{"id":4123,"date":"2010-08-19T16:09:11","date_gmt":"2010-08-19T14:09:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4123"},"modified":"2010-08-19T16:09:11","modified_gmt":"2010-08-19T14:09:11","slug":"doris-kloimstein-und-hochsicherheitszone","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4123","title":{"rendered":"Zu Doris Kloimstein durch die Hochsicherheitszone"},"content":{"rendered":"<p>Heute habe ich mich mit Doris Kloimstein, der Ehrenobfrau der literarischen Gesellschaft von St. P\u00f6lten und Etcetera Begr\u00fcnderung im Cafe Schubert, der ehemaligen Schubert Buchhandlung getroffen.<br \/>\nDie 1959, in Linz geborene, kenne ich aus der Zeit, als wir in St. P\u00f6lten wohnten, da bin ich einmal zu einer Regionalversammlung der IG Autoren in das ehemalige Neugeb\u00e4ude gegangen und kann mich an eine GV im Literaturhaus erinnern, wo wir gemeinsam mit dem Zug zur\u00fcckgefahren sind. Doris Kloimstein, die wie sie sagt, von der Musik herkommt und auch, glaube ich, Theaterwissenschaft studiert hat, jedenfalls hat sie am Landestheater von St. P\u00f6lten gearbeitet, ist eine sehr offene Person und auch sehr engagiert, in der Litges beispielsweise, die sich einmal, glaube ich,in ihrer Wohnung befunden hat, sie ist PEN Mitglied und hat einige B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht. Das Heftchen &#8220;Stricharten&#8221; beispielsweise, das sie mir einmal zu meinem literarischen Geburtstagsfest in der Reinprechtsdorferstra\u00dfe mitbrachte, dann gibt es noch die &#8220;Fingers\u00e4tze&#8221;.<br \/>\nDann hat sie in Ruth Asp\u00f6cks Edition den Roman &#8220;Kleine Zehen&#8221; herausgebracht, der sehr interessant ist, wird da n\u00e4mlich eine Karriere nach unten beschrieben. Ich habe es zu einer Zeit gelesen, als ich noch Rezensionen f\u00fcr Thalia schrieb, die das im Kleinverlag Erschienene nat\u00fcrlich nicht ver\u00f6ffentlichte, so habe ich den Text Ruth Asp\u00f6ck gegeben, die ihn sehr interessant gefunden hat und ihn der Rezension von Mechthild Podzeit- L\u00fctjen f\u00fcr den Schriftstellerverband, die etwas weniger damit anfangen konnte, gegen\u00fcberstellen wollte.<br \/>\nZu der geplanten Diskussionsveranstaltung ist es aus finanziellen Gr\u00fcnden  nicht gekommen und Doris Kloimstein hat sich auch von der LitGes zur\u00fcckgezogen. Ist nach Brasilien gegangen, um dort Schulprojekte zu veranstalten, da sind die in der Edition Innsalz die Erz\u00e4hlungen &#8220;Blumenk\u00fcsser&#8221; erschienen, die ich mit ihr w\u00e4hrend eines Vorbereitungstreffen zu Ruth Asp\u00f6cks Radkarawane getauscht habe. Denn auch da ist Doris Kloimstein dabei gewesen und hat, glaube ich, in Krems aus den &#8220;Kleinen Zehen&#8221; gelesen.<br \/>\nEin kleines Problem hatte ich mit ihr auch, das mich damals sehr getroffen hat, so konnten die &#8220;Wiener Verh\u00e4ltnisse&#8221;, die ich ihr 2000 f\u00fcr eine Rezension gab, nicht in Ecetera besprochen worden, wegen Eigenverlag und so und weil dann alle kommen k\u00f6nnten&#8230;<br \/>\nDiese Vorurteile haben sich, wie ich hoffe, inzwischen etwas ver\u00e4ndert, so hat Robert Eglhofer den Wiener Stadtroman daf\u00fcr besprochen, erschienen ist es wenigstens im Internet und in dem Vierviertelheft gibt es das sch\u00f6ne Interview von mir, wo es auch um meine Ver\u00f6ffentlichungen geht.<br \/>\nJetzt leitet Doris Kloimstein die Fachstelle f\u00fcr Ehe und Familie der Pastoralen Dienste der Di\u00f6zese St. P\u00f6lten und ist sehr erfolgreich damit, literarisch ist sie, wie sie mir erz\u00e4hlte, aber immer noch im musikalischen Bereich t\u00e4tig, so schreibt sie an einer Erz\u00e4hlung \u00fcber Schuberts &#8220;Lazarus&#8221;.<br \/>\nWas sehr spannend war und \u00fcberhaupt war diese literarische Begegnung im Rahmen meines Sommerfrischenprogramms sehr interessant, denn im Schanigarten des Cafe Schuberts zu sitzen ist Stadtflanerie pur. Ich leiste mir das ja nicht sehr oft, bzw. habe ich das Cafe \u00fcberhaupt das erste Mal betreten. Doris Kloimstein ist mehrmals von vorbeigehenden Bekannten gegr\u00fc\u00dft worden, eine Dame, die ich vom St. P\u00f6ltner Osterspaziergang kenne, war auch dabei. St. P\u00f6lten ist ein Dorf, aber wenn ich mit der Anna auf die Mariahilferstra\u00dfe gehe, passiert mir das auch. Interessanterweise f\u00fchrten sehr viele Leute ihre kleinen Rassehunde aus, die sich dann energisch ankl\u00e4fften. Danach bin ich  zum Lutz gefahren, denn da sollte es angeblich zum Jubil\u00e4umsfest ein halbes Grillhendl um 1. 90 geben. Leider war nur die Verk\u00e4uferin da, weil der Liferant im Stau stecken geblieben ist. Ob das mit der derzeit stattfindenden Frequency zu tun hat, wei\u00df ich nicht, es w\u00fcrde mich aber nicht wundern, denn das war wieder eine Spie\u00dfrutenfahrt durch die Hochsicherheitszone.<br \/>\nIch habe schon \u00fcber meine Erlebnisse im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/26\/dreck-an-der-traisen\/\">Vorjahr berichtet<\/a>, da\u00df man sein Rad schieben mu\u00dfte, die jungen Leute einen anfeuerten oder in die Luft starrend, mitten am Radweg sa\u00dfen. Man konnte aber an der Security vorbei passieren. Heuer ist das anders. Da\u00df die Steine und die Kinderspielpl\u00e4tze schon am Sonntag eingez\u00e4unt waren, habe ich auch  geschrieben und der Weg war schon bei der Hinfahrt zu.<br \/>\n&#8220;Kann ich da nicht durchfahren, das ist doch noch immer ein \u00f6ffentlicher Weg?&#8221;, habe ich gefragt und der Sicherheitsmann hat mir &#8220;Wenn Sie schieben schon!&#8221;, geantwortet und aufgemacht. Am R\u00fcckweg war das anders, da habe ich f\u00fcnf Minuten lang mit dem Herrn in der Leuchtjacke hinter dem Gitter diskutiert und gesagt, er soll mich durchlassen oder seinen Chef rufen, bis er mich besorgt, mit dem Hinweis, da\u00df das nur ausnahmsweise geschehe, fahren bzw. schieben lie\u00df. Sp\u00e4ter habe ich seine Besorgnis  verstanden, denn die jungen Leute teilweise mit Taucherbrillen oder Gasmasken im Gesicht haben sich sehr ausgelassen geb\u00e4rdet.<br \/>\n&#8220;Das ist nicht eine von uns, die ist nicht echt!&#8221;, haben sie geschrieen und der Brillenmann hat sich \u00fcber meinen vom Lidl vollgepackten Einkaufskorb gebeugt und &#8220;Moment, junge Dame, was haben Sie denn da!&#8221;, gerufen. Als ich ihn h\u00f6flich aufgefordert habe, mich bitte in Ruhe zu lassen, ist er verschwunden und der mit der Wasserspritze, hat auch gleich &#8220;Nat\u00fcrlich!&#8221; gesagt, als ich ihn gebeten habe, mich nicht anzuspritzen. Es ist mir auch nichts geschehen, beim Ausgang, da war der Securitymann verschwunden und das Gitter nur so weit offen, da\u00df ich mit meinem vollbepackten Rad Schwierigkeiten hatte, hat mir sogar ein junger Mann von sich aus geholfen. Und alle meine Champignons, Gurken und Corn Flakes habe ich auch noch, wenn es aber etwas sp\u00e4ter gewesen w\u00e4re und der Prozentsatz von Spirit oder Drogen im Blut ein wenig h\u00f6her, w\u00e4re ich mir nicht so sicher, so da\u00df ich einer Frenqency, wo die Bev\u00f6lkerung ausgesperrt wird, weil sich die jungen Leute drinnen, ausgelassen auf alles Fremde, \u00c4ltere oder Andere st\u00fcrzen, sehr differenziert gegen\u00fcberstehe. Auch wenn es wirtschaftlich ein Erfolg werden sollte, verstehe ich das nicht unter Freizeitkultur und halte es auch f\u00fcr bedenklich, Feste zu machen, die von Sicherheitsdiensten und Videos \u00fcberwacht werden m\u00fcssen, von dem Dreck, der wahrscheinlich wieder \u00fcberbleiben wird, ganz zu schweigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute habe ich mich mit Doris Kloimstein, der Ehrenobfrau der literarischen Gesellschaft von St. P\u00f6lten und Etcetera Begr\u00fcnderung im Cafe Schubert, der ehemaligen Schubert Buchhandlung getroffen. 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