{"id":3174,"date":"2010-04-09T23:21:27","date_gmt":"2010-04-09T21:21:27","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3174"},"modified":"2010-04-09T23:21:27","modified_gmt":"2010-04-09T21:21:27","slug":"business-class","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3174","title":{"rendered":"Business Class"},"content":{"rendered":"<p>Bei &#8220;Business Class&#8221; von Martin Suter &#8220;Geschichten aus der Welt des Managements&#8221;, handelt es sich um ausgew\u00e4hlten Kolumnen des Autors, die in der Weltwoche, ab 1992 erschienen sind.<br \/>\nDer Schweizer Martin Suter wurde 1948 in Z\u00fcrich geboren, machte eine Ausbildung zum Werbetexter und wurde mit sechsundzwanzig Jahren Creative Direktor einer Werbeagentur. Seit 1991 ist er literarisch t\u00e4tig und erhielt f\u00fcr seine Kolumnen, die bis 2007 erschienen sind, 1995 den Preis der \u00f6sterreichischen Industrie beim Joseph Roth Wettbewerb in Klagenfurt und wurde dadurch ber\u00fchmt.<br \/>\nSeither sind viele  Romane von ihm erschienen. So z.B. &#8220;Lila lila&#8221;, &#8220;Der Teufel von Mailand&#8221;, &#8220;Der letzte Weynfeldt&#8221; und zuletzt &#8220;Der Koch&#8221; und von den Business Geschichten gibt es auch noch weitere B\u00e4nde  &#8220;Neue Geschichten aus der Welt des Managements&#8221;,  &#8220;Unter Freunden&#8221;, ect.<br \/>\nIch habe beim offenen B\u00fccherschrank vor ein paar Wochen, offenbar den ersten Band erwischt und von Martin Suter noch nie etwas gelesen, wohl aber einige Interviews und Lesungen in Leipzig beispielsweise, geh\u00f6rt und da ich ja nicht so gerne Kurzgeschichten habe, habe ich mit dem Lesen etwas gez\u00f6gert, mich jetzt aber doch dar\u00fcber gemacht und es war spannend, sowie eine fremde Welt.<br \/>\nEin bi\u00dfchen was dar\u00fcber kenne ich ja von meinen Supervisionen im Krankenhausbereich, aber die Welt des Managements ist mir nicht so vertraut, da ich mich eher unter Literaten bewege, wo es nat\u00fcrlich auch dieselben Muster gibt und bei den satirischen Geschichten \u00fcber den Literaturbetrieb kenne ich mich auch ein bi\u00dfchen aus.<br \/>\nAlso eine fremde Welt oder eine irgendwie vertraute, auf jeden Fall geht es in den oberen Etagen ziemlich brutal und abgehoben zu und es ist auch eine Welt der M\u00e4nner, die Martin Suter schildert.<br \/>\nDie Frauen der M\u00e4nner in den oberen Etagen kommen, als Hausfrauen und M\u00fctter oder K\u00f6chinnen f\u00fcr die Businessessen bzw. als Sekret\u00e4rinnen vor. Schmieden dann und wann aber auch die sch\u00f6nsten R\u00e4nkelspiele.<br \/>\nSo die Frau hinter Hostettler beispielsweise, von der er sich bei seinen Aufstiegspl\u00e4nen beraten l\u00e4\u00dft und die Idee bekommt, da\u00df er bei der Bef\u00f6rderung zum Mitglied des Direktoriums vielleicht deshalb \u00fcbergangen wurde, weil er zu farblos ist. So redet ihm die sch\u00f6ne Maja, eine vorgespielte Freundin ein, damit Chef Wellauer ihn bef\u00f6rdert, sie h\u00e4tte nichts dagegen, so t\u00e4uscht Hostettler sechs Wochen lang eine Affaire vor und bezieht daf\u00fcr jeden Freitag im Hilton ein Doppelzimmer mit Champagnerimbi\u00df f\u00fcr zwei, bis er sich seiner Sache so sicher ist, das fingierte Sch\u00e4ferst\u00fcndchen abzubrechen und um halb zehn nach Hause f\u00e4hrt. Vor dem Gartentor parkt Wellauers BMW&#8230;<br \/>\nWie Martin Suter bevorzugt M\u00e4nner schildert, die alles f\u00fcr ihre Karriere tun, jahrelang das Firmenego mit Businessanzug, blauem oder wei\u00dfen Hemd und farbiger Krawatte, verk\u00f6rpern um, wenn das Management verlangt, sich am Casual Tuesday so zu kleiden, wie sie sind, verzweifelt im begehbaren Kleiderschrank zu stehen.<br \/>\nEine Welt, wo die M\u00e4nner sich ihren Aufstieg richten, mit den richtigen Leuten sprechen, die falschen ignorieren und auf den jeweiligen Parties im Smalltalk g\u00fcnstige Gelegenheiten suchen, bzw. wochenlang die N\u00e4chte in ihrem B\u00fcro verbringen, um sich f\u00fcr die m\u00f6gliche Bef\u00f6rderung,  die richtigen Chefm\u00f6bel auszusuchen, die den entsprechenden Eindruck machen und sie sich nichts vergeben, um durch das Licht in ihren Zimmer, wo sie doch einen guten Eindruck machen wollten, sich, um die Chance ihres Lebens bringen, denn wenn man schon als Vizedirektor \u00dcberstunden braucht, ist man nicht die richtige Entscheidung&#8230;<br \/>\nHart und brutal die Welt der Macht und farblos die M\u00e4nner zwischen und vor den oberen Etagen, langweilig und gestresst und wenn sie mittels teurer Abschaltkurse, das ver\u00e4ndern wollen, bringen sie es nicht zusammen und schaffen die Entkoppelung nur mit Psychopharmaka&#8230;.<br \/>\nDie Frauen verlieren sie an ihre Chefs oder Konkurrenten und wenn sie nicht aufpassen, werden nicht sie, sondern diese bef\u00f6rdert, obwohl sie alles daf\u00fcr machen, sich beim \u00dcberlebenstraining in die Finger schneiden, durch ungewohnten B\u00e4rlauch Durchfall bekommen, Lehm kneten, einen Unterstand bauen und im Regen \u00fcbernachten, um vom zynischen Chef gesagt zu bekommen &#8220;Ich habe eine schlechte Nachricht, Sie werden es aber \u00fcberleben&#8230;.!&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei &#8220;Business Class&#8221; von Martin Suter &#8220;Geschichten aus der Welt des Managements&#8221;, handelt es sich um ausgew\u00e4hlten Kolumnen des Autors, die in der Weltwoche, ab 1992 erschienen sind. 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