{"id":4302,"date":"2010-09-10T17:54:56","date_gmt":"2010-09-10T15:54:56","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4302"},"modified":"2010-09-10T17:54:56","modified_gmt":"2010-09-10T15:54:56","slug":"warum-wird-mein-manuskript-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4302","title":{"rendered":"Warum wird mein Manuskript nicht &#8230;."},"content":{"rendered":"<p>Die gleichnamige Serie im <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/warum-werde-ich-nicht-veroeffentlicht-teil-4\/\">literaturcafe.de<\/a> von der heute der vierte Teil erschienen ist, scheint mich zu besch\u00e4ftigen und da sie auch meinen Widerspruch erregt, will ich mit einem Artikel darauf antworten.<br \/>\n&#8220;Warum es selbst die besten Manuskripte oft nicht schaffen&#8221;, lautet Teil vier, geschrieben wird die Serie von <a href=\"http:\/\/www.tomliehr.de\/\">Tom Liehr<\/a>, einem 1962 geborenen Berliner, der im Aufbau Verlag verlegt und auch bei den <a href=\"http:\/\/www.42erautoren.de\/\">42er Autoren<\/a> mitmacht.<br \/>\nIn den vorigen Teilen haben wir geh\u00f6rt, da\u00df eine halbe Million Menschen vor ihren Laptops sitzen und mit Deutschunterricht und autobiografisch schreiben, reich und ber\u00fchmt werden wollen, dann aber bei den Zuschu\u00dfverlagen oder den kleinen h\u00e4\u00dflichen BoDs landen, weil sie kein gutes Expose geschrieben haben, sich nicht \u00fcberlegten, warum und f\u00fcr wem sie schreiben und sich drittens, auch nicht die Verlage, an die sie schicken, vorher ansehen.<br \/>\nIm Literaturcafe gibt es noch einen <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/erfahrungsbericht-von-der-idee-zum-manuskript-vom\">Erfahrungsbericht von Kai Beisswenger<\/a> &#8220;Von der Idee zum Manuskript, vom Verlagskontakt bis zum Verlagsvertrag&#8221;, der offensichtlich alles richtig machte, so da\u00df er schlie\u00dflich zwei Verlagsangebote bekam und sich f\u00fcr den Schenk Verlag in Passau entschied. Daran kn\u00fcpfen sich viele Kommentare, einige kommen von Tom Liehr, der bem\u00e4ngelte, da\u00df Kai Beisswenger sich zu billig verkauft hat und es auch falsch war, da\u00df er sich an keine Literaturagentur wandte, denn nun hat er die erste Liga, sprich Rowohlt oder Suhrkamp verspielt und d\u00fcmpelt im Mittelfeld dahin. In Teil vier werden Beispiele von Autoren angef\u00fchrt, die auch alles richtig machten und trotzdem Absagen bekamen und dann kommt er auf die gro\u00dfe Masse zu sprechen, die im stillen K\u00e4mmerlein betriebsblind und selbstverliebt sitzt, stilistische und dramaturgische Fehlentscheidungen trifft, unzeitgem\u00e4\u00dfe Themen w\u00e4hlt ect&#8230; und meint, da\u00df diese Autoren nicht ihre Texte \u00e4ndern und ihre Marktchancen verbessern wollen, sondern in BoD Foren von der Kontrolle und der uneingeschr\u00e4nkten Freiheit reden, die sie so behalten.<br \/>\nKein Zweifel Tom Liehr h\u00e4lt nichts davon und auch nichts vom &#8220;therapeutischen Schreiben&#8221; und wenn man die Serie liest, bekommt man und das ist meine Kritik daran, das Gef\u00fchl, da\u00df man ohnehin nichts machen kann und, wie man es macht, macht man es falsch. Nun frage ich mich, was ist richtig?<br \/>\nLektor <a href=\"http:\/\/philippbobrowski.wordpress.com\/2010\/09\/06\/warum-fragst-du-mich-eigentlich\/\">Phillipp Bobrowski erz\u00e4hlt in seinem Blog unter &#8220;Warum fragst du eigentlich?&#8221;,<\/a> von Autoren, die sich von ihm, obwohl er ohnehin in Zeitnot ist, ihre Manuskripte lektorieren lassen, dann mit seinen Kritikpunkten nicht einverstanden sind und w\u00fcnscht sich, da\u00df die, die nur Selbstbest\u00e4tigung suchen, sich mit ihren Spiegelbild besch\u00e4ftigen sollen.<br \/>\nSelbstverliebt nennt es Tom Liehr und die Zuschu\u00dfverlage hei\u00dfen auch Vanity-Press, die Debatte um die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/07\/22\/sommerlocher\/\">Sommerl\u00f6cher<\/a> hat aber gezeigt, da\u00df auch arrivierte Autoren Schwierigkeiten haben, Kritik anzunehmen und irgendwie sind wir alle empfindlich und wollen mit unseren Texten reich und ber\u00fchmt werden oder zumindestens anerkannt. Das w\u00e4re das, was ich mir w\u00fcnsche.<br \/>\nJetzt wei\u00df ich aber, da\u00df immer weniger Leute lesen, die werden mit F\u00f6rderaktionen, wie eine Stadt ein Buch ect. beworben und dann gibt es die halbe Million, die vor ihren Laptops sitzt, schreiben will, Coachings und Seminare besucht, Schreibratgeber liest, alles richtig zu machen versucht und trotzdem \u00fcberbleibt und wenn sie ihre B\u00fccher selber macht, Spott und Hohn erntet.<br \/>\nL\u00f6sung habe ich auch keine und habe, da ich vor zwanzig Jahren ziemlich allein unterwegs war, auch sicher sehr viel falsch gemacht, gab es ja solche Artikel noch nicht. Jetzt vertraue ich nicht mehr sehr darauf, da\u00df es mir mit einer Agentur, einem Expose und den entsprechenden Ratgebern gelingt, endlich an den richtigen Ort zu kommen, denn es wurde ja schon wirklich viel geschrieben. Die Kritiker sind \u00fcbers\u00e4ttigt und johlen auf, wenn eine schon wieder mit einem Familienfest ihren Roman beginnt, man mu\u00df immer j\u00fcnger sein und \u00fcber immer intimere Themen schreiben oder einen ber\u00fchmten Namen haben, den die Leser kennen und bei denen, die es zu Suhrkamp und Rohwohlt geschafft haben, f\u00e4llt mir auf, da\u00df es immer die gleichen Themen sind, die gew\u00e4hlt werden.<br \/>\nSo gesehen, glaube ich schon, da\u00df es in der BoD Szene eine Vielfalt geben kann, die man sonst nicht findet, aber nat\u00fcrlich stimmt auch viel von dem was Tom Liehr schreibt. Man soll sich bem\u00fchen besser zu werden, nur braucht man vielleicht auch ein bi\u00dfchen Unterst\u00fctzung. Das ist es, was ich mir w\u00fcnsche. Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung.  Dese Tugenden, die man in der Psychotherapiegrundausbildung lernt, versuche ich auch den Texten anderer entgegenzubringen. Deshalb werte ich nicht, sondern schaue mir an, um was es da geht, versuche ein Grundmuster zu erkennen und lasse die Kritik mit der Selbstverliebtheit m\u00f6glichst weg.<br \/>\nDann war ich heute im Antiquariat Reichmann in der Schleifm\u00fchlgasse, wo es wieder einen Abverkauf gibt, da trotz Vorversuche noch tausende B\u00fccher vorhanden sind, jedes zwei Euro, Taschenb\u00fccher f\u00fcnfzig Cent und bin in einem langen Gang voller  Bananenschachtel und verstaubten B\u00fcchern in Regalen gestanden, die so hoch waren, da\u00df man Leitern ben\u00fctzen mu\u00dfte. Es gibt also sehr sehr viel und die Bibliophilen, die dort waren, haben sich gefreut, Freunde angerufen, St\u00f6\u00dfe zur Kasse geschleppt&#8230;<br \/>\nIch nenne das, was Tom Liehr Selbstverliebheit nennt, Kreativit\u00e4t und denke, man sollte sie f\u00f6rdern und die Leute auch zum Schreiben ermuntern. Die Schreibseminare und die Autoren, die Coachings machen, tun das sowieso.<br \/>\nIch w\u00fcnsche mir Aufmerksamkeit und Interesse und wohl auch eine dickere Haut, um mit dem Konkurrenzverhalten der Anderen besser umzugehen. Ansonsten bin ich beim zweiten Korrigierdurchgang der &#8220;Absturzgefahr&#8221;.<br \/>\nSehr viel Inhaltliches habe ich noch nicht ver\u00e4ndert und werde das wohl auch nicht tun. An der Sprache versuche ich zu arbeiten und passe auf m\u00f6glichst keine patscherten S\u00e4tze drin zu haben, achte auf Details, die noch nicht stimmen&#8230;<br \/>\nAnsonsten wird es wieder eine leise Beziehungsgeschichte werden, die mit einem Geburtstagsfest beginnt und Themen aufgreift, die einem so im psychotherapeutischen Alltag begegnen.  B\u00fccher kommen auch darin vor, obwohl ich, f\u00fcr die, die es wissen wollen, mit leeren Taschen bei Reichmann hinausgegangen bin.<br \/>\nIch hatte zwar schon einen Sto\u00df in H\u00e4nden.<br \/>\n &#8220;Chicken Christl&#8221; von Martin Amanshauser, einen Roman von Michael Kr\u00fcger, einen von Polina Daschkowa und von den Oldies, ein Buch von Bruno Brehm,  eines von Klabund und ein Jahrbuch von 1942 der Stadt Linz. Zuerst habe ich das Neue weggelegt, dann  das Antiquarische, will ich mir ja nicht wirklich ein B\u00fccherregal kaufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gleichnamige Serie im literaturcafe.de von der heute der vierte Teil erschienen ist, scheint mich zu besch\u00e4ftigen und da sie auch meinen Widerspruch erregt, will ich mit einem Artikel darauf antworten. &#8220;Warum es selbst die besten Manuskripte oft nicht schaffen&#8221;, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4302\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-4302","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4302\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}