{"id":44277,"date":"2016-06-04T08:04:52","date_gmt":"2016-06-04T06:04:52","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=44277"},"modified":"2016-06-04T08:04:52","modified_gmt":"2016-06-04T06:04:52","slug":"grenzuebergaenge","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=44277","title":{"rendered":"Grenz\u00fcbertritte"},"content":{"rendered":"<p>Der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/12\/kroatienurlaub\/\">heurige Urlaub geht nach Kroatien<\/a>, ganz klar, denn dort ist es sch\u00f6n, man kann baden, die K\u00fcste entlangfahren, sich erholen, Wellnessen, Spas besuchen etcetera. Die Anna war mit ihren Klienten das letzte Jahr, glaube ich dort und der Alfred mit dem Karli im September und der fragt mich immer, wo fahren wir das n\u00e4chste Jahr hin?<\/p>\n<p>Ich bin, das schtreibe ich immer, nicht so ein<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/17\/reisen\/\"> besonderer Reisetyp<\/a> und einer der gerne badet auch nicht. Es ziehen mich, glaube ic,h auch gerne die \u00f6stlichetren Gebiete, als die Str\u00e4nde von Italien und Griechenland an, obwohl mit <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sommer.html\">Griechenland und der Krise habe ich mich ja im letzten Sommer in Harland auf der Terrasse und via You Tube<\/a> sehr besch\u00e4ftigt, fr\u00fcher waren wir mit der kleinen Anna sehr oft in Italien beziehungsweise in der Toscana.<\/p>\n<p>Als wir 1987 mit ihr in der T\u00fcrkei waren, haben wir auf der R\u00fcckfahrt die Tante Dora in Belgrad besucht und das 1998, kurz vor dem Kosovokrieg noch einmal der schon gr\u00f6\u00dferen Anna wiederholt und da sind wir schon beim Thema.<\/p>\n<p>Denn ich habe mich ohne viel von dem Land zu wissen, f\u00fcr Kroatien entschieden, macht doch dort auch der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/18\/die-archaologin\/\">Thomas Wollinger <\/a>mit seiner Schreibegruppe seine Screibeurlaube, Camps oder Workshops und so hat sich der Alfred, ich glaube schon im Februar oder M\u00e4rz nach der Ferienmesse von der er einen Rucksack voll Prospekte nach Hause brachte, hingesetzt und die Route geplant.<\/p>\n<p>Zuerst wollte er \u00fcber Triest und mit dem Schiff fahren, dann hat er einen anderen sehr detailierten Plan gemacht, den ich nicht besonders angeschaucht habe, denn bevor ich nicht dort bin, interessieren mich die Reisehandb\u00fccher und die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/10\/gabrauchsanweisung-fuer-kroatien\/\">Gebrauchsanweisungen<\/a> nicht sehr.<\/p>\n<p>Da\u00df man damit einfahren kann, habe ich vor ein paar Jahren in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/19\/sechs-landerreise\/\">Riga<\/a> bemerkt, denn da suchte der Alfred den Campingplatz, den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/13\/best-camp-of-town\/\">&#8220;best Camp of town&#8221;<\/a> und ich schaute in einem seiner Reisef\u00fchrer nach und sah, da\u00df dort <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/27\/hunde-von-riga\/\">&#8220;Die Hunde von Riga&#8221;<\/a> als passende Reiselekt\u00fcre empfohlen wurden und shit, das hatte ich ja vor einiger Zeit im<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\"> Schrank <\/a>gefunden und nicht mitgenommen, verdammt!<\/p>\n<p>So habe ich mich schon diesmal vorher nach der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/05\/21\/literarische-reisevorbereitungen\/\">passenden Lekt\u00fcre<\/a> umgeschaut und nicht viel gefunden oder Schwierigkeiten\u00a0 mit der Einordnung gehabt, wer denn jetzt ein kroatischer Autor ist? Marica Bodozic wurde dort geboren, ist aber in Deutschland aufgewachsen,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/06\/eigentlich-ein-heiratsantrag\/\"> Jagoda Marinic<\/a> wurde \u00fcberhaupt schon dort geboren, hat aber ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/10\/gabrauchsanweisung-fuer-kroatien\/\">Kroatienbuch<\/a> geschrieben, Bora Cosic, der heurige Gewinner der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/21\/buchmessenreport-2\/\">Leipziger Buchmesse<\/a> wurde in Zagreb geboren, lebt in Rovinji und Berlin und viele Autoren, die mir vom Namen her passend schienen entpuppten sich als Slowenen.<\/p>\n<p>Von denen habe ich im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/29\/poesie-und-prosa-aus-karnten-triest-und-slowenien\/\">Literaturhaus<\/a>\u00a0 schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/26\/junge-slowenen\/\">einiges geh\u00f6rt<\/a> und auf den Messen auch diverse Vorschauen und Leseproben mitgebracht, meine Kroatienliteraturausbeute war also eher d\u00fcrftig und die Autoren lebten dann eher woanders und jetzt, wo ich schon in Harland bin, bin ich noch darauf gekommen, da\u00df ich au\u00dfer &#8220;Tito ist tot&#8221; auch noch &#8220;Titos Brille von Adriana Altaras, die 1960 in Zagreb geboren wurde, aber 1967 in Italien lebt, \u00fcber meinen Bett liegen habe.<\/p>\n<p>Aber ich wollte \u00fcber Grenzen schreiben und die sind nicht nur im Kopf, sondern auch auf der Stra\u00dfe und jetzt viel mehr als je, denn obwohl wir ja in der EU sind, werden die jetzt, wo soviele <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/03\/schreibgruppe-mit-fluechtlingsproblematik\/\">Fl\u00fcchtlinge<\/a> nach <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/08\/31\/demo-fuer-menschlichkeit-und-buechersegen\/\">\u00d6sterreich und Deutschland <\/a>wollen, \u1e83ieder verst\u00e4rkt kontrolliert, was ich schon letztes Jahr als wir in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/20\/mit-dem-rad-von-ulm-nach-regensburg\/\">Salzburg in den Zug nach Ulm <\/a>einstiegen, merken konnten. Heuer im J\u00e4nner in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/01\/salzburg-buechertour\/\">Salzuburg<\/a> noch einmal und als wir im M\u00e4rz in Leipzig waren, wurden wir an der deutschen Grenze zwar nicht angehalten, mu\u00dften aber an der Polizei vorbei im Schritttempo fahren.<\/p>\n<p>Aber jetzt wollten wirnach Kroatien und mu\u00dften da gleich nach Leibnitz unserem ersten Tagesreiseziel\u00a0 durch Slowenien fahren. Das war fr\u00fcher, als es die EU noch nicht im heutigen Umgang gab, jugoslawisches Staatsgebiet und als ich vor vielen Jahren einmal mit dem Herrn Benesch und der Sigrid ein paar Tage in der Steiermark verbrachte, gerieten wir beim Schwammerlsuchen irrt\u00fcmlich ins slowenische Grenzgebiet und hatten keine P\u00e4\u00dfe mit.<\/p>\n<p>Jetzt fuhren wir zuerst einmal eine Stunde durch Slowenien, bevor wir nach Kroatien kamen und als ich dort,\u00a0 mit dem Lesen der kroatischen Gebrauchsanweisung begonnen habe, waren wir schon wieder weg, denn der Alfred wollte das Wochenende in Kotor in Montenegro verbringen, weil es dort die ber\u00fchmten Fjorde gibt.<\/p>\n<p>Um dorthin zu gelangen mu\u00dften wir noch einmal \u00fcber eine Grenze, n\u00e4mlich durch Bosnien-Herzegowina und der Alfred begann, obwohl er sich doch einen so tollen Reiseplan machte, davon zu reden, da\u00df er sich die ber\u00fchmte Br\u00fccke von Mostar, die es ja nicht mehr oder nicht mehr in derurspr\u00fcnglichen Form gibt, ansehen will.<\/p>\n<p>Die haben wir dann nicht gesehen, sondern sind von Kotor, Mentenegro, das im Gegensatz zu Kroatien nicht in der EU ist, aber den Euro als Zahlungsmittel hat, wieder nach Kroatien zur\u00fcck und da\u00df es dort in den Neunzigerjahren einen Krieg gegeben hat, der die jugoslawische F\u00f6deration auseinanderbrach, war vielleicht auch daran zu merken, da\u00df \u00fcberall gebaut wurde, aber vielleicht betraf das auch nur die Appartmanis f\u00fcr die Touristen, die ja in Scharen nach Kroatien kommen.<\/p>\n<p>In Dubrovnik steht an der Stadtmauer aber genau geschrieben, was der Krieg alles zerst\u00f6rte und in der Geschichte, die man in den Reisehandb\u00fcchern nachlesen kann, ist auch sehr viel von Kriegen, Zerst\u00f6rungen und Grenzversciebungen zu erfahren.<\/p>\n<p>\u00dcber die Grenze ging es aber von Montenegro wieder ein St\u00fcck durch Bosnien und dann fuhren wir auch von Dalmatien nach Istrien, das aber zum selben Land geh\u00f6rt, w\u00e4hrend die St\u00e4dte Opatija, Rieka, Rovinji, Dubrovnic fr\u00fcher anders gehei\u00dfen haben, weil sie offenbar zu Italien geh\u00f6rten und die Spuren der K und K Monarchie soll zumindest laut F\u00fchrer auch \u00fcberall zu merken sein, der Wiener Einflu\u00df auf den Hotelterrasse\u00a0 von Opatija, wohin sich fr\u00fcher die Wiener K\u00fcnstlerschickeria in den Urlaub verzog, aber auch heute urlauben\u00a0 sehr viele \u00d6sterreicher in Kroatien, offenbar weil es billiger, als Italien ist und die Kellner sprechen meistens, vielleicht weil sie ehemalige Gastarbeiter waren, auch sehr gut Deutsch und ob sie jetzt Bosnier, Serben, Kroatier, etcetera sind, ist vielleicht nicht so leicht auszunehmen, wie auch dieSprache, die einmal serbokroatisch hie\u00df und wahrscheinlich immer noch in beiden L\u00e4ndern mit Ausnahme der verschiednen Dialektausdr\u00fccke, die ja auch das \u00f6sterreichische vom Deutschen unterscheidet, wie ich merken kann, wenn ich in Leipzig auf der Messe nach einem Sackerl frage, obwohl die auch dort schon manchmal antworten, &#8220;Aha, Sie komme4n aus \u00d6sterreich!&#8221;, zu verstehen ist.<\/p>\n<p>Das Sprachproblem fiel aber weg, da ich weder kroatisch noch serbisch spreche und auch nicht tschechisch, obwohl meine Grop\u00dfmutter, glaube ich, von dort genauso, wie die Tante Dora herkam, die sich ja\u00a0 nach Serbien verheiratete, so da\u00df mich der Grenze 1998 einige Male so ansprach, weil er mich dem Namen nach vielleicht f\u00fcr eine Slowenin hilt,<\/p>\n<p>Jetzt wurden wir meistens\u00a0 auf Englisch angesprochen, bevor die Kellner auf das Deutsche \u00fcberwechselten und in Pula sind die Stra\u00dfentafeln, wie in K\u00e4rtnen, wo es deswegen immer noch gro\u00dfe Probleme gibt, zweisrachig. Deutsch und Italienisch, die Leute sprechen dort oft auch so und die Kellner versuchen es mit einem &#8220;Bon Giorno!&#8221; und vor hundert Jahren hat die Stadt Wien in Rovinji oder Rovingo ein Erholungsheim oder ein Seespital mit einer Dr. Luegner Warte, der damals ja in Wien B\u00fcrermeister war, errichtet.<\/p>\n<p>Interessant die Spuren der Geschichte, die man in Kroatien finden kann, die T\u00fcrken sind auch einmal eingefallen und ganz vorher waren die R\u00f6mer da, so da\u00df man immer noch durch Tempeln wandern und Mosaike bewundern kann. Die meisten Toruisten kommen aber zum Baden, was wir nicht so machten und die letzten Urlaubstage hat es auch sehr viel geregnet und das letzte St\u00fcck, als wir von Motovun abreisten, ging auch wieder durch Slowenien an Ljubiana und Maribor in Richtung Graz vorbei und im &#8220;Ex Libris&#8221; wurde gerade, als wir in Harland in die Endergasse einbogen ein neuer Roman eines Slowenen, der \u00fcber den Krieg geschrieben hat, vorgestellt und interessant dazu ist vielleicht auch, da\u00df der Bosnier <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/30\/wie-der-soldat-das-grammofon-repariert\/\">Sasa Stanisic<\/a> im &#8220;Merian-Heft \u00fcber Kroatien&#8221; einen Artikel hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heurige Urlaub geht nach Kroatien, ganz klar, denn dort ist es sch\u00f6n, man kann baden, die K\u00fcste entlangfahren, sich erholen, Wellnessen, Spas besuchen etcetera. 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