{"id":3227,"date":"2010-04-21T21:42:30","date_gmt":"2010-04-21T19:42:30","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3227"},"modified":"2010-04-21T21:42:30","modified_gmt":"2010-04-21T19:42:30","slug":"rosa-mayreder-buchprasentation","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3227","title":{"rendered":"Rosa Mayreder Buchpr\u00e4sentation"},"content":{"rendered":"<p>In der Musiksammlung der Wien Bibliothek gab es heute die Buchpr\u00e4sentation von Rosa Mayreders &#8220;Zivilisation und Geschlecht&#8221;, ein Lesebuch herausgegeben von Eva Geber.<br \/>\nRosa Mayreder, die 1858 geborene und 1938 verstorbene Frauenrechtlerin, Kulturphilosophin, Librettistin, Schriftstellerin und Malerin ist sicherlich eine interessante Frau, die seit ihrem f\u00fcnfzehnten Lebensjahr Tagebuch, mit dem &#8220;Haus in der Landskrongasse&#8221; ihre Autobiografie schrieb und mit Marie Lang und Auguste Fickert 1893, den allgemeinen \u00f6sterreichischen Frauenverein gr\u00fcndete und f\u00fcr Hugo Wolf, das Libretto f\u00fcr seine Oper &#8220;Der Corregidor&#8221;, schrieb. Deshalb fand die Buchpr\u00e4sentation in der Musiksammlung in der Bartensteingasse statt, da dort gerade eine Ausstellung zum hundertf\u00fcnfzigsten Geburtstag von Hugo Wolf l\u00e4uft, in den &#8220;Loosr\u00e4umen&#8221; einer ehemaligen gro\u00dfb\u00fcrgerlichen Wohnung, also einem sehr interessante Ambiente, in dem ich noch nie war.<br \/>\nRosa Mayreder war mir dagegen schon bekannt, hat doch Hilde Schm\u00f6lzer 2002, bei Promedia, eine Biografie &#8220;Ein Leben zwischen Utopie und Wirklichkeit&#8221; herausgebracht und mir das Buch zum Geburtstag geschenkt, bzw., als wir uns 2000 oder 2001 in dem Gartenh\u00e4uschen der Bruni trafen, davon erz\u00e4hlt.<br \/>\n&#8220;Mayreder nicht Mair\u00f6cker&#8221;, hat sie mir einige Male zugerufen, als ob ich das verwechselt h\u00e4tte. Aber beide Namen waren mir schon damals bekannt und das Buch habe ich, als ich es bekommen habe, gelesen, die bei Mandelbaum erschienene Autobiografie &#8220;Das Haus in der Landskrongasse&#8221; dagegen nicht. Aber das w\u00e4re ohnehin schwierig gewesen, da es mit den Rechten Schwierigkeiten gegeben hat, wie  Michael Baiculescu erz\u00e4hlte, so da\u00df das Buch eingestampft werden mu\u00dfte.<br \/>\nDas ist jetzt vorbei, siebzig Jahre nach dem Tod werden die Rechte freigegeben, so da\u00df Rosa Mayreder wieder erscheinen kann, wenn sie ihre Leser findet und sich die Herausgabe wirtschaftlich tr\u00e4gt.<br \/>\nMit dem von Eva Geber, der Herausgeberin der &#8220;AUF&#8221;, die jetzt bald ihren f\u00fcnfunddrei\u00dfigj\u00e4hrigen Geburtstag hat, herausgegebenen Essayband bzw. Lesebuch wurde ein Anfang gemacht und es gab in den sehr sch\u00f6nen Jugendstilr\u00e4umen ein Gespr\u00e4ch zwischen Eva Geber und Michael Baiculescu.<br \/>\nHilde Schm\u00f6lzer hat ihre Biografie auf den B\u00fcchertisch gelegt und mir von ihrem Vorla\u00df erz\u00e4hlt und Eva Geber erz\u00e4hlte ein bi\u00dfchen was von der radikalen Frauenrechtlerin, die eine schwierige Kindheit hatte, n\u00e4mlich einen patriachalen Vater und eine schwache Mutter, die ein ehemaliges Kinderm\u00e4dchen war und zw\u00f6lf Geschwistern, darunter einige Br\u00fcder, f\u00fcr die die beste Bildung vorgesehen waren und weil sich die kleine Rosa fr\u00fchzeitig f\u00fcr die &#8220;Rechte des Weibes&#8221; interessierte, hat sie mit ihnen Latein und Griechisch gelernt und sp\u00e4ter sehr radikale und freie Ansichten entwickelt, auch wenn sie  manchmal etwas widerspr\u00fcchlich waren.<br \/>\nIm J\u00e4nner 1938 ist sie, zum Gl\u00fcck, wie Eva Geber meinte, gestorben, denn kurz darauf wurden die Frauenvereine ja verboten und es war lange still, um die Rechte der Frau, die erst in den Siebzigerjahren,  wahrscheinlich mit und durch die AUF-Frauenbewegung, eine Renaissance fanden.<br \/>\nEva Geber hat jedenfalls in einer B\u00fccherw\u00fchlkiste ein altes von einem Frauenverein herausgegebenes Buch gefunden, in dem ein Rosa Mayreder Portrait enthalten war und die Frauenbewegung hat die gro\u00dfe Frauenk\u00e4mpferin f\u00fcr sich entdeckt und ihre Werke herausgebracht.<br \/>\nEva Geber las ein Kapitel \u00fcber die &#8220;Rechte des Weibes&#8221;, es gab eine Diskussion, in der gefragt wurde, warum die jungen Frauen so wenig k\u00e4mpfen und dar\u00fcber, ob die Frauen selber schuld an ihrer Unterdr\u00fcckung sind, wo alle lebhaft widersprachen, aber ein bi\u00dfchen stimmt es wahrscheinlich schon, beziehungsweise habe ich die Frauen oft am wenigsten solidarisch erlebt und hatte auch bei Hilde Schm\u00f6lzer, als ich ihr mein neues Buch zeigte, ein bi\u00dfchen das Gef\u00fchl, da\u00df sie es nicht so ernst nimmt, aber es ist sicher schwer, in einer Situation in der das Boot sehr voll ist und der Platz, der einer bleibt  sehr eng und schmal, wenn man da vorw\u00e4rts kommen will, ist es nicht so einfach, die anderen nicht zu \u00fcbersehen.<br \/>\nDanach gab es Brot und Wein, ich habe mich mit Renate Sa\u00dfmann, Hilde Schm\u00f6lzer und einer Stammbesucherin, deren Namen ich nicht wei\u00df, unterhalten und am 6. Mai wird im ersten Wiener Lesetheater Anita C. Schaubs &#8220;Tanzende Rose&#8221;, im Amerlinghaus aufgef\u00fchrt und am n\u00e4chsten Dienstag gibt es im Literaturhaus eine Gedenkveranstaltung zum ersten Todestag von Elfriede Gerstl und vor dem Burgtheater gibt es am Donnerstag, den 29. 4., eine gro\u00dfe Protestverstaltung bez\u00fcglich Amerlinghaus, es ist also auch heute nicht so leicht  und man mu\u00df  ebenfalls viel k\u00e4mpfen, um seine Rechte nicht zu verlieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Musiksammlung der Wien Bibliothek gab es heute die Buchpr\u00e4sentation von Rosa Mayreders &#8220;Zivilisation und Geschlecht&#8221;, ein Lesebuch herausgegeben von Eva Geber. 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