{"id":4209,"date":"2010-09-03T16:20:21","date_gmt":"2010-09-03T14:20:21","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4209"},"modified":"2010-09-03T16:20:21","modified_gmt":"2010-09-03T14:20:21","slug":"putzen-zdenka-becker-und-thalia-besuch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4209","title":{"rendered":"Putzen, Zdenka Becker und Thalia-Besuch"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem wir Mittwochabend nach Harland gefahren sind, bleiben zwei Tage zum Putzen, denn Morgen ist ja das Volksstimmefest und da geht es zur\u00fcck nach Wien. Zum Putzen gibt es auch eine Anekdote, denn das tue ich immer zu Weihnachten, zu Ostern und nach der Sommerfrische besonders gr\u00fcndlich. Also alles Aufwaschen, Bett abziehen, Bad und Klo ect. Der Alfred mag das nicht so sehr und als ich das am Ostermontag 2004 machte, bevor wir zum Osterspaziergang in den Bezirk Landstra\u00dfe fuhren, gab es Streit. Wir sind ein bi\u00dfchen zu sp\u00e4t gekommen und als wir in die Landstra\u00dfe Hauptstra\u00dfe einbogen, ist uns ein Radfahrer auf dem Gehsteig entgegengekommen, der meiner Meinung nach unter ziemlichen Drogeneinflu\u00df stand, der hat sich mit dem Alfred oder der Alfred mit ihm angelegt. Ich habe den Alfred weggezogen und wir haben den Konflikt um das Putzen der Hilde Schm\u00f6lzer am Abend im Gasthaus zum Silbernen Kanderl erz\u00e4hlt, die mich erstaunt anschaute und sagte, sie mache das nicht, aber wenn man keine Putzfrau hat&#8230;<br \/>\nJetzt hab ich, um Stre\u00df zu vermeiden am Vormittag Bad und Klo geputzt und aufgewaschen, danach \u00fcberlegt, wohin ich mit dem Rad fahre, da es ja ein paar Stunden dauert, bis man die R\u00e4ume wieder ben\u00fctzen kann. Da ist mir nur St. P\u00f6lten und ein Mittagessen beim Mc Donald eingefallen, obwohl ich schon gestern in diese Richtung gefahren bin. Also das Moleskine zum Notizenmachen eingepackt, das Rad bei der Br\u00fccke im Regierungsviertel abgestellt und die Wienerstra\u00dfe hineingegangen. Beim Cafe Schubert sa\u00df dort, wo ich vor vierzehn Tagen, die Doris Kloimstein getroffen habe,  Zdenka Becker, die zweite in St. P\u00f6lten lebende Literatin, die ich kenne und ich habe sozusagen ein Abschlu\u00dfhighlight bekommen.<br \/>\nDenn die in Bratislava aufgewachsene und 1974 der Liebe wegen nach \u00d6sterreich emigrierte, lebt seit 1983 in St. P\u00f6lten-Radlberg und ist literarisch sehr erfolgreich. Sie hat, wie ich einen Text in der ersten auf Hindu erschienenen \u00d6sterreich-Anthologie und  den Kontakt zum \u00dcbersetzer Amrat Mehta aufgenommen. Seither gibt es ihre B\u00fccher auch auf Hindu, auf Deutsch sind die &#8220;T\u00f6chter der Roza Bukovska&#8221; bei Residenz &#8220;Taubenflug&#8221; bei Picus erschienen. Das n\u00e4chste Buch wird, hat sie mir verraten, im Fr\u00fchling bei Picus erscheinen. Anschlie\u00dfend bin ich in die Thalia Buchhandlung  gegangen und das war auch interessant. Die Buchh\u00e4ndlerinnen sehr freundlich, es gibt schon einen Tisch mit B\u00fcchern argentinischer Autoren, denn die werden heuer in Frankfurt  Gast sein und auch sonst lag ziemlich alles auf, was Rang und Namen hat.<br \/>\nSo habe ich mich mit Burhard Spinnens &#8220;Ausw\u00e4rtslesen &#8211; Mit Literatur in Schulen &#8211; Eine Litanei&#8221;, auf die runde Lesebank gesetzt und das Buch ist sehr interessant, ist der 1956 geborene Schriftsteller und langj\u00e4hrige Jurysprecher beim Bachmannpreis ja ein sehr selbstbewu\u00dfter Mann, redegewandt und \u00fcber allem Lesen und  Schreiben stehend. Auch er geht auf Lesetourneen und schreibt dar\u00fcber. Denn das Lesen in Schulen ist anders, als das in Literaturh\u00e4usern, wo die literarisch Interessierten freiwillig kommen und sich freiwillig den ungeschriebenen Regeln aussetzen.<br \/>\nDie Sch\u00fcler m\u00fc\u00dfen es, bzw. sind schon da, Burkhard Spinnen kommt zu ihnen und wird in neun von zehn F\u00e4llen von einer Lehrerin eingeladen. Was er bedauert, da die Sch\u00fcler dadurch, wie er meint, keine m\u00e4nnlichen Lesevorbilder haben. So l\u00fcmmeln sie herum, halten sich am H\u00e4ndchen, wippen mit den F\u00fc\u00dfen ect und wenn sie Fragen an den Autor haben, dann nur die, &#8220;Wieviel B\u00fccher haben Sie geschrieben, woher nehmen Sie die Ideen und kann man vom B\u00fccherschreiben leben?&#8221;, als wenn das vorher einge\u00fcbt worden w\u00e4re. In der  Pause laden die Lehrer ins Lehrerzimmer zu Br\u00f6tchen und Kaffee und fragen den Autor, wie man die Sch\u00fcler zum Lesen l\u00e4ngerer Texte bringen kann?<br \/>\n&#8220;Man kann nicht!&#8221;, antwortet der Literaturgewaltige, man mu\u00df sie schon durch Vorbilder im Elternhaus erziehen und spricht von seinen zwei halberwachsenen S\u00f6hnen, die auch lange brauchten, bis sie begriffen haben, da\u00df hinter Buchtiteln Menschen stehen und die Schule ist nicht dazu da, den Literaturnachwuchs zu f\u00f6rdern, sondern den Sch\u00fclern das Sprechen beizubringen.<br \/>\nIn ca einer halben Stunde habe ich das Buch durchbl\u00e4ttert, denn der Inhalt war mir, die ich an Krankenpflegeschulen Psychologie unterrichtet habe, nicht sehr neu und einmal habe ich auch in einer Schule gelesen. Im Gymnasium in der Rahlgasse nat\u00fcrlich, eingeladen von der Frau Millner, die einige Zeit Praktikantin bei Annas Deutschlehrerin war und den Sch\u00fclern ein paar Seiten Literaturauschnitte brachte. Vom Werner Kofler war etwas dabei.<br \/>\n&#8220;Da gibt es noch den Gerhard von der GAV!&#8221;, sagte die Anna und die Frau Millner wunderte sich, woher sie das wu\u00dfte. So kam ich zu einer honorierten Schullesung und wunderte mich, da\u00df das so einfach ging, bis ich kapierte, welche Rolle die Frau Millner im Wiener Literaturbetrieb spielte und die Lesung, sie war, glaube ich, 1998 oder so, war sehr interessant. Ich habe ein paar Stellen aus dem &#8220;Tod eines Jurymitglieds&#8221; gelesen, die Frau Millner hat mich sehr gut eingef\u00fchrt, die Sch\u00fcler sind nicht herumgel\u00fcmmelt, sondern haben zugeh\u00f6rt und ein junger Mann namens Simon, hat mir, wie mir schien,  sehr interessante Fragen gestellt. Die Anna meinte sp\u00e4ter zwar, er h\u00e4tte mich  verarscht, ich habe es aber ernst genommen.<br \/>\nBurkard Spinnes &#8220;Ausw\u00e4rtslesen&#8221;  ist sicher ein interessantes Buch, auch wenn es von dem Literaturgewaltigen, der ohnehin schon alles wei\u00df, leicht und locker dahingeschrieben wurde. Denn die Schulen konfrontieren die Sch\u00fcler im Deutschunterricht wirklich mit der Literatur und an ein paar  Interessierten, die sp\u00e4ter sicher auch in Klagenfurt lesen wollen, bleibt es h\u00e4ngen, f\u00fcr die meisten anderen ist es fad und uninteressant und wenn man einen bekannten Namen oder zuf\u00e4llig seine Tochter in der Klasse der interessierten Deutschlehrerin hat, wird man eingeladen.<br \/>\nDie Thalia Buchhandlung war jedenfalls voll von interessanten B\u00fcchern und da ich auf das Trocknen der B\u00f6den wartete, habe ich mich umgeschaut. Thomas Lehr Langlistenbuch &#8220;September-Fata Morgana&#8221; war dabei, Michael K\u00f6hlmeiers &#8220;Madalyn&#8221;,  Norbert Gstreins &#8220;Die ganze Wahrheit&#8221;. Angelika Reitzers &#8220;unter uns&#8221; ein Familienroman ohne Familie, den sie mit Hilfe des Wiener Autorenstipendiums geschrieben hat und der am Dienstag im Phil in der Gumpendorferstra\u00dfe um 20 Uhr vorgestellt wird, habe ich mir aufmachen lassen, sowie Janet S. Charles &#8220;Mond \u00fcber Odessa&#8221;, das einen liebevollen Blick auf Online Br\u00e4ute wirft.<br \/>\nEva Rossmanns &#8220;Evelyns Fall&#8221; gab es auch in gro\u00dfen St\u00f6\u00dfen, das h\u00e4tte ich mir auch aufmachen lassen k\u00f6nnen, da es in Wien aber schon im Badezimmer liegt, habe ich darauf verzichtet.<br \/>\nDas Programm von &#8220;Rund um die Burg&#8221; gibt es auch schon. Da lesen sowohl O. P. Zier, als auch Eva Rossmann in der Kriminacht und dann gibt es noch etwas Besonderes, n\u00e4mlich eine Aktion die &#8220;StadtLesen 2010&#8221; hei\u00dft &#8211; Lesegenu\u00df unter freiem Himmel bei freiem Eintritt in allen Landeshauptst\u00e4dten <a href=\"http:\/\/www.bibliotels.com\/aktuelles\/veranstaltungen\/?no_cache=1\">www.StadtLesen.com<\/a>.<br \/>\nDa wird in St. P\u00f6lten am Rathausplatz vom 23. &#8211; 26. September Barbara Frischmuths &#8220;Die Kuh, der Bock, seine Geiss und ihr Liebhaber&#8221; und in Wien im Museumsquartier vom 30. September &#8211; 3. Oktober Michael Niavaranis &#8220;Vater Morgana&#8221; vorgestellt und das Ganze scheint so etwas \u00c4hnliches, wie die offene B\u00fccherkastenlandschaft auf dem Siebenbrunnenplatz der KP\u00d6 Margareten zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir Mittwochabend nach Harland gefahren sind, bleiben zwei Tage zum Putzen, denn Morgen ist ja das Volksstimmefest und da geht es zur\u00fcck nach Wien. 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