{"id":42433,"date":"2016-03-11T18:10:40","date_gmt":"2016-03-11T17:10:40","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=42433"},"modified":"2016-03-11T18:10:40","modified_gmt":"2016-03-11T17:10:40","slug":"ebner-eschenbach-symposium","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=42433","title":{"rendered":"Ebner-Eschenbach-Symposium"},"content":{"rendered":"<p>Nicht nur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/21\/eine-dame-von-welt\/\">Henry James Todestag<\/a> j\u00e4hrte sich heuer zum hundertsten Mal, auch auch \u00f6sterreichische Autorin Marie von Ebner-Eschenbach ist am zw\u00f6lften M\u00e4rz 1916 gestorben und sie wurde aus diesem Anla\u00df schon seit ein paar Jahren von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/22\/marie-ebner-von-eschenbacht-entstaubt\/\">Evelyne Polt-Heinzl, Daniela Strigl und Ulrike Tanzer entstaub<\/a>t, sprich der &#8220;Residenz-Verlag&#8221; hat eine vierb\u00e4ndige Werkausgabe und eine entsprechende Biografie herausgebracht.<\/p>\n<p>Den zweiten Band mit den Werken <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/07\/lotti-die-uhrmacherin-unsuhnbar\/\">&#8220;Uns\u00f6hnbar und Lotti, die Uhrmacherin&#8221;<\/a> habe ich gelesen, jetzt sind auch die letzten beiden herausgekommen und wurden am Mittwoch in der &#8220;Wien-Bibliothek&#8221; vorgestellt, da war ich, obwohl es mich interessiert h\u00e4tte, nicht dabei, hat doch der Karli in den &#8220;R\u00f6mischen Markthallen&#8221; zum Essen eingeladen und Daniela Strigls Biografie &#8220;Ber\u00fchmt sein ist nichts&#8221; wurde am Dienstag in der Buchhandlung Leporello pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Da h\u00e4tte ich zwar kommen, aber acht Euro zahlen m\u00fcssen und das tue ich ja nicht so gern, so habe ich die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/08\/lyrik-am-frauentag\/\">&#8220;Lyrik im M\u00e4rz&#8221; <\/a>vorgezogen und nach den Buchpr\u00e4sentationen ist es sowieso gleich weiter mit einem internationalen Symposium in der Bartensteingasse &#8220;Schriftstellerin zwischen den Welten&#8221; gegangen und da habe ich zu meiner \u00dcberraschung meinen Psychologiekollegen<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/14\/von-berta-von-suttner-zu-tone-fink\/\"> Wolfram Huber <\/a>getroffen, vielleicht war es auch keine, interessiert er sich doch seit seiner Pensionierung f\u00fcr <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/08\/19\/die-waffen-nieder\/\">Bertha von Suttner <\/a>und die war mit der Gr\u00e4fin sicherlich bekannt und hatte vor zwei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/25\/spaziergang-ins-bezirksmuseum\/\">Jahren ihren hundertsten Geburtstag<\/a> und zwischen Bertha von Suttner und Marie Ebner von Eschenbach gibt es noch einige andere \u00dcbereinstimmung, so war der\u00a0 Friedensnobelpreistr\u00e4gerin vor zwei Jahren die Stadt Wien-Veranstaltung <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/17\/autorinnen-feiern-autorinnen\/\">&#8220;Autorinnen feiern Autorinnen&#8221;<\/a> gewidmet, heuer wird Ruth Kl\u00fcger den Festvortrag f\u00fcr Marie von Ebner-Eschenbach halten, im Vorjahr hielt ihn <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/02\/10\/marlen-schachingers-festrede\/\">Marlen Schachinger f\u00fcr Betty Paoly<\/a> und die tarockierte ja mit der Baronin und mit Ida Fleischl und mit der hat sich Marie Ebner von Eschenbach literarisch ausgetauscht.<\/p>\n<p>Also sicher interessant eineinhalb Tage der gro\u00dfen Sozialrealistin zu widmen, entstaubt oder nicht, denn ich denke, da\u00df es da ja wichtig ist, nicht die Sicht des einundzwanzigsten Jahrhundert auf die 1830 geborenen Adelige zu st\u00fclpen, sie aber bekannter zu machen und nur von der Schulbuchlekt\u00fcre wegzubringen, ist bestimmt sehr wichtig.<\/p>\n<p>Wir haben ja in der Strassergasse, glaube ich, den &#8220;Muff&#8221; gelesen, die Geschichte, wo eine mitleidige Adelige einer armen Bettlerin einen Muff schenkt und die wird dann des Diebstahls verd\u00e4chtigt und das ist sicher eine St\u00e4rke der adeligen Dame, die sich, wie Daniela Strigl mit feiner Ironie beklagte, sp\u00e4ter zur Matrone und g\u00fctigen Mutter stilisierte, da\u00df sie die Wunden der Zeit erkannte und ihren Finger darauf legte.<\/p>\n<p>So begann das internationale Symposium\u00a0 mit einem Referat von Peter C. Pfeiffer von der Georgetown University in Wahshinton und der besch\u00e4ftigte sich mit den Anfangen und den Enden ihrer Werke und merkte an, da\u00df sie es nicht immer so genau mit den Gattungsbezeichnungen nahm, also Erz\u00e4hlung zu einem kurzen Roman, etcetera sagte, ich denke, dieses Problem haben wir noch immer, da\u00df alles Roman genannt ist, obwohl es keiner ist und Marie von Ebner Eschenbach war, als Frau wahrscheinlich bescheiden und hatte es auch sehr schwer gegen\u00fcber ihrer adeligen Familie ihr Schreiben durchzusetzen.<\/p>\n<p>Sie hat als junge Frau mit der Briefnovelle &#8220;Aus Franzensbad&#8221;, unter einem Pseudonym herausgegeben, sich \u00fcber die adelige Gesellschaft\u00a0 lustig gemacht, sp\u00e4ter hat sie ihre Enden oft umgeschrieben und die Geschichten verkitscht und harmonischer enden lassen, weil vielleicht Druck von den Kritikern oder der Familie kam.<\/p>\n<p>Die Anf\u00e4nge sind aber stark und klar meine Peter C. Pfeiffer und bezog sich auf &#8220;Unds\u00fchnbar&#8221; und auch &#8220;Lotti, die Uhrmacherin&#8221;.<\/p>\n<p>Dann kam Daniela Strigl und erz\u00e4hlte aus Marie Ebner-Eschenbachs Biografie, da\u00df sie eine leidenschaftliche Reiterin gewesen sei, die immer im Damensattel Erholung und Freude fand &#8220;Ich bin so eine Reitn\u00e4rrin, da\u00df ich vor dem Aufsteigen am ganzen Leibe zittere&#8221; und manchmal dar\u00fcber auch das Schreiben vernachl\u00e4\u00dfigte, obwohl ihr dieses sehr wichtig gewesen ist.<\/p>\n<p>Es gab zwei Referate \u00fcber die &#8220;Kinderfiguren&#8221; in ihren Werken und ihren politischen Realismus, die Referentin nannte sie dabei eine Sozialarbeiterin, aber das war sie nicht, sie hatte offenbar nur einen sehr sozialen Blick, mit ihren Erz\u00e4hlungen &#8220;Er l\u00e4\u00dft die Hand k\u00fcssen&#8221;, &#8220;Das Gemeidekind&#8221; entcetera und sie hat auch und das habe ich jetzt fast vergessen, in allen Gattungen geschrieben und wollte sogar der oder die &#8220;Shakespearrin ihres Jahrhunderts&#8221; werden. Das ist ihr nicht so ganz gelungen, Gedichte gibt es aber\u00a0 und viele Briefe, vor allem mit ihrer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/07\/aufgehoben-and-or-not-ausgehoben\/\">Freundin Josephine von Knorr<\/a> mit der sie sich auch literarisch austauschte und von diesen Briefwechsel, von dem ich das erste Mal bei dem &#8220;Archivierungssymposium im Literaturhaus&#8221; h\u00f6rte, gab es gleich zwei Referate von jungen Frauen aus dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/01\/salzburg-buechertour\/\">&#8220;Salzburger Literaturarchiv&#8221;<\/a>, das ich ja vor kurzem besucht habe und am Schlu\u00df gab es noch eines, das scheinbar so gar nicht dazu passte, n\u00e4mlich \u00fcber die fr\u00fchen Fotografien, wo sich alle in ihren sch\u00f6nsten Kleider aufstellten und in\u00a0 immer gleichen Posen abgelichtet wurde, weil es ja noch kein Smartphone gab und \u00fcber den Zeitgenossen Ferdinand von Saar mit dem die Ebner von Eschenbach, glaube ich, auch befreundet war.<\/p>\n<p>Am Freitag ist es dann weiter mit den Zeitgenossen gegangen, da hat n\u00e4mlich Walter Hettche von der Universit\u00e4t M\u00fcnchen unter dem Titel &#8220;Der Tiger und die alte Tante&#8221;, Marie Ebner von Eschenbachs Beziehung zu Paul Heyse, den Nobelpreistr\u00e4ger von 1910 glaube ich, der mir h\u00f6chstens dem Namen nach ein Begriff war, vorgestellt. Sie hat ihn sehr gelobt, sie haben sich auch gegenseitig Novellen gewidmet und in seiner geht um Kindesmi\u00dfbrauch und da schreibt die alte Dame, etwas in ihr Tagebuch, da\u00df die M\u00e4nner Tiger seien und behandelt das Thema Vergewaltigung in ihrer Novelle dan ganz anders.<\/p>\n<p>Evelyne Polt-Heinzl, eine der Herausgeberin stellte den Bezug zum &#8220;Jung Wien&#8221; Schnitzler, Salten etcetera vor, dann ging es um den Nachla\u00df den die Wien-Bibliothek 1930 um neun tausend Schilling vom Erben einem Neffen aufkaufte, ein anderer Teil ist in M\u00e4hren verstreut und um die Marie von Ebner Eschenbach Forschung ging es auch.<\/p>\n<p>Dann h\u00e4tte eine Schlu\u00dfdiskussion folgen sollen, es kam aber eine Dame von der Kunstuniversit\u00e4t und hielt ein Zusatzreferat \u00fcber die B\u00fcsten und Denkm\u00e4ler, die es von der Dichterin gibt und wieder interessant sie ist die erste Ehrerndoktorin der Univ Wien zu einer Zeit geworden, als es noch kaum Studentinnen dort gab.<\/p>\n<p>Danach gabs eine Mittagspause und am Nachmittag die M\u00f6glichkeit eine F\u00fchrung im Uhrenmuseum zu machen, wo ein Teil der Eschenbachen Uhrensammlung, sie war ja eine Uhrensammlerin und hat auch eine Uhrmacherlehre gemacht, zu machen, da hatte ich aber eine andere Fortbildung und bin stattdessen auf den Wienerberg zur Gebietskrankenkassa gefahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur Henry James Todestag j\u00e4hrte sich heuer zum hundertsten Mal, auch auch \u00f6sterreichische Autorin Marie von Ebner-Eschenbach ist am zw\u00f6lften M\u00e4rz 1916 gestorben und sie wurde aus diesem Anla\u00df schon seit ein paar Jahren von Evelyne Polt-Heinzl, Daniela Strigl &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=42433\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[826,2791,3864,6180,6228],"class_list":["post-42433","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-biografie","tag-internationales-symposium","tag-marie-ebner-von-eschenbach","tag-werkausgabe","tag-wien-bibliothek"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42433","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42433"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42433\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}