{"id":46737,"date":"2016-09-16T22:10:03","date_gmt":"2016-09-16T20:10:03","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=46737"},"modified":"2016-09-16T22:10:03","modified_gmt":"2016-09-16T20:10:03","slug":"geschlossene-gesellschaft-zur-guten-literatur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=46737","title":{"rendered":"Geschlossene Gesellschaft zur guten Literatur"},"content":{"rendered":"<p>In der &#8220;Alten Schmiede&#8221; hat ja, wie schon berichtet die neue Saison mit einem Projekt und der Buchvorstellung <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/14\/acht-korrespondenzen-zur-guten-literatur\/\">&#8220;Was ist gute Literatur&#8221; <\/a>begonnen.<\/p>\n<p>Daran hat sich am Donners- und am Freitag ein Symposium, wo diese Fragen weiterdiskutiert wurden, angeschlossen.<\/p>\n<p>&#8220;Interessant!&#8221;, habe ich gedacht, als ich das Programm vor ein paar Wochen zur Hand genommen habe, meine Donnerstag f\u00fcnf Uhr Stunde, die ich schon eingetragen hatte, verschoben und dann erst gesehen, die vier Sessions finden im Schmiederaum, als geschlossene Veranstaltung mit \u00dcbertragung ins Literarische Quartier in den Kellerraum statt und das hat mir nicht gefallen.<\/p>\n<p>Die &#8220;Alte Schmiede&#8221; hat ja schon l\u00e4nger an den Nachmittagen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/05\/marlene-streeruwitz-im-doppelpack\/\">Veranstaltungen f\u00fcr angemeldete Schulklassen<\/a>, da stand fr\u00fcher dabei, Restpl\u00e4tze f\u00fcr das allgemeine Publikum, jetzt wird das in den Schmiederaum und zur Videowall verbannt, was mir auch nicht gef\u00e4llt, so da\u00df ich da eigentlich nicht hingehe und ich habe die zwei Veranstaltungstage aus meinem Kalender auch wieder hinausgestrichen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Donnerstag Stunden eingeteilt, am Freitag hatte ich keine und bin am Mittwoch zu der \u00f6ffentlich zug\u00e4ngigen Veranstaltung ins literarische Quartier gegangen.<\/p>\n<p>Dort habe ich meinen Psychologiekollegen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/14\/von-berta-von-suttner-zu-tone-fink\/\">Wolfram Huber<\/a> getroffen, den ich fragte, ob er zu den geschlossenen Sessions kommt, er hat nur vage geantwortet, wahrscheinlich hat er das Problem, das ich damit hatte auch nicht erkannt und am Donnerstag habe ich mich den ganzen Tag gefragt, ob ich am Freitag zu Hause bleiben und an meiner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/18\/der-grosse-roman\/\">Klara-Geschichte,<\/a> zu der ich wegen meines intensiven<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/13\/buchpreisgeplauder\/\"> &#8220;Buchpreis-Lesens&#8221;<\/a> ohnehin nicht richtig hineineinkomme, weiterschreiben soll oder doch in in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; gehen?<\/p>\n<p>Kurt Neumann hat das allgemeine Publikum am Mittwoch ja in den Kellerraum eingeladen, erkl\u00e4rt, warum diese Trennung, die ich eigentlich ganz ehrlich, als Diskriminierung empfand, hat er nicht dazu gesagt.<\/p>\n<p>Es gab aber auch eine Alternativveranstaltung, n\u00e4mlich Freitag und Samstag Kleinliteratur und Kunstfilme beispielsweise von der neuen &#8220;Veza Canetti-Preistr\u00e4gerin&#8221; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/05\/ruth-und-roberts-schreibgruppe\/\">Ilse Kilic<\/a> im WUK, aber da begannen die interessanten Veranstaltungen erst am Nachmittag und so bin ich etwas hin- und hergerissen heute morgen in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; gegangen.<\/p>\n<p>Man findet ja jetzt immer genau dort hin, wo die Veranstaltungen stattfinden, weil die Alternativt\u00fcren verschlossen sind, obwohl die Vortragenden sich schon im Schmiederaum befanden und die Assistenten, die anderen Teilnehmer und zu meiner \u00dcberraschung. auch Kurt Neumann, nahmen im Kellerraum Platz, wo eine Leinwand aufgestellt war und einige der Teilnehmer hatten Kaffee und Kipferln in der Hand, obwohl es unten nur Getr\u00e4nke gab.<\/p>\n<p>Etwas, was mir auch nicht gef\u00e4llt und nicht mit der n\u00f6tigen Konzentration, die die Diskutanten im geschlossenen Raum haben w\u00fcrden, wie mir Annalena Stabauer begr\u00fcndete, als ich sie fragte, &#8220;Warum es diese komische Pr\u00e4sentationsform geben w\u00fcrde?&#8221;, zu erkl\u00e4ren w\u00e4re.<\/p>\n<p>Sie war sehr freundlich und hat gemeint, es h\u00e4tten sich auch schon andere beschwert und ich habe mich, wie schon beschrieben, diskriminiert und ausgeschlossen gef\u00fchlt und finde, die Kommunikationsform auch nicht gut, denn dann hat man keinen Kontakt zu den Vortragenden, kann nicht fragen und nicht mitdiskutieren und k\u00f6nnte sich das Ganze eigentlich auch zu Hause als Video oder Livestream ansehen und br\u00e4uchte nicht extra hingehen.<\/p>\n<p>Die erste Session begann, Thomas Eder diskutierte mit den zwei Literaturwissenschaftlerinnen Katja Mellmann und Christiane Schildknecht, den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/06\/die-oesterreichische-debut-und-buchpreislonglist\/\">Anne Cotten<\/a>&#8211;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/23\/vierundvierzig-gedichte-von-reinhard-priessnitz\/\">FerdinandSchmatz<\/a> Briefwechsel. Es gab Hangouts und das Ganze war sehr interessant, weil es dabei, um psychologische beziehungsweise philosophische Literaturaspekte ging und da\u00df es eine psychologische Literaturwissenschaft, beziehungsweise Forschungen zum &#8220;Erz\u00e4hltrieb&#8221; gibt, habe ich gar nicht gewu\u00dft.<\/p>\n<p>Die Session dauerte drei Stunden mit einer Pause in der Mitte. Da stieg ich mit meinem Wasserglas, die Stiegen hinauf und beobachtete, wie das Publikum die T\u00fcren \u00f6ffnen wollte, um zum Kaffee zu gelangen, aber die waren ja geschlossen und Helmut Neundlinger, bei dem ich mich auch beklagte, erkl\u00e4rte mir, da\u00df ihm die konzentrierte Diskussion angenhemer w\u00e4re, weil die Leute wahrscheinlich eh nur &#8220;Bl\u00f6dsinn&#8221; fragen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Es ging aber im zweiten Teil und auf den Hangouts, um die Kommunikation und das gibt es ja einen Sender und einen Enmpf\u00e4nger und das ist der Bestandteil der guten Diskussion und wenn ich im Keller sitze und auf einer Leinwand sehe, da\u00df einen Stock \u00fcber mir konzentriert diskutiert wird, kann ich eigentlich nicht wirklich kommunizieren.<\/p>\n<p>Zu Mittag bin ich nach Hause gelaufen und habe mir Fischst\u00e4bchen gebraten, weil ich wengen der B\u00fccherpost, die ich vielleicht vers\u00e4ume, eigentlich nicht mit einem Cheeseburger am Donaukanal spazieren gehen wollte.<\/p>\n<p>Dann kam wieder eine Autorensession, n\u00e4mlich die drei eher experimentellen oder sprachk\u00fcnstlerisch arbeitendenen Autorinnen Birgit Kemper, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/27\/poliversale-mit-literarischer-erleuchtung-und-kanadischen-star\/\">Anja Utler <\/a>und Martina Hefter moderiert von Florian Huber und das war sehr interessant, obwohl die Autorinnen sehr viel vom Tanz gesprochen haben.<\/p>\n<p>Es wurden auch Gegenst\u00e4nde besprochen, die die Autorinnen mitgebracht haben, aber dann ging es ins Medias Res und zu den Fragen, ob Literatur verst\u00e4ndlich sein m\u00fcsse oder nicht und der Autor f\u00fcr den Leser schreibt beziehungsweise, wie das mit den gro\u00dfen Literaturg\u00f6ttern, wie Thomas Bernhard etcetera sei, die die kleinen Autorinnen verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/29\/fremde-refrains-andere-lieder\/\">Oswald Egger<\/a> und seine Performances in Berlin wurden einige Male erw\u00e4hnt und dann gabs nochmals eine lange Pause mit zugesperrten T\u00fcren, bis es dann, um halb acht mit dem Schlu\u00dfplenum weiterging, wo man Fragen stellen durfte und die vier Herausgeber, die vier Sessions kurz vorstellten, so da\u00df ich eine Ahnung bekam, was ich vers\u00e4umt habe.<\/p>\n<p>Denn da gab es auch eine Autoren- beziehungsweise eine Bibliothekar- und \u00dcbersetzerrunde.<\/p>\n<p>Die Autoren waren <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/03\/langsamer\/\">Ilma Rakusa<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/24\/perspektive-und-performanz\/\">Semir\u00a0 Insayif <\/a>und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/14\/leonardos-hande\/\">Alois Hotschnig<\/a> moderiert von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/07\/anna-kim\/\">Anna Kim<\/a> und die Bibliothekarinnen und \u00dcbersetzer diskutierten, glaube ich, auch \u00fcber die Verst\u00e4ndlichkeit beziehungsweise, ob B\u00fccher wie beispielsweise, das von Thilo Sarrazin zum Bildungsauftrag geh\u00f6ren oder nicht.<\/p>\n<p>Eigentlich doch ganz gut, da\u00df ich mich in den Keller setzte, denn ich interessiere mich ja f\u00fcr Literatur und habe im Sommer noch vor meinem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/21\/das-literaturpreis-archiv\/\">Longlistenlesen<\/a> mich ja auch mit dieser <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/15\/ohio\/\">Frage, beziehungsweise mit Tobias Nazemis Kriterien besch\u00e4ftigt.<\/a><\/p>\n<p>Ob ich bei dem Symposium wirklich herausbekommen habe, was gute Literatur ist, bin ich ich mir nicht ganz sicher, was h\u00f6chstwahrscheinlich auch gar nicht m\u00f6glich ist, die Verst\u00e4ndlichkeit geh\u00f6rt aber sicher dazu und die Vielschichtigkeit.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist es, wie schon beschrieben die Authentizit\u00e4t und auch der gesellschaftliche Anspruch, w\u00e4hrend mir die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/16\/andrea-winkler-lesung\/\">wundersch\u00f6ne<\/a> oder auch die experimentelle Sprache alleine eher doch zu wenig ist.<\/p>\n<p>Und f\u00fcr die n\u00e4chsten Symposien w\u00fcrde ich mir wieder eine Einrauml\u00f6sung mit der M\u00f6glichkeit zur allgemeinen Diskussion und Fragen stellen, auch wenn die vielleicht nicht sehr gen\u00fctzt wird, w\u00fcnschen und Kaffee und Wasser f\u00fcr alle oder f\u00fcr keinen, weil irgendwie geh\u00f6rt ja auch der demokratische Anspruch und die Gleichheit zur guten Literatur oder sollte ich mich da irren?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der &#8220;Alten Schmiede&#8221; hat ja, wie schon berichtet die neue Saison mit einem Projekt und der Buchvorstellung &#8220;Was ist gute Literatur&#8221; begonnen. 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