{"id":3816,"date":"2010-07-06T00:36:31","date_gmt":"2010-07-05T22:36:31","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3816"},"modified":"2010-07-06T00:36:31","modified_gmt":"2010-07-05T22:36:31","slug":"sommerschreiben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3816","title":{"rendered":"Sommerschreiben"},"content":{"rendered":"<p>Die sogenannten Profischreiber bekommen f\u00fcr ihre Schreibprojekte Stipendien oder Stadtschreiberposten, Josef Haslinger in Mainz, Anni B\u00fcrkl in Wiesbaden, Cornelia Travnicek zieht im August nach Italien und ich habe meine Sommerfrische um zwei Wochen verschoben,  f\u00fcr die zwei kommenden Wien Wochen aber gro\u00dfe Pl\u00e4ne und meine Praxistage nach wie vor nur Montag und Dienstag eingeteilt. Denn ein neues Projekt steht an, der neue gro\u00dfe Roman und das l\u00e4uft bis jetzt erstaunlich gut.<br \/>\nAm vorletzten Mittwoch habe ich nach einem Recherchetag, die ersten zweieinhalb Seiten geschrieben, am Freitag darauf korrigiert, bis letzten Samstag liegengelassen und ins Harlander Wochenende Louise Doughty &#8220;Ein Roman in einem Jahr&#8221; mitgenommen und da ist der Groschen gefallen.<br \/>\nNach dem Verfassen des Jubil\u00e4umsartikel, wollte ich meine zweite Szene schreiben, habe die erste aber in zwei Anl\u00e4ufen auf neun Seiten erweitert, einen gro\u00dfen Teil des Plots vorausgeplant und am Montag zwischen ziemlich vielen Stunden, die zweite Szene verfa\u00dft.<br \/>\nVierzehn Seiten Rohkonzept habe ich bis jetzt, ich bin wirklich schnell, habe aber einen  gro\u00dfen Handlungsrahmen, so da\u00df ich meinen Vorsatz das n\u00e4chste halbe Jahr  daran zu schreiben, vielleicht wirklich ausf\u00fchren kann und vom &#8220;Roman in einem Jahr&#8221; an den &#8220;Nanowrimo&#8221; anschlie\u00dfen. Wenn ich dann noch was zu schreiben habe, k\u00f6nnte ich  den letzten Teil eingeben, ist zwar nicht regelkonform, aber da das ohnehin niemand kontrolliert.<br \/>\nIch qu\u00e4le mich trotz meiner Schreibbesessenheit ja meistens mit dem Schreiben, der innere Zensor &#8220;Das wird nicht gut, es ist ja schon alles gesagt!&#8221;, ist st\u00e4ndig da und setzt nie aus. Damit habe ich mich, glaube ich, schon besch\u00e4ftigt, als ich noch in die Stra\u00dfergasse gegangen bin.<br \/>\nEs ist schon alles hundertmal geschrieben und wenn man in die Buchhandlungen geht oder nach Frankfurt f\u00e4hrt, liegen die B\u00fccher zu tausenden herum. Die nochmalige Lekt\u00fcre von &#8220;Ein Roman in einem Jahr&#8221;, hat aber wahre Schleusen ge\u00f6ffnet, n\u00e4mlich die Idee geboren, wirklich mit meinem Romanprojekt das n\u00e4chste halbe Jahr lustvoll schwanger zu gehen und die Ideen wachsen zu lassen. Soviel Neues habe ich nat\u00fcrlich nicht, einen achtundachtzigj\u00e4hrigen Gro\u00dfvater, eine Mutter, eine Tochter, einen Flugzeugabsturz, Mails, einen polnischen Priester und dann noch den Roman &#8220;Das Haus im Gr\u00fcnen&#8221; zu dem Fritzi Jelinek das Textcoaching macht. Den mu\u00df ich auch schreiben und damit durch Wien gehen oder an der Traisen Radfahren und meine Personen mit dem, was ich dort sehe und h\u00f6re beleben.<br \/>\nDann gibt es noch ein paar Schreiblernb\u00fccher, deren nochmalige Lekt\u00fcre, ich mir vorgenommen habe. Den James N. Frey habe ich schon sehr oft gelesen, komme aber nicht recht klar mit ihm, nat\u00fcrlich man braucht ein Stufenkonzept, einen Anfang, eine Mitte und ein Ende, wozu man eine Pr\u00e4misse braucht, verstehe ich aber nicht. Er f\u00fchrt zwar sehr energisch Beispiele daf\u00fcr an an, eines davon ist &#8220;Lolita&#8221;, was ich erst vor kurzem gelesen habe und da w\u00e4re die Pr\u00e4misse, gro\u00dfe Liebe f\u00fchrt zum Tod, das habe ich beim Lesen aber anders verstanden und eher die Traumatisierung Nabokovs durch den Krieg und die Emigration aus Ru\u00dfland als Triebfeder gesehen.<br \/>\nDie Idee in die Welt meiner Figuren abzutauchen ist irgendwie neu f\u00fcr mich, meistens fehlt das spielerische Element und das, glaube ich, pl\u00f6tzlich zu haben, denn ich denke jetzt st\u00e4ndig, ich brauche nur das, was ich sehe, beschreiben und schon habe ich Material genug.<br \/>\nAlso auf in einen wundersch\u00f6nen Schreibesommer, das passt ja zuf\u00e4llig sehr gut. Als ich &#8220;Lore und Lena&#8221; geschrieben habe, war ich zwar auch in einem Rauschzustand, bin aber in der Personenentwicklung steckengeblieben, aber genau das  Um- und Weiterschreiben, mit dem ich  bisher Schwierigkeiten hatte, habe ich jetzt vor. Mal sehen, wie es mir gelingt.<br \/>\nEigentlich wollte ich diesen Artikel &#8220;Schreibeb\u00fccher&#8221; nennen, denn da habe ich noch was am Schlafzimmertisch liegen. &#8220;Das N\u00e4hk\u00e4stchen erfolgreichen Schreibens&#8221; von dieser Cornelia Goethe Akademie beispielsweise, das ich einmal in Leipzig oder Frankfurt bekommen habe. Das ist aber auch nicht besonders erbauend, weil ich es schon ein paarmal durchgelesen habe und das, was drin steht, bereits wei\u00df. Alfred hat mir zum letzten Geburtstag Manfred Hagels &#8220;Die eigene literarische Stimme finden mit kreativen Schreibideen von Dada bis zur amerikanischen Moderne&#8221; geschenkt, das ich weggelegt habe, weil ich dachte, das ist nichts f\u00fcr mich.<br \/>\nWill ich ja nicht, wie James Joyce zu schreiben \u00fcben, im Lehrgang f\u00fcr Sprachkunst habe ich aber von Robert Schindel geh\u00f6rt, tut man das auch und so denke ich, kann es nicht sehr schaden, in diesem Sommer das Buch zu lesen, ob ich dann \u00fcbe oder nicht, ist egal, ich mu\u00df es ja nicht und die \u00dcbungen vom vorigen Schreibprojekt aus Bonni Goldbergs &#8220;Raum zum Schreiben&#8221; habe ich auch nicht gemacht. Die k\u00f6nnte ich mir also  nach Harland oder in die Slowakei mitnehmen, wenn ich mit dem Schreiben nicht weiterkomme. Am Faszinierensten scheint mir aber in die eigenen Figuren abzutauchen und mit ihnen zu experimentieren.<br \/>\nAn sich ist am schnellen Schreiben ja nichts falsch, darum werden mich schon manche beneiden und wenn ich nicht so schnell sein will, kann ich mit meinen Krimis und Sommerb\u00fcchern immer noch in die Badewanne abtauchen oder, wie in den n\u00e4chsten zwei Wochen, am Abend auf den Karlsplatz ins Kino unter Sternen gehen. Davon komme ich gerade, deshalb erfolgt dieser Beitrag auch so fr\u00fch und habe mir  &#8220;Bevor Sunrise&#8221; angesehen, was auch sehr inspirierend ist. Wenn man auf www.kinountersternen.at geht, bzw. alles sechzehn Stationen des Filmes nachwandert, bekommt man ein T-Shirt geschenkt. Das wei\u00df ich nicht, ob ich das tue, die drei freien Tage der n\u00e4chsten Woche habe ich aber f\u00fcr Stadtspazierg\u00e4nge eingeplant und vor mir ist ein junger Mann gesessen, der die letzten zwei Monate von Bregenz nach Wien gegangen ist und das, als sehr inspirierend empfunden hat. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die sogenannten Profischreiber bekommen f\u00fcr ihre Schreibprojekte Stipendien oder Stadtschreiberposten, Josef Haslinger in Mainz, Anni B\u00fcrkl in Wiesbaden, Cornelia Travnicek zieht im August nach Italien und ich habe meine Sommerfrische um zwei Wochen verschoben, f\u00fcr die zwei kommenden Wien Wochen &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3816\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-3816","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3816\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}