{"id":3458,"date":"2010-05-18T23:44:19","date_gmt":"2010-05-18T21:44:19","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3458"},"modified":"2010-05-18T23:44:19","modified_gmt":"2010-05-18T21:44:19","slug":"marlen-haushofer-trifft-paul-celan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3458","title":{"rendered":"Marlen Haushofer trifft Paul Celan"},"content":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich nicht wirklich, denn die beiden sind sich, obwohl beide 1920 geboren und 1970 verstorben, soviel man wei\u00df, nie im Leben begegnet. Also nur in einer Lesetheaterveranstaltung im Literaturhaus mit dem Untertitel &#8220;Eine Begegnung jetzt&#8221;, daf\u00fcr aber mit Erni Mangold als Ehrengast, Eva Fillip, Martin Heesch, Harald Jokesch und Friedemann Kluge bestens besetzt. Helga Golinger, die auch noch mitgelesen hat, hat die Dramaturgie gemacht, Renee Kellner die Rauminstallation, Edith Leitner und Malin Joy Porzer haben musiziert und die Bezirksvorstehung hat unterst\u00fctzt, also wahrscheinlich etwas Geld hergegeben.<br \/>\nEine Veranstaltung  bei der es sich lohnte, sehr fr\u00fch hinzugehen, um noch einen Platz zu bekommen und es war auch sehr voll.<br \/>\nEine Collage aus den Texten zwei ber\u00fchmter Dichter, die einen Krieg und h\u00f6chstwahrscheinlich sehr viel Traumatisierung erlebt hatten. Celan der Vernichtungsmachinerie des dritten Reiches gerade noch entkommen, aber trotzdem so verst\u00f6rt, da\u00df er sich 1970 nach zwei Mordversuchen an seiner Frau das Leben genommen hat und Marlen Haushofer, die Tochter eines F\u00f6rsters, die im ober\u00f6sterreichischen Frauenstein geboren wurde, in Wien Germanistik studierte, in Steyr einen Zahnarzt heiratete, sich von ihm scheiden lie\u00df, aber trotzdem weiter in seiner Praxis arbeitete und in Wien von Hans Weigel literarisch gef\u00f6rdert wurde. 1970 ist sie an Krebs gestorben und in ihren Texten wie &#8220;Die Wand&#8221;, &#8220;Die Tapetent\u00fcr&#8221; oder &#8220;Die Mansarde&#8221;, ist wahrscheinlich genausoviel Verst\u00f6rung, wie bei Paul Celan zu finden, auch wenn es ein wenig leiser und vielleicht nicht so auff\u00e4llig ist.<br \/>\nSo sagte mir Ingeborg Reisner auch als erstes, sie k\u00f6nne sich gar nicht vorstellen, wie die beiden zusammenpassen.<br \/>\n&#8220;Ich schon!&#8221;, antwortete ich und war gespannt auf den Abend, der hervorragend aufgebaut war. Die grande dame Erni Mangold sa\u00df in der Mitte, die drei Herren in schwarz hinter oder neben ihr, jeder vor seinem Mikrofon auf einer Bank oder vor einem Tisch und die beiden anderen Frauen an der Rampe,  dann lasen sie und wiederholten auch die Texte, so da\u00df schwer auseinanderzuhalten war, was jetzt von wem war und woraus die Texte stammten.<br \/>\nMarlen Haushofers &#8220;Wand&#8221; habe ich erkannt und auch die Stelle von dem kleinen Vogel zu dem die Mutter nicht mehr kommt und vielleicht auch ein paar Zitate und die Gedichte waren von Celan, hat mir Helga Golinger sp\u00e4ter gesagt, die mir keine genauere Auskunft geben wollte.<br \/>\nEs war aber beeindruckend und sehr gut aufgef\u00fchrt. Ein bi\u00dfchen habe ich auch mitgeschrieben, wie zum Beispiel, &#8220;Ich habe nur ein begrenztes Talent zum Schreiben aber innerhalb dieser Grenzen habe ich es zur Meisterschaft gebracht&#8221; und dann die Stelle, wo Marlen Haushofer h\u00f6chstwahrscheinlich Schwierigkeiten mit dem Schlafen hat oder &#8220;Der Tod ist nichts, was man f\u00fcrchten mu\u00df, nur die Schmerzen entw\u00fcrdigen den Menschen!&#8221;<br \/>\nEine sehr beeindruckende fiktive Begegnung der beiden gro\u00dfen Dichter, ein bi\u00dfchen mehr Information woraus die Texte stammen, h\u00e4tte zwar nicht geschadet, man kann und soll das Ganze aber vielleicht auch nachlesen und ich habe ja einen Gedichtband von Paul Celan und von  Marlen Haushofer, die Biografie von der Daniela Strigl.<br \/>\nDanach war es noch nicht aus, obwohl sich alle verbeugten und die Ehreng\u00e4stin auch verschwand, denn kurz vor der T\u00fcr, wo man zum Buffet gelangte, gingen die Schauspieler auf einmal im Kreis und begannen erneut die Texte zu rezitieren und im Hintergrund lief ein Film in dem die meisten Texte noch einmal projiziert wurden und zwei Schauspieler, ein Mann und eine Frau, sich mit Sesseln hinter eine Glasfassade zur\u00fcckzogen und Menschen liefen mit schnellen Schritten eine Stra\u00dfe hinab.<br \/>\nDanach verbeugten sich nochmals alle, au\u00dfer Erni Mangold und das Buffet wurde er\u00f6ffnet.<br \/>\nSilvia Bartl ging, obwohl ja au\u00dfer Dienst, mit dem G\u00e4stebuch herum, ich habe mich lange mit Susanne Schneider unterhalten, Elfriede Haslehner begr\u00fc\u00dft, die Zetteln zu meinen zwei n\u00e4chsten Veranstaltungen verteilt und Rolf Schwendter schon vorher etwas zu dem Rainer Kunze Gespr\u00e4chsbuch gefragt, was sich auf ein Interview mit Wolfgang Kraus und Zitate bez\u00fcglich der Erich Fried Gesellschaft bezogen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich nicht wirklich, denn die beiden sind sich, obwohl beide 1920 geboren und 1970 verstorben, soviel man wei\u00df, nie im Leben begegnet. 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