{"id":42870,"date":"2016-03-28T00:13:32","date_gmt":"2016-03-27T22:13:32","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=42870"},"modified":"2016-03-28T00:13:32","modified_gmt":"2016-03-27T22:13:32","slug":"die-sieben-tage-des-abraham-bogatir","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=42870","title":{"rendered":"Die sieben Tage des Abraham Bogatir"},"content":{"rendered":"<p>Weil wir nicht mehr nach <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/03\/advent-in-ungarn\/\">Ungarn<\/a> fahren, habe ich jetzt von den Harland-B\u00fcchern, den Roman des 1925 geborenen Gy\u00f6rgy G. Kardos, eine DDR-Ausgabe, von 1980, die sich der Alfred wohl von seinen DDR-Besuchen mitgebracht hat, gelesen und auf den Autor bin ich schon im vorigen Jahr aufmerksam geworden, als ich die ebenfalls schon \u00e4ltere <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/15\/ungarn\/\">&#8220;Ungarn<\/a>&#8211;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/04\/ungarn-2\/\">Atnhologie&#8221;<\/a> bei unseren beiden Ungarn-Aufenthalten gelesen haben.<\/p>\n<p>Und der Roman des Autors \u00fcber den man nicht sehr viel im Netz findet, der &#8220;Wikipedia-Eintrag&#8221; ist auf Ungarisch, die DDR-B\u00fccher scheint es nicht antiquarisch zu geben, wurden sie ja, glaube ich, 1989\u00a0 in gro\u00dfen Stil weggeworfen oder vergraben, nur einen alten <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-43732482.html\">&#8220;Spiegel-Eintrag&#8221;<\/a> \u00fcber den Roman, der 1947w\u00e4hrend pal\u00e4stinesischen-israelischen Krieges in dem kleinen D\u00f6rfchen Beer-Tuvia spielt und Gy\u00f6rgy G. Kardos, der 1997 in Budapest gestorben ist, wurde 1944 von den Faschisten in ein Arbeitslager verschleppt. Dann wanderte er in das damalige Pal\u00e4stina aus, kam wieder nach Ungarn zur\u00fcck, hat \u00fcber seine dortigen Erlebnisse einen Roman geschrieben, der, wie im Klappentext steht, ein gro\u00dfer Erfolg\u00a0 und in die verschiedensten Sprachen \u00fcbersetzt wurde.<\/p>\n<p>&#8220;Die sieben Tage des Abraham Bogatir&#8221;, sind wahrscheinlich eine biblische Anspielung, der Abraham wird auch mit dem Hiob verglichen und auf Ungarisch scheint das Buch &#8220;Abraham Bogatir Wochen&#8221; zu hei\u00dfen, so wird es jedenfalls von &#8220;Google&#8221; \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Der Abraham Bogatir ist ein alter Jude, der nach oder vor dem ersten Weltkrieg von Charkow nach Israel auswanderte und nun in dem kleinen D\u00f6rfchen eine Landwirtschaft betreibt. Er hat eine Frau, Malka, die als ziemlich z\u00e4nkisch beschrieben wird und zu der\u00a0 sonst so gute Abraham, so wird er im Klappentext beschrieben, manchmal ziemlich unh\u00f6flich ist.<\/p>\n<p>Einen Sohn hat er w\u00e4hrend des Krieges verloren, der andere, Dan, ist dar\u00fcber verr\u00fcckt geworden und die Mutter leidet mit ihm, eine t\u00fcchtige Tpchter rina gibt es auch und eines Nachts l\u00e4utet oder pocht es und ein Junge mit einer Pistole steht vor der T\u00fcr.<\/p>\n<p>Der er wird auch als Terrorist bezeichnet, versucht sich vor den britischen Soldaten, die alles kontrollieren zu verstecken, erz\u00e4hlt Abraham nicht viel von dem woher und dem warum, aber der nimmt ihn bei sich auf, gibt ihm als die von der Arbeitsorganisation geschickte Aushilfe aus und Rina oder Rinele f\u00fchrt ihn auch in die Landwirtschaft ein.<\/p>\n<p>Weil man aber doch seine Papiere sehen will, macht sich Abraham auf den Weg nach Jerusalem, um sie zu besorgen. Er wird dabei verhaftet, st\u00e4ndig kontrolliert und als er mit einer alten russischen Freundin, Anna, in ein Konzert\u00a0 will, das noch dazu von einem Dirigtenten namens Bernstein, richtig, Leonhard, dirigiert wird und er sich dazu auch noch eine Hose kauft, kann er nicht gehen, denn es gibt eine Ausgangssperre und er mu\u00df im Hotel bleiben.<\/p>\n<p>Drei Tage von den sieben dauert die Reise nach Jerusalem und zur\u00fcck. Dort dringen dann die Briten in das D\u00f6rchen ein, machen eine Hausdurchsuchung, der Junge David wird im Schweinstall versteckt und dann in einen Orangenhain gebracht und von dort fl\u00fcchtet er und l\u00e4\u00dft den guten Menschen Abraham, der mit allen konnte, den Beduienen, den Arabern, den Briten (nur nicht mit seiner Frau), resigniert zur\u00fcck und Gy\u00f6rgy G. Kardos hat vermutlich seine Israel Erlebnisse in dem Buch verarbeitet, das inzwischen, so gut wie vergessen ist, in Zeiten wie diesen, wo auch sehr viel in Israel und auch woanders passiert, aber sehr interessant ist.<\/p>\n<p>Voriges Jahr war <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/16\/leipzig-gebloggt\/\">Israel das Schwerpunktthema der Leipziger Messe<\/a>, einen Rorman von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/01\/wohin-du-mich-fuhrst\/\">David Grossmann<\/a> habe ich auch gelesen und einen anderen gefunden und \u00fcber die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/24\/israelische-und-palaestinesische-spannungsfelder-und-konflikte\/\">israelisch-pal\u00e4stinensiche Konflikte<\/a>, habe ich vor kurzem in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; geh\u00f6rt und ganz anders gelagert, ist wahrscheinlich auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/24\/unvollendete-symphonie\/\">Hans Weigels &#8220;Unvollendete Symphonie&#8221; zu dem Thema passend<\/a>, denn da ist ja 1947 oder so, ein Jude aus dem Schweizer Exil zur\u00fcckgekommen und freundet sich in dem Nachkriegs-Wien mit jungen K\u00fcnstlern an, um auch eine wichtige Rolle, in diesem Fall in der Kulturvermittlung, zu spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil wir nicht mehr nach Ungarn fahren, habe ich jetzt von den Harland-B\u00fcchern, den Roman des 1925 geborenen Gy\u00f6rgy G. 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