{"id":43253,"date":"2016-04-13T22:20:30","date_gmt":"2016-04-13T20:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=43253"},"modified":"2016-04-13T22:20:30","modified_gmt":"2016-04-13T20:20:30","slug":"geschwaerztes-italien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=43253","title":{"rendered":"Dunkles Italien"},"content":{"rendered":"<p>Heute bin ich wieder einmal in die Hauptbibliothek gewandert und habe dort einen Italiener kennengelernt, der mir sonst entgangen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Gioaccino Criaco, 1965 in Africo, Aspromonte Gebirge geboren, in Mailand Rechtsanwalt gewesen, stellte, wieder assistiert von Robert Reinagl und vorgestellt vom Italien Korrespondent Andreas Pfeifer moderiert, seinen von Karin Fleischanderl \u00fcbersetzten und bei &#8220;Folio&#8221; erschienenen Roman &#8220;Schwarze Seelen&#8221; vor.<\/p>\n<p>Deshalb bin ich einmal gleich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/22\/gustav-ernst-und-der-dialog\/\">Gustav Ernst<\/a> fast in die Arme gelaufen, den ich schon lange nicht gesehen habe und Andreas Pfeifer stellte dann die Gegend des Aspromonte, eine sch\u00f6ne aber auch offenbar gef\u00e4hrliche und sehr arme Gegend, denn in dem ersten St\u00fcck das gelesen wurde, erz\u00e4hlt einer, wie er als Kind mit seinem Vater und seinem Bruder ein &#8220;Schwein&#8221; durch\u00a0 die bergige Gegend f\u00fchr, das stellt sich bald als ein entf\u00fchrter reicher Industrieller vor. Sie gehen mit ihm in eine H\u00fctte, geben ihm zum essen, sperren es dann in den Stall, dann fahren oder gehen sie zur\u00fcck in ihre Wohnung, um am n\u00e4chsten Morgen mit dem Schulbus in die Stadt zu fahren. Denn sie sind arme Ziegenhirten und brauchen solche Gesch\u00e4fte offenbar zum \u00dcberleben.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter gehen sie zum Studium nach Mailand, geben das aber\u00a0 bald auf und leben vom Drogenhandel, werden reich dabei, sind aber getriebene und kehren noch ein bi\u00dfchen sp\u00e4ter in das Heimatdorf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das waren die drei Lesebl\u00f6cke.<\/p>\n<p>Dazwischen gab es Gespr\u00e4che \u00fcber die Mafia, die Geschichte des Landes und die Karriere des Autors, von dem im Programm steht, da\u00df sein Vater in einer Blutfehde ermordet wurde und sein\u00a0 Bruder einer der meistgesuchten Kriminellen war.<\/p>\n<p>Er hat es aber geschafft, als Rechtsanwalt und jetzt als Autor auf der &#8220;richtigen Seite&#8221;, die auch diskutiert wurde, zu bleiben. Das Buch wurde inzwischen verfilmt und die zahlreichen Fragen aus dem Publikum erkundigten sich nach der Rolle der Kirche, der Frauen und, wie man es schafft die Kinder von der Kriminalit\u00e4t wegzubringen.<\/p>\n<p>&#8220;Die Literatur!&#8221;, war glaube ich ein Vorschlag, des charmanten und auch sehr selbstbewu\u00dften Moderators.<\/p>\n<p>So konnte man das Buch auch kaufen und signieren lassen und ich habe wieder etwas gelernt, obwohl mich die kitalienische Mafia ja nicht so besonders interessiert. Von der allt\u00e4glichen Gewalt, in der, weil so armen Gegen offenbar schon schon Kinder zu Kriminellen werden und ganz selbstverst\u00e4ndlich in den Neunzehnsiebziger bis neunziger Jahren tausende Reiche entf\u00fchrt wurden, habe ich allerdings nichts gewu\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute bin ich wieder einmal in die Hauptbibliothek gewandert und habe dort einen Italiener kennengelernt, der mir sonst entgangen w\u00e4re. 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