{"id":309,"date":"2008-10-19T20:04:43","date_gmt":"2008-10-19T18:04:43","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=309"},"modified":"2008-10-19T20:04:43","modified_gmt":"2008-10-19T18:04:43","slug":"wieder-zuruck-aus-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=309","title":{"rendered":"Wieder zur\u00fcck aus Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p>Da habe ich jetzt vor meinem PC drei sehr intensive Tage und zum Teil auch N\u00e4chte hinter mich gebracht.<br \/>\nMir raucht der Kopf von den vielen Eindr\u00fccken und das &#8220;Ex Libris&#8221;, die \u00d61 B\u00fcchersendung habe ich mir gerade auch aufgedreht.<br \/>\nAnsonsten habe ich den letzten drei Tagen, die Nachrichten und damit auch das J\u00f6rg Haider Begr\u00e4bnis, sowie meine Lieblingssendung, den Kulturquiz vers\u00e4umt.<br \/>\nAber Frankfurt war sehr intensiv und ich habe viel mitbekommen. Wahrscheinlich mehr, als wenn ich wirklich dort gewesen w\u00e4re und mich zwischendurch immer wieder mit Otto Lambauer  ausgetauscht, der mir passend zur Jurysitzung am Dienstag, ein Paulmichel Gedicht gemailt hat und jetzt werde ich berichten:<br \/>\nDie Gedanken schwirren ungeordnet durcheinander, aber die H\u00e4nde tun nicht  weh, wie  es zweifellos w\u00e4re, wenn ich die vollen B\u00fcchertaschen durch die Hallen geschleppt h\u00e4tte und das  Glas Wein f\u00fcr den Sozialkontakt, habe ich am Freitag Abend in der Schleifm\u00fchlgasse beim philosophischen Salon des Primar Musalik getrunken und dort auch ein literarisches Gespr\u00e4ch mit einer  Psychotherapeutin gef\u00fchrt und ihr die Einladung zur Frauenlesung am 12. November \u00fcbergeben. Sie wei\u00df aber nicht, ob sie kommen kann, wie es sich auch f\u00fcr die &#8220;Literatur im Nebel&#8221; n\u00e4chste Woche in Heidenreichstein nicht ausgehen wird.<br \/>\nAber da werde ich auch nicht teilnehmen, weil da ist ja GAV-GV, obwohl dort Jorge Seprun auftreten wird, aber \u00fcber den hat  Franziska Augstein eine Biografie geschrieben, die beim 3 Sat Stand am Donnerstag vorgestellt wurde.<br \/>\nAlso zu meiner Frankfurt Berichterstattung, denn ich habe mir in den letzten Tagen sehr viele Autorengespr\u00e4che angeh\u00f6rt, die am blauen Sofa und beim 3 Sat Stand gef\u00fchrt wurden. Der ber\u00fchmteste  Autor war sicherlich G\u00fcnther Grass am Freitag Mittag, der \u00fcber sein neues Buch die &#8220;Box&#8221; und \u00fcber Marcel Reich-Ranicky gesprochen hat, aber auch andere Erlebnisse habe ich in den letzten Tagen gehabt.<br \/>\nSo habe ich gestern am blauen Sofa einen mir bis dato unbekannten Autor kennengelernt. N\u00e4mlich den Spanier Rafael Chirbes mit seinem Roman &#8220;Krematorium&#8221;, der  sehr politisch zu sein scheint.<br \/>\nWenn der vielleicht den Nobelpreis bekommen sollte, w\u00e4re er mir schon bekannt und dann gab es gestern noch die Begegnung mit einer sehr sch\u00f6nen jungen Frau, der Engl\u00e4nderin Marie Phillips, die mit ihren unartigen G\u00f6ttern oder &#8220;G\u00f6tter ohne Manieren&#8221; einen hoch erotischen Roman \u00fcber  die griechische Gottheit geschrieben hat, die aus dem Olymp aus und in ein englisches Reihenhaus eingezogen ist, um dort Telefonsex zu betreiben.<br \/>\nDas w\u00e4re eine der Deb\u00fctantinnen, die in Frankfurt vorgestellt wurden. Eine andere ist Alina Bronsky mit ihrem &#8220;Scherbenpark&#8221;, die in Frankfurt sehr aufgebaut worden zu sein scheint.<br \/>\nIhr Roman, so h\u00f6rte ich, war eine der gro\u00dfen \u00dcberraschungen, n\u00e4mlich ein unverlangt eingesandtes Manuskript, das sie an drei Lektorinnen geschickt haben soll und dann gleich der gro\u00dfe Erfolg.<br \/>\nAlina Bronsky ist ein Pseudonym, weil die Autorin ihre Familie vor zu viel \u00d6ffentlichkeit sch\u00fctzen will und war auch eine der Messe-Bloggerinnen, wie ich gestern  draufgekommen bin.<br \/>\nAuf der Buchmesse wurden  92.000 Neuerscheinungen vorgestellt und das gro\u00dfe St\u00f6hnen wer soll das alles lesen?<br \/>\nRafik  Schamis &#8220;Das Geheimnis des Kalligraphen&#8221; und ebenfalls das Debut eines Holl\u00e4nders, n\u00e4mlich Gerbrand Bakkers &#8220;Oben ist es still&#8221;, wo ein Sohn seinen Vater zum Sterben in den ersten Stock verfrachtet und am Ende daraufzukommen, da\u00df er allein zur\u00fcckgeblieben ist, fallen mir noch ein.<br \/>\nAlles Romane, die ich mit Ausnahme von Alina Bronsky nicht kennen w\u00fcrde, wenn ich mich dieses Wochenende nicht so intensiv auf das blaue Sofa begeben h\u00e4tte.<br \/>\nDann habe ich noch einige Interviews mit Sven Regener geh\u00f6rt, dessen neues Buch &#8220;Der kleine Bruder&#8221;, sich Anna  von Alfred mit dem von Xaver Bayer kaufen lie\u00df.<br \/>\nSven Regener scheint \u00fcbriges ein orgineller Typ zu sein, wie auch Claus Peymann, der seine Biografie &#8220;Peymann von A-Z&#8221; sehr egozentrisch pr\u00e4sentierte, obwohl er sie nicht selbst geschrieben hat.<br \/>\nAlso  viel erfahren in den letzten  Tagen. Allerdings nicht  viel \u00f6sterreichisches, denn da wurden auf dem blauen Sofa und bei 3 Sat nur Josef Winkler und Norbert Gstrein vorgestellt.<br \/>\nVon den anderen Autoren, die sicherlich  auch dort waren, habe ich  nicht viel mitbekommen.<br \/>\nDas hei\u00dft, das Programm der IG-Autoren habe ich im Internet gefunden,  Hilde Schm\u00f6lzer ist  hingeflogen und Andrea Stift, die mir inzwischen auch einen Kommentar geschrieben hat, hat in ihrer &#8220;Knautschzone&#8221;  von ihren Erfahrungen berichtet.<br \/>\nTrotzdem haben auch die Messeblogger ein bi\u00dfchen davon geschrieben, von  Eva Rossmann beispielsweise, die ihren Krimi &#8220;Die Russen kommen&#8221; vorgestellt hat und dem anschlie\u00dfenden Umtrunk beim Foliostand mit Sch\u00fcttelbrot und Rollm\u00f6psen und dann gab es noch eine \u00dcberraschung beim T\u00fcrkeischwerpunkt.<br \/>\nDa ging es n\u00e4mlich um das Thema Sprache und die t\u00fcrkische Autorin Ayfer Tunc machte sich mit einer Freundin und einer Kamera auf den Weg  herauszufinden, ob die Sprache Schicksal ist und die Freundin, die  freundlich l\u00e4chelnd \u00fcbersetzte war  Barbara Frischmuth und kein Wort dar\u00fcber, da\u00df sie eine der bekanntesten \u00f6sterreichischen Dichterinnen ist.<br \/>\nUnd sonst nat\u00fcrlich viel Prominenz. So war Dieter Bohlen und der Rapper Bushido das gro\u00dfe Thema und dann ist es auch um die Bildungsfrage gegangen und darum, da\u00df sich die Politik etwas einfallen lassen mu\u00df, damit es zu keinen b\u00f6sen \u00dcberraschungen kommt.<br \/>\nEs gab auch sehr viele Mangafans, die, wie ich es schon von Leipzig kannte, in Fantasykost\u00fcmen herumgelaufen sind,  ihren Spa\u00df hatten und sich  geduldig um Comics vom Simpson Zeichner anstellten. Und ein jugendlicher Autor, der trotz seiner Legasthenie einen Fantasyroman geschreiben hat, wurde auch vorgestellt.<br \/>\nEs war also alles sehr intensiv und man kann auch in seinem  Schlafzimmer  von der Buchmesse viel mitbekommen.<br \/>\nAllerdings, um den Buchoptimisten zu Widersprechen zum Lesen bin ich in den letzten  Tagen nicht  viel gekommen, da hat das Internet eindeutig die Oberhand gewonnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da habe ich jetzt vor meinem PC drei sehr intensive Tage und zum Teil auch N\u00e4chte hinter mich gebracht. 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