{"id":313,"date":"2008-10-21T00:24:17","date_gmt":"2008-10-20T22:24:17","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=313"},"modified":"2008-10-21T00:24:17","modified_gmt":"2008-10-20T22:24:17","slug":"von-frankfurt-nach-czernowitz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=313","title":{"rendered":"Von Frankfurt nach Czernowitz"},"content":{"rendered":"<p>In den gestrigen Tag bin ich schwer gestartet. Frankfurt ist, ob seiner F\u00fclle doch sehr deprimierend und wenn ich man dann noch die Geschichte von den drei e-mails und den gro\u00dfen Bucherfolg <a href=\"http:\/\/www.scherbenpark.de\">scherbenpark.de<\/a> h\u00f6rt &#8230;.<br \/>\nUnd ich schreibe doch so gut, zumindest aber ehrlich und bem\u00fcht. Da k\u00f6nnte man aus der Haut fahren und alles hinschmei\u00dfen!<br \/>\nIch habe aber von Andrea Stift ein liebes mail bekommen, ja das bloggen ist sehr kommunikativ und man kommt schnell in Kontakt zu anderen.<br \/>\nDanach habe ich Ruth Asp\u00f6ck angerufen und mich am Donnerstag  f\u00fcr ihren Galerie Jour fixe mit Evelyn Holloway und am Freitag f\u00fcr die Neuaufnahmelesung in der alten Schmiede entschuldigt und dann, ich gebe es zu, sehr langsam und sehr lustlos an der &#8220;Radiosonate&#8221; korrigiert. Dazwischen habe ich mir noch ein paar Sachen zu Frankfurt ausgedruckt. Ich bin und bleibe eben eine von der Literatur Besessene, auch wenn ich darin gl\u00fccklos bin und Hilde Schm\u00f6lzer hat mir  den <a href=\"http:\/\/www.literadio.org\">Link<\/a> zur Buchmesse und die Einladung zu ihrem Rosa Mayreder-Abend zum 150. Geburtstag und 70. Todestag der gro\u00dfen Frauenrechtlerin am  29. 10. um 19 Uhr im Literaturhaus geschickt.<br \/>\nDann noch einmal die Ohrenschmaus-Lyrik durchgesehen, damit ich heute um f\u00fcnf nicht alles vergessen habe und nach zwei  Stunden, die auch schwierig waren, versp\u00e4tet in das alte Rathaus gehetzt und gerade noch einen Platz gefunden.<br \/>\nDenn das literarische Leben geht ja weiter und da gab es am Montag einen Benefizabend f\u00fcr Josef Burg, der als der letzte \u00fcbergebliebene jiddische Dichter in Czernowitz lebt, 1912 geboren wurde und sein Bett nicht mehr verlassen kann und daher eine Rund um die Uhr Betreuung braucht. Konstantin Kaiser von der &#8220;Zwischenwelt&#8221;, der sich um ihn k\u00fcmmert, hat mir  voriges Jahr vor Weihnachten sein Erinnerungsb\u00e4ndchen &#8220;\u00dcber jiddische Dichter&#8221; mit einem Zahlschein geschickt.<br \/>\nJetzt gab es das Benefiz-Achterl ab vier Euro und vorher noch einen Diavortrag \u00fcber das heutige und gestrige Czernowitz zur 600-Jahr Feier.<br \/>\nFelix Mitterer las eine Geschichte aus dem neuen Buch &#8220;Ein St\u00fcck trockenes Brot&#8221;. Es gab eine Videolesung mit dem Dichter und dann noch eine Diskussion mit zwei alten Damen, die in Czernowitz geboren wurden und heute  in Israel leben, von denen eine Czernowitz in goldener Verkl\u00e4rung sieht, w\u00e4hrend  die andere eher kritische Erinnerungen an ihre Kindheit hat.<br \/>\nDann gab es das Buffet mit Br\u00f6tchen, Saft und Wasser und ich stand an einem Tisch, wo sich immer mehr M\u00e4nner Br\u00f6tchenberge auf ihre Teller t\u00fcrmten und, als ich sie erstaunt ansah, stolz erkl\u00e4rten &#8220;Wir kommen alle aus Czernowitz!&#8221;<br \/>\nIch bin dann zu Dr. Koller gegangen, den ich lange nicht gesehen habe, fr\u00fcher aber immer bei  diversen Literaturveranstaltungen traf.<br \/>\n&#8220;Was macht die Literatur?&#8221;, habe ich  gefragt und er hat zu meinem Erstaunen geantwortet, da\u00df er sich daf\u00fcr nicht mehr interessiert.<br \/>\nDenn man kann nicht alles lesen, er ist sehr kritisch geworden und l\u00e4\u00dft nur mehr das Beste gelten. Den &#8220;Turm&#8221; von Uwe Tellkamp wird er lesen, das andere hat ihn bei der Buchmesse nicht interessiert und wir waren schon in der sch\u00f6nsten Diskussion.<br \/>\nDanach zwei anderen Stammbesucherinnen die Einladung f\u00fcr den 12. November \u00fcbergeben,  einen F\u00fcnfeuroschein aus der Tasche gezogen und mit Konstantin Kaiser mit einem Roten auf den Dichter angesto\u00dfen.<br \/>\nBeim B\u00fcchertisch Felix Mitterer begr\u00fc\u00dft, der mich nicht mehr kannte und erstaunt aufsah, als ich sch\u00fcchtern sagte &#8220;Wir sehen uns ja morgen!&#8221;<br \/>\n&#8220;Ach ja, beim Ohrenschmaus!&#8221;, hat er sich schlie\u00dflich erinnert, dann hat sein Handy geklingelt und ich bin zum KulturKontakt Tisch gegangen, wo es einen Czernowitz-Bildband zur freien Entnahme gab, sowie  von Georg L\u00f6wendal  gemalte Karten von der Bukowina.<br \/>\nIch  bin  noch eine Weile in der N\u00e4he von Felix Mitterer und Konstantin Kaiser gestanden und habe mitbekommen, wie sich Annemarie T\u00fcrk vom KulturKontakt verabschiedet hat.<br \/>\n&#8220;Ich bin todm\u00fcde&#8221;, hat sie zu ihnen gesagt, &#8220;denn ich bin gerade aus Frankfurt zur\u00fcckgekommen!&#8221;<br \/>\nAch ja, Frankfurt l\u00e4\u00dft gr\u00fc\u00dfen und ist in aller Munde, man kommt nicht daran vorbei.<br \/>\nSo hat sich auch Anni B\u00fcrkl in ihrem aktuellen Eintrag darauf bezogen und ich habe mir  auch noch einige Podcasts angeschaut und da sind mir  einige Widerspr\u00fcche aufgefallen. So haben sie auf der einen Seite die Leute ja geradezu zum B\u00fccherklauen aufgefordert und  durchblicken lassen, da\u00df das, was gestern ab sechs eingepackt wurde, nicht mehr zu verkaufen ist.<br \/>\nAuf der anderen Seite geht es aber um das Gesch\u00e4ft und das hat es, so h\u00f6rte ich im Kulturjournal, auch gegeben.<br \/>\nDen h\u00f6chsten Besucherrekord und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise waren nicht zu merken. Im Kunstmarkt schon, auf der Buchmesse nicht.<br \/>\nDr. Koller wird sich aber nur den Uwe Tellkamp kaufen und ich werde jetzt in den Czernowitzer Ansichten bl\u00e4ttern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den gestrigen Tag bin ich schwer gestartet. Frankfurt ist, ob seiner F\u00fclle doch sehr deprimierend und wenn ich man dann noch die Geschichte von den drei e-mails und den gro\u00dfen Bucherfolg scherbenpark.de h\u00f6rt &#8230;. 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