{"id":42356,"date":"2016-03-05T10:04:26","date_gmt":"2016-03-05T09:04:26","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=42356"},"modified":"2016-03-05T10:04:26","modified_gmt":"2016-03-05T09:04:26","slug":"wie-ein-roman-entsteht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=42356","title":{"rendered":"&#8230;wie ein Roman entsteht"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Ber\u00fchrungen oder wie ein Roman entsteht&#8221;, so k\u00f6nnte mein n\u00e4chster Roman hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Ganz sicher bin ich mir ja nicht, ob etwas daraus wird oder, ob ich damit nicht wieder im schon zigmal aufgew\u00e4rmten Einheitsbrei herumschwimme. Deshalb dr\u00fccke ich mich derzeit wahrschein auch ein wenig vor dem Schreiben und schaue mir stattdessen lieber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/07\/die-praesidentin-auf-dem-opernball\/\">El Awadallas <\/a>Facebookseite an, um herauszufinden, da\u00df sie schon \u00fcber zweitausend Unterst\u00fctzungserkl\u00e4rungen hat. Ich habe am Montag unterschrieben oder Richard Lugners Wahlkampfvideos, der ja auch daf\u00fcr sammelt, aber schon achttausendf\u00fcnfhundert Alte in seinem Keller liegen hat.<\/p>\n<p>Beziehungsweise habe ich mir auch Claude Lanzmanns Film &#8220;Der letzte Ungerechte&#8221; \u00fcber den Wiener Rabiner Benjamin Murmelstein angesehen, der der letzte Juden\u00e4lteste in Theresienstadt war und \u00fcber den Robert Schindel eine Farce geschrieben hat, die jetzt im Theater Hamakom aufgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Etwas treibt mich dann doch zum Schreiben, wenn ichs aber tue, bin ich nicht zufrieden damit, denke mir &#8220;Das wird nichts! Das m\u00fc\u00dfte man anders machen!&#8221;, etcetera.<\/p>\n<p>Zwei Szenen oder 2236 Worte sind auf diese Art und Weise schon entstanden. Die Eingangsszene, wo die Schriftstellerin Anna Augusta Augenstern eine Literaturzeitschrift mit einer Rezension ihrer &#8220;Fl\u00fcchtlingstrilogie&#8221; zugeschickt bekommt, wo drinnen steht, da\u00df sie nicht ber\u00fchren w\u00fcrd und dann den Romananfang, wo die Lehrerin Hildegard Himmelblau ihren ersten Pensionsbetrag am Konto hat, jetzt wie geplant, un die Welt reisen k\u00f6nnte und nicht sicher ist, ob man das in Zeiten wie diesen tun kann, tun soll, etcetera.<\/p>\n<p>Zwei Handlungsstr\u00e4nge, die Schriftstellerin geht dann zu ihren Psychotherpeuten <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_bank.html\">Theo Hardenberg<\/a> oder vorher zu ihrem B\u00fccherschrank, um sich aus f\u00fcnf B\u00fcchern f\u00fcnf Worte herauszuschreiben und das mit der Widmung eines P.s an seinen Schatz zu finden.<\/p>\n<p>Aus den Wurfgeschichten k\u00f6nnte der Roman entstehen, der sich in der zweiten Ebene entwickelt. Hildegard hat ja schon Zarah Shamit kennengelernt und die hat ihr Stefan Zweig aus St. Petersburg und Heimito von Doderer aus Sarjewo vorgestellt. Da geht es um ein Theaterst\u00fcck in dem alle drei in einem Aktionstheater spielen, das am 12. 2. 1934 handelt, wo sich angeblich die beiden Dichter im Cafe Central getroffen haben, um die Weltlage zu besprechen.<\/p>\n<p>Klingt gut, eigentlich, nicht wahr? Warum habe ich dann diese Sperre im Kopf, die diesmal st\u00e4rker als je vorhanden ist? Die Stimme, die sofort denkt, nicht schon wieder, das ist doch nicht gut, das kann doch nichts werden, etcetera?<\/p>\n<p>Nun ja, da gibt es ja schon an die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/01\/04\/romananfaenge\/\"> vierzigmal Selbstgemachtes<\/a>, von denen keiner ein Exemplar gewinnen will, wenn ich es dann auf die Vorschau stelle.<\/p>\n<p>Jetzt ist es ja wieder soweit. Die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/01\/22\/vorschau-auf-die-ereignisreichen-sommererlebnisse-vier-prekaerer-literaturstudentinnen\/\">&#8220;Sommerereignisse&#8221; <\/a>werden n\u00e4chste Woche aus der Druckerei kommen und die Vorschau f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/05\/vorschau-auf-nika-weihnachtsfrau-oder-ein-dezember\/\">&#8220;Nika&#8221;<\/a> existiert bereits und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/06\/zurueckgeworfen\/\">&#8220;Paul und Paula&#8221;<\/a> mein letztes Kurzprojekt, an dem ich eigentlich sehr z\u00fcgig und mit weniger Sperre im Kopf gearbeitet habe, wurde dann von meinem Testleser nicht f\u00fcr gut gefunden. Er oder sie haben sich zwar einige Male deshalb bei mir entschuldigt, haben aber auch nichts anderers gesagt, als die meisten vorher, eigentlich genau dasselbe. Die Sprache ist zu ungenau und zu schlampert, die Geschichte ist nicht fertig, es sind Rohentw\u00fcrfe, die Figuren, wie aus Pappe, etcetera.<\/p>\n<p>Was ich bei der &#8220;Paula&#8221; eigentlich nicht finde, da sind die Themen nicht so abgelutscht.<\/p>\n<p>Das hier sind die Ideen, die mir vor und nach meinen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/25\/stoffsuche\/\">Recherchetag<\/a> gekommen ist und da war das &#8220;Nicht schon wieder \u00fcber Fl\u00fcchtlinge schreiben!&#8221;, schon im Kopf und \u00fcber die Pensionistin, die ihr <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_begrenzte_frau.html\">Geld abhebt<\/a>, habe ich ja auch <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_hunger.html\">schon<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_dreizehn.html\">geschrieben<\/a>. Dagegen ist mir das von dem ber\u00fchrt, schon vorher eingefallen. Denn das h\u00f6re ich ja immer, wenn jemand fragt, was ein guter Roman sein soll?<\/p>\n<p>&#8220;Er mu\u00df mich ber\u00fchren!&#8221;, lautet, die immer gegebene,\u00a0 steeotype Antwort, die ich schon nicht mehr h\u00f6ren kann. Und weil sich keiner f\u00fcr meinen Arbeiten interessiert, ber\u00fchren sie offenbar nicht.<\/p>\n<p>Eigentlich eine gute Ausgangslage f\u00fcr einen Roman, allerdings auch sehr persl\u00f6nlich und das k\u00f6nnte dann wieder eine Hemmschwelle sein, die die Sperre im Kopf ausl\u00f6st und wahrscheinlich auch viel Arbeit, denn der Roman mit Hildegard, Zarah und den beiden Dichtern ist die eine Sache, beziehungsweise mu\u00df ich mich da auch in Stefan Zweig und Heimito von Doderer einlesen, auch wenn das Treffen 1934 eine fiktive Angelegenheit ist.<\/p>\n<p>Doderer ist 1933 in die illegale NSDAP eingetreten, habe ich ergooglet und vorher ein paar Fr\u00fchwerke geschrieben, Stephan Zweig hat 1934 in Salzburg gelebt und im Februar nach den K\u00e4mpfen \u00d6sterreich nach einer Hausdurchsuchung verlassen.Da k\u00f6nnte er am 12. in Wien gewesen sein. Aber was die beiden da aushecken mu\u00df ich auch erst erfinden und die Wurfgeschichten m\u00fcssen\u00a0 auch zur Handlung passen und da ist\u00a0 auch noch Zarah, die an einer Dissertation \u00fcber Anne Frank schreibt, die ja\u00a0 einige Jahre sp\u00e4ter in dem Versteck in Amsterdam sitzt und ihr ber\u00fchmtes <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/22\/anne-frank-tagebuch\/\">Tagebuch<\/a> schreibt. Das k\u00f6nnte alles auch in das St\u00fcck, beziehungsweise Roman einflie\u00dfen und seinen Bezug zur Gegenwart haben.<\/p>\n<p>Also wieder sehr viel Arbeit. Zu viel vielleicht, denn wenn ich es nur umrunde, anrei\u00dfe, wird es ja wieder nichts. Aber das wirklich einlassen, ist derzeit etwas schwierig, obwohl ich mir wieder denke, macht ja nichts, wenns nichts oder nicht gleich was wird! Du kannst es ja umschreiben, kommen lassen und vielleicht entsteht durch die Wurfgeschichten auch etwas ganz anderes.<\/p>\n<p>Spannend eigentlich, wenn ich dar\u00fcber schreibe und das geht auch besser, als das Schreiben selbst und war auch eine Idee, die ich das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/29\/erzaehlband-versus-roman\/\">letzte Mal <\/a>hatte, das ich mir den Roman vielleicht erbloggen kann. Die Blogberichte k\u00f6nnte dann auch in den Roman flie\u00dfen, etcetera. Vielleicht mag mir einer meiner Leser auch Ezzes geben, beziehungsweise mich diesbez\u00fcglich begleiten?<\/p>\n<p>Mal sehen, da\u00df das Zeitlassen, eine gute Sache ist, wei\u00df ich auch, nicht umsonst st\u00f6hnen ja der Alfred oder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/02\/musik-im-musa\/\">Wolfgang Helmart im MUSA<\/a>, wenn ich\u00a0 mein Neues zeigen will oder davon erz\u00e4hle.<\/p>\n<p>Ob ichs zusammenbringe ist eine andere Sache. Aber irgendwie kann ich ja doch schreiben, zumindest habe ich das\u00a0 schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/01\/09\/quantitaetskriterien\/\">sehr viel getan<\/a>. Warum soll dann ausgerechnet ich nicht interessieren oder ber\u00fchren k\u00f6nnen? Die Themen sind ja interessant, Transgender genauso, wie die momentan aktuelle Situation und die Depression oder Schreiblockade einer Schriftstellerin wahrscheinlich auch.<\/p>\n<p>Mal sehen, die anderen kochen auch mit Wasser oder schreiben mit Tinte. Da habe ich\u00a0 zuletzt Sibylle Bergs &#8220;Vielen Dank f\u00fcrs Leben&#8221; gelesen, die hat eine sehr sehr scharfe Sprache, da kann ich mir sicher einiges abschauen, aber beschreibt auch nur das, was ich mir so denke, n\u00e4mlich den Untergang oder den Zustand dieser Welt und eigentlich habe ich beim Lesen empfunden, so ganz auskomponiert ist das\u00a0 nicht. Denn da wird ein Ereignis an das n\u00e4chste gereiht, so da\u00df ich mir da denken w\u00fcrde &#8220;Nicht so viel, nicht \u00fcbertreiben, das ist\u00a0 jetzt eigentlich nicht mehr logisch!&#8221; Oder Hans Platzgumer, der mit &#8220;Am Rand&#8221; inzwischen auf Platz eins, der &#8220;ORF Bestenliste&#8221; steht, da habe ich mir in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/09\/hans-platzgumer-neu-entdeckt\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> mehrmals gedach &#8220;So kitschige Metaphern d\u00fcrfte ich nicht schreiben!&#8221; und der Irving \u00fcbertreibt in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/13\/in-einer-person\/\">&#8220;In einer Person&#8221;<\/a> ja auch sehr ungebremst. Da darf ich mein Fr\u00e4ulein Paula vielleicht auch auf das Faschingsfest seiner Nichte schicken und der Dr. Scherzer von der &#8220;Berg-Galerie&#8221; kann, wie die anderen, &#8220;Ist das Ihr Freund, Fr\u00e4ulein Paula?&#8221;, fragen.<\/p>\n<p>Ich habe \u00f6fter das Gef\u00fchl, das ich das alles nicht darf und die Sperre im Kopf ist auch schon fr\u00fcher da, bevor jemand den Text zu sehen bekommt. Die, den inneren Kritiker, wie die Schreibratgeheber meinen, m\u00fc\u00dfte ich als erstes wegbekommen, das raten sie ja auch im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/21\/kunst-und-handwerk-des-freien-schreibens\/\">&#8220;Writersstudio&#8221;<\/a>, f\u00fcr mich hei\u00dft das, aufschreiben und dann vielleicht bearbeiten und nat\u00fcrlich Zeitlassen, denn damit dr\u00fccke ich mich wahrscheinlich um das Einlassen herum. Mich einarbeiten in die Biografien Doderes und Zweigs und\u00a0 versuchen einen Bezug zur Gegenwart herzustellen. Die depressive Anna Augusta Augenstern kann ihrem Psychiater ihre Wurfgeschichten erz\u00e4hlen, die m\u00fcssen dann aber\u00a0 Bezug zum Text haben und am Ende ist vielleicht die Premiere des St\u00fcckes und\u00a0 Hildegard geht nach Hause, um ihre Koffer f\u00fcr die gro\u00dfe Reise zu packen ( und die Anna Augusta steht dann mit &#8220;Ber\u00fchrungen&#8221; auf der n\u00e4chsten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/09\/deutscher-buchpreis\/\">LL<\/a>).<\/p>\n<p>Das wei\u00df ich noch nicht zu genau, zuerst einmal mu\u00df ich das unangenehme Gef\u00fchl wegbringen, wenn ich denke, da\u00df ich jetzt eigentlich schreiben soll, denn das hindert mich am Einlassen oder was ich\u00a0 schon l\u00e4nger will, mich zuerst mit meinen schon geschriebenen Sachen in die Badewanne begeben und mich in sie einlesen. Das Wochenende will ich nur das und nichts anderes lesen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_dorafaust.html\">&#8220;Die Dora Faust&#8221;<\/a> bietet sich daf\u00fcr an, die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_selma.html\">&#8220;Bbibliophilin&#8221;<\/a>, die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_mimi.html\">&#8220;Mimi&#8221;<\/a> und wahrscheinlich anderes, das von depressiven Frauen oder Schriftstellern handelt.<\/p>\n<p>Bis halb elf kann ich das jetzt tun, dann gehts auf den Markt, weil wir da die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/28\/ruth-aspocks-buchpremiere\/\">Ruth Asp\u00f6ck<\/a> treffen, weil der der Alfred seinen neuen Holzofen zeigen will. Morgen gibts dann in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/11\/macht-kunst-macht\/\">St. P\u00f6lten ein K\u00fcnstlerbruch bei der von Doris Kloimstein kuraritierten Ausstellung im Sommerfrelektirium des Doms <\/a>und am Sonntag Nachmittags ist Ruths Salzburger Frauenlesung zum Frauentag in einer Galerie beim WUK.<\/p>\n<p>Die anderen schreiben auch nicht so viel besser als ich, das denke ich immer wieder, warum das dann bei mir nicht und nicht geht, habe ich noch nicht so ganz herausgefunden. Mal sehen, ob es mit dem Projekt geht. Aber vielleicht f\u00e4llt mir noch etwas anderes ein, was weniger pers\u00f6nlicher ist und daher vielleicht leichter und ungehemmter vor sich geht?<\/p>\n<p>Und, um von Jacquelinge Vegguth und ihrem zw\u00f6lf B\u00fccher Projekt, das ich mir eigentlich nicht zum Vorbild nehmen sollte, zu berichten, da ist zu schreiben, da\u00df jetzt der <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B01CDZAIPG\/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B01CDZAIPG&amp;linkCode=as2&amp;tag=jvellguth-21\">Februar Roman <\/a>on line gegangen ist, der auch der Beginn einer Trilogie ist, aber von \u00fcbernat\u00fcrlichen Kr\u00e4ften handelt und bei mir geht es ja sehr realistisch zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Ber\u00fchrungen oder wie ein Roman entsteht&#8221;, so k\u00f6nnte mein n\u00e4chster Roman hei\u00dfen. 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