{"id":2828,"date":"2010-02-17T23:09:20","date_gmt":"2010-02-17T22:09:20","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2828"},"modified":"2010-02-17T23:09:20","modified_gmt":"2010-02-17T22:09:20","slug":"henry-der-held","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2828","title":{"rendered":"Henry der Held"},"content":{"rendered":"<p>Henry Smart, der Ich-Erz\u00e4hler des Romans &#8220;Henry der Held&#8221;, des 1958 in Dublin geborenen Roddy Doye, ist ein Kindersoldat, Freiheitsk\u00e4mpfer und Wunderwuzzi mit einer unglaublich frechen Schnauze und dient dem Autor wohl dazu, den Leser in den irischen Freiheitskampf einzuf\u00fchren.<br \/>\nDa zumindestens ich im Geschichtsunterricht nicht viel davon mitbekommen habe und der Autor mit sehr flotter Sprache in die Geschichte hineinspringt, fulminant erz\u00e4hlt, aber nicht viel erkl\u00e4rt, au\u00dfer zwei Seiten Wort und Namenslisten im Anhang und einer Seite  Buchangaben in denen er die Sachinformationen, Gedanken, Bilder, Landkarten ect. gefunden hat, ohne die er das Buch nicht schreiben h\u00e4tte k\u00f6nnen, tue ich mir ein bi\u00dfchen schwer, das Ganze zu verstehen. Aber wahrscheinlich kann man die irische Legende, des Rebells auf dem gestohlenen Fahrrad ohnehin als Parabel auf die gesamte Kriegsgeschichte deuten und das alles in den verschiedensten L\u00e4ndern und verschiedensten Zeitenr\u00e4umen wiederfinden&#8230;<br \/>\nHenry Smart wird 1901 ins Armenviertel von Dublin geboren und f\u00fchrt uns in Geschehen ein, die er gar nicht wissen kann, denn er sitzt am Beginn des Buches mit seiner zwanzigj\u00e4hrigen Mutter Melody auf der Vortreppe des Hauses, schaut die Sterne an und l\u00e4\u00dft sich den kleinen Henry zeigen, den Buder, der seinen Namen tr\u00e4gt und vor ihm gestorben ist. Das ist vielleicht das Trauma seines Lebens, das ein St\u00fcckchen des Nachfolgenden erkl\u00e4rt oder auch nicht.<br \/>\nDie Rosenkranzdreherin Melody ist jedenfalls blutjung in das Holzbein von Henry Smart dem \u00c4lteren gestolpert, der seines Zeichen T\u00fcrsteher im Bordell der Dolly Obolong ist und gebiert ihm jedes Jahr ein Kind, von denen nur sehr wenige \u00fcberleben.<br \/>\nHenry der Held, der uns diese Vorgeschichte einschlie\u00dflich, die seiner Geburt erz\u00e4hlt, h\u00e4lt das Elend nicht sehr lange aus, schnappt sich mit f\u00fcnf, den um vier Jahre j\u00fcngeren Victor, verl\u00e4\u00dft Mutter und Geschwister und wird fortan im Stra\u00dfenkampf \u00fcberleben.<br \/>\nDann gibt es noch Granny Nash, die in all diesem Elend sitzt und B\u00fccher liest, sp\u00e4ter wird Henry sie mit diesen beliefern und sie auch damit erpressen, vorl\u00e4ufig lebt er mit dem lungenkranken Victor auf der Stra\u00dfe und als der englische K\u00f6nig durch diese f\u00e4hrt, klettert er auf einen Laternenpfahl und schreit, &#8220;Verpiss dich!&#8221;<br \/>\nBevor ihn der Volkszorn lynchen kann, kommt sein Vater, rettet ihn durch den Kanal und verl\u00e4\u00dft ihn wieder. Henry zieht mit Victor und dem v\u00e4terlichen Holzbein durch Dublin und wird von Miss Shea seiner sp\u00e4teren Frau, als er neun ist, zwei Tage lang unterrichtet. Sie lehrt ihn seinen Namen schreiben, bevor die Mutter Oberin, die beiden Kinder aus der Schule wirft. Als Victor sich zu Tode hustet, ist Henry vierzehn und schlie\u00dft sich dem Osteraufstand an.<br \/>\nDa wird das Buch ziemlich unverst\u00e4ndlich, denn es schildert  dramatisch die Kampfpassagen in einem besetzten Postamt mit realen Irlandk\u00e4mpfern, deren Namen ich noch nie geh\u00f6rt habe, w\u00e4hrend Henry im dritten Teil mit einem gestohlenen Fahrrad drei Jahre lang durch Irland f\u00e4hrt, neue Freiheitsk\u00e4mpfer anwirbt und auf Auftrag sogenannte Spitzel mordet, um wie fr\u00fcher neben den Reichen und M\u00e4chtigen zu stehen, nicht dazuzugeh\u00f6ren und von ihnen ausgen\u00fctzt zu werden.<br \/>\nEr hat schon in dem Postamt seine um f\u00fcnfzehn Jahre \u00e4ltere, ehemalige Lehrerin wiedergetroffen, die sich dem Kampf angeschlossen hat, jetzt heiratet er sie, ohne jemals ihren Vornamen zu erfahren, um im vierten Teil, geschnappt, ins ber\u00fcchtigte Gef\u00e4ngnis Kilmainham gebracht und gefoltert zu werden. Miss Shea l\u00e4\u00dft den Freiheitshelden befreien, der allm\u00e4hlich erkennt, da\u00df er nur ben\u00fctzt wurde, so da\u00df er seine inzwischen geborene Tochter ein einziges Mal sieht, bevor er einen weiteren Mord begeht, n\u00e4mlich den gro\u00dfen Bo\u00df und Minister Alf Gandon hin\u00fcberdreht, um mit neunzehn Jahren alles hinter sich zu lassen und sein Leben in Liverpool oder sonstwo noch einmal zu beginnen&#8230;.<br \/>\nWirklich rasant und gro\u00dfschnauzig erz\u00e4hlt, die Geschichte des irischen Freiheitskrieges.<br \/>\nAber Irland ist inzwischen nicht wirklich zu Ruhe gekommen, die K\u00e4mpfe gehen munter weiter und Kindersoldaten, die an das gro\u00dfe Ideal glauben und mi\u00dfbraucht werden, gibt es auch anderswo.<br \/>\nTrotzdem war das Buch interessant zu lesen, obwohl die kleinen oder gro\u00dfen Freiheitsk\u00e4mpfer, die fr\u00f6hlich vor sich hinmorden, ohne nach links und rechts zu schauen, nicht wirklich das Meine sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Henry Smart, der Ich-Erz\u00e4hler des Romans &#8220;Henry der Held&#8221;, des 1958 in Dublin geborenen Roddy Doye, ist ein Kindersoldat, Freiheitsk\u00e4mpfer und Wunderwuzzi mit einer unglaublich frechen Schnauze und dient dem Autor wohl dazu, den Leser in den irischen Freiheitskampf einzuf\u00fchren. &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2828\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-2828","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2828","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2828"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2828\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2828"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2828"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2828"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}