aus Manuskripten. Jack Unterweger hat mich 1990 dorthin gebracht, als  die &#8220;Hierachien&#8221; erschienen waren.<br \/>\nDann dachte ich, es geht so weiter mit den Textvorstellungen, war aber nicht so. Ich habe zwar 1995 moderiert von Ruth Asp\u00f6ck dort gelesen und 1997 machte ich  eine Frauenlesung, die Vorl\u00e4uferin der &#8220;Mittleren&#8221;, vermittelt durch Gerhard Kofler. Die n\u00e4chste Lesung war aber erst 2002 und da in der Halbpreisschiene gemeinsam mit Uwe Bolius um 17 Uhr in den Energieferien in einen ziemlich leeren Raum und dann im Oktober 2007 mit dem &#8220;Wiener Stadtroman&#8221; moderiert von Reinhard Wegerth,  im vorigen M\u00e4rz habe ich &#8220;Und Trotzdem&#8221; vorgestellt. Das waren wieder  Textvorstellungen. So gesehen, kann ich nicht best\u00e4tigen, da\u00df es ein Einheitshonorar gibt und ich glaube auch, da\u00df es in der alten Schmiede ein spezielles Publikum gibt, n\u00e4mlich die Dichterrunden. Wenn zum Beispiel Friederike Mayr\u00f6cker liest,  kommen alle Gro\u00dfen: Angelika Kaufmann, Julian Schutting, Bodo Hell ect.<br \/>\nDann gibt es Lesungen f\u00fcr Schulklassen, Symposien und spezielle Reihen mit klingenden Namen, wie zum Beispiel die, wo Walter Grond letzte Woche gelesen hat.<br \/>\nKurt Neumann ist sehr belesen wurde gelobt, ihn haben die  Literaten viel zu verdanken und ich erinnere mich an Begegnungen mit  DDR Literaten, als es die DDR noch gab und an viele andere spannende Highlights, die es vielleicht auch nicht mehr gibt.<br \/>\nDie Textvorstellungen, wo eingeleitet von einem freien Mitarbeiter immer einige Literaten zu einem bestimmten Thema lesen, gibt es  noch immer. Heute hie\u00df das Thema &#8220;M\u00e4nner in Schwierigkeiten&#8221; und da stellte Reinhard Wegerth Ludwig R. Fleischer, Rudolf Lasselsberger und Ernst W\u00fcnsch vor.<br \/>\nAlso mindestens zwei bekannte, denn von Ludwig R. Fleischer, der 1952 in Wien geboren, von Beruf Lehrer und Kleinverleger ist und einmal einen der kleineren Bachmannpreise gewonnen hat, habe ich schon einige B\u00fccher gelesen. Z.B. &#8220;Der Castellaner&#8221;, &#8220;Rakotimer&#8221; und das Weihnachtsbuch &#8220;Die Herbergsuche&#8221;. Es gibt aber noch viel mehr B\u00fccher, bezeichnet er sich ja als manischen Schreiber,  sehr oft kommen Lehrer mit Alkoholproblemen in seinen Texten vor und hintereinander gelesen ergeben die Romane ein dichtes Sittenbild \u00f6sterreichischer Provenienz steht in Wikipedia.<br \/>\nDiesmal wurde der Erz\u00e4hlband &#8220;Das Buch der K\u00e4uze&#8221; vorgestellt. Die Geschichte  &#8220;Der Stellvertreter&#8221; handelt von einem Oberarzt, der bei der Feier, als  er zum stellvertretenden Primar aufgestiegen ist, soviel gesoffen hat, da\u00df er mit vergipsten Armen im Spitalsbett aufwacht.<br \/>\nDann kam der 1956 geborene Rudi Lasselsberger, bestens bekannt im Literaturgefl\u00fcster durch seine launigen Kommentare und stellte den fr\u00f6hlichen Wohnzimmer Band  &#8220;Willi auf Kur&#8221; vor und das ist ein genauso witziges Buch, wie der Autor selbst, n\u00e4mlich handgeschrieben mit Zeichnungen, eingelegten Wirts- und Kaffeehausrechnungen und einem Autogramm vom Hermann Nitsch. Ich habe das Buch getauscht und wei\u00df nun nicht, ob ich es rezensieren kann, werde es aber versuchen. Vor der Lesung gab es wieder eine der Lasselsberger Aktionen, die ich schon von der Szene Margareten kannte. Er warf Erdn\u00fcsse in das Publikum, zog sich das T- Shirt aus und ein Leiberl mit der Aufschrift  &#8220;Willi ist brav&#8221; an und \u00fcberreichte seinem Verleger Fritz Widhalm und seiner Nichte ein Gl\u00fccksschwein und das alles las er auf einem Manifest vor.<br \/>\nDer dritte Beitrag war etwas weniger aktionistisch, obwohl sowohl Hermann Nitsch als auch das aktionistische Kasperltheater darin vorkam. N\u00e4mlich Ernst W\u00fcnschs &#8220;Sprizz bitter&#8221;, wie Fleischers Buch bei Sisyphus erschienen und das erschien mir bekannt, habe ich ja von dem Autor vor einiger Zeit ein H\u00f6rspiel aus diesem Stoff geh\u00f6rt. Die M\u00e4nner, die da in Schwierigkeiten sind, sind ein arbeitsloser Hobbydichter und ein alternder Theatermacher, der einen Koch, Heizer und Ghostwriter sucht und vor f\u00fcnfzig Jahren das aktionistische Kasperltheater erfunden hat, das eigentlich von Ernst W\u00fcnsch selber stammt.<br \/>\nEs war also wieder interessant und ich bin gespannt auf Rudi Lasselsbegers Kommentar, der mir schon genauso witzige Reime und Wortspenden geschrieben hat, wie sie auch in dem Buch vorzukommen scheinen. Er hat auch seine gesammten Kolik- und Rampenver\u00f6ffentlichungen auf dem Literaturtisch aufgelegt und mich nach der Lesung mit  seinen Werken und Postkarten reich beschenkt, so da\u00df ich literarisch sehr bepackt nach Hause gegangen bin, denn Morgenschtean Hefte von der El Awadalla Lesung,  Helga Pankratz, Manfred Chobot und Axel Karner Lesung vom 25. sind zur freien Entnahme auch aufgelegen. Das Rezensionsexemplar von Ludwig Lahers &#8220;Einleben&#8221; ist inzwischen auch gekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df zwar nicht, ob das auf Kurt Neumann zutrifft, aber der war gestern in den Tonspuren in \u00d61. 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