{"id":3718,"date":"2010-06-23T18:37:02","date_gmt":"2010-06-23T16:37:02","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3718"},"modified":"2010-06-23T18:37:02","modified_gmt":"2010-06-23T16:37:02","slug":"filmplakate-fanny-elsler-geburtstag-worter-see-und-bachmannpreiseroffnung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3718","title":{"rendered":"Filmplakate, Fanny El\u00dfler, W\u00f6rter.See und Bachmannpreiser\u00f6ffnung"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten beide Tage hatten es in sich, gestern habe ich zwischen meinen Stunden mein Schreibmaterial hervor- und umger\u00e4umt, so will ich Ulrich Greiners &#8220;Leseverf\u00fchrer&#8221; nochmals lesen und habe auch mein Expose ziemlich umgestellt.<br \/>\nDie Fritzi Jelinek bekommt eine f\u00fcnf Frauengenerationsgeschichte zum Lektorieren als Diplomarbeit, der Pilot ist der Freund ihres Vaters, die Beziehung zu dem polnischen Priester Janucz hat sie selbst, die Mails des D\u00e4nen Jan, den sie bei einem Auslandsaufenthalt kennenlernte, bekommt sie auch und das Ganze hat den bezeichnenden Titel &#8220;Absturzgefahr&#8221;.<br \/>\nSo weit war ich gestern Abend, bevor ich mich ins Metro Kino aufmachte, denn da wurde das Buch &#8220;Filme malen. Der Wiener Plakatmaler Eduard Paryzek&#8221; von der Wien Bibliothek vorgestellt und anschlie\u00dfend gab es eine Filmnacht mit drei Filmen aus den Vierziger und F\u00fcnfzigerjahren.  Das war sehr interessant, eine mir bisher unbekannte Welt und der Film &#8220;Der Schu\u00df durchs Fenster&#8221; mit einem noch sehr jungen Gunther Philipp als Kriminalanw\u00e4rter, hat mir auch gut gefallen.<br \/>\nHeute hatte ich keine Stunden, so habe ich einen Tagesfahrschein entwertet und bin mit meinem schwarzen Notizbuch herumgezogen. Von Neuwaldegg bis zum Schafbergbad, dort habe ich meine Handlung noch einmal erweitert und Notizen f\u00fcr die erste Szene gemacht, mit der ich demn\u00e4chst beginnen werde. Vorher habe ich ein interessantes Telefongespr\u00e4ch geh\u00f6rt, dessen S\u00e4tze &#8220;Meine Zeit l\u00e4uft ab&#8221;, vielleicht in meinen Texten Einklang finden. Ich bin dann noch mit der U1 nach Leopoldau gefahren und bis zur Donauinsel zur\u00fcck, um bis zur U 6 zu gehen und bei den Vorbereitungen zum Donauinselfest, das dieses Wochenende stattfinden wird, zuzusehen. Um drei bin ich in den Richard Waldemar Park zum kleinen Fest zum zweihundertsten Geburtstag der T\u00e4nzerin Fanny El\u00dfler  zurechtgekommen. Was bedeutete, da\u00df Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg mit zwei anderen Frauen in sch\u00f6nen &#8220;Wilde Weiber-Leiberln&#8221; Haydn mit Ba\u00df- und Querfl\u00f6ten spielten und Monika Korvin charmant und spritzig Fanny El\u00dflers biographische Daten las, die vor zweihundert Jahren, um sechs Uhr fr\u00fch im Haus Hofm\u00fchlgasse 17 geboren wurde. Ein interessantes Rechercheprogramm, bei dem ich  Traude Veran getroffen habe, danach habe ich mich entschlo\u00dfen, nach Haus zu fahren und bis zum Beginn der Bachmannpreiser\u00f6ffnung meine Sachen zu ordnen und der ORF scheint den Bachmannpreis auch dazu zu ben\u00fctzen, Daten seines \u00d6 1 Literaturwettbewerbes W\u00f6rter.See bekanntzugeben.<br \/>\nDenn da gab es einen Literaturwettbewerb an dem unter F\u00fcnfunddrei\u00dfigj\u00e4hrige teilnehmen durften und da wurden im Kulturjournal zuerst Allgemeinpl\u00e4tze \u00fcber das, was die \u00f6sterreichische Literatur angeblich sein soll, n\u00e4mlich schlecht, verlautbart, bevor sich die Juroren dar\u00fcber wunderten, wie vielf\u00e4ltig und gro\u00dfartig die Texte waren. 164 wurden eingereicht, zw\u00f6lf davon ausgew\u00e4hlt, neun  wird der ORF im Juli senden, damit die Radioh\u00f6rer, die das noch nicht wissen, erfahren k\u00f6nnen, wie interessant \u00d6sterreichs junge Literatur ist. Kurt Flesch, Jessica Lind und Magda Woitzuck sind unter anderen dabei.<br \/>\nUm zwanzig Uhr drei\u00dfig gabs dann den Livestream der Bachmannpreiser\u00f6ffnung, wo man zuerst die Menge im ORF Theater sitzen sah, dann gings  los mit der etwas unwilligen Bemerkung des Rundfunkdirektors, da\u00df es Wichtigeres, als Fu\u00dfball g\u00e4be, danach begr\u00fc\u00dfte man die Menge und bat Platz zu nehmen.<br \/>\nDie Begr\u00fc\u00dfungsreden der wichtigen Herren, die allesamt beteuerten sich selbstverst\u00e4ndlich sehr f\u00fcr Literatur zu interessieren und gro\u00dfe Leser zu sein, folgten und Willy Haslitzer bot das rote Telefon an, wenn man etwas brauchen w\u00fcrde und z\u00e4hlte  alles auf, wor\u00fcber er etwas sagen k\u00f6nne, bevor er wieder eines der B\u00fccher, wie schon gewohnt,  Michaela Mondschein schenkte. Diesmal war es Gernot Wolfgrubers &#8220;Auf freien Fu\u00df&#8221; aus dem Residenzverlag, als der noch etwas war.  Inzwischen ist er es schon wieder und Wolfgang Lorenz hielt eine launig zynische Rede \u00fcber den Zustand der Welt und, da\u00df die Jugend sich schon l\u00e4ngst in die second World verabschiedet und das Lesen verlernt h\u00e4tte. Aber das Lesen braucht man auch beim E-Mailschreiben und ob ich das, was schreibe per Tastendruck versende oder in den Postkasten schmei\u00dfe, ist egal.<br \/>\nKarlheinz Miklin spielte mit seinem Jazztrio, dann kam Sybille Lewitscharoffs Rede \u00fcber das Scheitern und die war etwas seltsam, da ich mir mit den Zynismen schwer tue und alles ernst zu nehmen pflege. So hatte ich es nicht leicht, das Scheitern von Jesus, Hiob, dem Chef der deutschen Wehrmacht Wilhelm Bodewin Keitel und dem japanischen Dichter Yukio Mishima, in einen Topf zu werfen und als dann noch der Vorschlag kam, alle zehn Jahre, zehn Dichter zum Lesen einzuladen und die neun Verlierer anschlie\u00dfend zu erw\u00fcrgen, habe ich das nicht lustig gefunden, obwohl es wahrscheinlich eine Parodie gewesen ist. Eine Kritik an die Veranstalter, die ihren tollen Wettbewerb schon sehr abgehoben loben.<br \/>\nDanach kam die Auslosung der Lesereihefolge, Burkhard Spinnen hat  noch ein Lob auf die Fernseher ausgesprochen, diese gro\u00dfartige Minderheit, die sich krankschreiben l\u00e4\u00dft, nur um das Bachmannlesen anzuh\u00f6ren und dann noch zwischendurch seine Meinung in die Blogs stellt.<br \/>\nIch tue das, fernsehen  nicht, weder die Bachmannpreis\u00fcbertragung noch das Fu\u00dfballspiel.<br \/>\n&#8220;1:0 f\u00fcr Deutschland!&#8221;, rief Clarissa Stadler zwischendurch aus, das dann auch w\u00e4hrend des Gartenfestes \u00fcbertragen wurde.<br \/>\nJetzt folgen wieder ein paar dichte Tage der deutschsprachigen Literatur f\u00fcr eine Nichteingeladene. Dank Internet kann ich zwischendurch meinen Praxisbetrieb machen und am Freitag zum klinischen Mittag gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten beide Tage hatten es in sich, gestern habe ich zwischen meinen Stunden mein Schreibmaterial hervor- und umger\u00e4umt, so will ich Ulrich Greiners &#8220;Leseverf\u00fchrer&#8221; nochmals lesen und habe auch mein Expose ziemlich umgestellt. 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