{"id":323,"date":"2008-10-26T00:08:11","date_gmt":"2008-10-25T22:08:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=323"},"modified":"2008-10-26T00:08:11","modified_gmt":"2008-10-25T22:08:11","slug":"vereinsgeschafte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=323","title":{"rendered":"Vereinsgesch\u00e4fte"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag also die j\u00e4hrliche Generalversammlung der Grazer Autoren in der alten Schmiede, deren Mitglied ich seit 1987 bin.<br \/>\nVielleicht ein paar Worte zur Vereinsgeschichte. Die GAV ist der gr\u00f6\u00dfte \u00f6sterreichische Schriftstellerverein, gegr\u00fcndet 1973 in Graz, daher der Name, obwohl sich der Vereinssitz schon lang in Wien in der Rasumovskygasse, dem sogenannten Robert Musil Haus befindet, der sich in den fr\u00fchen Siebzigerjahren vom Pen Club abgespaltet hat und sich als politisch engagiert und von der Ausrichtung vorwiegend experimentell versteht.<br \/>\n1986 habe ich das erste Mal um Aufnahme angesucht, nachdem ich von den Arbeitskreisfrauen, die mein schriftstellerischer Zugang waren, erfahren habe, da\u00df man das machen kann. 1987 wurde ich dann aufgenommen. Seither bin ich leidenschaftliches Mitglied und versuche mich, soviel ich kann, zu engagieren.<br \/>\nSo organisiere ich seit 2001 die traditionelle Veranstaltung zum Tag der Freiheit des Wortes im Gedenken an die B\u00fccherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933 , die Josef Haslinger in den Achtzigerjahren ins Leben gerufen hat und habe f\u00fcr 2009 den dritten Teil einer Frauenlesung mit dem Titel &#8220;Die Mittleren &#8211; Literatur von Frauen&#8221; eingereicht, der Silvia Bartl ja bitter aufgesto\u00dfen ist, weil man heutzutage offenbar immer gleich &#8220;Ich bin der beste!&#8221;, schreien mu\u00df, sonst brauchst du ein neues Design. &#8211; So habe ich 2006 zwar den ersten Teil mit Elfriede Awadalla, Judith Gruber-Rizy, Mechthild Podzeit L\u00fctjen und Marlen Schachinger im Literaturhaus machen k\u00f6nnen. Die Fortsetzung hat dann aber am 14. M\u00e4rz in Vorarlberg stattgefunden, was auch sehr sch\u00f6n war.<br \/>\nIch habe auch drei Veti gegen den Vorschlag zur Nichtaufnahme der neu einreichenden Mitglieder gemacht, weil das jedes Mitglied den Statuten nach kann.<br \/>\nNach dem pl\u00f6tzlichen Tod von Gerhard Kofler 2005 und Heidi Pataki 2006 besteht die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung aus Gerhard Jaschke und Christine Huber, Rolf Schwendter ist der Pr\u00e4sident.<br \/>\nEs gab gleich eine lebhafte Diskussion, vorher habe ich mit Dietmar F\u00fcssel &#8220;Und Trotzdem&#8221; sowie &#8220;Novembernebel&#8221; gegen seinen Roman &#8220;Rindfleisch&#8221; und die Essaysammlung &#8220;M\u00f6rder wie du und ich&#8221; getauscht und Margot Koller aus Salzburg begr\u00fc\u00dft, mit der ich einmal eine gemeinsame Anthologie herausgegeben habe und gelegentlich einen intensiven e-mail Kontakt betreibe.<br \/>\nGeneralthema war, das Budget ist knapp, wir m\u00fcssen sparen, dann ging es schon um die Neuaufnahmen und da gab es diesmal eine ganze Menge Vetis.<br \/>\nIch hatte geglaubt, ich w\u00e4re die Einzige. Weit gefehlt, ich habe mich f\u00fcr drei realistische schreibende Frauen eingesetzt, die der Jury nicht literarisch genug erschienen, es gab aber auch einige experimentelle Schreibergruppen, die ihre Aufnahmeschwierigkeiten hatten und die Grauenfruppe, die zwar nicht abgelehnt wurde, ihres Gruppenstatus aber f\u00fcr Diskussion sorgte. Ein sehr anregender Vormittag. Zu Mittag wollte ich spazieren, beziehungsweise nach Hause gehen, um noch einmal B\u00fccher holen, um sie auch Margot Koller zu zeigen. Bin dann aber mit ihr und mit Ruth Asp\u00f6ck im Cafe Pr\u00fcckl gelandet, wo schon Robert Egelhofer wartete.<br \/>\nAm Nachmittag wurde es noch emotioneller. Margot Koller hatte n\u00e4mlich auch ein Veto eingelegt, mit dem sie aber allein war und hat wutentbrannt die alte Schmiede verlassen, was ich ihr nachf\u00fchlen kann. Denn ich bin im vorigen Jahr mit meinen Vetis auch abgeblitzt. Diesmal hat sich aber Rolf Schwendter meiner Meinung angeschlossen und so hat es f\u00fcr Susanne Schneider und Monika Giller geklappt. Ich lese auch am 12. November mit Monika Giller bei der Frauenlesung in der Galerie Heinrich.<br \/>\nDann rief Ilse Kilic nochmals zum Sparen auf, weil das Geld nicht reicht, der Verein immer gr\u00f6\u00dfer wird, die Subventionen aber nicht mehr.<br \/>\nF\u00fcr 2009 wurden die Veranstaltungen aber noch genehmigt, so da\u00df ich mich an das Organisieren machen kann.<br \/>\nUm halb sieben waren wir dann sehr ersch\u00f6pft, der Kopf hat geraucht und es gab als H\u00f6hepunkt das gemeinsame Abendessen im Gasthaus Pfudl mit K\u00fcrbissuppe, Eiernockerln und Himbeerparfait.<br \/>\nIch bin am Tisch mit Johann Barth, Dietmar F\u00fcssel, Kurt Mitterndorfer, Ruth Asp\u00f6ck und Reinhold Schrappeneder gesessen, sp\u00e4ter ist noch Zdenka Becker dazugekommen und wir haben mit Hans J\u00f6rg Dost, dem ehemaligen Pastor aus der ehemaligen DDR, der jetzt in Murau lebt oder lebte und aufgenommen wurde, als ich 2003 und 2004 in der Neuaufnahmejury gewesen bin, eifrig diskutiert.<br \/>\nRuth Asp\u00f6ck hat uns alle nach dem, was wir gerade schreiben gefragt, was interessant war, bei den Versammlungen aber nicht sehr oft geschieht. Ich habe mich immer etwas dar\u00fcber gewundert, da\u00df die Autoren sowenig \u00fcber die eigene Arbeit sprechen und so habe ich gestern viel gelernt.<br \/>\nUnd die GAV hat die an die 620 Mitglieder. Paul Jaeg, Si.Si.Klocker, Melamar, grauenfruppe, Friederike Schwab, Gerda Sengsbratl, Clemens J. Setz und Peter Ian Waugh sind jetzt auch dabei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag also die j\u00e4hrliche Generalversammlung der Grazer Autoren in der alten Schmiede, deren Mitglied ich seit 1987 bin. Vielleicht ein paar Worte zur Vereinsgeschichte. 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