{"id":43604,"date":"2016-04-26T22:24:46","date_gmt":"2016-04-26T20:24:46","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=43604"},"modified":"2016-04-26T22:24:46","modified_gmt":"2016-04-26T20:24:46","slug":"preis-der-literaturhaeuser","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=43604","title":{"rendered":"Preis der Literaturh\u00e4user"},"content":{"rendered":"<p>Der &#8220;Preis der Literaturh\u00e4user&#8221; wird seit 2002 vom &#8220;Netzwerk der Literaturh\u00e4user&#8221; vergeben und am Freitag in Leipzig auf dem &#8220;Blauen Sofa&#8221; vorgestellt. so war ich einige Male dabei, als ihn <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/18\/zuruck-aus-leipzig\/\">Ferdun Zaimoglu<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/17\/buchmessenreport\/\">Judith Schalansky<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/16\/leipzig-gebloggt\/\">Niklas Mahler<\/a>, etcetera, gewonnen haben.<\/p>\n<p>Ein Preis der mit vierzehntausend Euro dotiert und mit der Auflage verbunden ist, da\u00df der Preistr\u00e4ger\u00a0 eine Lesetournee in die Literaturha\u00e4user macht und ihn sozusagen abarbeitet oder seine Arbeiten vorstellt.<\/p>\n<p>Es gibt dann immer einen Flyer wo die Lesungen in den Literaturh\u00e4usern angegeben sind. Berlin, Leipzig, Salzburg, Graz&#8230;<\/p>\n<p>Wien war nie dabei, so da\u00df ich in den letzten Jahren immer in Leipzig, wenn ich dort gewesen bin, danach fragte?<\/p>\n<p>&#8220;Eine gute Frage?&#8221;, hat mir Silvia Bartl, als sie in Leipzig war, um den B\u00fcchertisch der GAV, als die dort die &#8220;Lyrik im M\u00e4rz&#8221; im &#8220;Ringcafe&#8221; veranstaltete, zu betreuen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/13\/der-hals-der-giraffe\/\">Judith Schalansky <\/a>hat es nicht gewu\u00dft, und der Herr, der voriges Jahr moderierte hat, mir erkl\u00e4rt, da\u00df das Wiener Literaturhaus eigentlich die Dokumentationsstelle f\u00fcr neuere Literatur sei und deshalb nicht dabei, aber beitreten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Jetzt ist es soweit und so hat <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/21\/buchmessenreport-2\/\">Ulf Stolterfoht, der heurige Preistr\u00e4ger<\/a>, heute in Wien Station gemacht.<\/p>\n<p>Den Namen des 1963 in Stuttgart geborenen Preistr\u00e4gers kenne ich von der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/22\/die-praxis-des-schreibens\/\">&#8220;Praxis des Schreibens&#8221; <\/a> und die Literaturhauslesungen, die am 18. M\u00e4rz im Literaturhaus Leipzig begonnen haben, scheinen sich so abzuspielen, da\u00df sich der Preistr\u00e4ger einen zweiten Lyriker einl\u00e4dt und mit dem dann liest und diskutiert.<\/p>\n<p>F\u00fcr Wien hat sich Ulf Stolterfoht, den 1963 S\u00fcdtiroler Oswald Egger, auch ein experimenteller Lyriker, den ich schon mal in der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/29\/letztes-mal-parterresaal\/\"> &#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> h\u00f6rte, gew\u00fcnscht und das Literaturhaus war sehr voll von jungen Leuten, die ich spontan f\u00fcr Studenten der Sprachkunst gehalten h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Das das stimmte d\u00fcrfte, hat Robert Huez, den ich seit langem wieder mal im Literaturhaus sah, best\u00e4tigt, denn Ul Stolterfoht scheint dort\u00a0 zu unterrichten und Oswald Egger hat mit der Lesung seiner Gedichte begonnen, ein sehr sprachgewaltiges Langgedicht, wie mir schien, wo es um das Essen von Stuten und Fohlen, etc ging und ich mir als die humorlose realistische Schreiberin dachte, wer tut das schon oder man k\u00f6nnte sich auch nach dem Sinn des solchen fragen, aber das wurde erst sp\u00e4ter angesprochen.<\/p>\n<p>Zuerst las der Preistr\u00e4ger, der auch einen Verlag hat, in dem er beispielsweise Oswald Egger verlegt und er las einige Gedichte, die sich mit der Lyrik besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p>&#8220;Immens starke Lesergewohnheiten zerst\u00f6ren\u00a0 die Wirkkraft der Dichtung&#8221;, wenn ich richtig zitiere, worauf ein Gel\u00e4chter durch das wahrscheinlich studentische Publikum ging und Gedichte, die er Thomas Kling und Oskar Pastior gewidmet hat.<\/p>\n<p>Dann war die Lesung aus.<\/p>\n<p>&#8220;Jetzt m\u00fcssen wir sprechen!&#8221;, sagte Ulf Stolterfoht in Oswald Eggers Richtung. Ein langes Schweigen war die Folge, das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/08\/die-zeit-und-wir\/\">Christl Greller<\/a>, die neben mir sa\u00df,\u00a0 als kreatives Schweigen benannte.<\/p>\n<p>&#8220;Jetzt nicht mehr!&#8221;, antwortete Oswald Egger,\u00a0 dann bezog sich Ulf Stolterfoht auf Oswald Eggers Landschaftsbeschreibungen, die ihm sehr gefielen und in denen er gerne leben w\u00fcrde, obwohl er nicht w\u00fc\u00dfte, ob er darin \u00fcberleben k\u00f6nnte?<\/p>\n<p>Oswald Egger widersprach und begann von dem Wunsch zu sprechen, seine Gedichte zu projezieren, dann w\u00fcrden einzele Worte verschwinden und wieder andere neue Gedichte entstehen.<\/p>\n<p>Dann ging es \u00fcber den Sinn der Dichtung.<\/p>\n<p>&#8220;Wozu der Schei\u00df?&#8221;, fragte Ulf Stolterfoht, flapsig freundlich, was die Humorlose, als &#8220;Verarschung&#8221; interpretierte.<\/p>\n<p>&#8220;Wozu tut man sich das an, ein Gedicht nach dem anderen zu schreiben?&#8221;<\/p>\n<p>Nun man gewinnt den &#8220;Preis der Literaturh\u00e4user&#8221; beispielsweise damit,\u00a0 geht ein paar Monate auf Lesereise und stellt seine Gedichte ein paar Leuten vor, die sie beispielsweise nicht als &#8220;Schei\u00df&#8221; empfinden. So war auch ein Teil der experimentellen Szene Wiens, wie <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/24\/zweimal-experimentelles-crossover\/\">Brigitta Falkner<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/25\/herbert-j-wimmers-literarischer-konstruktivismus\/\">Herbert J. Wimmer,<\/a> dann noch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/01\/wieder-ein-jahr-podiumportraits\/\">Monika Vasik<\/a> und Christl Greller, ganz zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/04\/24\/beruehrungsentwicklung\/\">schweigen von mir<\/a>, gekommen.<\/p>\n<p>&#8220;Haben wir jetzt genug geredet und sollen wir noch was lesen?&#8221;, fragte Ulf Stolterfoht nach einer Weile und erz\u00e4hlte\u00a0 von einer seiner Lesung in Ostberlin, wo er vier Gedichte ank\u00fcndigte, worauf der Veranstalter aus dem Off &#8220;Allerh\u00f6chstens zwei!&#8221;, b\u00fcllte.<\/p>\n<p>Die hat er dann gelesen, die von Drogenerfahrungen handelte und morgen geht es in Literaturhaus Graz, wo Jan Wagner, der Gewinner des Leipziger Buchpreises&#8221; vom letzten Jahr der zweite Leser ist und gestern waren sie in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/01\/salzburg-buechertour\/\">Salzburg<\/a>, wo Ulf Stolterfoht mit<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/04\/04\/wieder-einmal-schreibgespraeche\/\"> Franz Josef Czernin <\/a>gelesen hat.<\/p>\n<p>Da wurde, hat er mir gesagt, das Gespr\u00e4ch, das man heute vielleicht ein wenig unvorbereitet nennen k\u00f6nnte, moderiert.<\/p>\n<p>Eine Studentin hat diese Art der Moderation als sehr angenehm und locker gefunden. Ich bin da ja\u00a0 vielleicht ein wenig humorloser, ernsthafter und angespannter und h\u00e4tte mir vielleicht auch eine etwas konkreter Antwort erwartet, wie man dazu kommt &#8220;Ich esse Stuten, ich esse Fohlen!&#8221; zu dichten und habe ja auch erst am Montag eine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/04\/25\/peter-pessls-rom\/\">sehr gut moderierte Lesung eines experimentellen Dichters geh\u00f6rt<\/a>.<\/p>\n<p>In Wien mu\u00df man zwar keinen Eintritt zahlen, zehn Euro h\u00e4tte ich mir &#8220;einen Schei\u00df&#8221; aber nicht kosten lassen. Ganz abgesehen, da\u00df das eine Vorstellung eines Literaturpreistr\u00e4gers wahrscheinlich nicht ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8220;Preis der Literaturh\u00e4user&#8221; wird seit 2002 vom &#8220;Netzwerk der Literaturh\u00e4user&#8221; vergeben und am Freitag in Leipzig auf dem &#8220;Blauen Sofa&#8221; vorgestellt. so war ich einige Male dabei, als ihn Ferdun Zaimoglu, Judith Schalansky, Niklas Mahler, etcetera, gewonnen haben. 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