{"id":45255,"date":"2016-07-24T01:29:46","date_gmt":"2016-07-23T23:29:46","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=45255"},"modified":"2016-07-24T01:29:46","modified_gmt":"2016-07-23T23:29:46","slug":"habseligkeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=45255","title":{"rendered":"Habseligkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/10\/pink-hotel\/\">wieder<\/a> ein Buch, das vor zwei oder drei Jahren nach dem klinischen Mittag in der kleinen sch\u00e4bigen Buchhandlung in der Lerchenfelderstra\u00dfe aus einer der Abverkaufskisten zog.<\/p>\n<p>Richard Wagners &#8220;Habseligkeiten&#8221;2004 bei &#8220;Aufbau&#8221; erschienen und von dem 1952 im Banat geborenen, der dort als Deutschlehrer und Journalist t\u00e4tig war und 1987 nach Berlin \u00fcbersiedelte, habe ich, glaube ich, schon &#8220;Ausreiseantrag&#8221; gelesen.<\/p>\n<p>Er h\u00e4tte auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/08\/exilliteratur-im-dilemma\/\">2009 bei der &#8220;Literatur im Herbst&#8221; lesen sollen<\/a>, ist aber nicht gekommen und das Buch schildert etwas h\u00f6chstwahrscheinlich Autobiografisches, obwohl der Ich-erz\u00e4hler laut Klappentext Werner Zillich hei\u00dft.<\/p>\n<p>Der ist nach dem Tod seines Vaters auf Besuch bei der Mutter im Dorf. Die tr\u00e4gt ihm die guten heimischen Tomaten auf, Kaffee und Tee und fragt ihn alle paar Minuten, ob er nicht noch bleiben will?<\/p>\n<p>Denn lebend wird sie den inzwischen in Deutschland lebenden Sohn wohl nicht mehr sehen. Der mu\u00df aber zur\u00fcck, mit dem Auto \u00fcber Ungarn und Budapest und \u00fcberdenkt auf der langen Fahrt, die Geschichte seiner Familie.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfeltern Johann und Katharina sind zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert. Die Tochter Theresia haben sie dabei bei den Gro\u00dfeltern zur\u00fcckgelassen. Weil John, wie er inzwischen hei\u00dft, angeblich einen Mann aus dem Fenster schmi\u00df, kommen sie neun Jahre sp\u00e4ter wieder zur\u00fcck und der erste Weltkrieg kommt auch.<\/p>\n<p>Theresia redet nichts mehr mit der Mutter, verheiratet sich mit einem Bastian, bekommt drei Kinder, Lizzy, die Mutter des Erz\u00e4hlers, Paul und Franz, die im n\u00e4chsten Krieg nach Deutschland gehen und mit Totenk\u00f6pfen an der Uniform auf Heimaturaub kommen, beziehungsweise ihr weiteres Leben nach dem Krieg in Brasilien verbringen.<\/p>\n<p>Im zweiten Kapitel macht der Erz\u00e4hler dann in Budapest in einem Hotel Station, nimmt sich zwei M\u00e4dchen mit aufs Zimmer, betrinkt sich mit ihren und soll dann eine mit dem Auto nach Wien fahren, wo die Mutter w\u00e4hrend der Kriegszeit lebte, w\u00e4hrend er in Budapest einen Onkel hatte, einen Gro\u00dfvater in Wien und\u00a0 die Mutter ist nach dem Krieg wieder zur\u00fcck in den Banat gekommen.<\/p>\n<p>Mit\u00a0 Clara, f\u00e4hrt er nach Wien und steigt dort in einem Hotel in der N\u00e4he des Westbahnhofs an, w\u00e4hrend sie sich\u00a0 in einem &#8220;Table-Dance-Loka&#8221; verdingt, liegt er im Bett und denkt \u00fcber seinen Vater Karl nach. Der war M\u00fcller, wurde von den Kommunisten enteignet,\u00a0 vorher war er im Krieg bei der rum\u00e4nischen Volksarmee und wurde dann f\u00fcnf Jahre von den Russen zur Zwangsarbeit deponiert, was sehr lang und genau beschrieben wird.<\/p>\n<p>Dann kehrte er zur\u00fcck und Werner wurde in den F\u00fcnfzigerjahren, als schon die Kommunisten herrschten geboren, die Mutter gab, weil ja alles verstaatlicht wurde, ihre Schneiderei auf und arbeitete fortan schwarz, hinter versclossenen T\u00fcren f\u00fcr die Frauen im Dorf gegen Liebesromane, die sie gerne las.<\/p>\n<p>Werner Zillich ging als einziger aufs Gymnasium, wurde Bauingenieur in Temeswar und heiratete wegen der &#8220;Zuteilung&#8221;, das hei\u00dft verheiratete Studenten bekamen eine Stelle in der N\u00e4he, w\u00e4hrend die anderen \u00fcbers Land verschickt wurden, Monika, eine Germnistikstudentin, die er schon von der Schule kannte.<\/p>\n<p>Ihre Eltern hatten schon einen Ausreiseantrag erstellt, so hat er diesen gleich &#8220;miterheiratete&#8221; und wanderte dann mit ihr und der Tochter Melanie in den Achtzigerjahren nach Deutschland aus. Die Ehe scheiterte, wegen eines Seitensprungs, es kam zu einem Rosenkrieg und vielen Psychologen, die die Tochter untersuchten und dem Vater ein Besuchsverbot erteilten. Die Tochter verweigerte lang den Kontakt, jetzt ist sie aber schon erwachsen und studiert in Ulm, wof\u00fcr der Vater bezahlen mu0\u00df.<\/p>\n<p>So traut er sich einen Anruf und f\u00e4hrt von Wien \u00fcber Ulm zur\u00fcck, wo er die Tochter in einem Lokal trifft und es zu einer Aussprache zwischen den beiden kommt.<\/p>\n<p>Im vierten Teil geht es dann nach Sandhofen anf die Baustelle, wo er Bauleiter ist und es Probleme gibt. Es ist nicht alles so in Ordnung und l\u00e4uft ein bi\u00dfchen korrupt. Dennoch mu\u00df er unterschreiben und den Architekten, seinen rivalen, den jetzigen Mann seiner Geliebten, mit der er Monika betrogen hat und die in der Firma Sekret\u00e4rin ist, schmei\u00dft er fast aus dem Fenster. Die Ungarn, die er in Budapest kennenlerne und die Clara zu ihm bringen, retten ihn, sie steigen auch in die Firma ein, machen ihm zum Aufseher. Er heiratet Clara, besucht mit ihr und Melanie die Mutter und am Schlu\u00df machen sie Urlaub auf den Seychellen und er liest ihnen einen Brief von seinem Vater, den in der S\u00fcterlinhandschrift vor.<\/p>\n<p>Ein m\u00e4rchenhafter Schlu\u00df, habe ich irgendwo gelesen. Am Buchr\u00fccken steht &#8220;Dieser Roman steht in der Erz\u00e4hltradition, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/02\/nachdenken-uber-christa-wolf\/\">Christa Wolf<\/a>, Johannes Bobrowski und Uwe Johnsen begr\u00fcndet haben.&#8221;<\/p>\n<p>Richard Wagner, der inzwischen an Parkinson erkrankt ist, hat 20115 das Buch &#8220;Herr Parkinson&#8221; herausgegeben, das wahrscheinlich von einer anderen Realit\u00e4t und Wirklichkeit des Autors handeln wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt wieder ein Buch, das vor zwei oder drei Jahren nach dem klinischen Mittag in der kleinen sch\u00e4bigen Buchhandlung in der Lerchenfelderstra\u00dfe aus einer der Abverkaufskisten zog. 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