{"id":3923,"date":"2010-07-22T13:35:36","date_gmt":"2010-07-22T11:35:36","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=3923"},"modified":"2010-07-22T13:35:36","modified_gmt":"2010-07-22T11:35:36","slug":"sommerlocher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3923","title":{"rendered":"Sommerl\u00f6cher"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"http:\/\/texteundtee.wordpress.com\/2010\/07\/20\/rezensent-und-was-sich-dafur-halt\/\">Rezensentendiskussion bei Anni B\u00fcrkls &#8220;Texte und Tee&#8221;<\/a> , die meine beiden diesbez\u00fcglichen Kommentare inzwischen freigegeben hat, wof\u00fcr ich herzlich danke, gibt Anla\u00df die eventuellen Sommerl\u00f6cher auf dem Land zwischen Faulenzen, Radfahren und \u00fcber seinem Text br\u00fcten aufzuf\u00fcllen, denn die Diskussion wirft manche widerspr\u00fcchliche Frage auf, zeigt, wie heikel das Thema ist und wie schwer es f\u00e4llt, damit umzugehen. Anni B\u00fcrkl fordert ein &#8220;Mindestma\u00df an K\u00f6nnen, Kenntnis von Literatur, Professionalit\u00e4t, Objektivit\u00e4t und Sachlichkeit f\u00fcrs Rezensieren&#8221;, sagt aber auf <a href=\"http:\/\/leselustfrust.wordpress.com\/2010\/07\/19\/anni-burkl-ausgetanzt\/\">&#8220;Leselustfrusts&#8221;<\/a> Frage nicht, was darunter zu verstehen ist, was das Ganze schwierig macht, denn wenn man nicht wei\u00df, was man falsch macht, kann man sich nicht verbessern. Ein Literaturstudium braucht man f\u00fcr das Besprechen der B\u00fccher, die man gelesen hat, glaube ich, nicht.<br \/>\nIm Gegenteil, ist das ja einer der Vorz\u00fcge des Internets, da\u00df es jedem erm\u00f6glicht seine Meinung zu sagen, nat\u00fcrlich mu\u00df das unter fairen Bedingungen geschehen. Objektiv und sachlich, ja, aber die Subjektivit\u00e4t ist nat\u00fcrlich nicht auszugrenzen und ich halte mich da als Psychologin an die psychologischen Regeln, die man jeder guten Kommunikation empfiehlt.<br \/>\n&#8220;Leselustfrust&#8221; hats ohnehin angef\u00fchrt. Wenn mir ein Buch nicht gefallen hat, sage ich &#8220;Das und das hat mir nicht gefallen!&#8221; und vielleicht noch dazu &#8220;weil &#8230; oder was genau&#8221; und nicht &#8220;Das ist ein schlechter Autor!&#8221; und f\u00fcr den Autor gilt es umgekehrt. Das ist auch das, was man in den Schreibseminaren lernt und da hat mich Anni B\u00fcrkl vor einem Jahr durch ihre Feedbacktips, als Frau Heidegger den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/30\/traumtinte\/\">&#8220;Wundersch\u00f6ner Tintentraum&#8221;<\/a> als &#8220;f\u00fcrchterlichen Kauderwelsch&#8221; bezeichnet hat, sehr beeindruckt.<br \/>\nUnd wenn ich von einem Leser h\u00f6re &#8220;Das und das ist schlecht&#8221;, aber alle anderen halten es f\u00fcr gelungen, ist es wahrscheinlich seine pers\u00f6nliche Meinung und ich kann es vergessen. Sagen mir aber f\u00fcnf ungef\u00e4hr das Gleiche, tue ich sehr gut daran, es mir in meinem Text anzusehen. Nat\u00fcrlich entscheidet der Autor, was er mit der Kritik anf\u00e4ngt, ob sie passt oder nicht. Aber ich denke, jeder Autor, jede Autorin ist gut beraten zuzuh\u00f6ren und sollte nicht beleidigt sein.<br \/>\nDas ist leicht gesagt und schwierig durchzuf\u00fchren, denn wir alle sind empfindlich und wenn ich ein Jahr oder wie lange auch immer, \u00fcber einen Text gesessen bin und dann kommt irgendwer daher, der vielleicht nicht einmal qualifiziert erscheint und fegt mit einem Handstrich dar\u00fcber, ist das nicht leicht. Ich sage nicht, da\u00df das bei &#8220;Leselustfrust&#8221; so war, die hat die psychologischen Kriterien und da sie auch Schreiberatgeber und \u00fcbers <a href=\"http:\/\/leselustfrust.wordpress.com\/2009\/09\/13\/stephan-porombka-kritiken-schreiben-ein-trainingsbuch\/\">Rezensieren<\/a> liest, auch das fachliche Know how. Trotzdem sollte man beim Kritisieren vorsichtig sein, denn man kann leicht treffen.<br \/>\nDas nehme ich mir zumindest zu Herzen, weil ich selber schreibe und wei\u00df, was man damit anrichten kann. Ich habe lernen m\u00fcssen, damit umzugehen, es f\u00e4llt mir wahrscheinlich immer noch nicht leicht, aber ich habe nichts davon, wenn ich Kritik verbiete, dann h\u00e4lt der andere vielleicht den Mund, aber ich wei\u00df nicht, was ich besser machen k\u00f6nnte. Deshalb sind kritische Leser wichtig und die B\u00fccherblogs mit den engagierten Lesern, auch wenn sie nicht Literatur studiert haben und ich tue als Autorin gut daran zuzuh\u00f6ren und nicht gekr\u00e4nkt zu sein.<br \/>\nDas das schwer ist, sieht man an den Gro\u00dfen. So war ich, 2001 wird das gewesen sein, in der Alten Schmiede bei einer Lesung von Daniel Kehlmanns &#8220;Der fernste Ort&#8221;. Da waren ein paar Studenten, also Fachpublikum, die den Autor in der Diskussion mit kniffeligen Fragen angegegriffen haben, der hat einen roten Kopf bekommen und sich bem\u00fcht sehr freundlich &#8220;Ich freue mich, da\u00df Sie sich so sehr f\u00fcr meine Literatur interessieren&#8221; zu antworten, bis es dem Mann, der neben mir gesessen ist, zuviel geworden ist und er sich lautstark emp\u00f6rend, so was wie &#8220;Raunzt nicht kaufts und dar\u00fcber brauchen wir nicht reden!&#8221;, forderte und Kurt Neumann die Diskussion abbrach, was mich sehr wunderte.<br \/>\nIm &#8220;Literarischen Leben der Dora Faust&#8221;, habe ich das in einer Szene verwendet und wenn ich mich nicht irre, ist es das Buch, das Anni B\u00fcrkl von mir kaufte. Das nur als Bonmot. Ich denke, es ist toll, da\u00df es so viele Leserbesprechungen gibt, das Wort &#8220;Laienrezension&#8221; erscheint mir nicht passend, weil ich denke, da\u00df es ein R\u00fcckschritt ist, zu fordern, da\u00df nur jemand mit einem Studium etwas zu einem Buch sagen darf, da\u00df das sogar gef\u00e4hrlich w\u00e4re. Gut, da\u00df es nicht so ist und da\u00df, wie ich in der Zeitschrift &#8220;Datum&#8221; gelesen habe, inzwischen zweihunderttausend \u00d6sterreicher bloggen und durchaus etwas zu sagen haben.<br \/>\nAls Helmuth Sch\u00f6nauer &#8220;Das Haus&#8221; besprochen hat, hat er sich &#8220;Leselustfrusts&#8221; Besprechung angesehen und gelobt, da\u00df es pro gelesenen Buch eine Besprechung geben kann und, da\u00df es mit den professionellen Besprechern auch nicht so einfach ist, steht in den Kommentaren zu Anni B\u00fcrkls Artikel.<br \/>\nDa schreibt Frau Dr. Schramm, da\u00df manche Rezensenten nur die Verlagsprospekte abschreiben und diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Also freuen wir uns \u00fcber die engagierten Leser, die ihre Meinung sagen. Ob ich das jetzt Rezension oder Meinung nenne, ist egal, weil man ohnehin sieht, ob es auf einem privaten Blog oder in der FAZ erscheint und da wird es m\u00f6glicherweise Unterschiede im Ausbildungs- und Erfahrungsgrad des Rezensenten geben.<br \/>\nAber wenn eine f\u00fcnfhundert B\u00fccher gelesen und besprochen hat, versteht sie was davon und da ist die sogenannte Qualit\u00e4t des Lesestoffes gar nicht so wichtig. Nat\u00fcrlich lesen die durchschnittlichen B\u00fccherblogger oft was anderes, als in den Buchpreislisten steht und es interessiert mich auch nicht alles, was sie lesen.<br \/>\nAber wenn einer zweihundert qualifizierte Besprechungen seiner Mickey  Mouse oder beispielsweise, weil ich das selber gern gelesen habe, Courths-Mahler B\u00fccher liefert, w\u00e4re das interessant, auch wenn die sogenannten Profis st\u00f6hnen.<br \/>\nAlso lassen wir die Leser lesen, was ihnen gef\u00e4llt. Bei einem Satz von 20 % Analphabeten, die unsere Schulen angeblich produzieren, sollten wir uns \u00fcber die freuen, die freiwillig und gern B\u00fccher in Blogs besprechen, Challenges und Blogparaden dar\u00fcber veranstalten und ich finde es beachtlich, wenn jemand ein zweites Buch einer Autorin liest, wenn ihr das erste nicht gefallen hat, kann das nicht masochistisch finden und wundere mich, da\u00df Anni B\u00fcrkl auf diese Idee kommt.<br \/>\nFreuen wir uns \u00fcber die Leser und wenn die einmal \u00fcbertreiben und vielleicht unqualifizierte Urteile abgeben, kann man ja dar\u00fcber reden.<br \/>\nSo hat diese Diskussion sicher das Interesse f\u00fcr &#8220;Ausgetanzt&#8221; geweckt. &#8220;Wer hat nun recht?&#8221; &#8220;Ist es ein gutes oder schlechtes Buch?&#8221; So werden die Bestsellerlisten ja gemacht, schade finde ich nur,  da\u00df sich eine Leserin von &#8220;Leselustfrust&#8221; dadurch entschlossen hat, das Buch nicht mehr zu kaufen, denn vielleicht h\u00e4tte es ihr gefallen.<br \/>\nBevor ich mich in meine Romanwelt hineinbegebe, habe ich gestern, wenn auch nur irrt\u00fcmlich, eine Einladung zu einem Sommerfest von Ditha Brickwell nach Berlin erhalten und Berlin ist ja eine sehr literarische Stadt, in der die meisten Wenderomane spielen, von denen ich gerade einen lese, mache Autoren ihre literarischen Agenturen haben und ich ein paarmal, lang lang ist her, Kerstin Hensel besucht habe und Werner Gr\u00fcner hat auch angerufen und, da er mich eingeladen hat, die Er\u00f6ffnungsrede bei der Ausstellung zu zwanzig Jahre Lesetheater im Bezirksamt Landstra\u00dfe zu halten, meine Sommerfrische um einen Tag verk\u00fcrzt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rezensentendiskussion bei Anni B\u00fcrkls &#8220;Texte und Tee&#8221; , die meine beiden diesbez\u00fcglichen Kommentare inzwischen freigegeben hat, wof\u00fcr ich herzlich danke, gibt Anla\u00df die eventuellen Sommerl\u00f6cher auf dem Land zwischen Faulenzen, Radfahren und \u00fcber seinem Text br\u00fcten aufzuf\u00fcllen, denn die &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=3923\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-3923","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3923","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3923"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3923\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}