{"id":4657,"date":"2010-10-30T00:06:07","date_gmt":"2010-10-29T22:06:07","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4657"},"modified":"2010-10-30T00:06:07","modified_gmt":"2010-10-29T22:06:07","slug":"weltspartag-ohrenschmaus-und-reisereportage","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4657","title":{"rendered":"Weltspartag, Ohrenschmaus und Reisereportage"},"content":{"rendered":"<p>Alles in einem Tag und dazwischen gabs noch die Abrechnung zu machen. Zwischen den WGPV-Honorarnoten und denen an die WGKK bin ich in die Bank  gegangen, um mich ein Viertelst\u00fcndchen mit meinem Bankfreund zu unterhalten, eine Weinverkostung gabs am Weltspartag auch, allerdings keine Geschenke mehr f\u00fcr Erwachsene. Die K\u00fcnstlerin, die mich vor zwei Jahren zu einer Lesung eingeladen hat, die nie stattfand, habe ich dort getroffen und um f\u00fcnf war Ohrenschmaus Jurysitzung im Albert Schweitzerhaus.<br \/>\nVorher habe ich versucht meine Rechnungen an die Sozialversicherung zu schicken und meine Juryvorschl\u00e4ge durchgeschaut. Eva Singer schickte, die von Kurt Palm und Ludwig Laher, die sich entschuldigen lie\u00dfen und da habe ich neue Jurymitglieder vorgeschlagen, von denen ich gerne h\u00e4tte, da\u00df sie zu den Sitzungen kommen. Ludwig Laher ist aber in Japan auf Lesereise. Andrea Stift war da, ebenso Heinz Janisch und Barbara Rett.<br \/>\nDie Entscheidung zu den neuen Prosa, Lyrik und Lebensberichtsiegern ist relativ schnell erfolgt. Am 30. November ist die Preisverleihung, bis dahin werde ich die Laudatio f\u00fcr den Lyrikpreis schreiben. Es gibt schon einen Ablaufplan, Michaela K\u00f6nig wird mitmoderieren und eine Stepeinlage gibt es, glaube ich, auch.<br \/>\nSehr spannend und man kann sich schon darauf freuen.Vorerst war ich einmal froh, da\u00df es so schnell gegangen ist, wollte ich am Abend doch ins Radiokulturhaus gehen, denn da wurden die literarischen Reportagen auf den Spuren  Joseph Roths &#8220;Mit Sprache unterwegs&#8221; vorgestellt und das ist ein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/05\/etceterainterwiew-und-mit-sprache-unterwegs\/\">Projekt \u00fcber das ich schon gefl\u00fcstert<\/a> habe.<br \/>\nChristiane Zintzen hat <a href=\"http:\/\/www.zintzen.org\/2010\/10\/29\/mitsprache-unterwegs-das-bu\">es Anfang des Jahres in ihrem Blog vorgestellt<\/a> und die Vorberichte der Autoren gebracht. Christoph W. Bauer, Clemens Berger, Anna Kim, Radek Knapp, Lydia Mischkulnig, Martin Pollak, Doron Rabinovici, Peter Rosei und Sabine Scholl haben ein Reisestipendium bekommen, sich damit eine Gegend ausgesucht und dar\u00fcber berichtet. Eugenie Kain h\u00e4tte auch mitmachen sollen, ist im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/30\/eugenie-kain-gedenklesung\/\">J\u00e4nner aber verstorben<\/a>.<br \/>\nDie Endfassung gibt es  als Buch der Edition Atelier, herausgegeben von Kurt Neumann und Manfred M\u00fcller, was noch bei  diesem Projekt zu erw\u00e4hnen ist, ist,  da\u00df es offenbar in Kooperation aller \u00f6sterreichischer Literaturh\u00e4user, der Gesellschaft f\u00fcr Literatur und der Alten Schmiede durchgef\u00fchrt wurde und wird dort auch auf Tournee gehen und im Sommer sendet der ORF die Texte im Literaturprogramm.  G\u00fcnter Kaindlsdorfer hat mit Ilija Trojanow moderiert, sieben Autoren waren anwesend und wurden in drei Runden vorgestellt, dazwischen gab es Proben vom Josephs Roths Reportagen.<br \/>\n&#8220;Da m\u00fcssen sich die zehn sehr anstrengen, ihr Vorbild zu erreichen!&#8221;, hat der Joseph Roth Verehrer Otto Lambauer kommentiert, als ich im J\u00e4nner davon berichtet habe.<br \/>\nSie haben sich angestrengt und es sind interesante Texte herausgekommen. So ist  Clemens Berger den Burgenl\u00e4ndern nachgefahren, die um die Jahrhundertwende  nach Amerika auswanderten, w\u00e4hrend Christoph W. Bauer, Joseph Roth nach Paris, aber auch nach Lemberg und in seinen Geburtsort nachgefahren ist.<br \/>\nDoron Rabinovici hat es nach Sri Lanka verschlagen, wo die jungen Israeli nach drei Jahren Milit\u00e4rdienst die gro\u00dfe Freiheit suchen, dort aber von verschienenen Rabinern missioniert werden. Bei der Shortlistenlesung in der Hauptb\u00fccherei hat er dar\u00fcber berichtet. Peter Rosei war mit seiner Reportage, glaube ich, in Ungarn, hat G\u00fcnther Kaindlsdorfer aber viel von seinen fr\u00fcheren Reisen erz\u00e4hlt. So ist er  mit H. C. Artmann mit dem Motorrad durch Italien gefahren, mit Kurt Neumann war er in der hohen Tatra und in Wien l\u00e4uft er auch sehr viel herum.<br \/>\nRunde drei bestand aus Martin Pollack und Anna Kim. Martin Pollack hat sich auf die Spuren der burgendl\u00e4ndischen Roma gesetzt, die im zweiten Weltkrieg in Polen ermordet wurden und wollte wissen, ob es in den D\u00f6rfern Erinnerungspunkte an sie gibt. Es gibt aber keine Gedenksteine und Tafeln und \u00fcber die Meldelisten kann man auch nicht herausbekommen, wieviel Romafamilien heute dort leben.<br \/>\nSabine Scholl habe ich vergessen, die war in Siebenb\u00fcrgen und hat die deutsche Kultur gesucht und soweit passen die Ziele auch  zusammen und zu Joseph Roth. Anna Kim f\u00e4llt mit ihrer Gr\u00f6nlandreise aus der Reihe, aber dort spielt ihr neuer Roman spielen und Gr\u00f6nland ist f\u00fcr eine literarische Recherche sicher interessant, auch wenn Joseph Roth nicht dort gewesen sein wird. Der hat in den Neunzehnzwanzigerjahren die junge SU bereist und ist in Paris elend verstorben und von Radek Knapp, der nicht anwesend war, habe ich in Christiane Zintzens Blogs gelesen, da\u00df er sich mit dem Flugzeugabsturz in Smolenz besch\u00e4ftigt hat.<br \/>\nDas hat mich interessiert, habe ich es ja f\u00fcr die &#8220;Absturzgefahr&#8221; gebraucht. Wo Lydia Mischkulnig gewesen ist, wei\u00df ich jetzt nicht, kann es aber  bei Christiane Zintzen nachlesen, im Buch steht auch einiges \u00fcber Eugenie Kains Reisepl\u00e4ne.<br \/>\nDas Buch ist also interessant und das Radiokulturhaus war sehr voll. Marianne Gruber, Silvia Bartl, Julya Rabinowich, Semier  Insayif und noch viele andere habe ich gesehen und die Diskussion war sehr vielschichtig, wurden die Autoren ja nicht nur nach ihren Reisen befragt, es wurde auch diskutiert, was sich seit Joseph Roths Zeiten ver\u00e4ndert hat?<br \/>\nDa\u00df man von Innsbruck nach Wien in f\u00fcnfundvierzig Minuten und achthundertf\u00fcnfzig Stundenkilometern gelangen kann, war Christoph W.Bauers Antwort. Man braucht also keine Automaten mehr, wo man sich die Reiselekt\u00fcre f\u00fcr die lange Fahrt am Bahnhof ziehen kann, wie es Joseph Roth  Anno 1920 beschrieb.<br \/>\nWozu braucht man \u00fcberhaupt Reisereportagen, wenn jeder selber an die Orte fahren kann, war die n\u00e4chste Frage?<br \/>\nDazu f\u00e4llt mir ein, da\u00df ich beim Writersstudio Er\u00f6ffnungstag einen Schnupperkurs in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/24\/vom-zuckerlgeschaft-zur-schreibfreih\">&#8220;Travel Writing&#8221;<\/a> besucht und die hohe Tatra mit allen Sinnen beschrieben habe und als ich im J\u00e4nner das Projekt befl\u00fcsterte, habe ich dem Otto geantwortet, da\u00df ich auch mit Sprache unterwegs sein werde. Ich war es inzwischen auch, in Leipzig, auf der hohen Tatra, in Krakau und in Harland  in der Sommerfrische und nat\u00fcrlich komme ich f\u00fcrs Literaturgefl\u00fcster auch ohne Reisestipendium viel herum an den literarischen Orten Wiens, die ganz ohne Stipendium f\u00fcr mich und die, die es interessiert, beschreibe.  Eines der n\u00e4chsten Projekte wird die Buch-Wien sein und daf\u00fcr habe ich inzwischen eine Einladung bzw. eine Empfehlung bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles in einem Tag und dazwischen gabs noch die Abrechnung zu machen. 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