{"id":3640,"date":"2010-06-10T00:57:53","date_gmt":"2010-06-09T22:57:53","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3640"},"modified":"2010-06-10T00:57:53","modified_gmt":"2010-06-09T22:57:53","slug":"freiheit-des-wortes-2010","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3640","title":{"rendered":"Freiheit des Wortes 2010"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_3646\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-190102.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3646\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-190102.jpg?w=300\" alt=\"Vor der Lesung I\" title=\"Vor der Lesung I\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-3646\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3646\" class=\"wp-caption-text\">Vor der Lesung I<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_3647\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-190313.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3647\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-190313.jpg?w=300\" alt=\"Vor der Lesung II\" title=\"Vor der Lesung II\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-3647\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3647\" class=\"wp-caption-text\">Vor der Lesung II<\/p><\/div>\n<p>Die GAV Veranstaltung im Gedenken an die B\u00fccherverbrennung der Nationalsozialisten hat heuer am 9. Juni am Uni Campus stattgefunden. Urspr\u00fcnglich fand die in den Achtzigerjahren von Josef Haslinger eingef\u00fchrte GAV Veranstaltung  im legend\u00e4ren HS 1 im NIG statt,  einmal im Parlament und ein paar Male in K\u00e4rnten. Danach ist sie ein paar Jahre unterm Tisch gefallen, bis ich sie bei einer GV reklamierte, dann hat sie Petra Ganglbauer im Jahr 2000 organisiert, ich 2001 mit gro\u00dfen Schwierigkeiten mit Konstantin Kaiser, der sie 2002 machen sollte, gemacht hat sie dann Rolf Schwendter mit dem Lesetheater,  dann lange Zeit ich im Literaturhaus. Voriges Jahr habe ich mich, nachdem das mit dem Literaturhaus schwierig wurde und die GAV beschlossen hatte, da\u00df man nur mehr eine Veranstaltung organiseren soll, f\u00fcr die Frauenlesung  entschieden, so da\u00df die Veranstaltung Vorstandssache und von Petra Ganglbauer und G\u00fcnther Vallaster mit den Themen Scheinfreiheit &#8211; Sprachverrohung &#8211; Zensur in den Juni und in den Uni Campus verlegt wurde.<\/p>\n<div id=\"attachment_3648\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-190439.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3648\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-190439.jpg?w=300\" alt=\"Vor der Lesung III\" title=\"Vor der Lesung III\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-3648\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3648\" class=\"wp-caption-text\">Vor der Lesung III<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_3649\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-191641.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3649\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-191641.jpg?w=300\" alt=\"\" title=\"Einleitung Vallaster \/ Ganglbauer\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-3649\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3649\" class=\"wp-caption-text\">Einleitung Vallaster \/ Ganglbauer<\/p><\/div>\n<p>Auch sonst war vieles andere. Keine alphabetische Reihenfolge, die Texte in drei Bl\u00f6cke gegliedert. G\u00fcnter Vallaster und Petra Ganglbauer moderierten abwechselnd, es gab Brot und Wein und die Sitze im H\u00f6rsaal waren \u00e4u\u00dferst unbequem, da sie noch einem alten AKH H\u00f6rsaal zu entstammen schienen, w\u00e4hrend die Fassade darum sehr modern war. Es war nicht so viel Publikum da, obwohl im Standard sehr gut angek\u00fcndigt, aber einige Autoren, so habe ich mit Waltraud Haas, die ja meistens zu dieser Veranstaltung kommt, geplaudert, mit Ludwig Laher und Bettina Balaka. Zwanzig Autoren standen auf dem Programm. Janko Ferk und Bruni Langthaler haben abgesagt und Andrea Stift ist aus irgendeinen Grund nicht gekommen. Es gab einen B\u00fcchertisch und eine lange Danksagung an die Helfer und Sponsoren. Dann ist es mit dem Zensurblock losgegangen und da war Ruth Asp\u00f6cks Text zur B\u00fccherverbrennung interessant. Fr\u00fcher war ja immer die Frage, ob man eigene Texte oder Texte der verfolgten Autoren lesen soll und es war auch immer eine interessante Mischung. Diesmal waren es eigene Texte. An die B\u00fccherverbrennung hat nur Ruth Asp\u00f6ck erinnert und auch plastisch den Platz und den Ort beschrieben, wo sie stattgefunden hat. Am 10. Mai 1933 in verschiedenen deutschen Universit\u00e4tsst\u00e4dten, die nationalsozialistischen Lehrer haben das organisiert und die B\u00fccher aus Bibliotheken, Gesch\u00e4ften oder Wohnungen gepl\u00fcndert und Oskar Maria Graf, der dabei vergessen wurde, hat zwei Tage sp\u00e4ter in der Wiener Arbeiterzeitung, den ber\u00fchmten Artikel &#8220;Verbrennt mich&#8221; ver\u00f6ffentlicht und soll, wie Ruth ausf\u00fchrte, 1943 in Amerika den Tag der Freiheit des Wortes zum Gedenken an die B\u00fccherverbrennung angeregt haben.<br \/>\nBettina Balaka, die die Lesereihe er\u00f6ffnete, hat aus ihrem neuen Buch eine Stelle von einem russischen Genetiker gelesen, der unter Stalin hingerichtet wurde, weil der beschlo\u00dfen hat, da\u00df es keine Gene geben darf, weil der sozialistische Mensch ein Produkt seiner Erziehung ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_3650\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-212441.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3650\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100609-212441.jpg?w=300\" alt=\"Eva Jancak\" title=\"Eva Jancak\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-3650\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3650\" class=\"wp-caption-text\">Eva Jancak<\/p><\/div>\n<p>Dann folgte Adelheid Dahimene, die ich noch nie beim Tag der Freiheit des Wortes geh\u00f6rt habe, aber von ihrer Lesung in Klagenfurt 1996 kenne, mit einem Text, der sich gegen das narrative Schreiben und den Zwang, der auf die Autoren ausge\u00fcbt wird, spannende Texte zu verfassen richtete. Helmut Rizy schrieb \u00fcber einen Journalisten, der die sexuelle Ausbeutung von Arbeiterinnen aufdeckte, nur leider konnte der Chefredakteur das Manuskript nicht brauchen, weil die Firma, in der sich das abspielte, zu den besten Inserenten z\u00e4hlte. Tomas Havliks Text war experimentell und hat sich mit der Werbung auseinandergesetzt. Danach kam die Sprachverrohung mit Texten von Gerhard Jaschke, Ludwig Laher, Margret Kreidl,  Richard Wall und Nikolaus Scheibner. Ludwig Laher pr\u00e4sentierte eine Untersuchung, die aufzeigte, wie fehlerhaft und verhunzt, die Texte \u00f6sterreichischer Autoren in Schulb\u00fcchern dargestellt werden. Margret Kreidl hatte ein groteskes St\u00fcck mit einem Westenmaler und einen Grinshorn und Nikolaus Scheibners Sprachverrohung habe ich nicht ganz verstanden, w\u00e4hrend sich Richard Wall nach dem Motto &#8220;Der Machtlosen kann sich jeder bedienen, f\u00fcr die M\u00e4chtigen gilt stets die Unschuldsvermutung&#8221;, mit Asylwerbern auseinandersetzte.<br \/>\nNach der Pause kam der Block mit der  &#8220;Scheinfreiheit&#8221;, wo sich alle anderen Texte widerfanden.<br \/>\n&#8220;Meine K\u00e4tzin Murana&#8221;, die gut in einen H\u00f6rsaal passt, aber auch Julya Rabinowichs Sketch \u00fcber das j\u00fcdische Theater auf der Praterstra\u00dfe, den sie mit Magdalena Knapp Menzl vortrug. Gerda Sengstbratl las Ausz\u00fcge aus ihrem noch nicht erschienenen Roman &#8220;Einer ist hier schon verr\u00fcckt geworden&#8221;, wo es auch um das Leben ohne Papiere geht.  Peter Pessl besch\u00e4ftigte sich mit den tibetischen M\u00f6nchen, Helga Pregesbauer zitierterte aus Zeitungstexten den schlechten Umgang mit der Vergangenheitsbew\u00e4ltigung, der ihr, wie ich aus der Lesung im Read!!!ingroom wei\u00df, ein gro\u00dfes Anliegen ist, Doron Rabinovici brachte eine Satire \u00fcber das Parlament und Semier  Insayif  hatte ein langes melodisches Gedicht. Am Schlu\u00df gabs noch ein Video von Gertrude Moser-Wagner, die auch die  Plakate und die Postkarten machte, die Ruth Asp\u00f6ck sehr gefallen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die GAV Veranstaltung im Gedenken an die B\u00fccherverbrennung der Nationalsozialisten hat heuer am 9. Juni am Uni Campus stattgefunden. 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