{"id":4536,"date":"2010-10-09T19:37:30","date_gmt":"2010-10-09T17:37:30","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4536"},"modified":"2010-10-09T19:37:30","modified_gmt":"2010-10-09T17:37:30","slug":"frankfurt-iii-und-iv","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4536","title":{"rendered":"Frankfurt III und IV"},"content":{"rendered":"<p>Da ich gestern durch die Buchbesprechung, die ich schnell einschieben wollte, den Nachmittagsstunden und dadurch, da\u00df wir das Wochenende doch nach Harland gefahren sind, nicht dazu gekommen bin, gibt es den Bericht von Frankfurt III und IV auf einmal und gestern fanden auf dem blauen Sofa einige Highlights statt.<br \/>\nSo erschien zu Mittag Jonathan Franzen mit seinem neuen Buch &#8220;Freiheit&#8221;, der perfekt Deutsch spricht, weil er in Berlin studierte und erz\u00e4hlte in seiner sympathischen Art von dem neuen Buch, das als der Weltbestseller gilt, in der Bush-\u00c4ra spielt und von einem   Ehepaar und den Ausbruchsversuchen der Frau handelt, die ihr w\u00e4hrend des Lesens von Tolstois &#8220;Krieg und Frieden&#8221; eingefallen sind.<br \/>\nDann gab es noch eine Romanneuentdeckung. N\u00e4mlich &#8220;Die Unperfekten&#8221; von Tom Rachman, dem 1974 geborenen englisch\/canadischen Autor, das im Journalistenmilieu spielt und das auf der Messe hochgelobt wurde. Vorher kam Sebastian Fitzek mit seinem &#8220;Augensammler&#8221; bzw. dreizehn Zehn-Minutenthrillern &#8220;P.S Ich t\u00f6te dich&#8221; und der vertritt die positive Art der j\u00fcngeren Erfolgsautoren, die mit der &#8220;Was ist wenn&#8230;?&#8221; Frage in ihre Thriller einsteigen, ein gut recherchiertes phantastisches Szenario aufbauen und es mit perfekten Internetauftritten unterst\u00fctzen.<br \/>\nG\u00fcnter Grass, der Nobelpreistr\u00e4ger von 1999, kam mit &#8220;Grimms W\u00f6rter&#8221; am Abend auf das Sofa und erz\u00e4hlte, sowohl von den ber\u00fchmten M\u00e4rchensammlern, als auch von der aktuellen politischen Situation. Theo Sarrazin habe ich ausgelassen, aber sein Buch ist ohnehin der Aufreger der Buchmesse und wird von den meisten Moderatoren andiskutiert und bei 3-Sat gab es einen Schwerpunkt \u00fcber bildungsferne Schichten, in den ich mich am Abend hineingeh\u00f6rt habe, da habe ich mir auch die Podcasts und die Portraits angesehen und es gibt sogar soetwas, wie einen Messef\u00fchrer, der erkl\u00e4rt, wo und was es zu sehen gibt.<br \/>\nAlles geht sich sowieso nicht aus, auch wenn man es nicht virtuell betreibt und so bin ich heute morgen als erstes mit dem Rad in die Stadt gefahren, um Brot und Milch zu besorgen.<br \/>\nDann gings  weiter mit Peter Wawerzinek auf dem blauen Sofa und einer  B\u00fcchersendung bei 3Sat, w\u00e4hrend auf dem blauen Sofa ein d\u00e4nischer Krimiautor Platz genommen hat, von dem ich noch nie etwas geh\u00f6rt habe.<br \/>\nJussi Adler-Olsen, der eine Serie von harten Thrillern plant, von dem zwei schon auf Deutsch erschienen sind. &#8220;Erbarmen&#8221; und &#8220;Sch\u00e4ndung&#8221; und der in launig selbstbewu\u00dften Ton der Moderatorin erz\u00e4hlte, da\u00df er als Sohn eines Psychiaters in der Psychiatrie aufgewachsen ist, sich dort mit M\u00f6rdern unterhielt, bzw. bei Elektroschocks zusehen konnte und \u00e4hnlich, wie Sebastian Fitzek auf die Frage, warum er so etwas Grausliches schreibt, antwortete, da\u00df das die Leser so wollen und ihn daf\u00fcr ja bezahlen.<br \/>\nJonathan Franzen hatte am Nachmittag auch noch eine Sendung bei 3Sat, in die ich  hineingeh\u00f6rt habe, w\u00e4hrend am blauen Sofa Fu\u00dfballlegenden Platz genommen haben und am Schlu\u00df kam noch Alex R\u00fchle, der ein Buch dar\u00fcber geschrieben hat, wie er sich ein halbes Jahr dem Handy und dem Internet entzogen hat.<br \/>\nUnd das ist interessant, widmet die Buchmesse ja einen gr\u00f6\u00dferen Schwerpunkt den digitalen Medien und man kann auf der Homepage, die Twitter- und die Facebooknews aktuell verfolgen und dadurch bekommt man auch einiges mit, beispielsweise die Ger\u00fcchte, wer angeblich den Friedensnobelpreis bekommt, aber auch \u00fcber das zweite deutsche Aufregerthema,  der Protest gegen den Bahnhofbau in Stuttgart und da haben sich gestern bei einem Messestand zu dieser blauen Stunde, wo sich alle nach siebzehn Uhr besaufen, wor\u00fcber sich Bret Easton Ellis am Donnerstag wunderte, sowohl die Gegner, als auch die Bef\u00fcrworter getroffen,  ihre Buttons verteilt und Fahnen aufgeh\u00e4ngt. Vorher wurden sie gewarnt, da\u00df die Buchmesse in keine politische Veranstaltung umgewandelt werden darf, w\u00e4hrend sich w\u00e4hrend der Happy hour, die Verfassungssch\u00fctzer am Stand gegen\u00fcber aufstellten und die Party in DDR Manier, wie das Literaturcafe beschrieb, observierten.<br \/>\nDie Buchmesse kann also sehr politisch sein und ich habe mich wieder einmal sehr gewundert, wer alles B\u00fccher schreibt und sie auf dem blauen Sofa pr\u00e4sentiert. Da gibt es welche von Fu\u00dfballern, Bergsteigern, Modesch\u00f6pfern ect, alle mit bekannten Namen, die sich dazu berufen f\u00fchlen, die Welt mit ihren Erfahrungen zu begl\u00fccken, w\u00e4hrend auf der anderen Seite, die halbe Million der erfolglosen Hobbyschreiber heruml\u00e4uft und  wahrscheinlich die sogenannten Zuschu\u00dfverlage aufsucht, davon ist im Internet aber nichts zu finden. Wohl aber gibts das Bloggertreffen von Lovelybooks und Jacqueline Vellguth von schriftsteller.de berichtet schon auf ihrer Seite vom n\u00e4chsten Nanowrimowriting. Da werde ich mich diesmal nur passiv beteiligen, habe ich ja noch sehr viel zu korigieren, zu dem ich w\u00e4hrend der intensiven Buchmessenbeobachtung ja nicht komme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich gestern durch die Buchbesprechung, die ich schnell einschieben wollte, den Nachmittagsstunden und dadurch, da\u00df wir das Wochenende doch nach Harland gefahren sind, nicht dazu gekommen bin, gibt es den Bericht von Frankfurt III und IV auf einmal und &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4536\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-4536","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4536"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4536\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}