{"id":4164,"date":"2010-08-26T22:03:05","date_gmt":"2010-08-26T20:03:05","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4164"},"modified":"2010-08-26T22:03:05","modified_gmt":"2010-08-26T20:03:05","slug":"fruhling","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4164","title":{"rendered":"Fr\u00fchling"},"content":{"rendered":"<p>Mit der  Novelle &#8220;Fr\u00fchling&#8221; hat Thomas Lehr, steht auf der Buchr\u00fcckseite, des 2001 erschienen Buches, ein literarisches Wagnis unternommen. In neununddrei\u00dfig Kapiteln werden neununddrei\u00dfig Sekunden im Grenzbezirk zwischen Leben und Tod in einer Sprache berichtet, die so extrem ist, wie die Situation und der Gegenstand &#8211; eine Meditation \u00fcber Wahrheit und Schuld.<br \/>\nDas Buch beginnt mit einem doppelten Suizid, steht bei Amazon, Christian und seine Geliebte Gucia erschie\u00dfen sich, bis der Tod des Protagonisten eintreten wird, dauert es noch neununddrei\u00dfig Sekunden und diese neununddrei\u00dfig Sekunden werden in neununddrei\u00dfig Kapiteln, in drei Teilen nach R\u00fcckw\u00e4rts erz\u00e4hlt.<br \/>\nEs beginnt mit den S\u00e4tzen &#8220;Helfen Sie. Mir! Glauben Sie: Ich w\u00fcrde niemanden. Bitte, wenn mir nicht immer:&#8221; und schlie\u00dft mit &#8220;es ist. Fr\u00fchling.&#8221;<br \/>\nBis zu diesem Schlu\u00df war mir nicht klar, warum die Novelle &#8220;Fr\u00fchling&#8221; hei\u00dft, nur, da\u00df das wieder einer der Versuche ist, in dem jemand in einem Endlosmonolog, die letzte Minuten eines Lebens erz\u00e4hlt. Einer liegt im Koma und das Leben rauscht vorbei, wahrscheinlich kann man dann nicht mehr klar denken, daher ist alles abgerissen und durcheinander, die S\u00e4tze, die Inhalte und macht es der Leserin schwer, das Ganze zu verstehen.<br \/>\nDie ungew\u00f6hnliche fesselnde Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, wie der Focus schreibt, erfolgt in einer sehr k\u00fcnstlichen, experimentellen Sprache, deshalb ist es auch ein Buch, wo man besser nachschaut, was da eigentlich passiert, damit man nichts Falsches schreibt, denn beim Lesen kommt so viel an einem heran und vorerst wird nur klar, da\u00df da der, der in neunundrei\u00dfig Sekunden sterben wird und sein Leben noch einmal im Schnelltempo durchlebt, mit einer Angelika und einem Freund spricht, von einem Robert und einem Konstantin erz\u00e4hlt, die Hure Gucia kommt vor und der Vater Dr. X.<br \/>\nDer Protagonist, der Christian hei\u00dft, das erf\u00e4hrt man auch, stammt aus einer \u00c4rztefamilie, ist aber nicht Arzt geworden, ein Pharmakongre\u00df kommt vor, Angelika ist seine Frau, Konstantin sein Sohn, Gucia, die Geliebte mit der er sich erschie\u00dft, Robert sein Bruder, der in den Selbstmord getrieben wurde und dann stellt sich noch heraus, da\u00df der Vater, der beiden Arzt in Dachau war.<br \/>\nDas alles und viel mehr rast in diesen neunundrei\u00dfig Sekunden, beziehungsweise hundertzweiundvierzig Seiten, h\u00f6chst surreal und stakkatoartig an uns vobei und wir haben sowohl, von der traumatisierenden Vergangenheit des vorigen Jahrhunderts erfahren, als auch das Sterben eines Menschen mitbekommen und das Ganze noch  h\u00f6chst kunstvoll und experimentell.<br \/>\nDie Literaturwissenschaft war wohl, wie der Spiegel schreibt, von dem gewagten und \u00fcberw\u00e4ltigenden St\u00fcck Literatur, begeistert. Ich tat mir ein bi\u00dfchen schwer dabei, habe ich doch beim Lesen nicht sehr viel verstanden und glaube auch nicht wirklich, da\u00df die letzten neununddrei\u00dfig Sekunden eines Menschen so ablaufen, au\u00dferdem wird bei dem Kunstst\u00fcck auch noch Vergangenheitsbew\u00e4ltigung betrieben.<br \/>\nThomas Lehr ist 1957 in Speyer geboren und lebt in Berlin. 2005 ist der Roman &#8220;Nabokovs Katze&#8221; erschienen,  jetzt ist er mit &#8220;September Fata Morgana&#8221; in dem er den 11. September 2001 in New York und ein Bombenattentat 2004 in Bagdad verbindet, auf die Longlist des deutschen Buchpreises gekommen und auch da wird die verdichtende lyrische Sprache sehr gelobt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Novelle &#8220;Fr\u00fchling&#8221; hat Thomas Lehr, steht auf der Buchr\u00fcckseite, des 2001 erschienen Buches, ein literarisches Wagnis unternommen. 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