{"id":4109,"date":"2010-08-18T21:15:54","date_gmt":"2010-08-18T19:15:54","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4109"},"modified":"2010-08-18T21:15:54","modified_gmt":"2010-08-18T19:15:54","slug":"diesseits-von-eden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4109","title":{"rendered":"Diesseits von Eden"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Diesseits von Eden&#8221; habe ich beim letzten Gewinnspiel auf <a href=\"http:\/\/www.dietmarfuessel.com\/\">Dietmar F\u00fcssels Autorenseite<\/a> gewonnen. Denn dahin bin ich vor ca zwei Jahren \u00fcber das Autorenlexikon des Autorenhausverlages gekommen und mache seither regelm\u00e4\u00dfig bei den Gewinnspielen mit und habe auch ziemlich oft etwas gewonnen, denn der 1958 in Wels geborene und in Ried im Innkreis als Schriftsteller, L\u00e4ufer und Bibliothekar lebende Dietmar F\u00fcssel, aktualisiert jedes Monat seine Homepage, stellt eine Gewinnfrage und gibt an den Ersten, der sich meldet, eines seiner B\u00fccher oder eine Literaturzeitschrift, in der ein Text von ihm enthalten ist, aus. So habe ich auf diese Art und Weise schon fast alle seiner B\u00fccher, das bei Resistenz erschienene <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/13\/rindfleisch\/\">&#8220;Rindfleisch&#8221;<\/a> habe ich hier besprochen und den Gedichtband <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/04\/lyrik-bade-session\/\">&#8220;Unterwegs&#8221;<\/a>.<br \/>\nEs gibt auch noch ein Kinderbuch &#8220;Gelsomina&#8221;, das nicht habe und Ver\u00f6ffentlichungen von &#8220;Log&#8221; bis &#8220;Rampe&#8221;, denn Dietmar F\u00fcssel ist sehr flei\u00dfig, schreibt derzeit an einem historischen Roman, gewinnt gelegentlich einen kleineren Literaturpreis und berichtet jedes Monat \u00fcber sein Schreiben.<br \/>\nIch habe ihn \u00fcber den ober\u00f6sterreichischen Literaturpreis zur Arbeitswelt kennengelernt, wo ich in den Achtzigerjahren eifrig teilnahm, nie etwas gewonnen habe, aber einmal in die engere Auswahl gekommen bin und 1987 an der Schreibwerkstatt teilgenommen habe. In dieser Zeit hat er einen der Hauptpreise gewonnen und seither ist mir sein Name bekannt, sp\u00e4ter hat er einmal bei der von mir organisierten Lesung im Literaturhaus &#8220;Zustand und Abstand&#8221; zur Pr\u00e4sentation der \u00d6sterreichausgabe der deutsprachigen belgischen Literaturzeitschrift &#8220;Krautgarten&#8221;, die ich 1991  mit Arthur West herausgegeben habe, gelesen.<br \/>\nDann ist der Kontakt abgerissen, 2008 habe ich ihn \u00fcber die Gewinnspielschiene wieder aufgenommen und ihn seither  bei den GAV GVs gesehen. Am Anfang habe ich immer etwas gewonnen, dann weniger, ich hatte die B\u00fccher auch schon, den Roman &#8220;Diesseits von Eden&#8221; h\u00e4tte ich aber gern gehabt, geht es darin ja um einen erfolglosen Schriftsteller und das interessiert mich sehr. Leider war ich, als er ausgeschrieben war, nicht die Erste und Dietmar F\u00fcssel hat ihn, weil er auch verkaufen mu\u00df, nur einmal verlost. Aber jetzt habe ich ihn bekommen, weil es beim vorletzten Gewinnspiel Schwierigkeiten mit der Gewinnfrage gegeben hat. Gefragt war etwas anderes, als man glaubte und dann war ich nur die zweite, aber jetzt hat es geklappt und ich halte Dietmar F\u00fcssel f\u00fcr einen der flei\u00dfigen Schreiber, die unerm\u00fcdlich vor sich hinschreiben und deren B\u00fccher in den kleinen Verlagen, in denen sie erscheinen, nicht sehr wahrgenommen werden. Dar\u00fcber habe ich schon vor ein paar Tagen geschrieben und da mich das nicht so erfolgreiche Schreiben, weil ich selbst davon betroffen bin, sehr interessiert, habe ich den Roman gleich gelesen, er ist aber anders als ich dachte. N\u00e4mlich eine Satire und Eden ist eine kleine Stadt , die einmal Waldburg hie\u00df, sich aber durch den reichen Onkel aus Amerika, 1925 von \u00d6sterreich abtrennte, an der Grenze einige Schutzw\u00e4lle errichtete und jetzt laufen die Bewohner in Fu\u00dfballdressen herum und es gibt einen Denunizanten namens Willy und einen Kulturstadtrat, der sehr faul ist und weder sein Amt noch die Bibliothek jemals betreten hat und einen Stadtratsvorssitzenden, der \u00fcber alles wacht und seine B\u00fcrger zur Strafe in die Psychiatrie einweisen l\u00e4\u00dft. Es gibt auch keine technischen Ger\u00e4te im sch\u00f6nen Eden, nur einen stinkenden Wecker, weil man nicht faul sein darf, obwohl das offenbar die meisten sind und auch einen Ha\u00df auf die Ausl\u00e4nder jenseits von Eden. Trotzdem gibt es eine Ausschreibung f\u00fcr einen Stadtschreiberposten, die zwar offenbar ein Irrtum war, die Hans Pribil gewinnt, weil der Stadtratsvorsitzende gerne Experimente macht. So wird er vom Kulturstadtrat pers\u00f6nlich abgeholt, der ihm verspicht, da\u00df man in der Zeit seiner Abwesenheit die Miete seiner Wohnung bezahlt und weil die Bewohner von Eden alle Ausl\u00e4nder hassen, wird er von zwei Irrenw\u00e4rtern begleitet und ein Besserungskomitee, das aus dem Pfarrer, der Nutte und dem Denunizanten besteht, gibt es auch.<br \/>\nHans Pribil, der nach Eden seinen Computer nicht mitnehmen durfte, bekommt auch keine Gelegenheit zu Lesungen und soll nach Willen des Stadtratsvorsitzenden sein sch\u00f6nes Amt nicht mehr verlassen, so spaziert er mit den Irrenw\u00e4rtern in der Stadt herum, besucht die Bibliothek, in der es dreitausendmal dasselbe Buch mit nur drei Kapiteln gibt, n\u00e4mlich der Geschichte, wie der Staatsgr\u00fcnder den idealen Staat gegr\u00fcndet hat, sein Leben und noch eine philosphische Abhandlung dar\u00fcber. Da Hans Pribil eher phlegmatischer Natur ist, passt er sich der Diktatur an, was dem Stadtsratvorsitzenden wieder nicht recht ist, so da\u00df er zwar zu keinen Lesungen, aber zu \u00f6ffentlichen Reden kommt und mit seinen Gleichnissen, die dummen B\u00fcrger so gut unterh\u00e4lt, da\u00df ihn der Stadtratsvorsitzende doch ausreisen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nWas auch nicht gut geht, hat man doch seinen Pa\u00df vernichtet und die Miete seiner Wohnung nicht bezahlt, so da\u00df der Computer und die ganzen Manuskripte verschwunden sind, der Phlegmatiker zum Toben beginnt und dem Gericht, die Geschichte von der Diktatur in Eden erz\u00e4hlt, die man ihm nicht glaubt. So wird er in den Steinhof eingewiesen und h\u00f6rt zu schreiben auf.<br \/>\nSoweit die Satire. Die Geschichte ist fl\u00fc\u00dfig erz\u00e4hlt und man kann sie auf vielf\u00e4ltige Weise deuten. Der Vergleich zu der DDR dr\u00e4ngt sich auf, aber auch der Ausl\u00e4nderha\u00df und gewisse Parolen der F Partei und nat\u00fcrlich l\u00e4\u00dft es sich als Satire \u00fcber den Literaturbetrieb Schreiben verstehen. Vielleicht ist es das Manko des Romans, das er sich nicht eindeutig festlegen l\u00e4\u00dft, so da\u00df man am Ende ein wenig ratlos zur\u00fcckbleibt, sich beim Lesen  gut unterhalten, aber nicht wirklich viel Neues wei\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Diesseits von Eden&#8221; habe ich beim letzten Gewinnspiel auf Dietmar F\u00fcssels Autorenseite gewonnen. 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