{"id":3695,"date":"2010-06-20T21:03:08","date_gmt":"2010-06-20T19:03:08","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3695"},"modified":"2010-06-20T21:03:08","modified_gmt":"2010-06-20T19:03:08","slug":"ausflug-in-den-bohmerwald","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3695","title":{"rendered":"Ausflug in den B\u00f6hmerwald"},"content":{"rendered":"<p>Das Wochenende war wieder Alfreds Wandergruppe angesagt. Sladky 16 hei\u00dft das, glaube ich, im internen Jargon. Denn Peter Sladky war Alfreds Mathematik- und Turnlehrer im St. P\u00f6ltner Gymnasium, der mit seinen Sch\u00fclern in den Siebzigerjahren Wanderwochen machte und das auch medial auf- und vorbereitet hat.<br \/>\nUm 2000 ist er in Pension gegangen und hat diese Idee wieder aufgelebt, das hei\u00dft, die ehemaligen Sch\u00fcler zu einem Diaabend eingeladen und  dann mit ihnen, ihren Frauen und Kindern zu Sladky 1 auf die hohe Veitsch aufgebrochen.<br \/>\nWeil das erfolgreich war, gibt es inzwischen die Juni und die Augustwanderung und einen Diaabend dazwischen gibt es auch. Die im Juni ist immer auch ein bi\u00dfchen der Kultur gewidmet, so sind wir Freitagmittag in den B\u00f6hmerwald aufgebrochen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100619-082924.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100619-082924.jpg?w=300\" alt=\"\" title=\"20100619-082924\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3700\" \/><\/a><\/p>\n<p>Geplant hat die Wanderung ins Gratzener Bergland,  Benno aus Karlstift, der beim Geburtstagstreffen im J\u00e4nner die wesentlichen Punkte vorgestellt hat.<br \/>\nWir sollten uns am Freitagabend in der Pension Lesnova Zofin auf der Terrasse einfinden, wo man in dem kleinen Teich vor dem Haus schwimmen kann. Weil  die Tschechen aber schon Ferien haben, wurde es  nichts mit dem Quartier, so hat Benno in der Nebelsteinh\u00fctte reserviert und wir haben uns, wie geplant um sechs in Harbach vor dem Moorbad getroffen.<br \/>\nDa war dann schon etwas von dem Gesundheitstourismus im m\u00e4rchenhaften Waldviertel zu sehen, Kurg\u00e4ste sind vorbeigewalkt oder geskatet und langsam kamen auch die Teilnehmer an. Absagen wurden bekannt gegeben. So kam Otto Lambauer wegen seines Knies nicht, Christa hatte Zahnbeschwerden, Dunky und Anni sind irgendwie verlorengegangen u.u.u.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100619-100054.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100619-100054.jpg?w=300\" alt=\"\" title=\"20100619-100054\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"alignright size-medium wp-image-3701\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um halb sieben sind wir auf die Nebelsteinh\u00fctte des \u00f6sterreichischen Alpenvereins, vom Parkplatz in gut f\u00fcnf Minuten zu erreichen, Bergschuhe unn\u00f6tig, bei dem Berg der 1000m ist, aber Ausgangspunkt eines Weitwanderwegs,  ein gro\u00dfes Gipfelkreuz mit einer Aussichtswarte gibt es auch und vor der H\u00fctte eine Trib\u00fcne, die aussieht, wie das Revue genannte Kunstwerk auf dem Fritz Gr\u00fcnwaldplatz in Mariahilf, aber wirklich eine solche ist, denn das Waldviertler Hoftheater macht hier im Sommer Station und Felix Mitterer  hat ein St\u00fcck mit dem Titel &#8220;Nebelstein&#8221; geschrieben, so weit die Kultur, die im Form des Programmheftes in der H\u00fctte auflag. Am 7. Juli geht es los. Der Wirt hofft, da\u00df das Wetter h\u00e4lt, bzw. sch\u00f6ner wird, denn dieses Wochenende war es das nicht sehr, wirklich geregnet hat es aber nicht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100619-100405.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100619-100405.jpg?w=300\" alt=\"\" title=\"20100619-100405\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3702\" \/><\/a><\/p>\n<p>So ist es am Samstag \u00fcber die tschechische Grenze losgegangen und wir sind nach Buchers, einer ehemaligen deutschen Siedlung losgwandert. Im Gratzener Bergland gab es fr\u00fcher Glash\u00fctten und Orte, die durch die politischen Wirren abgetragen wurden. Jetzt ist das Grenzgebiet wieder offen und ein sehr sch\u00f6nes Naturschutzgebiet ist es auch. In Tschechien kann man auf den Fortstra\u00dfen radfahren und in Buchers, steht eine Kirche ohne Dach, die wieder errichtet werden soll. Wir sind an sehr sch\u00f6nen Blumen und orangen Schmetterlingen vorbei zu einem einsamen Gasthaus gewandert, wo es gebackenen K\u00e4se, Rehschnitzel, Obstkn\u00f6del, Mohnnudeln und viele Kinder gab und auf den zweith\u00f6chsten Berg der Gegend namens Myslivna, 1040 m.<br \/>\nDa kamen uns die Mountainbyker entgegen und am Abend war der Wirt in der Nebelsteinh\u00fctte sauer, weil er keine G\u00e4ste hatte.<br \/>\nHeute ging es dann nach Hojna Voda, das ist ein Ort mit einer sch\u00f6nen Kirche und einem Heilbrunnen und auf einen sch\u00f6nen Kletterweg zum  Kravni  Hora mit Aussichtssturm.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100620-093319.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/20100620-093319.jpg?w=300\" alt=\"\" title=\"20100620-093319\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"alignright size-medium wp-image-3703\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum Mittag waren wir  in dem Sophienschlo\u00df und haben den Teich gesehen. Geweihe, Auerh\u00e4hne und Marder gab es ausgestopft in dem Lokal zu bewundern. Rehmedaillons mit Kroketten und Brombeeren um hundertachtzig Kronen haben wir gegessen und als Nachspeise Obstkn\u00f6del mit Topfen, sehr exquisit. Dann sind wir in die Bezirksstadt Nove Hrady gefahren und haben die Burg besichtigt.<br \/>\nZwar kamen wir zu der deutschsprachigen F\u00fchrung zu sp\u00e4t, so haben sie uns eine Mappe mit dem deutschen Text in die Hand gedr\u00fcckt und eine junge Frau hat uns blaue Schlapfen gegeben, uns in die verschiedenen Zimmer gef\u00fchrt, die Bilder, die alten M\u00f6beln und die Namen der Familie, die die Burg errichtet und bewohnt haben, erkl\u00e4rt.<br \/>\nSchade, da\u00df meine Gro\u00dfmutter, die vom B\u00f6hmerwald nach Wien gekommen ist, ihr Tschechisch nicht an ihre Kinder weitergegeben hat, so da\u00df ich nichts verstanden habe.<br \/>\nDanach sind wir mit einem Zwischenstopp in Harland nach Wien zur\u00fcckgekommen. Die Wanderung war sehr einfach, die Gegend aber wundersch\u00f6n, auch wenn es ein bi\u00dfchen kalt gewesen ist. Sehr viel Geschichte in kurzer Zeit, ein bi\u00dfchen Einblick in die tschechische Vergangenheit und das Waldviertel mit seiner M\u00e4rchen und Mythenwelt haben wir so nebenbei auch ein bi\u00dfchen mitbekommen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wochenende war wieder Alfreds Wandergruppe angesagt. Sladky 16 hei\u00dft das, glaube ich, im internen Jargon. 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