{"id":44869,"date":"2016-07-03T11:45:20","date_gmt":"2016-07-03T09:45:20","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=44869"},"modified":"2016-07-03T11:45:20","modified_gmt":"2016-07-03T09:45:20","slug":"der-vierzigste-bachmannpreis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=44869","title":{"rendered":"Der vierzigste Bachmannpreis"},"content":{"rendered":"<p>Das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/03\/sieben-jahre-literaturgefluster\/\">&#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221; <\/a>wird acht, das &#8220;Bachmannlesen&#8221; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/05\/neununddreisigstes-bachmannlesen\/\">vierzig Jahre<\/a> alt, denn 1977 hatten Humbert Fink und Ernst Willner, die Idee, in Anlehnung an die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/14\/die-gruppe-47\/\">&#8220;Gruppe 47&#8221;<\/a> ein solches in Klagenfurt zu veranstalten, gewannen MRR als Vorsitzenden und hatten erst einmal Schwierigkeiten, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/02\/bachmannpreisgefluster\/\">Autoren daf\u00fcr zu finden<\/a>, denn die schrien von \u00f6ffentlicher Verheizung ihrer Texte, wehrten sich zuerst und lasen dann schlie\u00dflich doch.<\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren sollte der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/\">Preis dann eingespart werden<\/a>, da gab es einen gro\u00dfen Aufschrei und so feiern wir heute vierzig Jahre &#8220;Bachmannpreis&#8221; und den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/25\/bachmann-geburtstag\/\">neunzigsten Geburtstag der Dichterin<\/a> und der Preis hat sich inzwischen sehr ver\u00e4ndert, das kann man merken, wenn man sich beispielsweise das <a href=\"http:\/\/tvthek.orf.at\/program\/Archiv\/7648449\/25-Jahre-Ingeborg-Bachmann-Preis\/10124400\/25-Jahre-Ingeborg-Bachmann-Preis\/10124401\">Video zum f\u00fcnfundzwanzigsten Geburtstag<\/a> ansieht.<\/p>\n<p>Denn da sa\u00dfen ja in den ersten Jahren Gr\u00f6\u00dfen, die heute fast schon Legenden sind, in den Jurorensessel,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/29\/hans-weigel-symposium\/\"> Hans Weigel,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/26\/die-tante-jolesch\/\">Friedrich Torberg<\/a>,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/22\/hilde-spiels-ruckkehr-nach-wien\/\"> Hilde Spiel<\/a> war, glaube ich, auch dabei, Gertrud Fussenegger, Marcel Reich Ranicky und und und..<\/p>\n<p>Es haben auch inzwischen verstorbene Gr\u00f6\u00dfen, wie <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/25\/jonke-und-jung\/\">Gert Jonke,<\/a> den Preis gewonnen, Sten Nadolny hat den seinen verteilt, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/09\/klassenliebe\/\">Karin Struck<\/a> hat sich geweigert ihre Texte vorlesen zu lassen, ein B\u00fcchner-Preistr\u00e4ger hat sich die Stirn aufgeschnitten, ein Autor hat mal seinen Text gegessen, einer vom &#8220;Baby ficken&#8221; gelesen und dann wurde \u00fcber Geschmacklosigkeit beziehungsweise &#8220;Freiheit der Kunst&#8221; diskutiert.<\/p>\n<p>Es waren also eigentlich immer recht ber\u00fchmte Autoren bei den Eingeladenen und einige von ihnen, meistens, die aus \u00d6sterreich habe ich gekannt, diesmal ist es anders, diesmal sind mir gerade <a href=\"http:\/\/bachmannpreis.orf.at\/tags\/autoren2016\/\">vier der vierzehn<\/a> ein Begriff und Stefanie Sargnagel, die als die ber\u00fchmte Facebookautoringehandelt wird und vielleicht als Nachfolgerin der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/30\/frauenpower-beim-bachmannpreis\/\">Ronja von R\u00f6nne <\/a>anzusehen ist, fungiert als einzige \u00d6sterreicherin, weil sich &#8220;Klagenfurt&#8221; heuer offenbar international geben will und den in K\u00f6ln geborenen und dort lebenden <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/18\/der-klang-der-blicke\/\">Selim \u00d6zdogan<\/a> als T\u00fcrken f\u00fchrt und den in Salzburg lebenden Exilpreistr\u00e4ger Marko Dinic als Serben, fr\u00fcher h\u00e4tte man das A und das D wahrscheinlich dazugeschrieben und ich h\u00e4tte mir gedacht, da\u00df Autoren, die in diesen L\u00e4ndern entweder geboren wurden oder dort leben, lesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So verstehe ich die Teilnahme des in Israel geborenen und dort lebenden Tomer Gardi, der zwar Stadtschreiber in Graz war und bei &#8220;Droschl&#8221; verlegt nicht ganz und bin gespannt, ob er in Deutsch oder Englisch lesen wird, denn sein Video ist stumm und auch die Altersreihe ist heuer interessant, wurde die \u00e4lteste Autorin, die sowohl in Frankreich als auch in Deutschland lebt, doch 1944 geboren.<\/p>\n<p>Vielleicht sollte ich noch erw\u00e4hnnen, da\u00df ich von den Autoren noch Sascha Macht kenne, weil ich ihn in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/21\/buchmessenreport-2\/\">Leipzig<\/a> und, ich glaube, auch in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/30\/aus-dem-elfenbeinturm\/\">Wien<\/a> schon einmal lesen h\u00f6rte und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/12\/jenny-released\/\">Bastian Schneider<\/a> kenne ich von einer der Studentenlesungen, beziehungsweise hat er glaube ich in der &#8220;Jenny&#8221; einen Text.<\/p>\n<p>Spannend\u00a0 spannend und weil ich am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/29\/fremde-refrains-andere-lieder\/\">Mittwoch in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; <\/a>war, habe ich die Er\u00f6ffnung zum gro\u00dfen Teil vers\u00e4umt und bin gerade zu Burkhard Spinnen, dem langj\u00e4hrigen Vorsitzenden Er\u00f6ffnungsrede <a href=\"http:\/\/bachmannpreis.orf.at\/stories\/2773392\/\">&#8220;Mythos, Schmerz, Erfolg und Amt&#8221;<\/a> zurechtgekommen, dem dann noch von der B\u00fcrgermeisterin eine Ehrenmedaille f\u00fcr seine Verdienste \u00fcberreicht wurde.<\/p>\n<p>Die Auslosung habe ich auch vers\u00e4umt, Stefanie Sargnagel wird aber, gefolgt von Sascha Macht und Marco Dinic mit dem Lesen beginnen und das &#8220;Carinthia Saxophonquartett&#8221; hat auch gespielt.<\/p>\n<p>Und dann ging es am Donnerstag los mit dem Text der 1986 in Wien geborenen, die mit einem roten Kappel auftritt, ein lustiges<a href=\"http:\/\/bachmannpreis.orf.at\/stories\/2773162\/\"> Video<\/a> hat und mit ihren Facebook-Geschichten ber\u00fchmt geworden ist.<\/p>\n<p>Ihr Text hei\u00dft &#8220;Penne vom Kika&#8221; und beginnt mit den Worten &#8220;Ich glaube es wird ein guter Tag, denn ich habe das Gef\u00fchl, ich habe mein Leben im Griff&#8221;,\u00a0 auf den ORF-Seiten wird sie\u00a0 sehr hochgelobt und eingeladen wurde sie von der Jurorin Sandra Kegel und, ich glaube, ein zweiter h\u00e4tte das auch getan.<\/p>\n<p>Spannend, wie die Jury auf diesen nicht sehr abgehobenen Text, der meinen, behaupte ich einmal, nicht so un\u00e4hnlich ist, reagiert und die Reaktionen reichten von Begeisterung bis zur\u00a0 Feststellung der &#8220;Banalit\u00e4t&#8221;. Die &#8220;Klugheit und die Tiefsinnigkeit&#8221; wurde aber beispielsweise, &#8220;Steffi, du bist urgut!&#8221;,, von Klaus Kastberger sehr verteidigt und Stefanie Sargnagel, die ungew\u00f6hnliche, grinste sich ein und mischte sich immer wieder in die Diskussion ein, die so intensiv wurde, da\u00df Sascha Macht oder Montag wie sich der Moderator Christian Ankowitsch versprach, erst zehn Minuten sp\u00e4ter an die Reihe kam. Sein Text hei\u00dft &#8220;Das alte Lied von Senor Magma&#8221;, der wieder etwas &#8220;Bachmannpreis&#8221; konformer oder &#8220;Schreibschul&#8221; geschult war, der dann von der Jury auch ordentlich verrissen wurde.<\/p>\n<p>Danach ging es weiter mit dem 1988 in Wien geborenen und jetzt in Salzburg lebenden Serben Marko Dinic.<\/p>\n<p>&#8220;Als nach Milosevic das Wasser kam&#8221;, auch ein sehr realisischer Text \u00fcber den Krieg, Belgrad und Milosevic, der den Jugoslawienkrieg aus der Sicht des jugendlichen Erz\u00e4hlers in trotzig starker derber Sprache erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>In der Mittagspause ging es mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/11\/tito-ist-tot\/\">Marica Bodozic<\/a> beziehungsweise im Film von Katja Gasser nach <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/12\/kroatienurlaub\/\">Kroatien<\/a>, also nicht sehr weit weg vom Sujet und mir auch ein bi\u00dfchen bekannt.<\/p>\n<p>Dann kam ein Auisschnitt aus dem Film von Ruth Beckermann &#8220;Die Getr\u00e4umten&#8221;, wo sich zwei Schauspieler vor ihren Mikros stehend den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/30\/herzzeit\/\">&#8220;Bachmann-Celan-Briefwechsel&#8221;<\/a> vorlesen.<\/p>\n<p>Weiter gings\u00a0 mit dem 1981 geborenen in K\u00f6ln und Wien lebenden Sprachkunst-Studenten Bastian Schneider und seinen Text &#8220;MEZZANIN &#8211; St\u00fccke&#8221;, wo es um\u00a0 ein &#8220;Halbst\u00fccke&#8221;, &#8220;Schuhst\u00fcck&#8221;, &#8220;Handschuhst\u00fcck&#8221;, etcetera, also um kurze Textminaturen und, um kein &#8220;Theaterst\u00fcck&#8221; ging, wie das Video vermuten lie\u00df, mit denen sich die Jury wieder schwer tat und von einem bundesdeutschen Schriftsteller sprach, der in Wien in einem &#8220;MEZZANIN&#8221; sitzt und seine St\u00fccke schreibt und damit, f\u00fcge ich hinzu, die Jury verwirrte.<\/p>\n<p>Dann folgte der\u00a0 1971 in K\u00f6ln geborene Selim \u00d6zdogan, von dem ich einmal ein &#8220;Haymon&#8221; E-Book gelesen habe, in dessen Text &#8220;Ein geheimer Accord&#8221;, es um einen Hasen, Urheberrechtsverletzungen, sowie um eine manisch depressive Mutter, also nicht um die &#8220;t\u00fcrkische Migrantenliteratur&#8221;, auf die er, wie ich Selim \u00d6zdogan einmal sagen h\u00f6rte, so gerne festgelegt wird und der es in seiner Vielschichtigkeit, der Jury auch nicht so leicht machte.<\/p>\n<p>Und Stefanie Sargnagel , die im Anschlu\u00df mit Marko Dinic im Garten zu ihren Leseerfahrungen zu h\u00f6ren war, twitterte &#8220;Alle die was negatives \u00fcber mich schreiben sind bl\u00f6d!&#8221;, denn\u00a0 auch das ist neu am heurigen Bachmannpreis, da\u00df es einen eigenen Twitter und Facebook-Account gibt.<\/p>\n<p>Von Stefanie Sargnagel habe ich mir im Anschlu\u00df noch einige Videos angeh\u00f6rt. Sie war, wie ich noch in Kroatien, beziehungsweise im Anschlu\u00df daranin Harland , bei den &#8220;Tonspuren&#8221; im ORF, war am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/07\/die-praesidentin-auf-dem-opernball\/\">&#8220;Opernball&#8221;<\/a> und bei einem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/15\/ovp-sommerfest\/\">FP\u00d6-Fest<\/a> und wird nun bald in einem gro\u00dfen Verlag verlegen.<\/p>\n<p>Wolfgang Tischer macht mit Doris Brockmann wieder seinen Podcast und analysiert den Bewerb und am Freitag ging es mit der 1980 geborenen in Berlin lebenden, Julia Wolf weiter, die auf ihrem Video Portrait M\u00e4nnern den Mund verklebt, ein Bezug auf ihren Text &#8220;Walter Nowak bleibt liegen&#8221;, der ein Romanauszug ist und von einem alten Mann im Schwimmbad und von einer Yvonne handelt, der von der Jury\u00a0 gut gemacht, als auch als seltsam altmodisch und noch in f\u00fcnfundzwanzig Jahren g\u00fcltig, beurteilt wurde.<\/p>\n<p>Dann kam der, von Meike Fe\u00dfmann eingeladene, 1980 geborene Open Mike Gewinner Jan Snela. Sein Text hei\u00dft &#8220;Araber und Schakale&#8221;, der sowohl im fernen Arabien, als auch in der Wohnung des Erz\u00e4hlers spielt und von verschiedenen Visionen handelt,\u00a0 der bei Hubert Winkels einiges Unbehagen erzeugte und von Meike Fe\u00dfmann verzweifelt verteidigt wurde.<\/p>\n<p>Dann folgte die 1979 geborene, in Leipzig lebende Isabelle\u00a0 Lehn, in deren Video, in dem sie auf einer Bank in Lepzig sitzt, auch Sascha Macht vorkommt.<\/p>\n<p>&#8220;Binde zwei V\u00f6gel zusammen&#8221; hei\u00dft ihr Textauszug, in dem es auch, um eine radikalisierte Welt mit arabische Visionen, geht.<\/p>\n<p>Dann kam der Schock, denn die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/05\/22\/zur-bundespraesidentenwahl\/\">Bundespr\u00e4sidentenwahl, <\/a>die ja von den Freiheitlichen angefochten wurde, mu\u00df wegen pl\u00f6tzlich aufgetauchten Schlampereien, die es\u00a0 wohl auch bei jeder voriherigen Wahl gegeben hat, wiederholt werden.<\/p>\n<p>In Klagenfurt ging es aber in die Pause, beziehungsweise mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/26\/siebentuermeviertel\/\">Feridun Zaimoglu<\/a> nach Istanbul und dann kam f\u00fcr mich ein R\u00e4tsel, denn ganz klar ist mir noch immer nicht, wieso der in Israel geborene und dort lebende Autor, Tomer Gardi, als deutschsprachiger Autor gilt, obwohl es in seinen Text, um die &#8220;Muttersprache&#8221; geht,\u00a0 der, bei dem offenbar doch nicht Deutsch Sprechenden, in einer Kunstsprache geschrieben wurde, so da\u00df ich, wie Meike Fe\u00dfmann, glaube, da\u00df die Kriterien des Preises noch einmal diskutiert werden sollte, die nach Klaus Kastberger, nur ein Text in deutscher Sprache w\u00e4ren, der nicht einmal gut sein mu\u00df.<\/p>\n<p>So sein Problem gab es\u00a0 auch schon einmal mit dem Brasilianer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/#comments\">Ze do\u00a0 rock<\/a>, dessen &#8220;fom winde ferfeelt&#8221;, ich inzwischen gefunden habe, aber der spricht, wie mir kommentiert wurde, ein ausgezeichnetes Deutsch und die Frage k\u00f6nnte man dann wieder diskutieren, da\u00df man zwar nicht gut Deutsch k\u00f6nnen oder schreiben mu\u00df, um beim Bachmannpreis zu lesen, aber Selbstpublisher darf man nicht sein und von sechshundert oder so Berwerbern, werden dannn nach subjektiven Kriterien vierzehn Autoren willk\u00fcrlich ausgew\u00e4hlt und wieso darf dann ich mit meinen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/19\/rechtschreibregeln\/\">Fall- und Beistrichfehlern<\/a> nicht lesen?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich, wei\u00df ich schon, es geht da, um etwas anderes, trotzdem denke ich, da\u00df man daran festhalten sollte, da\u00df es ein Preis f\u00fcr entweder\u00a0 in \u00d6sterreich, Deutschland oder Schweiz geborenen oder dort lebenden Autoren sein sollte.<\/p>\n<p>Bei der n\u00e4chsten Autorin, der 1944 in Frankreich geborenen, Sylvie Schenk, die sich nach Deutschland verheiratete und jetzt in beiden L\u00e4ndern lebt, ist das Problem leichter zu l\u00f6sen und da ist es wohl das Alter der Autorin, die bisher in kleineren Verlagen und jetzt bei &#8220;Hanser&#8221; verlegen wird, das aus dem Rahmen f\u00e4llt. Ist sie ja, glaube ich, die \u00e4lteste Autorin, die je gelesen hat und passt daher auch wieder nicht zu den eher drei\u00dfig bis vierzigj\u00e4hrigen Autoren, die sonst gelesen habe. Der Text hei\u00dft &#8220;SCHNELL, DEIN LEBEN&#8221; und d\u00fcrfte eine autobiografische Lebensbeschreibung sein.<\/p>\n<p>Am Samstag ging es nach dem Aufmarschieren der Jury mit der Lesung der 1981 geborenenen Ada Dorian, die von sich behauptete, einige Romane in den Schubladen zu haben. Aus dem &#8220;Betrunkene B\u00e4ume&#8221; genannten, las sie ein St\u00fcck, &#8220;denn es ist eine gro\u00dfe Versuchung von sich erz\u00e4hlen zu d\u00fcrfen&#8221;, wie es im Filmvorspann hie\u00df, obwohl es in dem Text, um einen alten Mann mit Ru\u00dflandbezug geht, der mit einem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/18\/der-russe-ist-einer-der-birken-liebt\/\">Wald in seinem Zimmer <\/a>lebt und nach dem das entdeckt wurde, ins Altersheim soll. Irn Eine sehr originelle Art \u00fcber das \u00c4lterwerden zu erz\u00e4hlen, die von den Twitterer, nat\u00fcrlich &#8220;nicht risikobereit&#8221; genannt wurde, Hubert Winkels korrigierte die Erz\u00e4hlhaltungen,\u00a0 Stefan Gmundner wu\u00dfte, welchen Nebensatz man weglassen h\u00e4tte k\u00f6nnenund Klaus Kastberger bem\u00e4ngelte, da\u00df der Text zu gut, zu brav, etcetera ist und, da\u00df der Name Katharina sehr oft verwendet wurde, ist auch mir aufgefallen, die das in ihren Anfangsschreiberinnenjahren ebenfalls so tat. Und nat\u00fcrlich der Text, dem der Julia Wolf sehr \u00e4hnlich, wie auch Klaus Kastberger richtig erkannte.<\/p>\n<p>Danach kam die in Berlin lebende in London geborene Sharon Dodua Otoo, aber ich drehte den Laptop ab und setzte mich aufs Rad, um den Alfred, wie jeden Samstag, den wir in Harland verbringen, auf dem Markt zu verbringen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcckgekommen vom &#8220;Sommergrillen&#8221;, kam das Gewitter und ich h\u00f6rte mir einmal den Literaturcafe.de Podcast von Tag zwei der Lesung an, danach war das Video von Sharan Dodua Otoo &#8220;Herr grttup setzt sich hin&#8221; eingestellt, wo es im Vorfeld um eine Leseanweiseung, im Haupttext auch um einen alten Herrn ging, der in fl\u00fc\u00dfigen Deutsch von der dunkelh\u00e4utigen Autorin gelesen wurde.<\/p>\n<p>&#8220;Gestern blieb Herr Nowak liegen und heute setzt sich Herr Grttup hin!&#8221;, twittern Cornelia Travnicek und Wolfgang Tischer.<\/p>\n<p>&#8220;Als deutsches Ei nicht hart zu werden ist keine gro\u00dfe Leistung&#8221;, geht es dann wieder auf das offensichtlich unbewu\u00dfte Thema dieser Veranstaltung zur\u00fcck und Wolfgan Tischer twittert schon, die Autorin k\u00f6nnte Julia Wolf den Preis wegnehmen.<\/p>\n<p>Die Jury sieht das, glaube ich, anders und dann folgte die 1979 geborene in Hamburg lebende Astrid Sozio mit &#8220;Das verlassenste Land&#8221;, ein Text in dem es um Fl\u00fcchtlinge und um &#8220;Negerinnen&#8221; geht und von de Jury dann auch t\u00fcchtig verisssen wurde, weil man angeblich nicht so schreiben darf oder man der Autorin davon abraten h\u00e4tte sollen.<\/p>\n<p>Der einzig Schweizer der Runde, der 1959 geborene Schweizer Diete Zwicky war der letzte Lesende. Sein Text tr\u00e4gt den Titel &#8220;Los Alamos\u00a0 ist winzig&#8221; und handelt von einem krebskranken Erz\u00e4hlung dessen Frau,\u00a0 am Wasseramt arbeitet. Langsam und bed\u00e4chtig trug der Autor im Schweizer Dialekt von der kleinen amerikanischen Stadt, dem Friseur, dem Sauerkraut und den Zauberer Rudy, den es dort gibt, vor.<\/p>\n<p>Meike Fe\u00dfmann lobte den gelungenen Abschlu\u00df und nun k\u00f6nnte ich abstimmen.<\/p>\n<p>Eigentlich wollte ich das f\u00fcr Marko\u00a0 Dinic tun, weil Stefanie Sargnagel wahrscheinlich auch ohne mich bei der Jury und vielleicht auch beim Publikum gewinnt.<\/p>\n<p>Aber Ada Dorian, die mit ihren\u00a0 zu &#8220;perfekten Text&#8221; bei der Jury wahrscheinlich durchgefallen ist, hat mir auch gefallen und der Text von Bastian Schneider h\u00e4tte vielleicht ein wenig Unterst\u00fctzung verdient.<\/p>\n<p>Also wieder mehr Kanditaten f\u00fcr die ich stimmen k\u00f6nnte und so wei\u00df ich jetzt gar nicht, ob ich es \u00fcberhaupt tun soll, um nicht nachher unbefriedigt zu sein und zu denken, das war war der Falsche, habe mir aber am Markt schon einige Begr\u00fcndungen ausgedacht:<\/p>\n<p>&#8220;Ich stimme f\u00fcr Stefanie Sargnagel, weil sie ein so sch\u00f6nes rotes M\u00fctzchen tr\u00e4gt&#8221;, oder &#8220;Ich stimme f\u00fcr Marko Dinic, weil mir realistische Texte gut gefallen&#8221;, &#8220;Ich stimme f\u00fcr Ada Dorian, weil der Russe einer ist, der Birken liebt&#8221; oder &#8220;Ich stimme f\u00fcr Bastian Schneider, weil ich gerne in Mezzaninen sitze und auch Schuhst\u00fccke mag&#8221;, beziehungsweise &#8220;Ich stimme f\u00fcr Tomer Gardi, weil er &#8220;Broken German&#8221; spricht&#8221;,\u00a0 nein, das vielleicht weniger, denn ich bin ja eine Pedantin und denke, um in Klagenfurt zu gewinnen, sollte man schon in \u00d6sterreich, Deutschland oder der Schweiz geboren sein, beziehungsweise dort leben und ein &#8220;Broken Deutsch&#8221; mit der deutschen Kr\u00e4he gen\u00fcgt vielleicht nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Shortlist k\u00f6nnte ich aber pl\u00e4dieren und denke, da\u00df da Stefanie Sargnagel, Marco Dinic, Julia Wolf, Tomer Gardi und vielleicht auch Selim \u00d6zdogan, Sharon Dodua Otoo, Dieter Zwicky und Isabelle Lehn darauf stehen werden.<\/p>\n<p>Mal sehen, ob ich es treffe und wer der Hauptreistr\u00e4ger wird, f\u00fcr den sich dann alle interessieren, ein besonders herausragender Favorit hat sich, abgesehen von dem Hype um Stefanie Sargnagel, ja eigentlich nicht ergeben und im &#8220;Literaturcafe&#8221; kann man wieder f\u00fcr den besten Kritiker stimmen.<\/p>\n<p>Da habe ich mich vor zwei Jahren aus Unbehagen, da\u00df man f\u00fcr die Autoren schon abstimmen konnte, bevor alle Texte ver\u00f6ffentlicht waren, gedr\u00fcckt, im Vorjahr stimmte ich am Vortag f\u00fcr Klaus Kastberger, denn den<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/06\/03\/von-friederike-mayrocker-zu-ceja-stojka\/\"> kannte ich ja <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/18\/vergessener-superstar\/\">schon aus Wien<\/a> und habe mich am Samstag dann \u00fcber einige seiner sehr \u00fcberheblichen Bemerkungen ge\u00e4rgert. Wolfgang Tischer tat das, glaube ich auch, so konnte man heuer f\u00fcr beide Bewerbe\u00a0 erst am Ende abstimmen und ich bin auch da ein wenig ratlos.<\/p>\n<p>Hubert Winkels und Klaus Kastberger sind wahrscheinlich die herausragendensten Stimmen, aber Klaus Kastberger ist immer noch oder nach seinem vorj\u00e4hrigen Sieg vielleicht noch mehr, so sehr von sich \u00fcberzeugt, da\u00df man es schon fast ein bi\u00dfchen \u00fcberheblich nennen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ich mu\u00df auch nicht \u00fcberall meinen Senf dazugeben, denn es reicht ja schon, da\u00df ich\u00a0 im September oder Oktober zum dritten Mal in die Handelsakademie in der Margaretenstra\u00dfe pilgere und Alexander van der Bellen w\u00e4hle und wenn, der dann vielleicht wieder ein paar Stimmen zu viel hat, ein viertes oder f\u00fcnftes Mal&#8230;.<\/p>\n<p>Dann habe ich nat\u00fcrlich doch abgestimmt, f\u00fcr Marko Dinic und Hubert Winkels und seltsamerweise kann man meine Begr\u00fcndung ziemlich vollst\u00e4ndig auf der <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/klaus-kastberger-ist-2016-wieder-beliebtester-bachmann-juror\/\">Literatucafe-Seite<\/a> finden:<\/p>\n<p>&#8220;Doch ich habe den ganzen &#8220;Bachmannbewerb&#8221; gesehen und schwanke zwischen Klaus Kastberger und Hubert Winkels hin und her&#8230;.&#8221;<\/p>\n<p>Gewonnen hat dann\u00a0 Klaus Kastberger ohne meine Stimme.<\/p>\n<p>Und vor der Preisverk\u00fcndung\u00a0 wurde dann bei 3-Sat &#8220;Tabula Rasa-Ingeborg Bachmann und das gro\u00dfe Wettlesen in Klagenfurt&#8221; gesendet, das ich schon einmal gesehen habe, wo man sich noch einmal das &#8220;Bachmannpreis-Spektakel&#8221; erkl\u00e4ren lassen konnte.<\/p>\n<p>Und dann kam die \u00dcberraschung bei der Shortlistplatzierung, denn Stefanie Sargnagel, die vorgeblich gehypte, ist nicht dabei, nat\u00fcrlich wahrscheinlich, schreibt sie doch sehr allt\u00e4glich und wahrscheinlich doch nicht so literarisch und auch Tomer Gardi gehlt. Daf\u00fcr hat sich Meike Fe\u00dfmann bez\u00fcglich ihres &#8220;Karl-May-Parodie-Autors Jan Snela durchgesetzt und sonst habe ich es ziemlich getroffen:<\/p>\n<p>Marco Dinic, Selim \u00d6zdogan, Julia Wolf,Isabelle Lehn Sharon Dodua Otoo und Dieter Zwicky. Den Bachmann-Preis hat dann die 1972 in London geborene Sharon Dodua Otoo mit &#8220;Herr Gr\u00f6ttrup setzt sich hin&#8221; gewonnen. Der Schweizer Dieter Zwicky hat dann den &#8220;Kelag-Preis&#8221; gewonnen.<\/p>\n<p>&#8220;Wir sind nicht verdutzt, nein wir sind verzwickt!&#8221;, sagte der Juror Jurij Steiner. Julia Wolf bekam dann f\u00fcr &#8220;Herr Nowak bleibt liegen&#8221;, wie von mir erwartet den &#8220;3-Sat&#8221; und der auch \u00f6fter genannte Marco Dinic blieb wieder \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Bitte nicht Marco Dinic zum j\u00e4hrlichen Durchreicher machen, twitterte Cornelia Travnicek, aber es gibt ja noch den Publikumspreis und den hat dank der zwanzig- oder zweihunderttausend Facebook Followers Stefanie Sargnagel gewonnen, die ja schon ein Vido hat, wo sie den Hauptpreis f\u00fcr sich votierte und die Preistr\u00e4gerin hob zur Verleihung die Hand zur Faust und pries das &#8220;goldene Patriachat&#8221;.<\/p>\n<p>Hubert Winkels hielt die Schlu\u00dfrede, in der auf die Wichtigkeit des Preises in Zeiten der sozialen Medien, wo jeder auf &#8220;Amazon&#8221; rezensieren kann und eine Pressekonferenz gibt es seit dem letzten Jahr im Anschlu\u00df auch und, um mein Resumee zu ziehen, der vierzigste &#8220;Bachmannpreis&#8221; war sehr interessant, sehr vielsprachig, sehr &#8220;risikoreich&#8221; und gewonnen hat dann doch die &#8220;brave, gro\u00dfe, echte, wahre Literatur&#8221; und die Risikoautoren blieben \u00fcber, mir hat es aber gut gefallen und ich bin mit der Auswahl auch einverstanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das &#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221; wird acht, das &#8220;Bachmannlesen&#8221; vierzig Jahre alt, denn 1977 hatten Humbert Fink und Ernst Willner, die Idee, in Anlehnung an die &#8220;Gruppe 47&#8221; ein solches in Klagenfurt zu veranstalten, gewannen MRR als Vorsitzenden und hatten erst einmal Schwierigkeiten, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=44869\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,19],"tags":[638,3180],"class_list":["post-44869","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literaturbetrieb","category-veranstaltungen","tag-bachmannpreis","tag-klagenfurt"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44869","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44869"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44869\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44869"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44869"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44869"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}