{"id":4379,"date":"2010-09-19T10:07:46","date_gmt":"2010-09-19T08:07:46","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4379"},"modified":"2010-09-19T10:07:46","modified_gmt":"2010-09-19T08:07:46","slug":"die-nacht-im-zelt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4379","title":{"rendered":"Die Nacht im Zelt"},"content":{"rendered":"<p>Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten hat es Freitag bis Samstag, die neunzehnte &#8220;Rund um die Burg&#8221; Veranstaltung&#8221; gegeben. Gehard Ruiss hat sich daf\u00fcr eingesetzt, Sponsoren sich gefunden, die Lesungen wurden nicht mehr in die anderen Zelte \u00fcbertragen und ein bi\u00dfchen kleiner war es vielleicht auch.<br \/>\nEs gab aber wieder ein sehr sch\u00f6nes Klo mit einem vielleicht ein wenig kitschigen B\u00fccherdesign und Ex-Operndirektor Ion Holender hat mit seiner Biografie, das gro\u00dfe Opening begonnen. Deshalb sa\u00df ich Anfangs neben einen Herrn, der einer Dame sehr engagiert von guten und schlechten Stimmen erz\u00e4hlte und ich bin eine sehr engagierte Besucherin. Ich glaub, ich war jedes Mal dort, in den letzten Jahren habe ich es auch geschafft, non stop zu bleiben. Das ist ein Art Spleen von mir, ein anderer geht Bungeejumpen. Ich setze mich einmal im Jahr mit einem Sack voll Essen und einem Pullover ins Zelt. Jetzt wei\u00df ich schon, wie ich mich motivieren mu\u00df und, da\u00df au\u00dfer mir nur ein Fotograf non stop bleibt, der kennt mich wahrscheinlich schon. Sonst gibts ein paar \u00e4ltere Damen und einen \u00e4lteren Herrn, die bis Mitternacht bleiben und am n\u00e4chsten Vormittag wiederkommen. Die Zuzaks kommen auch, sonst waren au\u00dfer Cornelia Travnicek nicht viele nicht lesende Autoren da.<br \/>\nBeim Welcome haben sich die Sponsoren aufgestellt und Gerhard Ruiss, der bis Mitternacht moderierte und am Nachmittag noch einmal, fragte nach der Wichtigkeit von B\u00fcchern und alle betonten, wie wichtig eine lesende Jugend ist und, da\u00df sie nat\u00fcrlich Leseratten w\u00e4ren, die kein Buch auslassen w\u00fcrden&#8230;<br \/>\nEs war bei dieser von Claudia Wittrich und Andy Gaiser organisierten Mainstream-Veranstaltung erstaunlich viel \u00f6sterreichische Literatur dabei.<br \/>\nPaulus Hochgatterer mit seinem &#8220;Matratzenhaus&#8221;, der das Thema Kindesmi\u00dfbrauch mit einem ausgebrannten Psychiater als Hauptperson, auf eine sehr fachkundliche realistische Art und Weise behandelt. Lydia Mischkulnig hat in &#8220;Schwesten der Angst&#8221; die kindlichen Traumen, dann in einer sehr kunstvollen Sprache h\u00f6chst beklemmend dargestellt. Monika Helfer ihr viel gepriesenes neues Buch &#8220;Bevor ich schlafen kann&#8221;, da geht es um eine Psychiaterin und eine Krebserkrankung, Bettina Balaka ihre Geschte von dem Schiffsjungen, die ich, glaube ich, schon geh\u00f6rt habe.<br \/>\nGerhard Ruiss, den dritten Teil seiner Wolkenstein-Nachdichtungen, das, was es bei Buchlandung im Abverkauf gab, war offenbar der este Teil. Erwin Riess hat wieder ein Kapitel aus &#8220;Herr Groll und der rote Strom&#8221; gelesen. Julian Schutting aus &#8220;Am Schreibplatz&#8221;, der junge Bernhard Strobel, von dem immer gesagt wird, da\u00df er sich in seiner Dichtung mit Randfiguren besch\u00e4ftigt, aus seinem Erz\u00e4hlband &#8220;Nichts, nichts&#8221;. Christoph Poschenrieder ist ein Diogenes Autor, den ich nicht kannte und hat einen Schopenhauerroman &#8220;Die Welt im Kopf&#8221;,  zum Gedenkjahr geschrieben. Thomas Sautner, der Autor von &#8220;Milchblume&#8221; und &#8220;Fuchserde&#8221; hat mit dem bei Aufbau erschienenen &#8220;Fremdes Land&#8221; einen Roman \u00fcber die Gefahren des Sicherheitswahns geschrieben. Franzobel, der bei Rund um die Burg immer sehr prominent besetzt ist, h\u00e4tte aus &#8220;Lusthaus oder die Schule der Gemeinheit&#8221; lesen sollen, hat sich aber etwas andereres ausgesucht und ist zum Abschlu\u00df noch einmal gekommen.<br \/>\nUm elf h\u00e4tte Erika Pluhar aus dem &#8220;Sp\u00e4ten Tagebuch&#8221;, das ich ja gewonnen habe, lesen sollen. Da dachte ich, ziehe ich herum und schaue mir die anderen St\u00e4nde an, es kam aber Robert Schindel mit seinen sehr skurrilen witzigen Geschichten.<br \/>\nDann war schon Krimi-Nacht und da habe ich die vom O.P. Zier und von Eva Rossmann schon gelesen. Da habe ich mir die Autorensolidarit\u00e4t- und Buchkultur-Exemplare geholt und geschaut, ob ich Bekannte sehe. Die kleinen feinen Schokotropfen gab es leider nicht mehr.<br \/>\nDie Krimi-Nacht wurde von Susanne Ayoub er\u00f6ffnet. Die sich wieder mit einem historischen Kriminalfall aus der Nazizeit besch\u00e4ftigt hat, in dem es um okkulte Str\u00f6mungen geht. Gerhard Loibelsberger hat auch immer historische Krimis und erz\u00e4hlte, da\u00df er an einer Serie schreibt, die bis ins Jahr 1918 f\u00fchren soll. Der erste Teil waren die &#8220;Naschmarktmorde&#8221;. Jetzt war Teil zwei &#8220;Reigen des Todes&#8221; dran und es ging um die Obdachlosigkeit des Jahres 1908 und Loibelsberger beschreibt da nach historischen Fakten, die Obdachlosen, die in den Kanalsystemen lebten. Georg Haderer hat einen neuen Krimi &#8220;Ohnmachtsspiele&#8221;, der spielt in Wien, weil sich angeblich Karl Heinz Grasser bei ihm distanzierte, da der erste in Kitzb\u00fchel angesiedelt war und Thomas Raab hat einen neuen Metzger-Fall.  Der erz\u00e4hlt eher, stellt Fragen, macht Witze und verloste Marmelade, statt viel zu lesen.  Dann kam die Erotiknacht, in der diesmal Markus K\u00f6hle, Mieze Medusa und Jan Kossdorff, die &#8220;How I fucked Jamal&#8221; Anthologie vorstellten und daf\u00fcr vom Badeschiff gekommen sind, wo drei\u00dfig Jahre Milena Verlag gefeiert wurde, obwohl das nicht stimmt. Denn vor drei\u00dfig Jahren wurde der Wiener Frauenverlag gegr\u00fcndet und die Gr\u00fcnderfrauen haben, glaube ich, keine Einladung bekommen,  zumindest hat mir Elfriede Haslehner sowas angedeutet.<br \/>\nUm diese Zeit war es wieder leer im Zelt und ziemlich kalt, aber die Anthologie scheint  sehr witzig zu sein. So handelt Jan Kossdorffs Geschichte &#8220;Die Impotenz im Scho\u00df Europas&#8221;  von osteuropaischen Stipendiaten und einem Wei\u00dfrussischen Ex-Dichter, dem der goldenene Westen die Potenz raubte und Bernhard Saupe hat aus seinem Klever Band sehr gute Gedichte vorgestellt.  Dann kamen wieder unbekanntere Autoren, aber auch Simone Sch\u00f6nett mit einem Roman \u00fcber die Windischen im dritten Reich und die kenne ich vom Volksstimmefest.<br \/>\nUm sieben kam  Christine Haidegger mit &#8220;Texas travels&#8221; und dann ein bi\u00dfchen &#8220;Unliterarisches&#8221;. So stellte Eugen Freund sein Buch \u00fcber die &#8220;Brennpunkte der Weltpolitik&#8221; vor und der Schauspieler Michael Dangl eines das &#8220;Rampenflucht&#8221; hei\u00dft. Der Burgtheaterblock war diesmal am Vormittag, dann kam die Schule f\u00fcr Dichtung mit einem interessanten Schreibprojekt und einem Buch \u00fcber Falcos Sprache.<br \/>\nPolly Adler f\u00fcllte mit ihren trendigen Kolumnetexten das Zelt und ein Wissenschaftskabarett und ein Buch von Andreas Salcher, das sich mit der &#8220;letzten Stunde&#8221;, besch\u00e4ftigte, gab es auch.<br \/>\nIch freute mich auf Norbert Gstreins &#8220;Die ganze Wahrheit&#8221;. Leider bin ich dabei ein bi\u00dfchen eingeschlafen, so da\u00df ich mich nicht mehr an alles erinnern kann. Es kamen noch Ronald Pohl und Daniel Glattauer, der aus seinen &#8220;Theo&#8221;-Geschichten las.  Am Schlu\u00df pr\u00e4sentierte Franzobel mit Maxi Blaha und Musikbegleitung &#8220;Der Himmel is a Eierspeis&#8221; einige seiner \u00e4lteren Texte, eine Weinheber Nachdichtung, die er nicht als solche erw\u00e4hnte, war auch dabei und Sch\u00f6pfungsgeschichten nach Peter Hammerschlag.<br \/>\nAls ich nach f\u00fcnf das Zelt verlie\u00df, war es sehr sch\u00f6n, es gab gerade eine Demonstration am Ring, \u00fcber die sich ein Besucher beschwerte und am Heldenplatz sollte um achtzehn Uhr eine Willenskundgebung zum Bleiberecht von SOS Mitmensch stattfinden. Ich war aber zu fr\u00fch daran, so bin ich, weil ich sehr m\u00fcde und hungrig war, nach Hause gegangen.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten hat es Freitag bis Samstag, die neunzehnte &#8220;Rund um die Burg&#8221; Veranstaltung&#8221; gegeben. 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