{"id":3562,"date":"2010-05-30T00:09:00","date_gmt":"2010-05-29T22:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3562"},"modified":"2010-05-30T00:09:00","modified_gmt":"2010-05-29T22:09:00","slug":"festveranstaltungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3562","title":{"rendered":"Stadtfestliteratur"},"content":{"rendered":"<p>Vom Alltag zu den Festveranstaltungen, die dieses Wochenende  besonders reichlich stattgefunden haben. So war das Highlight das  Stadtfest der Volkspartei in der Innenstadt und das ist heuer mit einer  eigenen Literaturb\u00fchne im Schweizerhof abgelaufen.<br \/>\nDas Stadtfest, das im ersten Bezirk auf verschiedenen B\u00fchnen stattfindet, besuche ich ja manchmal, wenn ich am Wochenende in Wien bin. Da gibts  immer Musik, politische Diskussionen, Stra\u00dfengaukler, Stelzengeher und auch immer etwas was verteilt wurde, wie ein Gem\u00fcsedrink und Gourmetzelte gibt es auch.<br \/>\nDas habe ich Samstag nur rudiment\u00e4r mitbekommen, hatte ich ja das Programm der Literaturb\u00fchne eingesteckt und das hat f\u00fcr mich ja eine  Anziehungskraft. Zwar habe ich vorgehabt, mir auch das andere anzusehen, beispielsweise, wenn Andreas Unterweger aus &#8220;Wie im Siebenten&#8221; liest, denn den habe ich ja schon im Amerlinghaus geh\u00f6rt und so bin an den Kindern mit den gelben Luftballons und den Windr\u00e4dern vorbei in den Schweizerhof gegangen, hab mich zuerst  auf den Boden gesetzt, bis einer der grauen Hocker frei wurde, mit dem man sich an einen der Tische anlehnen konnte. Thomas Glavinic hat gerade gelesen, bzw. wurde er von Klaus Zeyringer zu den Wienschaupl\u00e4tzen in seinen B\u00fcchern interviewt.<br \/>\n&#8220;Wien Schreiben&#8221; hie\u00df sein Thema und das war interessant, habe ich da erfahren, da\u00df nicht alle Romane des Grazers in Wien spielen. Der &#8220;Kameram\u00f6rder&#8221; sowieso nicht, denn der spielt am Neudiedlersee, aber &#8220;Wie man leben soll&#8221;, in einer fiktiven Provinzstadt und erst die &#8220;Arbeit der Nacht&#8221; in Wien.<br \/>\nDa rennt der Held Jonas in seiner Panik der letzte Mann der Welt zu sein durch Wien und das kann oder konnte man im Internet nachgehen und &#8220;Das bin doch ich&#8221; auch. Da hatte ich ja eine Zeitlang den Verdacht, da\u00df der Autor in der Krongasse leben k\u00f6nnte. Obs stimmt wei\u00df ich noch immer nicht, hat Thomas Glavinic doch betont, da\u00df er bei dem vordergr\u00fcndig so biografischen Inhalt bewu\u00dft seine Adresse nicht preis gibt und das &#8220;Leben der W\u00fcnsche&#8221;  spielt wieder in einer ungenannten Stadt, obwohl der Held ja Jonas, wie der Wiener Stadtl\u00e4ufer hei\u00dft.<br \/>\nDanach kam Andreas Unterweger, ich hatte meinen Hocker gefunden und beschlo\u00dfen das Stadtfest sein zu lassen und mich mit der Literatur im Schweizer Hof zu begn\u00fcgen und das war ohnehin abwechslungsreich. Zogen doch st\u00e4ndig Reisegruppen mit ihren F\u00fchrern durch oder betraten die Schatzkammer und in der Kapelle fand eine Taufe oder etwas \u00c4hnliches statt.<br \/>\nAndreas Unterweger las bis auf ein Kapitel dasselbe, wie im Amerlinghaus und hat sein Baby mitgehabt, Friedrich Achleitner war schon zu sehen, Mieze Medusa und Markus K\u00f6hle, der als n\u00e4chstes an die Reihe kam.<br \/>\nDer Moderator von Radio Wien betonte, da\u00df Wien liest mehr mit Wienb\u00fcchern am 27. Stadtfest angesagt sei, fragte das Publikim, ob es wegen der Literatur gekommen sei und Markus K\u00f6hle stellte  &#8220;Dorfdefektmutanten&#8221;, einen Heimatroman vor, der allerdings in Tirol spielt und von einem Hausmeister in einem Raststadl handelt. Dazwischen gab es einen  Literaturquiz, wo man ein Erfrischungst\u00fcchlein der \u00d6BB gewinnen konnte und auch ein bi\u00dfchen Poetryslam. Genau, wie bei Mieze Medusa, die gemeinsam mit Jan Kossdorff unter dem Titel &#8220;Donauweiber und Sunnyboys&#8221; als n\u00e4chstes an die Reihe kam und das war ein bi\u00dfchen seltsam. Stellte der Moderator doch beide als die Herausgeber des Erz\u00e4hlbandes &#8220;How I fucked Jamal&#8221; vor und Mieze Medusa, die das korrigierte, deutete ihre Freude an, sozusagen als halbe Alibifrau beim Stadtfest auserkoren zu sein. Warum sie  ihr &#8220;Freischnorcheln&#8221; gemeinsam im Duett mit den Sunnyboys&#8221; pr\u00e4sentierte, ist nicht klar, wenn es ein Zeitproblem gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte ein Duett Poetry Slam mit Markus K\u00f6hle ja viel besser gepasst.<br \/>\nBeide B\u00fccher habe ich schon von den erotischen N\u00e4chten bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; gekannt. Dann wurde es immer voller und eine beherzte junge Frau schob den Tisch weg, um sich mit ihrer Familie draufzusetzen, so da\u00df das Sitzen auf dem Hocker ein wenig schwierig wurde.<br \/>\nIch blieb trotzdem, danach kam Friedrich Achleitner, der am Sonntag glaube ich seinen achtzigsten Geburtstag feierte und daher letzte Woche viel in \u00d61 zu h\u00f6ren war und seine Texte sind sehr interessant. Hat das  Mitglied der Wiener Gruppe eine sehr realistische konkrete Sprache mit einer feiner Ironie und das war in den vorgelesenen Wien Bildern gut zu sp\u00fcren. Es ging immer wieder um Leberk\u00e4sesemmeln, obwohl die Spenderleber ja erst beim Star des Abends Wolf Haas angek\u00fcndigt war. Da sollte es um Backhendl und um Klachlsuppe gehen. Wolf Haas las den Beginn von &#8220;Komm s\u00fc\u00dfer Tod&#8221; in Verbindung mit der Spenderleber, danach den von &#8220;Silentium&#8221; da gings um Bier und Salzstangerln&#8221;,  Wien ist auch nicht das gro\u00dfe Thema und am Schlu\u00df &#8220;Der Brenner und der liebe Gott&#8221;. Wolf  Haas erz\u00e4hlte zwischendurch sehr launig von den Fehlern in seinen B\u00fcchern und dem Songcontest, da hatte er ein Autogramm der Gewinnerin im Buch und zeigte es her.<br \/>\nDann wurden Leberk\u00e4sesemmeln verteilt und es war ein intensives Detail des Wiener Stadtfestes, das interessanterweise von einer Grazer Agentur organisiert worden war, obwohl ich das Meiste au\u00dfer Markus K\u00f6hles Roman schon gekannt habe und wieder merken konnte, welche Wirkung, die total stilisierte Sprache von Wolf Haas hat, die ja eigentlich bl\u00f6d ist, denn ein Primar schaut nie wie ein Baby aus, die Leute lachen aber.<br \/>\nDanach traf ich den Alfred am Naschmarkt, wo im Rahmen der Wiener Festwochen eine lange Nacht im Paradiesgarten mit vielen Konzerten und einer anschlie\u00dfenden Reinigungsperformance mit gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck stattfand.<br \/>\nAber da brummte schon der Kopf von den vielen Veranstaltungen, so da\u00df ich nur einen Gspritzten getrunken habe und l\u00e4nger die Gruppe &#8220;Ret Marut&#8221;, des ersten Punkbandgr\u00fcnders der DDR und etwas k\u00fcrzer Ernst Molden auf der B\u00fchne Fisch geh\u00f6rt habe, der am Vormittag im Klassik Treffpunkt angek\u00fcndigt war.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Alltag zu den Festveranstaltungen, die dieses Wochenende besonders reichlich stattgefunden haben. So war das Highlight das Stadtfest der Volkspartei in der Innenstadt und das ist heuer mit einer eigenen Literaturb\u00fchne im Schweizerhof abgelaufen. Das Stadtfest, das im ersten Bezirk &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3562\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-3562","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3562","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3562"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3562\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3562"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3562"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}