{"id":4564,"date":"2010-10-15T00:07:17","date_gmt":"2010-10-14T22:07:17","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4564"},"modified":"2010-10-15T00:07:17","modified_gmt":"2010-10-14T22:07:17","slug":"alte-schmiede-im-beisl","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4564","title":{"rendered":"Alte Schmiede im Beisl"},"content":{"rendered":"<p>Wunschwelten und reale Verh\u00e4ltnisse &#8211; Entw\u00fcrfe, Befunde und Parabeln in Zusammenarbeit mit der Galerie Wechselstrom und Buch im Beisl. Die Veranstaltung  mit Reinhard Wegerth und Friedrich Hahn fand am Donnerstag am Yppenplatz statt und bei Buch im Beisl gibts jeden Donnerstag literarische Veranstaltungen.<br \/>\nReinhard Wegerth hat mich zur Pr\u00e4sentation seines neuen Buches &#8220;Damals und Dort&#8221; eingeladen und so bin ich nach der Korrektur der &#8220;Absturzgefahr&#8221; und des Lesens von John Irvings &#8220;Witwe f\u00fcr ein Jahr&#8221;, das teilweise eine Schule des erfolgreichen Romanschreibens ist, an beiden B\u00fccherschr\u00e4nken vorbei zum Brunnenplatz marschiert.<br \/>\nIch bekomme die Einladungen zu Buch im Beisl schon lang, war aber noch nie dort, der der Brunnenmarkt ist ja ziemlich entfernt, obwohl ich als Kind mit meiner Mutter am Freitag immer dort einkaufen war und Veranstaltungen, wo man etwas konsumieren mu\u00df, beziehungsweise jemand mit einem K\u00f6rberl am Eingang steht und provokativ &#8220;Danke!&#8221;, schreit, wenn man vor\u00fcbergeht, versuche ich zu meiden. Diesmal wars aber Programm der Alten Schmiede und von h\u00f6chster literarischer Prominenz besucht.<br \/>\nSo hat sich Peter Henisch neben mich in einen der bequemen braunen Ledersessel gesetzt, daneben  sa\u00df Katharina Riese. Andreas Renoldner und Ludwig Roman Fleischer, den Verleger von Reinhard Wegerth, habe ich neben Kurt Neumann, August Bisinger und Petra Messner von der Alten Schmiede noch gesehen. Reinhard Wegerth und Friedrich Hahn sind beide Moderatoren der Textvorstellungen und haben mich beide schon einmal dazu eingeladen. Reinhard Wegerth 2007 mit dem Wiener Stadtroman, Friedrich Hahn 2009 mit &#8220;Und Trotzdem&#8221;.<br \/>\nJetzt haben sie neue B\u00fccher in \u00f6sterreichischen Kleinverlagen. Herr Manfred vom Haus hat vor Kurt Neumann eingeleitet und gemeint, da\u00df in der alten Schmiede, die Literatur weitab von jeder \u00dcberlegung einer \u00f6konomischen Verwertbarkeit stattfindet, wie immer man das  verstehen will, Kurt Neumann hat ihn auch  berichtigt, B\u00fccher werden verkauft.<br \/>\nPetra Messner hielt das Einleitungsreferat f\u00fcr den bei Sisyphus erschienenen Stimmenroman.<br \/>\nReinhard Wegerth wurde 1950 geboren, war Mitbegr\u00fcnder von Frischfleisch und L\u00f6wenmaul und hat als Lektor beim Bundesverlag gearbeitet, wo er, wie ich gerade Wikipedia entnahm, die Reihe &#8220;Junge Literatur aus \u00d6stereich&#8221; mitbetreute, von der ich vor kurzem einen Band im B\u00fccherschrank gefunden habe und diese biografischen Angaben sind auch f\u00fcr seinen Stimmenroman sehr interessant, kommen diese Ereignisse darin ja vor und werden von Personen oder Dingen erz\u00e4hlt.<br \/>\nPersonen oder Dinge erz\u00e4hlen Reinhard Wegerths privates oder politisches Leben. So zum Beispiel das Leiberl einer Mitarbeiterin eines Schreibb\u00fcros bei der er die Texte f\u00fcr die Zeitschrift schreiben lie\u00df und die Jahreszahlen der politischen Ereignisse eines \u00f6sterreichischen Angeh\u00f6rigen der Alternativszene werden auch beleuchtet.<br \/>\n1977 ein Interview mit Kreisky, das angeblich zur Volksabstimmung bez\u00fcglich Zwentendort f\u00fchrte, 1989 der Fall des Eisenen Vorhangs, 2000 die Angelobung der blau schwarzen Regierung, die unterirdisch in die Hofburg marschierte, um sich vor den Eiern und Tomaten aus Beamtenaktenkoffern zu sch\u00fctzen.<br \/>\nInteressant eine Autobiografie auf diese Art und Weise zu erz\u00e4hlen, Reinhard Wegerth las auch noch mit sehr bed\u00e4chtiger Stimme vor.<br \/>\nDann kam der zweite Roman, Friedrichs Hahns &#8220;Von allem Ende an&#8221;, der in der Edition Laurin erschienenen ist und von einem Buchh\u00e4ndler und Antiquar in der Provinz nahmens Engelbert Steller handelt, der einen Briefroman schreibt und als Sonderling in Bad Schwuchting mit mehr oder weniger sch\u00f6nen Frauen allerhand erlebt, Kunden aus seinem Gesch\u00e4ft wirft, wenn sie die Werke der hiesigen Heimatdichter kaufen wollen und sich am Ende bei der Einweihungsfeier seiner ehemaligen Gehilfin sehr betrinkt.<br \/>\nAber soweit ist Friedrich Hahn beim Lesen nicht gekommen, das hat Kurt Neumann in seiner Einleitung erkl\u00e4rt, der einen eleganten Bogen \u00fcber diesen grandiosen Roman zog. Friedrich Hahn wurde 1952 in Nieder\u00f6sterreich geboren, ich kenne ihn als Herausgeber verschiedener Zeitschriften, so hat er von mir einen Text im &#8220;Limes&#8221; und ich glaube auch im &#8220;Podium&#8221; herausgebracht. Er hat, wie er bei der Diskussion erz\u00e4hlte, auch in einer Bank gearbeitet, vor allem bietet er aber Schreibwerkst\u00e4tten an, deshalb handelt der Roman vielleicht soviel \u00fcbers Schreiben und das ist ja interessant, verschiedene literarische Anspielungen sollen auch darin vorkommen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wunschwelten und reale Verh\u00e4ltnisse &#8211; Entw\u00fcrfe, Befunde und Parabeln in Zusammenarbeit mit der Galerie Wechselstrom und Buch im Beisl. 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