{"id":46851,"date":"2016-09-20T23:39:26","date_gmt":"2016-09-20T21:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=46851"},"modified":"2016-09-20T23:39:26","modified_gmt":"2016-09-20T21:39:26","slug":"zwei-erzaehlbaende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=46851","title":{"rendered":"Zwei Erz\u00e4hlb\u00e4nde"},"content":{"rendered":"<p>In der &#8220;Alten Schmiede&#8221; geht es weiter mit den Pr\u00e4sentationen der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/19\/drei-romane-in-einem\/\">Herbstneuerscheinungen<\/a>.<\/p>\n<p>&#8220;Lesart&#8221; nennt sich die Reihe, die Angelika Reitzer inzwischen pr\u00e4sentiert und Lydia Mischkulnig und Leopold Federmayr haben zwei solcher B\u00e4nde.<\/p>\n<p>Die &#8220;Alte Schmiede&#8221; hat ja auch zwei R\u00e4ume, den &#8220;Schmiedenraum&#8221;, ein Museum ist das ja glaube ich nicht und das &#8220;Literatrische &#8220;Quartier&#8221; im Keller und da wechseln sich die Veranstaltungen ab, nicht nur bei den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/16\/geschlossene-gesellschaft-zur-guten-literatur\/\">Symposien<\/a>, wo die Diskutanten oben und die Zuh\u00f6rer unten sitzen.<\/p>\n<p>Buch eins, Lydia Mischkulnigs &#8220;Paradiesmaschine&#8221; wurde im Kellner vorgestellt, wo mich zuerst einmal <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/08\/literarisches-geburtstagsfest-3\/\">Lidio Mosca Bustamante <\/a>freundlich gr\u00fc\u00dfte, ja es gibt sogar Leute, die auf mich\u00a0 zukommen, statt mich zu ignorieren und zu meinen Geburtstagslesungen eingeladen werden wollen und die 1963 in Klagenfurt geborene Lydia Mischkulnig ist eine literarisch alte Bekannte &#8220;Halbes Leben&#8221; hat ihr Debutband gehei\u00dfen, bei &#8220;Droschl&#8221; erschienen und noch sehr experimentell, ich habe ihn einmal bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; gewonnen, dann kam das Lesen beim &#8220;Bachmannpreis&#8221; 1996, das Jahr, wo ich dort war und zuh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Da las sie schon sehr schnell und hektisch, hat, glaube ich, was gewonnen und die Jury disktuierte, ob das jetzt Literatur oder Brigitte-Niveau sei?<\/p>\n<p>Darauf erschien <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/03\/hollywood-in-winter\/\">&#8220;Hollywood im Winter&#8221;<\/a> das habe ich gelesen und es hat mir nicht gefallen,\u00a0 <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/19\/schwestern-der-angst\/\">&#8220;Schwestern der Angst&#8221;<\/a> erschien mir sehr \u00fcbertrieben, gehetzt und abgehoben, so habe ich sie, glaube ich, auch einmal im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/02\/04\/aggressive-traume-im-musa\/\">MUSA<\/a> und auch bei<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/17\/erzahlmuster-i-und-ii\/\"> Lesungen<\/a> geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Jetzt ein Erz\u00e4hlband und Lydia Mischkulnig begann mit der ersten Geschichte, die &#8220;Kloster neu Burg&#8221;, vielleicht so oder auch anders geschrieben, hei\u00dft. Lydia Mischkulnig las sehr deutlich und sehr akzentuiert. Es ging um einen Erz\u00e4hler, ich glaube, ein Mann, der mit dem Fahrrad Benzin f\u00fcr den Rasenm\u00e4her holen f\u00e4hrt, da trifft er ein Paar mit Rucks\u00e4cken, das nach einem Wanderweg f\u00e4hrt, die Frau tr\u00e4gt zuerst Kopftuch, dann Schleier, Vergleiche mit den Nonnen tauchen auf, sehr sch\u00f6ne beinharte Beschreibungen, die ich mir leider nicht so lang gemerkt habe, da\u00df ich sie mir aufschreiben konnte. Es geht dann auch, um Kinder und um eine Schatztruhe und Angelika Reitzer hat Lydia Mischkulnig sehr viel dazu gefragt.<\/p>\n<p>Sehr abgehoben w\u00fcrde ich wieder denken, denn eine Frau mit Kopftuch oder Schleier geht wahrscheinlich nicht mit Rucksack in Klosterneuburg wandern, die zweite Geschichte kann man dagegen nacherz\u00e4hlen, da trifft sich ein Paar in einem Hotel, wo auch ein ber\u00fchmter Fotograf logiert, der fotografiert die beiden und als die sich trennen, zerrei\u00dfen sie das Foto, weil sie sich nicht einigen k\u00f6nnen, wer es bekommt, so bekommt jeder die H\u00e4lfte und erst nach dem Tod des Fotgrafen bekommen sie heraus, da\u00df es als Ganzes einen riesigen Wert hat, so sind sie gezungen sich wieder zu vereinen. Das fand ich originell, w\u00e4hrend ich bei der dritten Geschiche, die von einem Heuschreck handelt, aussetzte.<\/p>\n<p>Angelika Reitzer diskutierte zwar vorher das Prekatiat, da habe ja jetzt einige junge Autoren, wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/29\/o-toene-mit-viel-freiheit\/\">Friederike G\u00f6sweiner<\/a>, merke ich an, davon geschrieben, wie schwer es ist, in diesem Leben Fu\u00df zu fassen, Angelika Reitzer hat es mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/21\/unter-uns\/\">&#8220;Unter uns&#8221;,<\/a> glaube ich, auch ein bi\u00dfchen getan. Aber, wie ist das bei den \u00c4lteren?, fragte Angelika Reitzer und meinte wohl, da\u00df es das nicht g\u00e4be.<\/p>\n<p>Aber ich habe mich ja jetzt durch einige &#8220;Altherrenprosa&#8221; gelesen, da geht es zwar nicht um Armut und um Mindespensionen, aber um das Sterben und die letzten Lieben, mit denen sie nach <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=widerfahrnis\">Sizilien <\/a>aufbrechen oder die bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/19\/rauschzeit\/\">Kongre\u00dfen<\/a> wieder treffen und ber\u00fchrende B\u00fccher \u00fcber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/08\/kremayr-scheriau-literaturdebuts\/\">Demenz <\/a>gibt es auch.<\/p>\n<p>Aber Angelika Reizter ist ja ein Siebzigerjahrgang, Lydia Mischkulnig ein bi\u00dfchen \u00e4lter und das Prekariat ist in der Geschichte &#8220;Tiere wie wir&#8221; sp\u00fcrbar, da gibt es Stellenabbau,\u00a0 Einsparungen und einen Heuschreck zwischen den Fensterscheiben, der nicht hinauskann, die Ich-Erz\u00e4hlerin l\u00e4\u00dft ihn sterben und verbindet das mit ihrer pers\u00f6nlichen Geschichte.<\/p>\n<p>Nein, das gef\u00e4llt mir nicht.<\/p>\n<p>&#8220;In der Literatur ist das erlaubt!&#8221;, sagte mir in der Pause Erika Parovsky, ja ich wei\u00df, da mu\u00df ja alles f\u00fcrchterlich und \u00fcbertrieben sein, um interessant zu wirken, aber wenn ich zwar schreiben kann, da\u00df Retortenkinder Halbwesen sind, aber bei einem Vortrag gepunsht werde, dann stimmt etwas nicht und wenn ich, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/23\/unverstaendlich-schreiben\/\">unverst\u00e4ndlich Schreibende<\/a>, die das angeblich nicht kann, die Geschichte geschrieben h\u00e4tte, w\u00e4re eine Putzfrau aufgetreten und h\u00e4tte den Heuschreck ins Freie gelassen, aber ich wei\u00df, die Putzfrau wurde vielleicht auch schon eingespart und wir sind wieder bei den prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p>Dann gings in die &#8220;Schmiede&#8221; und zu Leopold Federmayr, den 1957 in Wels geboren, der schon l\u00e4nger in Japan lebt und dort, glaube ich, unterrichtet, in Mexiko war er, glaube ich, auch, dort erscheinen auch seine B\u00fccher und bei &#8220;Otto M\u00fcller&#8221; ist &#8220;rosen brechen&#8221; erschienen, \u00f6sterreichische Erz\u00e4hlungen oder Erz\u00e4hlungen vom Land beziehungsweise aus der Kindheit und Leopold Federmayr meinte, da\u00df er oder auch andere Autoren, daraus die Stoffe beziehen w\u00fcrden und Urfassungen zu den Texten w\u00e4ren schon in Achtziger oder Neunzigerjahren erschienen, die er\u00a0 umgearbeitet hat.<\/p>\n<p>Er las einen Teil einer l\u00e4ngeren Erz\u00e4hlung &#8220;Das Feld&#8221;, darum geht er spazieren, es war einmal ein Fu\u00dfballplatz, dann wurde wieder Kukurruz angeplantz, zum Friedhof geht er auch und als Kind ist er an der Hand der Gro\u00dfmutter gegangen, der Vater spielte Fu\u00dfball und konnte es nicht gut und er hat im elterlichen Gasthaus Toast serbviert und daf\u00fcr zehn Schilling Trinkgeld erhalten.<\/p>\n<p>Es gibt noch eine andere Erz\u00e4hlung, mit Kurztexten, deren Titel er von Erwin Einzinger &#8220;gestohlen&#8221; hat, der das gar nicht bemerkte, als er ihn einmal einleitete und Leopold Federmayr, den ich schon ein paar <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/25\/martin-kubaczek-und-leopold-federmair\/\">Mal<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/16\/zwei-japanromane\/\">lesen<\/a> h\u00f6rte, beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/07\/zweiter-lesetag\/\">&#8220;Bachmannpreis&#8221; <\/a>hat er auch einmal gelesen, erz\u00e4hlte ein bi\u00dfchen was aus seinem N\u00e4hk\u00e4stchen des Schreibens und seinem japanischen Leben.<\/p>\n<p>Zwei interessante B\u00fccher, die nicht auf den LL stehen, auf die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/23\/ueberraschende-longlisttitel\/\">deutsche<\/a> k\u00f6nnen sie ja nicht, weil keine Romane, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/06\/die-oesterreichische-debut-und-buchpreislonglist\/\">\u00f6sterreichische<\/a> ist auch schon besetzt, aber das Lesen ist sicher zu empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der &#8220;Alten Schmiede&#8221; geht es weiter mit den Pr\u00e4sentationen der Herbstneuerscheinungen. &#8220;Lesart&#8221; nennt sich die Reihe, die Angelika Reitzer inzwischen pr\u00e4sentiert und Lydia Mischkulnig und Leopold Federmayr haben zwei solcher B\u00e4nde. 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