{"id":2769,"date":"2010-02-07T22:09:14","date_gmt":"2010-02-07T21:09:14","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2769"},"modified":"2010-02-07T22:09:14","modified_gmt":"2010-02-07T21:09:14","slug":"farbe-der-angst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2769","title":{"rendered":"Farbe der Angst"},"content":{"rendered":"<p>Die Heldin von Corinna Antelmanns Roman &#8220;Die Farbe der Angst&#8221;, dem zweiten Buch aus dem Resistenz Weihnachtsp\u00e4ckchen, ist die in Hamburg lebende, bald drei\u00dfigj\u00e4hrige Drehbuchautorin Dana Kowalsky, der von ihrem Fernsehredakteur schon wieder einmal ein Treatment abgelehnt wird, weil dessen Vorstellung f\u00fcr die Vorabendserie,  das &#8220;Wahnsinnig innovative Konzept&#8221; ist, w\u00e4hrend Dana dieses nur f\u00fcr idiotisch h\u00e4lt, so st\u00fcrzt sie auf das Klo, kotzt in die Muschel und entdeckt an ihrem Hals eine Hautver\u00e4nderung in der Farbe Lila und der Strudel von Angst und Wahnsinn in ihrem Leben beginnt.<br \/>\nSie l\u00e4uft in die Wohnung, wo sie mit ihrem Lebensabschnittspartner Jan, einem erfolgreichen Architekten lebt und erlebt an ihm ihre eigene Erfolglosigkeit, f\u00e4hrt Tags drauf zu ihren Eltern, die sie einmal im Monat besucht, da das gerade soviel ist, um sie auszuhalten und auch etwas Geld zu bekommen, damit sie Jan nicht mit ihren Extraw\u00fcnschen bel\u00e4stigen mu\u00df. Auch da fl\u00fcchtet sie sogleich, da die Eltern, gepflegt wie immer, sie nur nach ihrer Karriere und ihrem Einkommen fragen, obwohl sich die Fabe Lila auf ihrem Hals inzwischen weiter ausgebreitet hat.<br \/>\nSo geht Dana in die Praxis von Dr. Kammer und fl\u00fcchtet auch aus dieser, als der Hausarzt das Potential moderner Diagnostik aussch\u00f6pfen will, um etwas B\u00f6sartiges auszuschlie\u00dfen.<br \/>\nAb da beginnt die Angst vor dem Tod und die Erfolglosigkeit spielt vorerst auch noch ihre Rolle. Dana rennt und fl\u00fcchtet, zuerst in das Cafe Feschak, ihres schwulen Schulfreundes Lukas, um dort an einem Tratment zu schreiben, das Lukas aber nicht gef\u00e4llt. So geht sie zu Jan, der gerade mit Frau Veron einer Kundin und seinem Team einen Erfolg feiert. Dana zerstreitet sich mit ihm, packt einen Koffer und zieht in Lukas Gartenparzelle, wo es hei\u00df ist und die M\u00e4use an alten Mehls\u00e4cken nagen und Dana macht in dem stickigen Quadrat auf der Iso-Matte den ersten Anfall des Wahnsinns durch.<br \/>\nPurpurfarbene Soldaten \u00fcberfallen sie, so da\u00df sie mit ein paar Mirabellen aus dem Garten fl\u00fcchtet, in der U- Bahn aber wieder ganze Armeen sieht und beim Schwarzfahren erwischt wird. So schwindet das Geld aus der B\u00f6rse, Dana verkommt immer mehr, Lukas wirft sie aus der Parzelle, sie sch\u00fcttet ihm die Wiener Melange ins Gesicht und f\u00e4hrt zu Jan, um ihn von ihrer Angst zu erz\u00e4hlen, der sie auch nicht versteht, so da\u00df sie den Fernseher aus dem Fenster wirft und in den Stadtpark fl\u00fcchtet. Dort hat sie einen Bekannten, den Quotenbehinderten Simon, einen Autisten, der die Entchen f\u00fcttert und den Mist wegr\u00e4umt, der ihre Geschichte zwar versteht, sie aber, weil er \u00e4hnliche Erlebnisse hat, anders auffa\u00dft, so da\u00df Dana wieder allein bleibt, denn der Hausarzt, der sie zur Untersuchung schicken will, nennt sie nur verr\u00fcckt.<br \/>\nAn den Stadtpark, wo sie  \u00fcbernachtet, grenzt die Villa der alten Frau Veron, der Psychotante, die Dana in ihre Villa l\u00e4\u00dft, ihr Tee kochen und ein Bad einlassen will, aber Dana erlebt sie als Hexe und fl\u00fcchtet vor der Bibel, die auf einem Tischchen liegt, \u00fcberlegt ob sie ihre Eltern anrufen soll und landet im Krankenhaus, wo sie Dr. Kammer zur Untersuchung angemeldet hat, dort geht der Strudel des Irrsinns weiter, w\u00e4hrend Dana eingecremt und verbunden im OP- Hemd auf der Bahre liegt, solange bis sie erwacht, die Dunkelheit und die Farben der Angst verschwinden, das sterile Wei\u00df des Krankenhaushauszimmers  die Oberhand \u00fcbernimmt und Frau Veron sanft die Mitteilung macht, da\u00df Dana bei dem kleinen Eingriff zwar weggediftet w\u00e4re, aber alles gut sei und die Gewebsproben nichts ergeben h\u00e4tten.<br \/>\nDann folgt der Epilog, der mit einem Bibeltital beginnt und das Treatment &#8220;Der Farbe der Angst&#8221; schildert: eine junge Frau sieht sich mit ihrer Angst vor dem Tod konfrontiert, um sie schlie\u00dflich als Angst vor dem Leben zu entlarven, als Angst vor dem Ich-Sein.<br \/>\nAuf Corinna Antelmanns Homepage steht noch etwas wie, die Konfrontation mit  der Wahrheit erm\u00f6glicht es ihr Verantwortung f\u00fcr das Leben zu \u00fcbernehmen und das Gef\u00fchl der Ohnmacht zu \u00fcberwinden.<br \/>\nDas habe ich bei diesem beklemmenden Drahtseilakt zwar nicht herausgelesen, aber von meiner Freundin Elfi ihre erste Psychose genauso geschildert bekommen und als ich es aufschreiben wollte, ist mir das nicht so gut gelungen, wie Corinna Antelmann, die den Wahnsinn und die Irrwege, in die man sich dabei begeben kann, sehr eindringlich schildert, auch wenn sie dabei vielleicht ein bi\u00dfchen \u00fcberl\u00e4dt und zuviel hineinpackt, so da\u00df es nicht leicht ist sich auszukennen.<br \/>\nIst der lila Fleck am Hals nun ein Melanom, das entfernt geh\u00f6rt oder geht es dabei um eine Psychose?<br \/>\nEin bi\u00dfchen mehr Erkl\u00e4rung, als die letzte Seite und ein wenig Beschr\u00e4nkung w\u00e4re vielleicht gut, um mit der Beklemmung fertig zu werden, in die der Roman einen wirft. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Heldin von Corinna Antelmanns Roman &#8220;Die Farbe der Angst&#8221;, dem zweiten Buch aus dem Resistenz Weihnachtsp\u00e4ckchen, ist die in Hamburg lebende, bald drei\u00dfigj\u00e4hrige Drehbuchautorin Dana Kowalsky, der von ihrem Fernsehredakteur schon wieder einmal ein Treatment abgelehnt wird, weil dessen &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2769\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-2769","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2769","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2769"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2769\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2769"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2769"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2769"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}