{"id":3294,"date":"2010-04-29T09:31:11","date_gmt":"2010-04-29T07:31:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3294"},"modified":"2010-04-29T09:31:11","modified_gmt":"2010-04-29T07:31:11","slug":"augenschmaus-und-textvorstellungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3294","title":{"rendered":"Augenschmaus und Textvorstellungen"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch gabs eine Augustin-F\u00fchrung mit Dieter Schrage im Kunstforum Austria &#8220;Augenschmaus-Stilleben \u00fcber das Essen&#8221;.<br \/>\nDie Augustin-F\u00fchrungen, wo Dieter Schrage, der kritische Geist und Denker, der fr\u00fcher Direktor des Museums des zwanzigsten Jahrhunderts in der Liechtensteinstra\u00dfe war, die Leser und die Verk\u00e4ufer des Augustins einmal im Monat zuerst in seinem Museum, nach seiner Pensionierung in andere aktuelle Ausstellungen herumf\u00fchrte, gibt es schon lang und ich bin  ziemlich regelm\u00e4\u00dfig hingegangen, ist ja Eintritt und F\u00fchrung frei, im Liechtensteinmuseum und im Museumsquartier gabs auch einen Kaffee bzw. ein Getr\u00e4nk dazu und \u00fcber den aktuellen Ausstellungsbetrieb Bescheid zu wissen, kann nicht schaden. Inzwischen sind die F\u00fchrungen nicht mehr so regelm\u00e4\u00dfig, weil es Dieter Schrage nicht so gesund ist, in den letzten beiden Augustins war aber der &#8220;Augenschmaus&#8221; angek\u00fcndigt. Da dachte ich zuerst, Stilleben \u00fcbers Essen interessieren mich nicht und habe mich get\u00e4uscht.<br \/>\nObdachlose waren, wie meistens keine da, eher Dieter Schrages Freunde und eine junge Frau, die ihr Baby um den Bauch gebunden hatte.<br \/>\nDas Interessante an der Ausstellung war,  da\u00df die Stilleben nicht chronologisch angeordnet waren, sondern der fl\u00e4mische Fleischmarkt, neben einer Maria Lassnig und Picasso hing, es gab auchamerikanische Videofilme. Begonnen haben die Stilleben mit der fl\u00e4mischen Malerei, wie Dieter Schrage uns erkl\u00e4rte. So hat er uns eine Stunde lang durch die R\u00e4ume herumgef\u00fchrt, dann habe ich mir eine weitere Stunde einen  Essayfilm von Harun Farocki aus dem Jahr 1997 angeschaut, der die fl\u00e4mischen Stillleben mit dem Entstehen von modernen Werbeaufnahmen verband.<br \/>\nDanach war ich in der alten Schmiede, da gab es wieder Textvorstellungen, obwohl im Literaturhaus Lidio Mosca Bustamante gelesen hat, wo ich eigentlich hinwollte, habe mich aber f\u00fcr &#8220;zoomen. zappen. und wasser als roter faden&#8221; mit Karin Invacsisc, Robert Prosser, Lisa Fritsch und Eva Moos, moderiert von Friedrich Hahn entschieden.<br \/>\nDas Thema des Abends hatte Friedrich Hahn dem Buch von Karin Ivancsics &#8220;Mu\u00df das sch\u00f6n sein&#8221; entnommen, es ging mit Ausnahme der zwanzigj\u00e4hrigen Eva Moos, um das nicht lineare Erz\u00e4hlen.<br \/>\nKarin Ivancsics Prosaband aus der Edition der Provinz, enthielt kurze Reisetexte. Sie meinte, da\u00df das Zappen und das Zoomen unser Lebensstil sei, st\u00e4ndig unterwegs in der Welt der Globalisierung und, da sie mit zwei M\u00e4nnern, Sohn und Gatten, lebt, mit vielen Fernsehprogrammen.<br \/>\nDabei waren ihre Texte viel ruhiger, als Robert Prossers ausufernde Prosa &#8220;Strom&#8221;, die ich schon in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur h\u00f6rte. Diesmal gabs Musikuntermalung, Robert Prosser hastete rasant in ge\u00fcbter Poetry Slam Manier mit gro\u00dfen Gesten ausufernd durch sein Buch, da\u00df man nachher atemlos war, weil das, wie er auf die Frage einer Dame antwortete, seinem Stil entspricht.<br \/>\nDanach kam Lisa Fritsch mit ihren bei Sonderzahl erschienenen &#8220;WannenWonnen&#8221;, Prosa \u00fcber Badewannen und das ist ein Buch f\u00fcr mich ist, da ich ja eine Badewannenleserin bin.<br \/>\nLisa Fritsch las die Geschichte von Jean Paul Marat, dem ber\u00fchmten Jakobiner, der in der Badewanne von Charlotte Corday ermordet wurde.<br \/>\nDas war wieder etwas konventioneller, danach kam die linear geschriebene, bei Czernin erschienene Erz\u00e4hlung &#8220;Jemanja&#8221;, der erst zwanzigj\u00e4hrigen Eva Moos, das ist ein Pseudonym, Moos hei\u00dft die ober\u00f6sterreichische Landschaft, aus sie kommt, das Buch wurde aus  Tagebuchnotizen zusammengestellt, unverlangt eingesandt, gleich genommen und handelt von einer sehr leeren Welt.<br \/>\nEine junge Frau geht in ein Dorf, in dem es einen einzigen Einwohner gibt, holt sich von ihm, die Urne ihrer Gro\u00dfmutter, um wochenlang am Meer zu treiben und die Asche anschlie\u00dfend dort zu verstreuen.<br \/>\nDas erinnert nat\u00fcrlich an Cornelia Travnicek, vom Stil ist es aber anders und Friedrich Hahn fragte die junge Frau nat\u00fcrlich nach Helene Hegemann, was noch einmal sehr anders ist.<br \/>\nEin interessanter Abend und viel junges Publikum in der alten Schmiede und meine Reflexion \u00fcber Artikel, Buch und Homepage von Heidemarie Schwermer hat wieder eine intensive Diskussion ausgel\u00f6st. Schade, da\u00df so etwas Harmloses, wie der Versuch mit wenig Geld zu leben und ohne Verlag zu schreiben, soviel Widerspruch erregen kann. Dieter Schrage hat mein Buch aber interessiert angenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch gabs eine Augustin-F\u00fchrung mit Dieter Schrage im Kunstforum Austria &#8220;Augenschmaus-Stilleben \u00fcber das Essen&#8221;. Die Augustin-F\u00fchrungen, wo Dieter Schrage, der kritische Geist und Denker, der fr\u00fcher Direktor des Museums des zwanzigsten Jahrhunderts in der Liechtensteinstra\u00dfe war, die Leser und &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3294\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-3294","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3294"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3294\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}