{"id":2810,"date":"2010-02-14T10:57:11","date_gmt":"2010-02-14T09:57:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2810"},"modified":"2010-02-14T10:57:11","modified_gmt":"2010-02-14T09:57:11","slug":"schnappschuss","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2810","title":{"rendered":"Schnappschuss"},"content":{"rendered":"<p>Der 1988\/89 geschriebene Debutroman &#8220;Schnappschuss&#8221; von G\u00fcni Noggler ist, wie im Klappentext steht, eine piet\u00e4tvolle Geschichte, um die Beerdigung eines Eigenbr\u00f6tlers, n\u00e4mlich dem namenlosen J\u00fcngsten einer namenlosen Familie, die in der Aufbahrungshalle steht und jeder auf seine Art und Weise Abschied von dem Zweiundvierzigj\u00e4hrigen nimmt, der an seinem Geburtstag,  in der Bl\u00fcte seines Lebens  beschlie\u00dft, dasselbe zu beenden.<br \/>\nBegonnen wird dieser Schnappschu\u00df an Reflektionen vom senil gewordenen Vater, der, einstmal ein strammer Konservativer und arbeitssamer Bauernbub, im Krieg so manches miterleben mu\u00dfte, da\u00df er immer noch die Toten vor sich sieht und mitten in der  Hochzeitsfeier der schwangeren Tochter von Visionen geplagt wird, da\u00df die Granaten einschlagen und die Anwesenden zerfetzt  werden. Dann gibt es noch den \u00c4lteren, den Mittleren, die zweite Frau, die nach dem Tod der ersten, die S\u00f6hne aufgezogen und die Tochter geboren hat. Die Exfrau des Sohnes, die vom Vater nur als Emanze bezeichnet wird und deren S\u00f6hne.<br \/>\nSie haben alle ihre Geschichte \u00fcber den J\u00fcngsten zu erz\u00e4hlen und  ihn auf eine eigene Art und Weise gekannt, die durchaus widerspr\u00fcchlich ist.<br \/>\nWar der j\u00fcngste doch zuerst ebenfalls ein strammer Konservativer und Reserveoffizier, bis er ausgestiegen ist und mit vierzig, von dem Tiroler St\u00e4dtchen in dem die Geschichte spielt, nach Italien in eine H\u00fctte an einem Weinberg zieht und dort philosophierend, schreibend, g\u00e4rtnernd,  das Meer reinigend sein Leben verbringt.<br \/>\nDer letzte Tag desselben wird in alternativen Kapiteln zu den Reflektionen der Familie erz\u00e4hlt. Der Morgen, wo er die H\u00fctte verl\u00e4\u00dft um ins Meer zu steigen und dessen Abf\u00e4lle in einen M\u00fcllsack sammelt, den Garten, den er pflegt, den K\u00e4se, den er selber macht, die Gespr\u00e4che mit den Freunden, z.B., dem Arzt, der ihn vierzehnt\u00e4gig besucht und ihm die besten Speisen bringt, um sich mit ihm in Don Camillo Manier zu zerstreiten und dann vom Einlauf, den er sich am Abend selber gibt, um das Leben gereinigt und zufrieden zu verlassen.<br \/>\nVorher hat er noch den genauen Ablauf des Begr\u00e4bnisses festgelegt, das die Freunde f\u00fcr ihn organisiert haben und die Heimatgemeinde zum Kommen eingeladen, die das auch alle tun. Neugierig, schaulustig, kopfsch\u00fcttelnd und in den besten Anz\u00fcgen, wie der mittlere Bruder, der in diesen schnauft und schwitzt und an dem J\u00fcngsten kein gutes Haar l\u00e4\u00dft, wie auch nicht an dessen ehemaliger Frau, der sogenannten Emanze, die das aber ganz anders sieht, denn sie ist durch den J\u00fcngsten zur Alkoholikerin geworden und ha\u00dft den Ex und Wunderwuzzi, der ihr alles abgenommen und alles besser, als sie wu\u00dfte, so sehr, da\u00df sie beschlie\u00dft, aus lauter Freunde \u00fcber seinem Tod, ab nun das Trinken einzustellen. Dann gibt es noch die beiden S\u00f6hne, den \u00e4lteren und den j\u00fcngeren, verschieden wie Tag und Nacht, das Vater und das Mutterkind. Der \u00e4ltere alternativ, wie der Vater und Maler vom Beruf stellt sich vor, wie der J\u00fcngste in seinem Sarg frohlockt, w\u00e4hrend sich der J\u00fcngere f\u00fcr den Vater, den Bruder und die alternativen Freunde sch\u00e4mt, ist er doch als Bankbeamter aufgestiegen, baut am Eigenheim und auch politisch t\u00e4tig.<br \/>\nSo wird das Bild des ausgestiegenen J\u00fcngsten ein bi\u00dfchen widerspr\u00fcchig, aber doch sehr pr\u00e4gnant und genau, von dem 1962 in Schwaz in Tirol geborenen G\u00fcni Noggler erz\u00e4hlt, den ich von den Lesungen beim Linken Wort am Volksstimmefest sehr gut kenne.<br \/>\n2008 haben wir zwei B\u00fccher miteinander getauscht.<br \/>\n &#8220;Alles Liebe Gute!&#8221;, hat er mir hinein und seine Website: <a href=\"http:\/\/www.g\u00fcni-noggler.com\">www.g\u00fcni-noggler.com<\/a> dazu geschrieben, die ich sehr empfehlen kann, da man hier Informationen \u00fcber den Autor, seine Workshops und seine anderen B\u00fccher bekommen kann. Den Roman &#8220;Eigenbrot&#8221; habe ich noch, es gibt aber  ein paar andere und eine Lesung am 19. M\u00e4rz in Graz, in der das neue Buch &#8220;Eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit&#8221; vorgestellt werden wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1988\/89 geschriebene Debutroman &#8220;Schnappschuss&#8221; von G\u00fcni Noggler ist, wie im Klappentext steht, eine piet\u00e4tvolle Geschichte, um die Beerdigung eines Eigenbr\u00f6tlers, n\u00e4mlich dem namenlosen J\u00fcngsten einer namenlosen Familie, die in der Aufbahrungshalle steht und jeder auf seine Art und Weise &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2810\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-2810","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2810","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2810"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2810\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2810"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2810"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2810"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}