{"id":2844,"date":"2010-02-20T01:15:01","date_gmt":"2010-02-20T00:15:01","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2844"},"modified":"2010-02-20T01:15:01","modified_gmt":"2010-02-20T00:15:01","slug":"die-lange-nacht-des-horspiels","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2844","title":{"rendered":"Lange Nacht des H\u00f6rspiels"},"content":{"rendered":"<p>Diesmal war ich wieder bei der langen Nacht des H\u00f6rspiels, die zum siebzehnten Mal im Radio Kulturhaus stattgefunden hat. 1993, als es noch im Funkhaus war, war es ganz toll. Man ging von Studio zu Studio, konnte sich alles anh\u00f6ren, die H\u00f6rspiele wurden gesendet und live abgestimmt. Michael K\u00f6hlmeier hat das erste Mal gewonnen. Es gab ein tolles Buffet mit Gulasch in den Pausen und war hautnah am Geschehen. Das hat von Jahr zu Jahr abgenommen, irgendwann wurde das Buffet abgeschafft, was Konrad Zobel mit Einsparungen im Sinne der Kultur begr\u00fcndete.<br \/>\nDann wurde nicht mehr live abgestimmt, man bekam die drei besten H\u00f6rspiele vorgespielt und vorher gab es Liveauftritte anderer Autoren. Ich erinnere mich an die von Peter Pessl und Elfriede Gerstl, die etwas gegen Handys auff\u00fchrte.<br \/>\nDann gab es eine K\u00fcrzung des H\u00f6rspielhonorars um die H\u00e4lfte und einen gro\u00dfen Protest der Autoren mit Polizeiauftritt, die Konrad Zobel zu holen m\u00fc\u00dfen glaubte.  Im Jahr darauf gab es ein H\u00f6rspiel von Hanno Millesi mit eben diesen Polizeiaufnahmen, die politische Bedeutung war aber weg.<br \/>\nDann bin ich ein- zweimal zusp\u00e4t gekommen, einmal weil ich vorher beim Thalia bzw. Amadeus auf der Landstra\u00dfe bei einer Thomas Bernhard Buchpr\u00e4sentation war, wo ich Burgtheaterkarten f\u00fcr die &#8220;Alten Meister&#8221; gewonnen habe, ein anderes Mal war der Sendesaal so voll, da\u00df sie mich nicht mehr hineinlie\u00dfen und mich statt dessen ins Radio Kultur Cafe schickten, wo die Veranstaltung \u00fcbertragen wurde. Es gab immer wieder \u00c4nderungen, wie die Wahl zum Schauspieler des Jahres, jetzt gibt es einen H\u00f6rspielkritikerpreis und die lange Nacht hat sich auf eine eigentlich sehr kurze verk\u00fcrzt.<br \/>\nAls sie mich nicht hineingelassen haben, habe ich mich beim Konrad Zobel beschwert, der mir antwortete, sie \u00fcberlegen ohnehin, was sie gegen den gro\u00dfen Andrang machen sollen, vielleicht Eintritt verlangen?<br \/>\nDann w\u00e4re ich  nicht mehr gekommen und war in den letzten Jahren eigentlich auch \u00f6fter nicht dort. So war ich im Vorjahr im Amerlinghaus bei einer Lesetheaterveranstaltung und traute mich dann nicht mehr hin.<br \/>\nF\u00fcr heuer habe ich es mir wieder vorgenommen, noch dazu, wo ich von Cornelia Travniceks Homepage wu\u00dfte, die jetzt in Taiwan ist,  da\u00df das H\u00f6rspiel, das von der Wiener H\u00f6rspielmanufaktur aus einer Erz\u00e4hlung aus &#8220;F\u00fctter mich&#8221;, n\u00e4mlich &#8220;Der Ri\u00df am Morgen&#8221;, gemacht wurde, beim Kurzh\u00f6rspiel-Wettbewerb in die engere Auswahl gekommen ist. Da wurden neun H\u00f6rspiele im Klangtheater abgespielt und man konnte live abstimmen. Dort war ich aber nicht, habe ich mich doch f\u00fcr das Mainstreamprogramm entschieden. War rechtzeitig da, die Jacke an der Garderobe abgegeben, auf den Einla\u00df gewartet,  dabei Ruth Asp\u00f6ck und Robert Eglhofer getroffen. Die ersten Reihen waren f\u00fcr die VIPS reserviert. Peter Klein hat moderiert und auf der B\u00fchne ist ein Kasten gestanden, aus denen sich die Leute, die aufgetreten sind, ein Souvenier aus Afrika, denn das ist der \u00d61 Schwerpunkt der n\u00e4chsten Monate, aussuchen konnten. Die Lady Band &#8220;NETNAKISUM&#8221; spielte auf und Alfred Treiber, der Programmchef hielt den Festvortrag, wobei er \u00d61 lobte und in einer Art Publikumbeschimpfung \u00fcber die sogenannten Hofratswitwen herzog, die keinen Kunstgeschmack haben, aber das Programm h\u00f6ren.<br \/>\nDa\u00df Elisabeth Orth die Schauspielerin des Jahres ist, wurde schon bekannt gegeben und im H\u00f6rspielstudio am Dienstag gab es  ein Portrait von ihr. Ex Kulturminister Rudolf Scholten hielt die Laudatio. Nach der Pause wurde  das k\u00fcnstlerisch anspruchsvolle H\u00f6rspiel, das die Kritiker w\u00e4hlten, bekanntgegeben. Im Vorjahr hat Friederike Mayr\u00f6cker den Preis gewonnen, diesmal war es Magda Woitzuck mit dem H\u00f6rspiel DogGod, wo es um den Krieg und eine junge Frau, die mit sieben Welpen schwanger ist, geht. Magda Woitzuck ist auch eine junge Frau, 1983 geboren und Hans Weigel Stipendiatin, die ich sozusagen mit Cornelia Travnicek im Palais Nieder\u00f6sterreich vor eineinhalb Jahren kennengelernt habe.<br \/>\nEinen kurzen Ausschnitt aus dem H\u00f6rspiel, einen Teil davon habe ich  schon geh\u00f6rt, gab es auch und am Dienstag kommt es nochmals dran.<br \/>\nDann kamen die Ergebnisse des Kurzh\u00f6rspiel-Wettbewerbs, wo die Leute ihre H\u00f6rspiele sozusagen im stillen K\u00e4mmerlein selber machten und wenn sie gewinnen, gesendet werden.<br \/>\nCornelia Travniceks H\u00f6rspiel hat wieder mit einem das &#8220;Canned Laugh&#8221; hei\u00dft, den dritten Platz geschafft. Der erste ging an das H\u00f6rspiel &#8220;Igeltrauma&#8221;, wo in einem Dorf in N\u00d6 sich aufgeschlitzte Igel in den Postk\u00e4sten finden und Blumen ausgerissen werden. Das Dorf wird dadurch traumatisiert. Das Publikum hats lustig gefunden.<br \/>\nDann wurde es wieder ernsthafter und dramatischer, n\u00e4mlich das H\u00f6rspiel des Jahres vorgestellt, das vom Publikum gew\u00e4hlt wurde. Ausschnitte der zehn Finalisten wurden schon vor der Pause gebracht. Ich tippte auf die Helmut Peschina Bearbeitung von Joseph Roths &#8220;Die Geschichte der 1002. Nacht&#8221;, denn zum H\u00f6rspiel des Jahres werden meist die gro\u00dfen Namen gew\u00e4hlt, Wolf Haas, Felix Mitterer, aber auch drei andere Peschina Bearbeitungen in den Vorjahren und habe recht gehabt.<br \/>\nDer dritte Platz hat auch einen bekannten Namen und ist eine \u00dcberraschung, n\u00e4mlich Peter Danzigers Thomas Bernhard Parodie &#8220;Bernhard&#8221;, die zum vorigen 12. Februar gesendet wurde. Da habe ich den Thomas Bernhard Monolog, aus dem der Text stammt und der zweisprachig ist, einmal mit dem Autor getauscht.  Das war es. Ein wenig habe ich mich mit Reinhold Schrappeneder \u00fcber den Tag der Freiheit des Wortes unterhalten, ein paar Bekannte gesehen und nat\u00fcrlich wieder viel erfahren, obwohl ich gar kein so gro\u00dfer H\u00f6rspielfan bin und keine solchen schreibe.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal war ich wieder bei der langen Nacht des H\u00f6rspiels, die zum siebzehnten Mal im Radio Kulturhaus stattgefunden hat. 1993, als es noch im Funkhaus war, war es ganz toll. 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