{"id":44878,"date":"2016-07-10T00:33:09","date_gmt":"2016-07-09T22:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=44878"},"modified":"2016-07-10T00:33:09","modified_gmt":"2016-07-09T22:33:09","slug":"pink-hotel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=44878","title":{"rendered":"Pink Hotel"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt auch so etwas, wie ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/13\/sommerlekture\/\">Sommerbuch<\/a> oder eines, das schon l\u00e4nger auf meiner Leseliste steht, ein Ein-Euro Fund aus der verstaubten Kiste der Buchhandlung in der Lerchenfelderstra\u00dfe, das es eigentlich nicht kosten h\u00e4tte d\u00fcrfen, denn es ist ein Leseexemplar, der Roman der 1983 in London geborenen Anna Stothard, ein &#8220;Diogenes-Buch&#8221;, 2011 auf Englisch, 2012 auf Deutsch erschienen und eines, das vorher durch die Blogs zog, so das ich darauf neugierig war und gleich danach griff und es war, glaube ich, ein guter Griff, denn der Ton der jungen Frau ist sehr frisch und ihre Themen sehr interessant und originell.<\/p>\n<p>Da steht eine, knapp achtzehnj\u00e4hrige Ich-Erz\u00e4hlerin in einem ausgeflippten &#8220;Pink Hotel&#8221; in Kalifornien, steht da in Jogginghosen und Baseballkappe und schaut sich die Bilder einer Lily an, die, stellt sich bald heraus, ist ihre Mutter und mit zweiunddrei\u00dfig Jahren bei einem Motorradunfall gestorben. Sie hat Mann und Kind verlassen, als sie siebzehn und die Kleine drei war, trotzdem hat und das erscheint mir ein bi\u00dfchen unwahrscheinlich, eine Krankenhausangestellte zweimal nach London angegrufen, denn die Erz\u00e4hlerin hat\u00a0 ihre Mutter seither nicht mehr gesehen.<\/p>\n<p>Die klaut der Stief nun die Kreditkarte und bucht sich einen Flug nach Amerika. Zum Begr\u00e4bnis kommt sie zu sp\u00e4t, wohl aber noch zu der Totenwache oder einer sehr bekifften Abschiedsparty in dem Hotel, das die Mutter mit einem Rothaarigen f\u00fchrte. Sie stiehlt sich in ihr Zimmer, legt sich in die Badewanne, da kommt aber ein &#8220;Riese&#8221; und will ein Foto von Lily klauen, vom betrunkenen Rothaarigen wird er hinausgeschmissen, der dann im Bett entschl\u00e4ft.<\/p>\n<p>So stopft die Tochter Kleider, Zigaretten und auch Geld der Mutter in einen roten Koffer, in dem auch Briefe sind und macht sich damit auf den Weg.<\/p>\n<p>Vom Riesen, dem Fotografen David, wird sie zwar ein paar Stunden sp\u00e4ter auf einer Bank am Strand gesehen, sie erz\u00e4hlt etwas von einem Freund, der das Mietauto mit ihren Kleidern und Papieren klaute und begibt sich mit dem Koffer in ein Hotel, um den Inhalt erstmals durchzusehen.<\/p>\n<p>Dort findet sie den Trauschein mit Richard Harris und noch ein anderes Hochzeitsfoto mit einem August, der, wie sie herausfindet, irgendwo Barkeeper ist, die n\u00e4chsten zwei Tage verbringt sie abwechselnd vor dem B\u00fcro des Fotografen Davids und stopft sich mit Donuts voll und auf der Suche nach einer Bar, bis sie August findet.<\/p>\n<p>Sie bleibt den ganzen Abend bei einem Martini sitzen und liest in Lilys Buch, dann spricht er sie an und will sie verf\u00fchren, da kann sie ihm sagen, da\u00df sie Lilys Tochter ist, erf\u00e4hrt, da\u00df sie ihn mit Achtzehn geheiratet hat, bis sie ihm wegen Richard verlassen hat und danach eine Ausbildung als Krankenschwester machte. Sie verbringt die Nacht bei Richard und verl\u00e4\u00dft ihm am Morgen, das Hochzeitsfoto l\u00e4\u00dft sie da, sein T-Shirt, das er ihr borgte nimt sie mit.<\/p>\n<p>Sie\u00a0 trifft wieder\u00a0 David,\u00a0 verabredet sich mit ihm vor dem\u00a0 Hotel,\u00a0 in dem sie sich eingemietet und den Koffer in einem Schlie\u00dffach deponiert hat. Er kommt zu sp\u00e4t, so wird ihr der Rucksack von einem Mann mit Nasenring gestohlen, der sp\u00e4ter auch in das Hotel kommt, um den Koffer zu holen. David, der nicht wei\u00df, da\u00df sie Lilys Tochter ist, l\u00e4\u00dft sie in seinem Appartement schlafen und vermittelt ihr einen Job in einen Filmset, er kauft ihr auch Kleider, weil er nicht will, da\u00df sie Lilys Sachen tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Eines Abends ist er sehr seltsam, hat die Wohnung verw\u00fcstet und spricht nicht mit ihr, sie verabreden sich zwar f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag, wenn ihre Filmschicht vor\u00fcber ist, sie erleidet aber inzwischen eine Lebensmittelvergiftung und mu\u00df in ein Krankenhaus. Als sie von dort abhaut, ist Davids Wohnung leer, nur ihre Sachen findet sie in ein paar T\u00fcten.<\/p>\n<p>Sie ruft nun ihren Vater an und sagt, da\u00df sie zur\u00fcckkommen wird. Ihr R\u00fcckflugticket ist inzwischen verfallen und sie viel l\u00e4nger als geplant in LA geblieben, vorher will sie aber noch an den Ort in der W\u00fcste, wo Lily verungl\u00fcckt ist. Sie steigt vor einem verfallenen Motorradshop aus dem Bus aus und findet dahinter einen Bungolow, in dem sich Richard, der Mann mit dem Nasenring und auch der rote Koffer befinden.<\/p>\n<p>Es kommt nun zu einer Aussprache, sie hat das Pink Hotel geerbt, weil Richard und Lily inzwischen geschieden waren und Richard hat sich den Koffer aus dem Hotel geholt, weil er ihre Sachen wiederhaben wollten, obwohl die Tochter sie logischerweise wahrscheinlich auch geerbt haben d\u00fcrfte. Er erz\u00e4hlt ihr auch von einem goldenfarbenen Buick, der die zu schnellfahrende Lily niedergefahren hat. David besitzt ein solches Auto und hat sich inzwischen auch der Polizei gestellt.<\/p>\n<p>Dann geht es ein paar Jahre weiter, die Ich-Erz\u00e4hlerin erz\u00e4hlt, wie sie mit David nach dem er aus der Haft entlassen wurde, das Hotel wiederaufbaute und von ihrer Liebe zwischen ihm und ihr.<\/p>\n<p>Ein sehr interessantes Buch, in dem es auch immer wieder R\u00fcckblenden auf das Leben der Ich-Erz\u00e4hlerin gibt, sie ist zum Zeitpunkt des Geschehens aus der Schule geflogen, sp\u00e4ter holt sie ihren Abschlu\u00df nach, ihre Beziehung zu den Gro\u00dfeltern wird auch geschildert und die zu einem kleptomanischen Freund und ihren Panikattacken.<\/p>\n<p>Sehr spannend, manchmal ein wenig unlogisch, zum Beispiel, die vielen Anrufe, die w\u00e4hrend sie in L.A. ist, von Richard, dem Anwalt, etcetera zu ihrem Vater nach London kommen.<\/p>\n<p>Aber ein spannender Roman einer jungen Frau \u00fcber die Schwierigkeiten des Lebens, dem Aufwachsen und den \u00dcberforderungen, die einer \u00fcberall begegnenen, der vielleicht ein wenig weniger dramatisch, beziehungsweise mit mehr Actionhandlung, als die Romane von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/17\/wir-kommen\/\">Ronja von R\u00f6nne<\/a>, obwohl die ja auch Panikattacken schildert, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/08\/axolotl-roadkill\/\">Helene Hegemann<\/a> oder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/18\/der-russe-ist-einer-der-birken-liebt\/\">Olga Grjasnowa,<\/a> ist, der mir eigentlich sehr gut gefallen hat.<\/p>\n<p>Von der Autorin gibt es, glaube ich, inzwischen weitere B\u00fccher. Mal siehen, ob es sie auf Deutsch gibt und, ob sie zu mir kommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt auch so etwas, wie ein Sommerbuch oder eines, das schon l\u00e4nger auf meiner Leseliste steht, ein Ein-Euro Fund aus der verstaubten Kiste der Buchhandlung in der Lerchenfelderstra\u00dfe, das es eigentlich nicht kosten h\u00e4tte d\u00fcrfen, denn es ist ein &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=44878\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[305,1534,1749],"class_list":["post-44878","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-anna-stothard","tag-diogenes","tag-englische-romane"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44878","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44878"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44878\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44878"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44878"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44878"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}