{"id":46333,"date":"2016-08-27T18:40:04","date_gmt":"2016-08-27T16:40:04","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=46333"},"modified":"2016-08-27T18:40:04","modified_gmt":"2016-08-27T16:40:04","slug":"die-kunst-elch-urin-frisch-zu-halten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=46333","title":{"rendered":"Die Kunst Elch-Urin frisch zu halten"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt etwas &#8220;Unw\u00fcrdiges&#8221;\u00a0 und einTitel f\u00fcr den man sich vielleicht &#8220;genieren&#8221; und das Buch in einen Umschlag packen mu\u00df.<\/p>\n<p>ChickLit f\u00fcr M\u00e4nner oder Frauen, die gerne von den Schwierigkeiten der Jungs lesen wollen, k\u00f6nnte man so sagen, aber ich lese ja gerne \u00fcber den Tellerrrand und meine Erfahrung, was diese E- und U- Debatte und, ob jetzt die Sprache oder die Handlung wichtig ist, betrifft, ist, da\u00df die sogenannten Erotik B\u00fccher, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/06\/schmerzherz\/\">Sado Maso-Schinken<\/a>, etcetera oft erstaunlich von der Realit\u00e4t und den N\u00f6ten des gew\u00f6hnlichen Lebens erz\u00e4hlen, wenn auch meist, wie in diesen Fall, komisch \u00fcberh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Das ist zwar auch nicht so mein Ding und ich h\u00e4tte Rochus Hahn Geschichte auch gnadenlos gek\u00fcrzt, denn die vielen Dialoge \u00fcber Sex und was im allerweitesten Sinn dazugeh\u00f6rt, wirken manchmal langweilig, aber die Geschichte hat es in sich und es ist eine vielleicht, die der pensionierte Studienrat, seines Zeichnen Deutsch und Religionsprofessor au\u00dfer Dienst von einigen Bierchen angeheitert, bei der Feuerzangenbowl schmunzelnd seinen Enkeln aus seiner Jugend erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Ach ja, da war er einmal der kleine Tim, knackfrische achtzehn und sollte seinem Freund etwas bringen, die knackige blonde Mutter torkelt ihm betrunken entgegen, will ihn k\u00fcssen und ins Bett verfrachten und J\u00fcngelchen wird rot und kneift aus.<\/p>\n<p>Daran leider der Germanistikstudent, der des Schecks der Oma wegen auch Religion studiert, nun die n\u00e4chsten sieben Jahre und zu einer Frau ins Bett hat es der sch\u00fcchterne junge Mann auch noch nicht gebracht.<\/p>\n<p>Da trifft er seinen Schulkollegen Bullwinkel wieder, den er beim &#8220;Arschk\u00f6ppeln&#8221; erwischt, der hat eine junge T\u00fcrkin bekl\u00f6ppelt, die schreit nach ihren Br\u00fcdern und die wollen ihn verhauen. Tim rettet ihn und die beiden landen dann auf der Sexparty der T\u00fcrken. Die Schwester ist nat\u00fcrlich nicht da, aber daf\u00fcr erscheinen zwei knackige Stewardessen und wollen Drogen. Tim und Bullwinkel versprechen sie ihnen, schw\u00e4men vom &#8220;Phantonflash&#8221; und m\u00fcssen nun nach Finnland reisen, um dort einen Elch giftige Pilze zu fressen zu geben, dann seinen Urin abzuzapfen, um die Wunderdrogen zu bekommen.<\/p>\n<p>Das gelingt nur mit den aberwitzigsten Abenteuer, das sich das frustrierte M\u00e4nnerhirn ausdenken kann und Frauen, wie ich vermute gerne lesen, um \u00fcber die Tollpatsche zu schmunzeln.<\/p>\n<p>Sie geraten also in eine Sodomistenparty kneifen wieder aus, rennen im Wald herum, dann finden sie den Elch und m\u00fcssen ihn unter weiteren Schwierigkeiten einfangen. Die Frage, wie sie den Urin frisch nach Frankfurt zur\u00fcckbekommen, ist nur die kleinste in dem Buch, in diesem Sinne ist der Titel also ein Fake, aber als sie in Helsinki zum Flughafen kommen, wittert dort die Polizei nach Sprengstoff, also m\u00fc\u00dfen sie mit einem alten Auto, das kein Deck hat und zwei Sporthelmen \u00fcber die skandinavischen Grenzen fahren, werden an der deutschen vom Grenzschutz eingefangen und am Ende wird alles gut?<\/p>\n<p>Nicht ganz nat\u00fcrlich, einige Komplikationen gibt es noch. Die geilen Stewardessen entpuppen sich als ganz gew\u00f6hnliche Nutten und mit denen k\u00f6nnen Tim und Bullwinkel ja nicht. Den Urin haben sie am Ende auch noch verloren, so da\u00df sie auch da ein bi\u00dfchen faken m\u00fcssen, die brave Bibliothekarin, die am Ende vielleicht die Gro\u00dfmutter der Studienratenkel ist, wartet aber schon und die Grenzpolizistin findet am schrulligen, aber liebensw\u00fcrdigen Bullwinkel auch Gefallen.<\/p>\n<p>Aus den Jungfrauen, ein bl\u00f6des Wort, wieso, das nicht Jungm\u00e4nner hei\u00dft, habe ich trotz meiner gelegentlichen unw\u00fcrdigen Lekt\u00fcren noch immer nicht verstanden, werden vermutlich brave Ehem\u00e4nner und Familienv\u00e4ter, die an etwas anderes denken, als st\u00e4ndig an knackige Frauen\u00e4rsche oder, wie es ist vielleicht mit Pferden zu schlafen und Rochus Hahn entnehme ich den Buch, lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kinder in Frankfurt\/Main und arbeitet seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren, als Drehbbuchautor. &#8220;Die Kunst Elch-Urin frischn zu halten&#8221; ist sein erster Roman.&#8221;, der ganz spannend zu lesen ist, aber auch einiges an Vorurtelien aufzuweisen hat, so hat mir der Ekel der beiden jungen M\u00e4nner gegen\u00fcber \u00fcbergewichtigen Frauen nicht ganz gefallen und da\u00df sie vor Cutterinnen Rei\u00df aus nehmen, ist auch nicht ganz korrekt, aber m\u00f6glicherweise realistisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt etwas &#8220;Unw\u00fcrdiges&#8221;\u00a0 und einTitel f\u00fcr den man sich vielleicht &#8220;genieren&#8221; und das Buch in einen Umschlag packen mu\u00df. 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