{"id":42303,"date":"2016-03-04T00:52:26","date_gmt":"2016-03-03T23:52:26","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=42303"},"modified":"2016-03-04T00:52:26","modified_gmt":"2016-03-03T23:52:26","slug":"nach-dem-sturm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=42303","title":{"rendered":"Nach dem Sturm"},"content":{"rendered":"<p>Die 1963 in der SU geborene Nellja Veremej, die seit 1994 in Berlin lebt und 2013 mit ihren Debutroman <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/24\/berlin-liegt-im-osten\/\">&#8220;Berlin liegt im Osten&#8221;<\/a> auf der LL gestanden ist, der vom heutigen Alexanderplatz, alten Frauen und Altenhelferinnen erz\u00e4hlt ist mit ihrem zweitenbei &#8220;Jung und Jung&#8221; erschienenen Roman &#8220;Nach dem Sturm&#8221;, sowohl in die Gegenwart, als auch in die Vergangenheit gegangen, erz\u00e4hlt von einem alternden Mann, ist man das mit sechzig heute wirklich schon, einer wahrscheinlich fiktiven Stadt am Mittelmeer und vorallem, genau wie <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=42265&amp;preview=true\">Jan B\u00f6ttcher in seiner Fr\u00fchljahrsneuerscheinung<\/a> von den entwurzelten Generationen aus aller Herren L\u00e4nder, die sich dort niedergelassen haben und nach den Zeiten des erzwungenen Sozialismus\u00a0 ihr sch\u00f6nes oder auch nicht so sch\u00f6nes neoliberales Leben leben.<\/p>\n<p>Es ist ein stiller, leiser Roman, die Kathastrophen werden nur angedeutet, umschifft, beziehungsweise, wie auch der Klappentext lobt, in sch\u00f6ner Sprachen und eindrucksvollen Bildern erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Beginnen tut es tief in der Vergangenheit im siebzehnten Jahrhundert, wo der Hirtenjunge Damir in die Stadt Gradow kommt, wo sich die Fl\u00fcchtlinge auf der Festung niederlassen d\u00fcrfen und ihr neues Leben und ihren Aufschwung beginnen.<\/p>\n<p>Richtig von den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/03\/schreibgruppe-mit-fluechtlingsproblematik\/\">Fl\u00fcchtlingen<\/a>, die das letzte halbe Jahr die Festung Europa so zahlreich st\u00fcrmen, wird auch erz\u00e4hlt , das<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/30\/ueber-den-winter\/\"> tote Fl\u00fcchtlingskind<\/a> wird angeschwemmt, w\u00e4hrend der sechzigj\u00e4nhre Ivo, der ein Restaurant neben dem Museum auf der Festung\u00a0 hat, von seiner Frau l\u00e4ngst entfremdet in der Bibliothek schl\u00e4ft, einen scheuen Blick auf die junge Praktikantin oder Mitarbeiterin Mira wirft, die dort in der Fr\u00fch ihren Kaffee trinkt und alles umformen und reformieren will.<\/p>\n<p>Ivo ist der Sohn, einer Mutter die Prag verlassen mu\u00dfte, als dort die Nazis kamen, sie lernt Dragasch, einen Bauernsohn kennen, der es in Gradow bald zum Universit\u00e4tsprofessor bringt und seinem Sohn nun eine riesige Bibliothek vermacht, die, weil ja sozialistisch und nicht mehr aktuell, niemand mehr haben will und Ivo hat sich auch l\u00e4ngst seinen Kindern, Boris und Ana, die beide in Deutschland studierten, entfremdet.<\/p>\n<p>Boris ist zur\u00fcckgekommen, um Gesch\u00e4ftsmann zu werden, residiert nun in einen Glaspalast und l\u00e4\u00dft in seinen Waren Zettelschen mit angeblichen Hilferufen der ausgebeuteten Zwangsarbeiterinnen in der dritten Welt verstecken., Ana verweigert sich im Museum zu arbeiten und widmet sich stattdessen lieber Fl\u00fcchtlingskindern und die Erben der Leute, die von den Kommunisten vertrieben wurden, melden sich auch bei Ivo und wollen ihre Wohnung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dazwischen werden immer wieder Kaptiel beziehungsweise Geschichten aus der Vergangenheit eingeschoben, die Mira im Museum, zeigen will.<\/p>\n<p>So wird die T\u00fcrkenbelagerung lebendig und der Verr\u00fcckte bekommt eine Stimme, der sich all dem widersetzen und eine seltsame Kirche errichten lassen will.<\/p>\n<p>In der Stadt gibt eine eine Bruno Schulz Stra\u00dfe und ein geschlossenes Antiquariat in dem man die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/04\/die-zimtladen\/\">&#8220;Zimtl\u00e4den&#8221;<\/a> bewundern kann. \u00dcberfl\u00fc\u00dfig zu erw\u00e4hnen, da\u00df es in dem G\u00e4sschen mit den teueren Gesch\u00e4ften, wo Boris und seine Mutter Milly, eine verhinderte Operns\u00e4ngerin einkaufen, nach Zimt riecht.<\/p>\n<p>So geht es rund um und wir lernen auch hier ein anderes Europa kennen und die Menschen bekommen Gesichter, die uns vielleicht bisher nur aus der Zeitung oder als Gastarbeiter, beziehungsweise Emigranten bekannt waren.<\/p>\n<p>Im Buch gibt einen Plan von der fiktiven Stadt und am Cover ist auch ihre Ansicht abgebildet, die das Buch seltsam altmodisch wirken l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Wo sind die Zeiten der sch\u00f6nen alten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/08\/spurensuche\/\">&#8220;Residenz&#8221;<\/a> und fr\u00fchen &#8220;Jung und Jung&#8221; Covers mit ihrem einzigartigen Design k\u00f6nnte man fragen und wenn man mehr von Nellja Veremej und ihrer Fr\u00fchjahrsneuerscheinung wissen will, am 27. 4. stellt sie ihn mit Angelika Reitzer in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; vor.In Rauris habe ich gerade ergooglet, wird sie auch daraus lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 1963 in der SU geborene Nellja Veremej, die seit 1994 in Berlin lebt und 2013 mit ihren Debutroman &#8220;Berlin liegt im Osten&#8221; auf der LL gestanden ist, der vom heutigen Alexanderplatz, alten Frauen und Altenhelferinnen erz\u00e4hlt ist mit ihrem &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=42303\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[2160,3018,4198],"class_list":["post-42303","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-fruehjahrsneuerscheinung","tag-jung-und-jung","tag-nellja-veremej"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42303\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}